Derrick: Folge 76 - Pricker

Moderator: jogiwan

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untot
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Derrick: Folge 76 - Pricker

Beitrag von untot »

Erstausstrahlung: 17.10.1980

Bei einem Überfall auf einen Gefangenentransport, zurück lassen die Gangster einen Toten und einen lebensgefährlich verletzten Justizbeamten zurück.
Fliehen konnte der Untersuchungshäftling Alfred Pricker, der einzige Insasse des Fahrzeugs.
Derrick zweifelt allerdings daran, das Pricker das Ziel der aufwändigen Befreiungsaktion gewesen sein soll, dafür war er ein viel zu kleiner Fisch.
Allerdings sollte in dem Transport nach München, auch noch ein gewissen Hamann sitzen....

Mit:
Klaus Schwarzkopf (Pricker)
Ruth Drexel (Franziska Sailer)
Ute Willing (Hanni Sailer)
Gaby Herbst (Josefine Hamann)
Dirk Galuba (Hamann)
Carola Höhn (Inhaberin des Modesalons)
Maria Singer (Frau Zander)
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Nello Pazzafini
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Re: Derrick: Folge 76 - Pricker

Beitrag von Nello Pazzafini »

auch eine gute folge, bisschen anders geartet, die mama vom bullen von tölz is supa und der Schwarzkopf sowieso!
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"Ein Grab im K-Gebiet wünscht dir Dein Ugo"
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Blap
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Re: Derrick: Folge 76 - Pricker

Beitrag von Blap »

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Cover der Derrick Collectors Box 5, welche die Folgen 76-90 enthält


Folge 76 - Pricker (Deutschland 1980)

Die Gefängnisinsassen Hamann (Dirk Galuba) und Pricker (Klaus Schwarzkopf) sollen München gebracht werden, doch kurz vor der Abfahrt wird Hamanns Gerichtstermin verschoben. So befindet sich neben den Justizbeamten lediglich Alfred Pricker im Bus der Behörde, der auf einer Landstrasse plötzlich von drei Männern überfallen wird. Auf die Beamten eröffnet man ohne Vorwarnung das Feuer, einer der beiden Staatsdiener ist sofort tot. Die Überraschung des Rollkommandos ist gross, als die Burschen im Bus nur den kleinen Ganoven Pricker vorfinden. Dieser ist nun ein lästiger Zeuge, er kann den Killern jedoch knapp entkommen, landet schliesslich auf dem Anwesen von Franziska Sailer (Ruth Drexel) und deren Tochter Hanni (Ute Willing). Die Frauen nehmen den unfreiwilligen Flüchtling auf, obwohl sie Kenntnis von der Suche nach ihm haben. Besonders Franziska hat einen Narren an Alfred gefressen, der sie wohlig an ihren vor einigen Jahren verstorbenen Gatten erinnert. Derrick ist sofort klar, dass nicht Pricker Ziel der brutalen Aktion war, doch Hamann will nichts von der Sache geahnt haben. Der Oberinspektor fühlt Hamanns Frau Josefine (Gaby Herbst) auf den Zahn, die zunächst ebenso jede Verbindung mit dem Überfall abstreitet...

Klaus Schwarzkopf als freundlicher Kleinganove, der unerwartet auf hilfsbereite Mitmenschen trifft, die sich selbst von seiner kriminellen Vorgeschichte nicht abschrecken lassen. Schwarzkopf verkörpert Alfred Pricker glaubwürdig, sein gesamtes Erscheinungsbild passt vortrefflich zu diesem Charakter. Ruth Drexel und Ute Willing scheinen nur auf den ersten Blick eine angespannte Mutter-Tochter-Beziehung zu pflegen, ihr lauter Umgangston entpuppt sich bald als rauh aber herzlich. Maria Singer sorgt als schrullige Nachbarin für Schmunzler, mit unerschütterlicher Ausdauer und Neugier geht sie den Sailer-Frauen auf die Nerven. Gaby Herbst mutet wie eine herbe und gleichzeitig verstörte Ausgabe von Iris Berben an, Dirk "Sturm der Liebe" Galuba muss einmal mehr als Fiesling herhalten (bei dem Gesicht kein Wunder). Willy Schäfer (Berger, der Dauersklave Derricks) gerät in einer berüchtigten Kneipe an wilde Gestalten. Bulle zu sein ist kein leichter Job, vor allem nicht als ewiger Zuarbeiter.

