Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Sitcom

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01.jpg (67.76 KiB) 106 mal betrachtet
Durch das Screenshot-Rätsel habe ich ja spontan Lust auf den Streifen bekommen und der ist ja immer noch herrlich überzogen und präsentiert eine biedere und gutsituierte Familie, die nach der Ankunft eines neuen Haustieres ordentlich aus den Fugen gerät. Der Sohn ist schwul, die Tochter eine Sadistin, der Vater verschließt zu allem die Augen und die Mutter kann nur noch hilflos mit ansehen, wie ihr alle Fäden entgleiten. Dabei ist „Sitcom“ manchmal witzig, dann wieder ernst, dramatisch und zugleich schwer unterhaltsam. Man darf halt nicht den Fehler begehen, die ganze Sause zu ernst oder in den falschen Hals zu bekommen. Dann ist Herrn Ozon auch ein herrlich unterhaltsamer Streifen voller schwarzen Humor und mit einem Fuß in der Geschmacklosigkeit gelungen, der immer wieder spaßig und schräg daherkommt.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

American Horror Story: Roanoke

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01.jpg (16.28 KiB) 94 mal betrachtet
Nachdem das Pärchen Shelby und Matt überfallen werden, wollen die beiden nicht mehr in Los Angeles leben und verlieben sich bei einem Ausflug in ein geräumiges Häuschen, dass sie wenig später bei einer Auktion für kleines Geld erwerben können. Doch die Freude über das vermeintliche Schnäppchen hält nicht lange, da die Villa eine unrühmliche Vergangenheit hat und es dauert auch nicht lange, bis die Geister der Vergangenheit auftauchen und das Leben des Paares auf empfindliche Weise stört…

Die sechste Staffel von „American Horror Story“ ist schon eine lustige Sache. Weniger wegen der Geschichte über ein Pärchen, dass ein reales Verschwinden einer Kolonie aufgreift, sondern die Art und Weise, wie es dem Zuschauer präsentiert wird. So gibt es in den ersten Folgen eine Art Mockumentary und switcht dann mittendrin auf Found Footage und kritisiert nebenher dann auch noch Reality-TV-Formate, Gerichtsshows und das Ausschlachten von tragischen Ereignissen durch Talkshow-Formate. Alles bunt gemischt und teilweise wohl auch etwas zu turbulent, wird „Roanoke“ aber auch nie langweilig und weil ich sowohl diesen Doku-Charakter, als auch Found Footage mag, bin ich natürlich schon auf meine Kosten gekommen. Wer mit diesem Genre vertraut ist, wird ja viele Verweise auf andere Filme finden, doch wer damit nichts anfangen kann, wird diese Staffel wohl eher doof finden. Die Überraschungen gehen aber bis zum Ende nicht aus, sodass es hier nach einem eher verhaltenen Start auch wieder nicht viel zu meckern gibt. Abgeschlossene Geschichte, vertraute Gesichter und ein bunter Mix von popkulturellen Zutaten mit Bezug auf aktuelle, wie vergangene Ereignisse. So mag ich das.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

American Horror Story: Cult

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01.png (157.81 KiB) 80 mal betrachtet
Im Jahr 2016 wird Donald Trump entgegen allen Prognosen im Vorfeld zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt und die Liberalen sind erschüttert. Doch das ist erst der Auftakt zu einer Reihe von seltsamen Ereignissen im Umfeld der lesbischen Ally, die aufgrund ihrer Phobien und tagespolitischer Geschehnisse zunehmend den Boden unter ihren Füßen verliert. Zuerst sterben in der Nachbarschaft Leute, dann beobachtet sie selber seltsame Begebenheiten, die sie immer mehr an der Richtigkeit ihrer Wahrnehmung zweifeln lassen. Doch anstatt wie erwartet Hilfe in ihrem Umfeld zu finden, findet sie diese ausgerechnet in dem konservativen Stadtpolitiker Kai, der immer mehr Personen um sich scharrt um mit seinen Ideen einer vermeintlich besseren Welt genau diese nachhaltig zu verändern…

