Succubus XXX - Colin Rowntree, Tom Leach (2007)

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Blap
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Re: Succubus - Jack Hemingway

Beitrag von Blap »

ugo-piazza hat geschrieben: Die Frage stellt sich nicht, weil niemand, der noch ein paar Sinne bei sich hat, jemals einen "Film" von Bethmann schauen würde.
Warum nicht? Woher diese ausgeprägte Abneigung. Ich kann sein Schaffen nicht beurteilen, da ich noch keinen seiner Filme gesehen habe. Es wird also Zeit für die Sichtung von "Vegetarierinnen zur Fleischeslust gezwungen 2", der seit einigen Wochen im Regal steht.

:lol:
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buxtebrawler
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Re: Succubus - Jack Hemingway

Beitrag von buxtebrawler »

Blap hat geschrieben:Es wird also Zeit für die Sichtung von "Vegetarierinnen zur Fleischeslust gezwungen 2", der seit einigen Wochen im Regal steht.
Mit Filmtagebucheintrag! :nick:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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ugo-piazza
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Re: Succubus - Jack Hemingway

Beitrag von ugo-piazza »

Blap hat geschrieben:
ugo-piazza hat geschrieben: Die Frage stellt sich nicht, weil niemand, der noch ein paar Sinne bei sich hat, jemals einen "Film" von Bethmann schauen würde.
Warum nicht? Woher diese ausgeprägte Abneigung. Ich kann sein Schaffen nicht beurteilen, da ich noch keinen seiner Filme gesehen habe. Es wird also Zeit für die Sichtung von "Vegetarierinnen zur Fleischeslust gezwungen 2", der seit einigen Wochen im Regal steht.

:lol:
That's disgusting.

Niemals werde ich einen Film von Andreas "Die Darstellerinnen dürfen nicht abgegrabbelt werden" Bethmann sehen wollen. Ist ja schon schlimm genug, dass auf einer X-Rated-Scheibe ein Trailer davon drauf ist.

Ach ja, die ausgeprägte Abneigung stammt von
  • obigem Zitat
  • meinem Eindruck, den ich auf Börsen gewann und
  • der "Straßenmädchen-Report"-DVD vom großen X, die ich auf Börsen wohlweislich NICHT gekauft habe
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Maulwurf hat geschrieben: Ugo, Du bist 'ne Wucht.
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Blap
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Re: Succubus - Jack Hemingway

Beitrag von Blap »

Wolltest du denn "abgegrabbeln"? :lol: Diese Situation kann ich natürlich nicht beurteilen, ich habe ihn auf Börsen immer als recht angenehmen Händler erlebt.

Was ist mit der DVD-Verpackung? Im Netz finde ich nur kleine Bilder, da ist nichts zu erkennen.
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ugo-piazza
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Re: Succubus - Jack Hemingway

Beitrag von ugo-piazza »

Blap hat geschrieben:Wolltest du denn "abgegrabbeln"? :lol: Diese Situation kann ich natürlich nicht beurteilen, ich habe ihn auf Börsen immer als recht angenehmen Händler erlebt.
Das Zitat stammt aus einer Anzeige von AB für eine Autogrammstunde mit ihm und den Mädels aus "Dämonenbrut"
Blap hat geschrieben:Was ist mit der DVD-Verpackung? Im Netz finde ich nur kleine Bilder, da ist nichts zu erkennen.
Keine Ahnung, hab kein Original.
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Maulwurf hat geschrieben: Ugo, Du bist 'ne Wucht.
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Salvatore Baccaro
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Succubus XXX - Colin Rowntree, Tom Leach (2007)

Beitrag von Salvatore Baccaro »

Succubus 2.jpg
Succubus 2.jpg (83.46 KiB) 89 mal betrachtet

Originaltitel: Succubus XXX

Produktionsland: USA 2007

Regie: Colin Rowntree, Tom Leach

Cast: Raven Riley, Kevin Baxter, Liz Vicious, Brandi Love, Tom Leach, Matt Danzig, Ron Jeremy


Abt.: Ins Bockhorn gejagt

Ein Bekannter: Den Film musst Du Dir unbedingt anschauen! Feinster Low-Budget-Horror-Videotheken-Trash aus den USA der frühen 2000er! Durchaus opulent, vergleichbar vielleicht mit einem Amateur-Splatter-Epos wie Olaf Ittenbachs PREMUTOS!

