Alles steht Kopf - Pete Docter / Ronnie Del Carmen (2015)

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Alles steht Kopf - Pete Docter / Ronnie Del Carmen (2015)

Beitrag von buxtebrawler »

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Origiantitel: Inside Out

Herstellungsland: USA / 2015

Regie: Pete Docter/Ronnie Del Carmen

Sprecher(innen): Mindy Kaling, Amy Poehler, Richard Kind, Bill Hader, Lewis Black, Diane Lane, Kyle MacLachlan, Frank Oz, Flea, John Ratzenberger u. A.
Im Kopf der 11jährigen Riley sorgen die fünf Emotionen Freude, Kummer, Angst, Ekel und Wut dafür, dass in Rileys Gefühlshaushalt alles seinen Gang geht. Sie steuern die Gefühle, sammeln und verwalten Erinnerungen und Ideen und halten so die Persönlichkeit ihres Menschen aufrecht. Probleme ergeben sich, als Rileys Stimmung durch einen Umzug aus dem heimeligen Minnesota nach San Francisco einen drastischen Dämpfer erfährt; und ausgerechnet jetzt sind Freude und Kummer durch ein dummes Missgeschick aus der Kommandozentrale geraten und müssen sich aus den Tiefen von Rileys Unterbewusstsein dorthin zurückkämpfen. Während sich ihnen hier ungeahte Schwierigkeiten in den Weg stellen, eskaliert die Lage immer mehr, weil Riley zusehends depressiver und unglücklicher wird...
Quelle: www.ofdb.de

Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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Re: Alles steht Kopf - Pete Docter / Ronnie Del Carmen (2015)

Beitrag von buxtebrawler »

Die 2006 von Disney aufgekauften Pixar-Studios meldeten sich 2015 mit einem wahrhaftig originellen Animationsfilm zurück: „Die Monster AG“- und „Oben“-Regisseur Pete Docter verfilmte zusammen mit Ronnie Del Carmen ein Drehbuch, das er zusammen mit Meg LeFauve und Josh Cooley verfasst hatte und das Publikum tief in die Gefühlswelt eines elfjährigen Mädchens führt – „Alles steht Kopf“.

Riley Anderson war ein glückliches, aufgewecktes Kind – bis zu ihrem Umzug von einer Kleinstadt in Minnesota nach San Francisco. Sie tut sich schwer damit, sich mit dem ungewohnten Leben in der Großstadt zu arrangieren, sich in der Schule einzufinden und sich im Eishockey-Team zu beweisen. Ihre Gefühle, bestehend aus Freude, Angst, Ekel, Wut und Kummer, geraten durcheinander und sind mit der neuen Situation überfordert. Als ausgerechnet Freude und Kummer versehentlich aus der Kommandozentrale in Rileys Hirn geschleudert werden, verfällt Riley zunehmend in Apathie. Doch Freude und Kummer versuchen, sich ihren abenteuerlichen Weg zurück in die Zentrale zu schlagen und bekommen unerwartete Hilfe von Rileys imaginärem Freund Bing Bong…

Es ist eine Kunst für sich, hochkomplexe Vorgänge derart abstrakt abzubilden, dass jeder sie versteht. Dies ist die Prämisse dieses Animationsfilms, der auf höchst amüsante Weise die Anpassungsprobleme der elfjährigen Riley an ihre neue Umgebung aufarbeitet. Dabei entfallen die Hauptemotionen auf verschiedenfarbige Figuren in Rileys Hirn, die neben den jeweiligen Gefühlen auch Klischeetypen, wie man ihnen im Alltag begegnet, repräsentieren und damit karikieren. Das ist hochgradig komisch und macht einen Großteil des Charmes dieses Films aus. Doch auch darüber hinaus waren der Fantasie der Autoren offenbar kaum Grenzen gesetzt: Metapherreich und allegorisch geht es in Rileys Hirn zu, nachdem die lebenslustige, agile Freude und der Trauerkloß Kummer die Kommandozentrale zu verlassen gezwungen waren. Dort sieht es stellenweise aus wie im Bällebad, denn Erinnerungen werden in Kugelform vergegenständlicht, die Traumproduktion erinnert an ein Filmstudio, der Zug der Gedanken tuckert auf Gleisen und auf dem Friedhof der Erinnerungen geht es gar düster zu. Irgendwo zwischen all diesen Stationen trifft man auch auf Bing Bong, Rileys herrlich absurden Fantasiefreund aus frühen Kindheitstagen, der zwar tatkräftig zur Seite steht, mit dem es zwischenzeitlich dann aber doch auch etwas zu rührselig wird.

Analog zu den Vorgängen in Rileys Hirn werden auch immer wieder ihre Probleme in der realen Außenwelt illustriert, inklusive der Auswirkungen des Emotionenkampfs. Der ganze Schlamassel mündet schließlich in einer unklugen und gefährlichen Entscheidung Rileys, die ihre letzten verbliebenen „Persönlichkeitsinseln“, also ihre individuellen Stützpfeiler, zum Einsturz zu bringen droht. In ihrem Inneren geht’s im aufregenden Finale drunter und drüber, „Alles steht Kopf“ wird zur Actionkomödie. Am Ende steht jedoch die wichtige, kluge Erkenntnis, dass alle Emotionen einander bedingen und benötigen, dass Traurigkeit genauso wichtig ist wie Freude, dass alle emotionalen Facetten letztlich die Persönlichkeit eines Menschen ausmachen.

Der zusammen mit dem wissenschaftlichen Experten Dacher Keltner entwickelte, angenehm brokkolifeindliche Film ist ein Volltreffer, der auch in Bezug auf sein Unterhaltungspotential für Erwachsene keinerlei Abstriche machen muss. Die Handlung ist nicht nur niedlich anzuschauen, sondern auch spannend und mitreißend gestaltet worden, wobei es im Actionanteil vielleicht sogar ein wenig zu hoch hergeht. Der Einfallsreichtum begeistert ebenso wie ein Gimmick à la „Rileys erstes Date?“ als Film im Film. Und ich bin mir absolut sicher, dass die meisten Eltern hier so ganz nebenbei tatsächlich noch etwas Lehrreiches mitnehmen. Pixar at its best, großes Animationskino! 8,5 von 10 Postkarten von der „Quatschmach“-Erinnerungsinsel dafür.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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Re: Alles steht Kopf - Pete Docter / Ronnie Del Carmen (2015)

Beitrag von buxtebrawler »

Die Fortsetzung dieses grandiosen Animationsfilms kommt hierzulande am Mittwoch, 12.06. in die Kinos:

Alles steht Kopf 2



Riley (Stimme im englischen Original: Kensington Tallman) ist keine elf Jahre mehr alt sondern mittlerweile sogar im Teenager-Alter angekommen – völlig klar, dass die Emotionen in ihrem Kopf jetzt erst recht nicht zur Ruhe kommen. Freude (Amy Poehler), Kummer (Phyllis Smith), Wut (Lewis Black) und Ekel (Mindy Kaling) dachten eigentlich, dass sie Rileys Kopf mittlerweile im Griff haben. Doch dann soll plötzlich die so gut eingespielte Steuerzentrale abgerissen werden, weil es mehr Platz für noch mehr Emotionen braucht! Erst schleicht sich Zweifel ein, die ein paar Kolleg*innen mit im Schlepptau hat. Und das bringt Rileys Kopf wieder gehörig aus dem Gleichgewicht…

Fortsetzung zum Pixar-Hit „Alles steht Kopf“ aus dem Jahr 2015.

Quelle: https://www.filmstarts.de/kritiken/307991.html
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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