Eine Staffel „American Horror Story“ fast ganz ohne übernatürliche Monster und Figuren, dafür eine sehr bittere Abrechnung mit amerikanischen Befindlichkeiten, die ich im Gegensatz zu anderen Beobachtern allerdings nicht als überzeichnete Satire empfinden kann. Hier ist es ganz klar die Antwort auf Donald Trump und seinen populistischen Wahlkampf der einfachen Worte, die zu Gewalt und sonstigen Dingen führt. Zwar ist die Staffel bereits 2017 gedreht worden, aber angesichts aktueller Ereignisse wirken die ganzen Geschehnisse eigentlich noch bitterer. Daher hebt sich diese Staffel auch von den vorangegangenen und nachfolgenden Staffeln ab und präsentiert liberale Figuren, die es sich bequem gemacht haben und populistischen Angriffen hilflos gegenüberstehen. Auf einmal gibt es diffuse Ängste, eine Übermacht toxischer Männlichkeit und manipulierten Fakten, bei denen auch Vernunft, Aufgeschlossenheit und Wahrheit machtlos gegenüberstehen. Was im Jahr 2017 noch undenkbar schien, ist mittlerweile auch schon eingetreten oder wird von der Realität sogar noch übertroffen. Statt Unterhaltung ist das auch eher beklemmend und so ist auch wenig verwunderlich, dass diese Staffel am Puls der Zeit beim Publikum anscheinend nicht so gut angekommen ist.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Wir sind die Nacht

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01.jpg (24.34 KiB) 75 mal betrachtet
Durchaus solider und hübsch gemachter Vampirfilm, der als deutsche Genre-Produktion aber natürlich besonders in der Kritik der deutschsprachigen Fans steht. Ganz gelungen ist Dennis Gansels Hochglanz-Update des Vampirfilms meines Erachtens ja auch nicht und vor allem bei den Figuren hätte man doch einiges besser machen können. So wirkt die Dreiecksgeschichte zwischen Lena, Luise und Tom als Haupthandlungsstrang irgendwie schlecht ausgearbeitet und auch die Figur des Ravemädels einfach etwas deplatziert für einen Film, der sich insgesamt eher ernsthaft und melancholisch geben möchte. Etwas mehr Kritik am hedonistischen Lifestyle hätte meines Erachtens auch nicht geschadet. Auf der anderen Seite gibt es eine durchaus interessante Variation der bekannten Vampirmythen mit rein weiblichen Vampiren, eine schicke Inszenierung mit viel Lokalkolorit, etwas Action und tolle Darsteller, die ebenfalls wenig Anlass zur Kritik bieten. Insgesamt schon eine lohnende und kurzweilige Sache, die wieder einmal beweist, dass es leider viel zu wenig deutschsprachige Genre-Beiträge gibt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Hell

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01.jpg (9.19 KiB) 70 mal betrachtet
Vielleicht habe ich einfach schon zu viele Filme aus der Ecke gesehen, aber „Hell“ hat mich jetzt nicht sonderlich überzeugt und setzt auch eher mehr auf Set-Design und Atmosphäre, als irgendeine Geschichte zu erzählen. Der Zuschauer wird mitten in ein postapokalyptisches Szenario geworfen und begleitet eine Handvoll Figuren auf dem Weg in die Berge, wo es noch Wasser geben soll. Dabei gibt es die üblichen Entwicklungen wie Streit innerhalb der Gruppe, böse Figuren die Vorräte klauen und später noch eine Art Kommune am Bauernhof, die noch viel Schlimmeres im Sinn haben. Alles Altbewährte Zutaten, aber leider nichts Eigenständiges und dazu noch eine Kameraführung, die in Action-Szenen auch nicht viel erkennen lässt. Die Figuren sind auch immer sehr bereitwillig, wenn es darum geht in bestimmten Situationen falsch zu reagieren und dennoch kommt das Ganze nie so richtig in Fahrt bzw. wirkt auf platte Art vorhersehbar. Ich will ja nicht zu den Leuten zählen, die mit den wenigen deutschen Genre-Produktionen immer besonders hart ins Gericht gehen, aber in „Hell“ bleibt so vieles ungenutzt und vernachlässigt, dass in Kombination mit dem unterdurchschnittlichen Drehbuch und seinen vorhersehbaren Entwicklungen keine große Freude aufkommen wollte.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