Erste Sichtungseindrücke: Ein Lexikon-Artikel auf schwarzem Grund, der uns zunächst einmal die Bedeutung des Titels SUCCUBUS erklärt. Das Wort sei mittelalterliches Latein und bezeichne einen „female demon with unearthly beauty“, von dem angenommen wird, dass er Männer besteige, um „sexual intercourse until the point of death“ mit ihnen auszuüben. Treten mehrere von diesen Briestern auf, spricht man im Plural von „Succubi“. Bildungsauftrag erfüllt.

Billigste Videooptik begrüßt uns in der Prä-Credit-Sequenz, wo wir zwei Bauarbeiter irgendwo in den ländlichen USA kennenlernen, die damit beschäftigt sind, mit Baggern, Schaufeln und Hacken dem Erdboden zu Leibe zu rücken. Als sich einer der beiden zwischendurch verabschiedet und seinen Kollegen mutterseelenallein mit dem riesigen Areal lässt, stößt dieser beim Graben auf einen Haufen Knochen, - beziehungsweise auf ein eher zweitklassig animiertes CGI-Skelett, das, nachdem unser Freund eine Weile verdutzt auf es herabgestarrt hat, plötzlich die Metamorphose zu einer aschfahlen, rotbehaarten, spindeldürren und vor allem splitterfasernackten Gothic-Dirne absolviert. Diese greift sich sogleich den Arbeiter, um ihn hinab in ihre Kuhle zu zerren und anschließend mit seiner eigenen Schaufel zu zerhackstücken. Die Mordtat geschieht zwar im Off, dafür ist unsre Antagonistin nichtsdestotrotz alsbald über und über mit Blut besudelt. Damit wir sofort begreifen, mit wem wir es zu tun haben, wird mitten in diese Gewaltszene blutrot der Filmtitel SUCCUBUS eingepflegt, - was eigentlich gar nicht notwendig gewesen wäre, denn im Anschluss macht sich die wiedererwachte Dämonin über ihr Opfer her, um (ebenfalls bloß angedeutet) mit dem Frischentleibten den Koitus zu vollziehen, und sich dabei genüsslich den vergossenen Lebenssaft auf den blanken Brüsten zu verschmieren. Endlich kommt der absente Kollege zurück aufs Gelände, wo er wie hypnotisiert dem Charme des Succubus verfällt. Mit gespreizten Beinen offeriert die Dämonin dem zweiten Bauarbeiter ihr Geschlechtsteil, damit er es vom Blut sauberschlecke, und vergilt es ihm anschließend, indem sie sich von ihm penetrieren lässt, - dies nun alles wohlgemerkt in einem Modus, der kein bisschen mehr der Phantasie überlässt. Während am Bildrand die Namen sämtlicher Beteiligter eingeblendet werden, revanchiert sich der Succubus gar mit einem Blow Job, - und es reicht aus, dass die Dame aus der Unterwelt dem Jüngling einmal kurz mit der Hand über den Bauch fährt, dass dieser blutüberströmt sterbend hintenüberkippt und seinen letzten Atemzug tut.