"Pricker" erfreut mit einem erfrischenden Szenario, welches mit den üblichen Familiendramen (einiger) der vorherigen Folgen weitgehend bricht. Das Drehbuch verlässt sich nicht nur auf das starke Trio Schwarzkopf/Drexel/Willing, sondern kontert die "ländliche Wärme" mit der "kriminellen Kälte" der Großstadt. Die Verhaltensweisen der Charaktere bewegen sich auf nachvollziehbaren Bahnen. Warum sollte sich die Witwe in den besten Jahren sich nicht nach einem neuen Partner sehnen, während die Frau eines inhaftierten Verbrechers sich nicht minder nach ihrem Ehemann verzehrt. Das Finale verstrickt sich nicht in Kitsch, präsentiert aber einen eindeutigen Fingerzeig in Richtung Hoffnung, lässt die bitteren Pillen im Giftschrank liegen. Alfred Vohrer hat (wie so oft) einen guten Job gemacht, beim Überfall auf den Gefangenentransport wird ordentlich auf den Putz gehauen. Spannung, Herzlichkeit und tolle Schauspieler, abgerundet durch schöne Kompostionen von Frank Duval. Nachdem die fünfte Box durchwachsen startete (Ein Kongress in Berlin, # 61), beginnt die sechste Box mit einer sehr unterhaltsamen und äusserst sympathischen Folge.

7/10 (gut)
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dr. freudstein
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Re: Derrick: Folge 76 - Pricker

Beitrag von dr. freudstein »

Ja, ganz nette Folge. Der Gefangenentransportüberfall war gut inszeniert, danach gings rührselig weiter. Klaus Schwarzkopf mußte als Ehemann-Ersatz herhalten und seine Herbergsmutti sich gegen die neugierige Nachbarin erwehren. Köstlich.

Sehr gut
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Die Kroete
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Re: Derrick: Folge 76 - Pricker

Beitrag von Die Kroete »

Während eines brutalen Überfalls auf einen Gefangenentransport soll ein Schwerverbrecher befreit werden. Dieser befindet sich jedoch gar nicht im Fahrzeug, stattdessen nur der Kleinganove Pricker, dem dabei die Flucht gelingen kann...

Eine Folge von Edgar-Wallace-Regisseur Alfred Vohrer, der hier 2 parallel nebeneinander herlaufende Geschichten erzählt. Zum einen wird die übliche Suche Derricks nach den Tätern und zum anderen die schnulzige Unterbringung Prickers bei einer Dorf-Witwe und deren Tochter erzählt. Dabei scheint alles recht gut miteinander zu harmonieren.
Nicht gerade die beste Derrick-Folge, trotzdem sehr unterhaltsam inszeniert.

6,5/10
moeperry
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Re: Derrick: Folge 76 - Pricker

Beitrag von moeperry »

Hallo,

in dieser Folge "Pricker" 76: http://www.derrick-database.com/episode%2076.html gibt es ein paar Stellen in der sphärische, langsame Synthesizer Musik gespielt wird. Leider wird während dieser Szenen Dialog gesprochen. Es sind diese Szenen:



14:42 Minuten - 15:30 Minuten

29:52 Minuten - 30:33 Minuten

Gibt es diese Musik auf irgendeiner CD, oder von irgendeiner anderen Quelle zum Downloaden, ohne die Dialoge und von wem ist die Musik? Die Musik gefällt mir außerordentlich gut, weil die so schön ruhig und sphärisch zum Träumen ist.

mfg moe perry
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Arkadin
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Re: Derrick: Folge 76 - Pricker

Beitrag von Arkadin »

moeperry hat geschrieben: Mi 18. Aug 2021, 21:25 Gibt es diese Musik auf irgendeiner CD, oder von irgendeiner anderen Quelle zum Downloaden, ohne die Dialoge und von wem ist die Musik? Die Musik gefällt mir außerordentlich gut, weil die so schön ruhig und sphärisch zum Träumen ist.
Ich tippe mal auf Eberhard Schoener. Der hat viel für Derrick gemacht.
Könnte das hier ab Minute 6 nicht das Stück sein? Habe jetzt nur mal oberflächlich reingehört. Ansonsten würde ich an Deiner Stelle da mal weiter recherchieren.

Früher war mehr Lametta
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moeperry
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Re: Derrick: Folge 76 - Pricker

Beitrag von moeperry »

Hallo Arkadin, Super! Du hast dass von mir gesuchte Stück gefunden und mir damit eine Riesen Freude gemacht :D Vielen Dank für Deine Mühe! mfg moe perry
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