American Rikscha

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01.jpg (21.31 KiB) 59 mal betrachtet
Student Scott jobbt in Florida nebenher als Rikscha-Fahrer und eilt eines Tages einer alten chinesischen Dame zu Hilfe, die er in strömenden Regen nach Haus bringt. Einige Zeit später erhält er von ihr einen Talisman, den er jedoch achtlos in eine Schublade legt und wieder vergisst. Schon wenig später überstürzen sich aber die Ereignisse im Leben des jungen Studenten und der ahnungslose Mann wird in einen Hinterhalt gelockt und des Mordes bezichtigt. Auf der Flucht vor der Polizei und einem mysteriösen Auftragskiller entdeckt Scott, dass er aber nicht zufällig in diesen Komplott verwickelt wurde und er schon lange unter der Beobachtung einer geheimen Macht steht, die sich dem Kampf gegen das ultimativ Böse verschrieben hat.

Herrlich schräge und eigentlich völlig jenseitige Mischung aus Action, Horror und Thriller, bei der wohl trotz amerikanischen Handlungsort und Darsteller wohl auch nur die Fans von italienischen Werken so richtig auf ihre Kosten kommen. Sergio Martinos Spätachtziger-Wundertüten der inhaltlichen Überraschungen ist wahrlich ein besonderes Werk, dass wie ein sommerlich inszenierter Fiebertraum von einem Genre zum anderen springt und seine herrlich bizarre Geschichte bis zum fulminanten Finale aber immer mit dem nötigen Ernst erzählt. Der eher etwas farblose Hauptdarsteller und ehemalige Olympionike Mitch Gaylord flüchtet von einem Handlungsfragment zum nächsten und wird ständig von übernatürlichen Begebenheiten heimgesucht, bei denen man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Obwohl „American Rikscha“ inhaltlich völlig daneben ist, ist er dabei aber größtmöglich unterhaltsam und wer sich so wie ich auch den zahlreich in den Staaten realisierten Werken italienischer Regisseure aus dieser Zeit erfreuen kann, darf sich hier an einem völlig bizarren Handlungsverlauf erfreuen. Das Finale in seiner ungekürzten Form ist wirklich sensationell und auch bis dahin kommt man aufgrund von positiven, negativen und haarsträubenden Dingen aus dem Staunen auch nie so wirklich heraus.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Body Snatch - Schatten der Vergangenheit

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01.jpg (23.21 KiB) 50 mal betrachtet
Stripperin Laura lernt eines Tages den Landschaftsarchitekten Marco kennen, der die Frau trotz ihrer unrühmlichen Vergangenheit aus dem Milieu herausholen und heiraten möchte. Sie nimmt sein Angebot zum Missfallen ihrer Kollegin an, doch am letzten Tag und auf dem Weg zu ihm verunglückt die junge Frau und fällt ins Koma. Als Laura wieder zu Bewusstsein kommt ist sie taub und ihr Körper von Narben verunstaltet. Doch Marco weicht nicht von ihrer Seite, heiratet Laura und die beiden ziehen aufs Land um dort eine Familie zu gründen. Sechs Jahre später ist die Ehe noch immer glücklich und der Sohn bereits im schulpflichtigen Alter, als die zufällige Begegnung mit einem Psychologen die heile Fassade von Laura in sich zusammenstürzen lässt…