Knapp sechs Minuten von SUCCUBUS sind bis hierhin vergangen, und zwei Gewissheiten machen mir angesichts der Tatsache, dass dieser Streifen sich bei einer Laufzeit von weit über zwei Stunden einpendeln soll, zu schaffen: 1) Dass ich es offenbar, was mir zuvor nicht im Geringsten klargewesen ist, mit einem Hardcore-Porno zu tun habe, der seine Horrormär als reines Alibi für exzessive Kopulationen nutzt, sowie 2) Dass SUCCUBUS aufgrund dessen weder kinematographisch noch effekttechnisch oder schauspielerisch an den Maßstäben eines handelsüblichen Spielfilms gemessen werden sollte. Anders gesagt: Einmal mehr bin ich in die Falle getappt, und darf mich nun hundertdreißig Minuten lang damit abplagen, meine Knöchel aus der Umklammerung des Falleisens freizubekommen…

Zunächst lernen wir erst einmal unsere Hauptdarstellerin kennen, eine gewisse Raven Riley, die wohl zum Entstehungszeitpunkt von SUCCUBUS zu den prominentesten weiblichen US-Pornostars gehört hat. Diese spielt in vorliegendem Film eine Figur mit dem Raven Riley, die jedoch, anders als in der außerfilmischen Realität, nicht im horizontalen Gewerbe tätig ist, sondern als Kuratorin der „Ancient Collection“ irgendeines Museums ihre Brötchen verdient. (Damit wir ihren Namen partout nicht vergessen, steht auf ihrem Büroschreibtisch ein großes Schildchen mit der Aufschrift: „Raven Riley.“) Raven hat gerade einen Zeitungsartikel gelesen, in dem der Tod der beiden Bauarbeiter behandelt wird; offenbar gehen die Behörden davon aus, dass die Männer einem Rudel Wildhunde zur Beute gedient haben, so zerfetzt und zerrissen, wie ihre Leichen aufgefunden worden sind. Zu ihrer Überraschung stellt Raven fest, dass sich die Todesfälle auf einem Stück Land ereignet haben, das einst Besitz ihrer eigenen Familie gewesen ist. Derzeit plant ein geschäftstüchtiger Kerl namens Uncle Joey auf dem Gelände einen Horror-Themenpark mit dem originellen Namen „Uncle Joey’s Terror Town“ zu errichten. (Wenn er allerdings einzig zwei und zudem nunmehr tote Bauarbeiter dafür eingestellt hat, das Areal zu bestellen, dürfte es mit der Eröffnung tatsächlich noch ein paar Jahrhunderte dauern.) Nachdem Raven zwischenzeitlich von einem nervigen Comic-Relief-Charakter in Gestalt eines Museumsmitarbeiters gestört worden ist, den sie schlicht den „Coffee Guy“ nennt, eröffnet uns die Heroine ein wenig Backstory zu ihrer eigenen Herkunft – und zwar, indem sie aus ihrer Schreibtischschublade einen Stapel vergilbter Folianten zieht, in denen die Historie der Familie Riley mutmaßlich für die Nachwelt festgehalten worden ist.

