Upgrade - Leigh Whannell (2018)

Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Upgrade - Leigh Whannell (2018)

Beitrag von jogiwan »

Upgrade

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Originaltitel: Upgrade

Herstellungsland: Australien / 2018

Regie: Leigh Whannell

Darsteller: Logan Marshall-Green, Betty Gabriel, Harrison Gilbertson, Christopher Kirby, Benedict Hardie

Story:

In einer nahen und völlig technisierten Zukunft lebt der Mechaniker Grey wie eine oldskoolige Ausnahmeerscheinung sein beschauliches Leben an der Seite der erfolgreichen Managerin Asha. Als er eines Tages einen aufgemotzten Pontiac an den exzentrischen Milliardär Keen überstellt, wird das selbstfahrende Auto seiner Gattin danach in ein dunkles Viertel der Stadt gelotst. Wenig später ist Asha tot und Grey vom Hals abwärts gelähmt und des Lebens überdrüssig. Wochen später erhält Grey von Keen das Angebot, dass er den Mechaniker mit einem ungeprüften Implantat wieder gehen lassen könne und Grey nimmt in seiner Verzweiflung das Angebot an. Nach der Operation ist Grey jedoch nicht mehr wie vorher, sondern hat ein „Upgrade“ erhalten, dass es ihm nun auch ermöglich, die Mörder seiner Frau ausfindig zu machen…
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jogiwan
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Re: Upgrade - Leigh Whannell (2018)

Beitrag von jogiwan »

Der australische Streifen „Upgrade“ ist meines Erachtens eine sehr gelungene Mischung aus Action-Film, technisierter Gesellschafts-Dystopie und Sci-Fi, der überraschend düster, spannend und vor allem sehr kompromisslos daherkommt. In manchen Reviews ist ja von Ironie und schwarzen Humor die Rede, die ich so jedenfalls nicht unbedingt wahrgenommen habe und die Geschichte ist eher dramatisch und das Leben des Mechanikers wird gleich mehrmals völlig auf den Kopf gestellt. Zuerst mit der Querschnittslähmung und später mit einem zweifelhaften „Upgrade“ das ihn durch ein Implantat quasi zu einer übermenschlichen Kreatur mit Rachegedanken macht. Nach der ersten halben Stunde wandelt sich der Streifen dann in eine moderne „Ein Mann sieht rot“-in-der-„Universal Soldier“-Variante, die jedenfalls sehr glaubhaft daherkommt und dabei auch keine Gefangenen macht. Unglaublich, was mittlerweile in einem Streifen mit FSK16-Freigabe möglich ist und zartbesaitete Gemüter seien auch vor dem ersten Besuch von Grey bei dem Mörder seiner Frau und einem „Holy-Shit“-Moment gewarnt. Doch die Geschichte ist mehr als ein simpler Revenge-Streifen, sondern bietet neben extravagant gefilmten Action-Sequenzen und seinem coolen Look auch bis zum Ende noch ein paar Überraschungen und philosophische Überlegungen zum Thema Selbstbestimmung in einer zunehmend technisierten Welt. Alles richtig gemacht ist es dennoch verwunderlich das der sehr stimmige „Upgrade“ nicht bekannter erscheint. Tipp!
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purgatorio
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Re: Upgrade - Leigh Whannell (2018)

Beitrag von purgatorio »

Habe dank Prime gerade die Zweitsichtung absolviert. Düsteres und unterhaltsames, bisweilen cleveres und definitiv rasantes Feuerwerk. Die entworfene Welt liegt glaubhaft unweit der unserigen, ist technisch auf einem abgefahrenen Level und das Design von Inneneinrichtungen und Technik-Natur-Verknüpfungen könnte ich mir auch gut in meinen vier Wänden vorstellen... wenn die meinigen groß genug wären. Gefällt mir ausgesprochen gut! Ironie und Humor konnte ich hier auch keinen erkennen. Das Ding ist stringent und brachial, kompromisslos und böse!
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
- nicht nach Mitternacht füttern
- kein Wasser
- kein Sonnenlicht