Wieder mal so ein Streifen bei dem man sich wundert, warum man eigentlich nicht schon früher davon gehört hat und Dank der lobenden Worte des Maulwurfs habe ich mir den auch gleich geholt. Zu viel will man ja eigentlich nicht verraten, aber „Body Snatch“ steht in der Tradition eines Klassikers, der sich hier ja auch großer Beliebtheit erfreut. Dennoch ist François Hanss ein Streifen gelungen, der das Thema auf durchaus originelle und eigenständige Weise variiert und auch nur sehr langsam die wahren Ausmaße der Geschichte offenbart. Zwar wirkt der Start auf den ersten Blick etwas holprig und die Figur der Laura mit ihrer körperlichen Einschränkung manchmal etwas zu hilflos für meinen Geschmack, aber insgesamt ist „Body Snatch“ schon durchaus gelungen und bietet dem Genre-Freund solide Unterhaltung bis zum dramatischen Schluss. Klar hätte man vielleicht hier und da etwas besser erzählen können und den Film zuerst ins erotische Eck zu drücken um das in seinem weiteren Verlauf zu vernachlässigen, war wohl auch nicht ganz so geschickt. Die schlechten Kritiken im deutschsprachigen Raum kann ich mir dennoch nicht so wirklich erklären, während „Body Snatch“ auf der IMDB ja bereits weit besser wegkommt. Also nicht von den schlechten Wertungen der OFDB entmutigen lassen, sondern durchaus selbst ein Bild machen – es lohnt sich.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Mamma mia - Here we go again!

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Nach dem Tod von Donna versucht ihre Tochter Sophie deren Traum eines Hotels auf der griechischen Insel Kalokari zu realisieren. Während die geplante Eröffnung in einem Chaos zu versinken droht, erinnern sich Sophie, ihre drei Väter und die besten Freundinnen von Donna an die Ereignisse der vergangenen Jahre und wie die junge Donna einst überhaupt erst auf die sonnige Insel gekommen ist. Als wenig später dann aber doch noch alles klappt, steht plötzlich ein weiterer Überraschungsgast auf der Schwelle und selbst dann sind die guten Nachrichten, die schmissigen Songs und positiven Wendungen noch lange, lange nicht zu Ende.

Zu Abba habe ich ja eine ganz besondere Beziehung und meine erste gekaufte Musikkassette war von der schwedischen Popband und auch das Jukebox-Musical „Mamma mia“ mit all seinen sympathischen Fehlern, dem „singenden“ Brosnan und all den Hits wird ebenfalls immer einen ganz besonderen Platz in meinem Leben haben. Vor dem zweiten Teil hatte ich immer etwas Bammel, weil man den unbeschwerten und lebensfrohen Charakter des ersten Teils mit all seinem artifiziellen und theatralischen Charakter und Mut zum Kitsch einfach nicht übertreffen kann. Und das bestätigt sich dann auch in einem Film, der doch ernster daherkommt. Die Zutaten sind immer noch dieselben und obwohl Meryl Streep nur eine kleine Rolle hat besteht Lily James die Herkules-Aufgabe, dieses irgendwie ungeschehen zu machen mit Bravour. Die Geschichte und Songs kennt man schon und alles was ihnen hinzugefügt wird, umweht auch immer ein Hauch der Entbehrlichkeit. Mein persönliches Highlight ist ja Andy Garcia in seiner Rolle als smarter Geschäftsführer, während der Auftritt von Cher ausnehmend gruselig daherkommt und auch ihr rauchiges "Fernando" eindrucksvoll beweist, dass man auch als renommierte Sängerin und Weltstar einen Song an die Wand fahren kann. Viel Licht und Schatten als in einem Werk, dass die Welt nicht unbedingt gebraucht hätte, aber für den geneigten Fan trotzdem und zum Glück besser als erwartet daherkommt. Auch wenn Teil 2 als Fan-Service mit seinen Tanzszenen, seiner Inszenierung und seiner Geschichte viel größer daherkommt, so fehlt dem Pre/Sequel doch gleichzeitig etwas der Charme, der märchenhafte Charakter und die naive Unbeschwertheit des Vorgängers.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Mamma mia!