Diese Hintergrundgeschichte ist bereits einer der Knackpunkte des Drehbuchs von SUCCUBUS. Es ist nämlich nicht etwa so, dass wir die gesamten Hintergründe des Dämonentreibens in einem einzigen Happen serviert bekommen würden; vielmehr bringt der komplette Film damit zu, uns in kleinen Portiönchen mit Dingen zu füttern, die zum Verständnis derjenigen Dinge, die sich gerade vor unseren Augen abspielen, durchaus relevant wären. Sicher, das kann in manchen Fällen durchaus ein narrativer Kunstgriff sein, der zu Irritation und Spannungserzeugung beiträgt, - wenn man ihn denn mit einer gewissen Kunstfertigkeit handhaben würde! Bei SUCCUBUS indes erweckt es eher den Eindruck, als ob den Drehbuchautoren noch während der heißen Produktionsphase immer wieder aufgefallen sei, dass da entscheidende Informationen in ihrer löchrigen Story fehlen, weswegen man sie dann einfach später drangeklatscht und den Protagonisten in den Mund gelegt hat. Im Kern baut die Chose anscheinend auf folgenden mythologischen Säulen: Raven Riley soll die letzte Nachfahrin einer langen Ahnenreihe von Frauen sein, deren Sinn und Zweck auf Erden es ist, etwaige aus der Hölle ausgebüxte Dämonen zurück in ihre Schranken zu verweisen. Namentlich ist es die Königin der Dämonen, Lilith, die als Erzfeindin der Familie Riley fungiere, eine wahre Ausgeburt an Teufeleien und Sexsucht. Diese sei, (wie wir erst nach einer Dreiviertelstunde in einer Rückblende vorgeführt bekommen), zuletzt von Rileys Urgroßmutter auf deren Farm niedergestreckt worden, nachdem sie zuvor Rileys Ururgroßmutter mit einer Sense zerlegte – und besagte Farm ist länger schon nicht mehr Riley’scher Familienbesitz, sondern mittlerweile in die Hände Uncle Joeys geraten, der unwissentlich auf den Gebeinen Liliths einen Freizeitpark zu errichten gedenkt. Weitere Rückblenden entführen uns ins Konstantinopel des Jahres 1453, wo, wie man noch aus dem Geschichtsunterricht weiß, das Byzantinische Reich durch ein übermächtiges osmanisches Belagerungsheer unter Sultan Mehmed des II. sein Ende gefunden hat, und wo, wie kein Geschichtsbuch vermelden dürfte, eine weitere Urahnin Rileys von türkischen Soldaten gen Transsilvanien verschleppt wird, um bei einer Sexorgie als wohlfeile Gespielin zu dienen. Besagte Massenkopulation wird angeführt von Lilith, (bei der es sich wenig überraschend um die Dämonin aus dem Prolog handelt), die eine Gruppe wie von Sinnen rammelnder Frauen und Männer dirigiert. Etwa fünf Minuten wohnen wir den zumeist softpornographischen Kopulationen bei, bevor Ravens Vorfahrin der Dämonin einen heimlich mitgeführten Dolch ins Herz treibt. Obwohl nie explizit ausgesprochen, scheint Lilith nämlich durchaus mit irdischen Waffen – (und damit ist nicht nur ihre exorbitante Geilheit gemeint) – besiegt werden zu können, - weshalb Raven als Familienerbstück einen gigantischen Dildo besitzt, aus dem man bei Drücken eines verborgenen Knopfs eine Messerklinge schnellen lassen kann!

Noch mehr Exposition wird aufgefahren, sobald Raven, die beschließt, eigene Nachforschungen im Fall der gemeuchelten Bauarbeiter anzustellen, in der Kleinstadt Leeton eingetroffen ist und Bekanntschaft mit dem Provinzpolizisten Kevin Baxter macht, (gespielt von einem Porno-Akteur namens Kevin Baxter!) Als Raven ein auffälliges Muttermal an Kevins Arm bemerkt, erinnert sie sich an eine Prophezeiung, die ebenfalls in ihren modrigen, mottigen Büchern vermerkt ist: Sie trägt nämlich genau dasselbe Zeichen – und zwar an ihrem Geschlechtsteil, das sie Kevin zum Beweis sogleich unter die Nase reiben muss! Sofern ich das richtig verstanden habe, stehen diese Muttermale in Beziehung zu einem Orakelspruch, der besagt, dass diejenigen, denen diesselben am Körper haften, sich miteinander vereinigen sollen, um eine neue Generation an Anti-Dämonen-Kriegern zu zeugen. Kevin und Raven lassen sich nicht lange bitten – und mir kommt es so vor, als ob die Filmemacher diesen Teil der Backstory nur eingefügt haben, um wenigstens eine hauchdünne Explanation dafür zu liefern, dass Raven und Kevin bei jeder sich bietenden oder auch nicht sich bietenden Gelegenheit gemeinsam in die Kiste steigen können, (und wenn ich mich nicht verzählt habe, tun sie das im Verlauf der hundertdreißig Minuten von SUCCUBUS mindestens viermal, was, da jede der Sexszenen mindestens fünf Minuten, wenn nicht noch länger dauert, bedeutet, dass wir fast eine halbe Stunde den beiden beim Reproduzieren zuschauen.) Kevin ist jedenfalls sofort Feuer und Flamme für Raven, und gemeinsam beschließt man, Lilith das sündige Handwerk zu legen, - wobei dieses Unterfangen zunächst hauptsächlich darin besteht, dass man weiter in Ravens Familienhistorie herumforstet, oder dass Kevin Uncle Joey aufsucht, um ihn bezüglich der getöteten Bauarbeiter zu befragen. (Joey ist freilich überzeugt, dass tatsächlich wilde Hunde ihren Hunger an den beiden gestillt haben, und denkt, ganz im Modus des Evil Capitalist aus einem beliebigen Tierhorrorfilm, im Traum nicht daran, die Eröffnung seines Themenparks zu verschieben, nur weil, wie Kevin ihm gegenüber andeutet, möglicherweise wesentlich abgründigere Dinge hinter dem Tod der Arbeiter stecken könnten.)

