Tetsuo: The Iron Man - Shin'ya Tsukamoto (1989)

Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Tetsuo: The Iron Man - Shin'ya Tsukamoto (1989)

Beitrag von jogiwan »

Tetsuo: The Iron Man

Bild

Originaltitel: Tetsuo

Herstellungsland: Japan / 1989

Regie: Shin'ya Tsukamoto

Darsteller: Tomorowo Taguchi, Kei Fujiwara, Nobu Kanaoka ,Renji Ishibashi, Naomasa Musaka, u.a.

Story:

Ein namenloser Angestellter entdeckt nach einem Autounfall eines Morgens ein kleines Stück Draht, dass ihm aus der Wange ragt. In den darauffolgenden Stunden verwandelt er sich vor den Augen seiner entsetzten Freundin in eine Kreatur aus Metall und menschlichen Fleisch und scheint dabei auch den Verstand zu verlieren. Als vor seinem Haus eine weitere Kreatur erscheint, die ebenfalls das gleiche Schicksal zu erleiden scheint, kommt es zu einem Duell auf Leben und Tod, der für die beiden Mensch-Maschinen ebenfalls ungeahnte Konsequenzen hat.
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jogiwan
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Re: Tetsuo: The Iron Man - Shin'ya Tsukamoto (1989)

Beitrag von jogiwan »

Nach dem unsäglichen und eigentlich unschaubaren „Pinnochio 964“ hatte ich gestern noch spontan Lust auf den Cyberpunk-Klassiker, der dreist und ohne Sinn und Verstand kopiert wurde. „Tetsuo“ ist zwar ebenfalls eine ziemliche Herausforderung und eher Experimental- als herkömmlicher Spielfilm, doch im Falle von Tsukamoto hat man als Zuschauer gerne Lust, sich herausfordern und verstören zu lassen. Die Body-Horror-Geschichte über einen Mann, der sich nach einem Unfall in ein Mensch-Maschinenwesen verwandelt gibt auch von Beginn an ziemlich Gas und Tsukamoto vermengt seine Body-Horror-Geschichte mit optischen Spielereien wie Zeitraffer und Stop-Motion und harten Industrial-Klängen, das seine Bilder wie ein Maschinengewehr von der Leinwand in Richtung Zuschauer abfeuert. Zwar ist „Tetsuo – The Iron Man“ ebenfalls ziemlich anstrengend, kryptisch und man muss dieser Form des Midnight-Movie-Kunstfilms schon auch aufgeschlossen sein, aber wenn nach 67 Minuten Blut, Schweiß und Altmetall-Verwertung der Abspann kommt, weiß man als Zuschauer, dass man doch ein ziemlich einzigartiges Werk gesehen hat, dass herzlich wenig Rücksicht auf herkömmliche Sehgewohnheiten oder Zuschauererwartungen nimmt und dabei trotzdem ein Gewinner bleibt.
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karlAbundzu
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Re: Tetsuo: The Iron Man - Shin'ya Tsukamoto (1989)

Beitrag von karlAbundzu »

Verschiedene Menschen verwandeln sich in Mischwesen aus Metall und Mensch. Dies führt zu verschiedensten von Rache und Sex gelenkten Interaktionen, Ziel: Alles mögliche bis zur Weltherrschaft.
Wir befinden uns in einer Welt, beseelt von der experimentellen Seite Ende der 80er. Hier wird Industrieabfall, sexuelle Unbestimmtheit, Verfall, Niedergang der Städte und Industrie ohne Fluchtweg "Zurück zur Natur" thematisiert/gezeigt. Es ist laut, nicht nur die wenigen Dialoge/Schreie, sondern auch die Musik, eine Industrial-Art, meint aber nicht Techno, sondern Einstürzende Neubauten. Auch die Bilder schreien: In derben schwarz/weiß (hochgezogenes 16mm), mit schnellen Fahrpassagen, plötzlichen Nahaufnahmen.
Man merkt auch, das hier eine experimentelle Theatergruppe am Start war, sie verlassen sich stark aufeinander, sind stark in der Expression und wagen einiges.
Diese Neusichtung nach nunmehr 20 Jahren mindestens war sehr brillant, nicht nur aus Nostalgiegründen, der Film hat nicht verloren. Man fragt sich eher (oder wir uns nach dem Zeigen mit dem anderen Publikum) warum sowas nicht mehr gedreht wird, bzw. ob wir das nicht mitbekommen.
Riskantes starkes Kino. An diesem Abend mit Vorfilm, sozusagen die Fingerübung für Tetsuo, FUTSU SAIZU NO KAIJIN. Auch wahnsinnig und gut.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.

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supervillain
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Re: Tetsuo: The Iron Man - Shin'ya Tsukamoto (1989)

Beitrag von supervillain »

Den könnte ich mir auch mal wieder ansehen. Welche Fassung bevorzugt ihr? In dem Koch-Mediabook von "The Bullet Man" ist ja der "First Cut" von "The Iron Man" enthalten. Habe ich bisher noch nicht gesehen, wahrscheinlich ist der Vergleich ohnehin schwer, wenn die letzte Sichtung (wie bei mir) bereits Jahre zurückliegt.

Sollte es dennoch Meinungen geben, dann her damit. ;)

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karlAbundzu
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Re: Tetsuo: The Iron Man - Shin'ya Tsukamoto (1989)

Beitrag von karlAbundzu »

Wieder mal:
Ein Mann verwandelte sich langsam in ein Metallmenschen, er hatte wohl einen Autounfal vorher verursacht, und dann auch noch Sex. Da lacht der kleine Fuchsartige.
Schwarz Weißer Experimentalfilm, auf 16mm gedreht und doch ein Meisterwerk in Sachen Body Horror Cyber Punk. Schnell. Wahnsinnig. Guter Industrial Sound. Wenn man glaubt, man hat ihn, ist er auch schon wieder woanders. Yeah!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.

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Arkadin
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Re: Tetsuo: The Iron Man - Shin'ya Tsukamoto (1989)

Beitrag von Arkadin »

Das war jetzt mein drittes Mal "Tetuso". Davon jetzt 2x als Kinoerlebnis. Aber zum ersten Mal habe ich - glaube ich - die Handlung, bzw. den groben Ablauf dessen, was dort passiert, verstanden. Der gute KarlAbunzu meinte allerdings später, das gibt sich bei der vierten Sichtung sicherlich wieder. Wieder hat mich der Film gepackt und mir der dröhnende Industiral-Soundtrack die bizarren Bilder in den Kopf gehämmert. Es wird sicherlich nicht meine letzte Begegnung mit dem Iron Man gewesen sein. Beim nächsten Mal gerne wieder im Kino, denn da gehört der Film hin, damit er Dir seine rasiermesserscharfen Klauen ins Hirn rammen kann.
Früher war mehr Lametta
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buxtebrawler
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Re: Tetsuo: The Iron Man - Shin'ya Tsukamoto (1989)

Beitrag von buxtebrawler »

Arkadin hat geschrieben:
Mo 22. Nov 2021, 23:55
Das war jetzt mein drittes Mal "Tetuso". Davon jetzt 2x als Kinoerlebnis. Aber zum ersten Mal habe ich - glaube ich - die Handlung, bzw. den groben Ablauf dessen, was dort passiert, verstanden. Der gute KarlAbunzu meinte allerdings später, das gibt sich bei der vierten Sichtung sicherlich wieder.
:lol:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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