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01.jpg (59.16 KiB) 23 mal betrachtet
Der Film hat nun auch schon wieder gute 12 Jahre am Buckel und eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, sodass man eigentlich auch nicht mehr darüber diskutieren muss, ob der Streifen jetzt gut oder schlecht ist. Objektiv betrachtet ist er ja schon etwas hölzern inszeniert, die Geschichte überzogen und wer sich nicht von der naiven Fröhlichkeit und der Spielfreude des Casts anstecken lassen möchte, ist hier sowieso an der falschen Adresse. An den richtigen Momenten im Leben ist diese kitschige Realitätsflucht auf eine fiktive griechische Insel aber rein großer Spaß und man bekommt eine märchenhafte Geschichte voller Gefühle in Kombination mit Songs die jeder kennt und die sich trotzdem sehr gut in die Handlung einfügen. Wenn man bedenkt, dass die Songs ja eigentlich nicht dazu bestimmt waren, dann kann man die Ideen zu diesen Jukebox-Musical schon als sehr großartig erachten. Dabei ist auch die Kinoversion voll und ganz auf Musicalfans zugeschnitten und nutzt auch kaum die Möglichkeiten, die hier abseits der bewährten Bühneninszenierung gegeben hätte. Warum sollte man aber etwas ändern, dass bislang schon Millionen Zuschauer begeistert hat, wenn man noch dazu mit diesem Cast aufwarten kann. Hier ist alles sympathisch, fröhlich und neben Brosnan fühlt und hört sich dann auch die eigene gesangliche Unvermögen gar nicht mehr so falsch an. Man muss gar nicht singen können um singen zu dürfen bzw. Spaß daran zu haben und gerade das stellt die Kinoversion von „Mamma mia!“ auch sehr eindrucksvoll unter Beweis.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die letzte Stunde

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01.jpg (45.37 KiB) 11 mal betrachtet
Nach dem Atomkrieg erwachen zwei Männer und eine Frau in einer trostlosen Sandwüste und sind der Sprache nicht mehr mächtig. Zu dritt durchstreifen sie die postapokalyptische Gegend auf der Suche nach Nahrung und vertreiben sich die Zeit mit Sex. Wenig später finden sie das Meer und treffen in einem verlassenen Leuchtturm auf einen Schäferhund, der ihnen den Weg in eine Oase weist. Dort lassen sich die drei mitsamt ihrem tierischen Freund nieder und es folgt eine Zeit der Unbeschwertheit, die jedoch bald von einer aufkeimenden Rivalität, Neid und animalischen Trieben verdrängt wird.

Eligio Herrero ist mit seinem Abgesang auf die Menschheit schon ein sehr seltsamer Streifen gelungen, der auf Dialoge völlig verzichtet. Drei Personen erwachen nach einem Nuklearschlag und müssen sich in einer feindlichen Welt durchschlagen. Es entsteht der Eindruck, dass es sich dabei um Bruder und Schwester und einen Musiker handelt, was jedoch nicht so wirklich klar hervorgeht. Klar ist nur, dass die Erinnerungen an die Zivilisation im Verlauf immer mehr schwinden und sich die Menschen ein animalisches Verhalten entwickeln, dass an die Ursprünge einer Gesellschaft erinnern. Dabei schreckt Herrero auch vor Inzest und Sodomie nicht zurück, die jedoch nur angedeutet werden. Wo sieht man aber schon mal einen Film, in dem sich die weibliche Hauptdarstellerin nicht zwischen einem Fremden, ihren Bruder und einem Schäferhund entscheiden kann. Die Inszenierung ist aber Low-Budget und die dudelige Filmmusik wirkt der archaischen Stimmung des Streifens oftmals wenig zuträglich. Natürlich ist „Die letzte Stunde“ auch kein Streifen für die breite Masse, sondern wie auch der artverwandte „The Afterman“ eher ein experimentell angehauchter Streifen, der eine gesellschaftliche Rückentwicklung thematisiert und der Menschheit in ihren letzten Tagen ein wenig gutes Zeugnis ausstellt. Spannend, radikal und vor allem gegen die üblichen Zuschauergewohnheiten gebürstet, ist Herrero durchaus ein interessanter Streifen gelungen, der aus seiner Grundkonstellation aber dennoch nicht alles herausholt und auch unter seinem schmalen Budget leidet.
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