Inzwischen schlachtet und saugt Lilith sich munter durch den restlichen Cast. Was genau die Dämonin im Schilde führt, scheint tatsächlich nicht darüber hinausgehen, jeweils kurzfristig ihren Sex- und Blutdurst zu befriedigen. Großangelegte Apokalypse-Pläne hegt der Succubus offenkundig nicht, sondern begnügt sich damit, einer Mitarbeiterin Uncle Joeys im Geschenkshop von „Terror Town“ die Gurgel zu durchtrennen, Uncle Joeys persönlichen Assistenten zunächst bis auf den letzten Tropfen Sperma leerzusagen und ihm danach mit flinker Kralle den Brustkorb zu zerkratzen, dass er bloß noch theatralisch schreien kann, oder, völlig wahllos, eine Stripperin des örtlichen Nachtclubs mit einem unter Strom stehenden Mikrophon vaginal zu bestücken. All diese Spitzbüberein sind natürlich mit ausgiebigen Hardcore-Nummern verbunden, die nicht selten in Kulissen von „Terror Town“ stattfinden, die mich an eine Mischung aus BDSM-Keller und Jahrmarktsgeisterbahn denken lassen. Überhaupt macht das, was wir an Schauwerten von Uncle Joeys Horrorpark zu sehen bekommen, einen eher einfältigen Eindruck auf mich: Da kann man mit Gewehren auf gruslige Figuren schießen und irgendwelchen Nippes gewinnen; da gibt es die üblichen Hallen, die vollgestopft sind mit Gummigerippen, Fake-Spinnweben und Halloween-Monstermasken; da tanzt jemand in einem übergroßen Rattenkostüm mit leuchtenden Augen, um die Gäste zu noch mehr Schaudern zu animieren, - im Ernst: Meine Tasse Tee wäre das nicht…