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sergio petroni
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Re: Upgrade - Leigh Whannell (2018)

Beitrag von sergio petroni »

Der zweite Film an diesem Tag war der bislang ungesichtete "Upgrade". Was für eine positive Überraschung.
Dieser dystopisch angehauchte Blade-Runner-/Ein-Mann-sieht-rot-Verschnitt wußte von der ersten
Einstellung an zu gefallen. Hauptdarsteller Logan Marshall-Green macht seine Sache sehr gut.
In den Actionsequenzen, vor allem den Kämpfen, wird gerne aber gut von "Matrix" abgekupfert,
wobei der Härtegrad erstaunlich hoch ist. Entdeckung: Benedict Hardie als einer der Oberbösewichte.
Auch waren mir die Twists and Turns am Ende keineswegs zuviel des Guten.
8,5/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“

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McBrewer
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Re: Upgrade - Leigh Whannell (2018)

Beitrag von McBrewer »

Gefiel mir auch nach der Erstsichtung sehr gut & ich tippte damals folgendes.
McBrewer hat geschrieben:
Mi 26. Jun 2019, 18:41
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Ein ganz hervorragender Cyberpunk-Action Thriller, den ich so sicherlich nicht erwartet hätte. Story: Mann lässt sich nach einem Raubüberfall einen Chip implantieren, um seine Querschnittslähmung "heilen" zu können & ermittelt danach zusammen mit dem Chip (!) - den nur ER hören/verstehen kann - die Gangster des Überfalls und begibt sich auf einen Rachfeldzug, um die Mörder seiner Frau zu bestrafen.
Klingt jetzt nicht sonderlich Innovativ, aber wann immer der Chip die (Kampf-)Kontrolle übe rden Körper übernimmt, rappelt es im Karton, da bleibt keine Körper unblutig. Gefiel mir sehr gut :thup:
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Maulwurf
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Re: Upgrade - Leigh Whannell (2018)

Beitrag von Maulwurf »

 
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Australien 2018
Regie: Leigh Whannell
Logan Marshall-Green, Betty Gabriel, Harrison Gilbertson, Christopher Kirby, Benedict Hardie, Clayton Jacobson, Melanie Vallejo, Sachin Joab, Richard Cawthorne, Michael M. Foster, Rosco Campbell, Douglas Embry


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Die Welt in ein paar (wenigen) Jahren: Alles ist vernetzt, Autos fahren vollautomatisch, die Wohnung spricht mit Dir wenn Du nach Hause kommst und bereitet Dir gerne einen Protein-Shake zu. Doch es gibt auch noch die alten Recken wie Grey Trace, der zur Schallplatten-Musik von Howlin‘ Wolf an seinem ‘69er-Camaro schraubt, und wenn der Motor dann endlich zufrieden blubbert, seinem Auto eine Liebeserklärung macht und sich ein Bierchen gönnt. Seine Frau Asha nimmt Grey so wie er ist, auch wenn sie selber als Managerin eines Software-Konzerns eine ganz andere Schiene fährt. Nach der Auslieferung eines Trans Am bei Greys Kunden Keen, dem Besitzer des größten und weltumfassendsten Software-Konzerns schlechthin, fängt Ashas Elektroauto das Spinnen an und setzt die beiden an einem Schrottplatz aus, wo sie von einer Gruppe Schläger entgegengenommen werden. Beide werden erschossen, doch Grey kann knapp überleben, querschnittsgelähmt.
Keen bietet Grey an, einen sogenannten Stem in sein Rückgrat zu implementieren. Was ist Stem? Stem ist Greys neues Leben. Stem kann dafür sorgen, dass Grey wieder laufentanzensaufen kann, dass er wieder LEBT. Und Stem sorgt auch dafür, dass Grey die Mörder seiner Frau jagt, wobei er allerdings der ermittelnden Polizistin, Detective Cortez, in die Quere kommt, die nach den ersten schlimm zugerichteten Leichen schon bald argwöhnt, dass der Rollstuhl, der in der Nähe der Leiche gefunden wurde, zu Grey gehört. Und dass der gar nicht so gelähmt ist wie er tut.