Genauso übrigens, wie es mich einschläfert, wie zäh sich SUCCUBUS auf seine (vermeintliche) Klimax zubewegt: Die Konfrontation zwischen Raven und Lilith, also zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Schatten – und die, der dem Film inhärenten Porno-Logik gemäß, natürlich zunächst einmal in einer exzessiven Lesben-Einlage und einem ausgiebigen Cat-Fight stagniert, bevor Raven, die je näher wir dem Finale kommen desto mehr Züge einer Melange aus Lara Croft und weiblichem Indiana Jones trägt, der Dämonin wie beiläufig mit ihrem Dildodegen den Garaus macht. Bis dahin musste ich mich durch uferlose Sex-Szenen quälen, die nahezu allesamt auf furchtbare Weise musikalisch untermalt wurden – (mal dudeln unablässige Gitarrensoli; dann ertönt ohrenbetäubend lauter Techno) -, die trotz der schauerromantischen Thematik im Prinzip einfach nur das übliche heteronormative Programm abspulen, (und Homosexualität nur gewähren lassen, wenn sie zwischen zwei Frauen stattfindet), und die auch sonst kein Stück davon abweichen, eine Hetero-Sexszene prinzipiell immer dann abrupt enden zu lassen, wenn der männliche Part seinen Orgasmus erlebt hat, (und jedweden weiblichen Höhepunkt damit, da weniger anschmiegsam an audiovisuelle Medien, implizit auf den sekundären Platz verweist.) Obwohl Lilith ihre Geschlechtsakte stets mit Mord und Totschlag respektive Blutbad abschließt, kann kaum davon gesprochen werden, dass SUCCUBUS tief eintauchen würde in den Konnex zwischen Sex und Gewalt: Dazu sind die Tötungsszenen nun wirklich zu zahm, wenn nicht gar unfreiwillig komisch – (ich wiederhole mich: Ein bisschen Streicheln über den nackten Männerbauch und schon brechen die Typen zusammen, als sei ihnen gerade das Herz rausgerissen worden, von den Litern an Kunstblut ganz zu schweigen!) Steif sind durch die Banke weg alle Schauspieler, selbst die weiblichen, und man merkt dem Cast an, dass sämtliche Beteiligten geübter darin sind, sich vor der Kamera in akrobatischen Sexszenen zu üben statt komplexe Dialoge aufzusagen. Immerhin versprüht Lilith-Darstellerin Liz Vicious, (ganz sicher ihr Geburtsname!), allein durch ihren verruchten Gothic-Look genügend Aura, um in ihrer lüstern-dämonischen Rolle akzeptiert werden zu können. Was die „Gastrolle“ von Ron Jeremy soll, bleibt ein Mysterium für mich: Insgesamt hat der Porno-Veteran und derzeitige Gefängnisinsasse exakt eine Dialogzeile als DJ eines Strip-Clubs, entkleidet sich weder noch hat er für die Handlung irgendetwas Entscheidendes beizutragen. Vermutlich hat man ihn zufällig an einem Diner getroffen und kurzerhand gefragt, ob er nicht für ein paar Dollar vor die Kamera hüpfen möchte?

SUCCUBUS mag zwar ein kreuzlangweiliger, nach dem Baukasten des konventionellen Filmemachens zusammengezimmerter, sich primär auf seinen erigierten Gliedern und silikonisierten Brüsten ausruhender Porno sein, der das Horror-Etikett als bloßes Täuschungsmanöver für arglose Konsumenten wie mich vor sich her trägt, jedoch eins muss ich dem Film zugutehalten: Seine insgesamt drei Rückblenden in historisches Terrain – einmal Konstantinopel, einmal Transsilvanien, einmal die Riley-Farm Anfang des 20. Jahrhunderts – sind durchaus effektvoll und atmosphärisch gestaltet, - sofern man denn in Kauf nehmen kann, dass die Hauptstadt des oströmischen Reichs von einer einzigen mitternächtlichen, nebelverhangenen Mauer symbolisiert wird oder dass das Schloss in Transsilvanien aussieht wie ein strohvoller Kuhstall. Wenigstens scheinen die Verantwortlichen jedoch versucht zu haben, aus ihren limitierten Mitteln ein Maximum an Effekt herauszuholen: Da schnaubt die Trockeneismaschine; da liefert die Beleuchtung durchaus Gothic-Horror-Pastiches; da ist selbst eine Hardcore-Orgie als kompositorisch interessantes Tableau aufbereitet. Aber, puh, andererseits: Alles, was ich bislang von Mario Salieri gesehen habe, überflügelt diese Fingerübungen darin, wie man eine Szene vernünftig ausleuchtet, wie man eine Kamera ansprechend führt, wie man montagetechnisch überrascht, dann doch spielerisch…