Denn Stem ist mehr als nur ein hochintelligenter Chip in Greys Wirbelsäule. Stem spricht mit Grey, und wenn Grey bereit ist die Kontrolle abzugeben, dann macht Stem aus ihm eine Kampfmaschine par Excellence. Dumm nur, dass das schauspielerische Talent von Logan Marshall-Green nicht mit diesen Kampffähigkeiten gleichziehen kann, aber sei’s drum. UPGRADE ist ein angenehm düsterer SF-Ausblick, ohne dabei aber gleich ins dystopische à la BLADE RUNNER oder MATRIX abzugleiten, und kombiniert Action durchaus mit einigem Geschick mit der Kritik an einer zunehmend vernetzten Welt und einer putzigen Krimihandlung. Putzig? Putzig, denn dem auch nur halbwegs erfahrenen Zuschauer ist extrem schnell klar wer hinter dem Überfall auf Grey und Asha steckt, und auch das Motiv wird recht schnell deutlich. Von daher kann man sich dann zügig auf die blutigen Kämpfe mit den ausgesprochen heftigen Ausgängen in den heruntergekommen gestylten Kulissen freuen, und auch wenn diese Kämpfe größtenteils mit schnellen Schnitten inszeniert werden, so machen sie durchaus Laune.

Ja, ich weiß, grenzenlose Begeisterung sieht anders aus. Man merkt einfach sehr deutlich, dass UPGRADE das Regiedebüt eines jungen Mannes ist, der bis dato eigentlich auf der Schauspieler- und Produzentenseite zugange war. Sehr schön und stylisch gefilmte Bilder bedecken halt gerade mal so die etwas rudimentäre Story, die Musik ist angenehm industriell gehalten (und kein Mainstream-Hans Zimmer-08/15-Gedöns), und Logan Marshall-Green schaut aus wie Tom Hardy, dürfte aber ungefähr 10-mal so billig gewesen sein. Die Bösewichter sind stereotype Arschgeigen (der Anführer ist ein Smartass, dem so ziemlich alle Waffen in den Körper implementiert wurden die jenseits eines T-34 erhältlich sind, dann ein schwarzer Hüne mit Imponiergehabe, ein lässiger und fast stummer Miami-Koksdealer und ein heruntergekommener Ex-Soldat – Die aufsteigende Reihenfolge der Kämpfe kann allein aus dieser Reihenfolge abgeleitet werden …), die Cops sind unfähig, die Manager ambivalent …

Es ist alles sehr generisch gehalten, wobei aber gilt, dass UPGRADE durchaus unterhält und sehr wohl Spaß macht. In seinem Zweitfilm DER UNSICHTBARE traut sich Regisseur Leigh Whannell mehr Mut zu den leisen Tönen zu, was diesem Film dann auch sehr gut bekommt. Und die tollen Bilder wird er dort ebenfalls hinbekommen. Von daher drücke ich hier gerne ein Auge zu und bin gespannt, was von diesem Regisseur noch zu sehen sein wird.

6/10
Zuletzt geändert von Maulwurf am Mi 1. Jun 2022, 05:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Blap
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Re: Upgrade - Leigh Whannell (2018)

Beitrag von Blap »

Maulwurf hat geschrieben:
Di 31. Mai 2022, 05:50
Es ist alles sehr generisch gehalten, wobei aber gilt, dass UPGRADE durchaus unterhält und sehr wohl Spaß macht. In seinem Zweitfilm DER UNSICHTBARE traut sich Regisseur Leigh Whannell mehr Mut zu den leisen Tönen zu, was diesem Film dann auch sehr gut bekommt. Und die tollen Bilder wird er dort ebenfalls hinbekommen. Von daher drücke ich hier gerne ein Auge zu und bin gespannt, was von diesem Regisseur noch zu sehen sein wird.
Ja, beide Filme sind sehr angenehm.

Upgrade 8/10 (sehr gut)
Der Unsichtbare 7/10 (gut)
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