Ach ja, und eine Sache fand ich noch ausgesprochen seltsam: Zu Beginn des Films wird ein obsolet scheinender Comic-Relief-Charakter eingeführt, der Raven in ihrem Büro den Kaffe bringt, (und der deshalb bloß "Coffey Guy" genannt wird.) Diesen kann man, wenn man denn genau hinschaut, später auch als Partizipant einer von Lilith dirigierten Orgie entdecken, nachdem die Dämonin Joey ins Jenseits befördert und seinen Freizeitpark unter ihre Kontrolle gebracht hat. Ganz am Ende von SUCCUBUS befindet sich Raven, endlich glückselig in monogamer Geilheit mit ihrem Kevin, allein zurück im Museumsbüro: Die Tür öffnet sich; es scheint, dass der Kaffeejunge hereinkommen möchte... Falls der Film das Ganze tatsächlich so aufbauen wollte, dass wir als Zusehende den Eindruck haben, Coffey Guy sei von Lilith inzwischen dämonisiert worden und würde sich als einziger Überlebender der Orgie nunmehr an die sich in Sicherheit wiegende Raven heranpirschen, dann kann ich nur konstatieren, dass ich wohl noch nie einen Film gesehen habe, der derart kongenial mit seiner gänsehautinduzierenden Schlusspointe gescheitert ist, Himmel! Ernsthaft: Man erkennt den Knilch weder bei seinem zweiten noch bei seinem letzten Auftritt wirklich, und hat sowieso Mühe, sich an seine sekundenbruchteillangen Auftritte zu erinnern. Selbst ich musste mehrmals zurückspulen und mich versichern, ob der Kaffeebringer tatsächlich bei der Orgie anwesend gewesen ist, und ob das tatsächlich seine Nase ist, die da ganz am Ende in Ravens Büro hineinragt...

...und damit soll nun aber auch endlich das Tuch des Schweigens über diesen angeblich "mind-blowing, erotic horror" ausgebreitet werden...
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Re: Succubus XXX - Colin Rowntree, Tom Leach (2007)

Beitrag von buxtebrawler »

Salvatore Baccaro hat geschrieben: Mi 3. Aug 2022, 19:42 Ein bisschen Streicheln über den nackten Männerbauch und schon brechen die Typen zusammen, als sei ihnen gerade das Herz rausgerissen worden, von den Litern an Kunstblut ganz zu schweigen!
Das erinnert mich an Neymar auf dem Fußballplatz :kicher:

Salvatore, es macht mich ein bisschen fertig, wie detailliert du die Alibihandlung eines Pornos, die jeder normale Mensch vorspult, hier beschreibst und sezierst :D

Ich hatte damals übrigens auch mal reingeschaut, fand den aber eher enttäuschend - Liz Vicious jedoch war schon ein verruchter Schnuckel...
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Re: Succubus XXX - Colin Rowntree, Tom Leach (2007)

Beitrag von Arkadin »

Aber Raven Riley ist schon ein Schnuckelchen... würde ich schreibe, WENN mir mal Bilder von der Dame mal im Internet begegnet WÄREN. Sind sie natürlich nicht. Wo auch? Wann auch? :oops:
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Re: Succubus XXX - Colin Rowntree, Tom Leach (2007)

Beitrag von Reinifilm »

Arkadin hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 11:48 Aber Raven Riley ist schon ein Schnuckelchen... würde ich schreibe, WENN mir mal Bilder von der Dame mal im Internet begegnet WÄREN. Sind sie natürlich nicht. Wo auch? Wann auch? :oops:
Kommt gleich nach Lexi Belle… habe ich gerüchteweise gehört… von einem Freund. :oops:
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Re: Succubus XXX - Colin Rowntree, Tom Leach (2007)

Beitrag von ugo-piazza »

Arkadin hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 11:48 :???:
Aber Raven Riley ist schon ein Schnuckelchen...


WER? :???:

amerika-f35/succubus-jack-hemingway-t4051.html

:pfeif:
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