Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Serial Lover

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01.jpg (64.16 KiB) 115 mal betrachtet
jogiwan hat geschrieben:
Fr 16. Mai 2014, 07:46
"Serial Lover" ist eigentlich ein sehr nette und temporeiche und vor allem ziemlich schwarze Komödie aus dem Jahre 1998, die in ihrer Optik, Ausstattung und Charaktere sehr stark an die Werke von Pedro Almodóvars aus seiner frühen bis mittleren Schaffensperiode erinnert. Die Geschichte über tödlich verunfallte Liebhaber und versteckten Leichen ist zwar ziemlich turbulent, aber das Drehbuch hat doch auch kleinere Schwächen und alles an dem Streifen wirkt doch auch ziemlich konstruiert und bewusst etwas künstlich gehalten. Wer davon absehen kann, bekommt aber einen schwer unterhaltsamen und grellbunten Streifen präsentiert, der mit makaberen und respektlosen Einfällen glänzt und auch sympathische Darsteller präsentiert, die sichtlich Spass an dem ganzen Treiben haben. Sehr gelungen ist auch die Kamera und obwohl der Streifen wohl biederen Zuschauern doch zu viel des Guten sein wird, ist "Serial Lover" an richtigen Tagen ein schwer unterhaltsames Vergnügen.
Vielleicht ist "Serial Lover" nicht ganz so gut gealtert und der Look zwischen Neon-Noir und Quietschbunt-Fifties nicht mehr ganz so frisch, aber ansonsten ist der Film immer noch hysterisch, überdreht und spaßig genug um gut zu unterhalten. Macht Laune, ist aber bisweilen auch etwas anstrengend :)
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Eagle vs. Shark

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Hai2.jpg (54.81 KiB) 104 mal betrachtet
jogiwan hat geschrieben:
Di 12. Sep 2017, 09:47
Langfilm-Debüt des neuseeländischen Regisseurs Taika Waititi, der hier eine sehr skurrile Außenseiter-Dramödie mit viel Herz, Nerd- und White-Trash-Appeal auf die große Leinwand gezaubert hat. Lily und Jarrod sind ja alles andere als die üblichen Figuren in einem Liebesfilm, sondern vollkommen verschrobene und sozial inkompetente Figuren, die jeden Tag am Leben und den gestellten Aufgaben scheitern und die sich trotzdem nicht entmutigen lassen. Dabei könnte „Eagle vs Shark“ eigentlich von der Grundidee auch ein sehr trauriges Drama oder eine seichte Liebeskomödie sein, doch Waititi bastelt daraus eine wunderbar skurrile Nerd-Komödie mit Mut zur Hässlichkeit und warmherzigem Charme, die auf wundersame Weise alle Fettnäpfchen des Genres umschifft. Die schrägen Figuren mit ihren Problemen werden entsprechend ernst genommen und während Lily mehr Selbstvertrauen bekommt, lernt Jarrod, dass er nicht ständig alle anderen für seine Probleme verantwortlich machen kann. Statt Schenkelklopfer gibt es in „Eagle vs. Shark“ eher feinsinnigen Humor, deftige Worte und skurrile Situationskomik, die jedoch nie in Slapstick oder sonstige Derbheiten abdriften und als Zuschauer darf man sich immer wieder als peinlich berührt und schmunzelnd vor dem Fernseher wiederfinden, wenn die Figuren wieder einmal völlig falsch reagieren, sich gegenseitig vor den Kopf stoßen und doch wieder zueinanderfinden. Insgesamt wurde in der sympathischen Indie-Komödie dann auch alles richtig gemacht und vom langsamen Erzähltempo, den bis ins kleinste Detail durchkomponierten Bildern, Indie-Pop-Soundtrack, bis hin zum gutgelaunten Cast, macht das von vorne bis hinten großen Spaß, den Adler und den Hai ein Stück weit zu begleiten.
Gestern nochmal geguckt und schmunzeln müssen. Vielleicht nicht so witzig, wie man es sich vielleicht erwarten würde, aber ungemein sympathisch mit Nerd-Faktor hoch zehn. Ein Film über Menschen die nicht nur anderen, sondern vor allem sich selbst im Weg stehen...
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Landhaus der toten Seelen

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01.jpg (18.05 KiB) 96 mal betrachtet
Auch ein Streifen, den ich schon ewig nicht gesehen hab und von dem ich bestimmte Szenen seit Jugendtagen in Erinnerung hab. Der Streifen ist ja jetzt vielleicht nicht der flottestes und das milchig-trübe Bild wirkt immer irgendwie etwas verträumt, aber ist die kleine Familie erst mal im viel zu geräumig erscheinenden Haus eingezogen, wird die Stimmung stetig unheimlicher. Alles hübsch gediegen und weitgehend ohne plakative Effekte entwickelt „Burnt Offerings“ eine hübsche Spannung und das Ende ist ja sowieso noch lebhaft in Erinnerung. Wer mit solchen Filmen aufgewachsen ist, kann sich ja tatsächlich glücklich schätzen und hat auch bei mir wesentlich zur Leidenschaft zum fantastischen Film beigetragen. Die erneute Sichtung nach viel zu langer Zeit waren auch wieder zwei kurzweilige Stunden, bei denen es trotz bisweilen etwas nervigen Fratz nicht viel zu meckern gibt.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Kein Friede den Toten (Serie)

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02.png (181.35 KiB) 81 mal betrachtet
In einer schicksalshaften Nacht kommt es während einer Studentenfeier zu einer folgenschweren Prügelei, die einer der Teilnehmer nicht überlebt. Jus-Student Mateo wird dafür zu vier Jahren Haft verurteilt und muss bis zum Ende seiner Strafe Schikanen von Mitgefangenen und weitere Schicksalsschläge erleiden. Danach wendet sich der Bild und Matei findet nicht nur eine verständnisvolle Frau, sondern wird trotz seiner Vorgeschichte Teilhaber der Anwaltskanzlei seines Bruders, die gut läuft. Doch eines Tages fährt seine Frau auf Geschäftsreise und Mateo erhält verstörende Bilder und Nachrichten von ihrem Handy. Während er versucht, der Sache auf den Grund zu gehen, scheint ihn eine dunkle Episode aus der Vergangenheit einzuholen, die auch rasch sehr weite Kreise zieht.

Wer Filme wie „The Body“, „Der unsichtbare Gast“ oder auch „Parallelwelten“ kennt, weiß ja bereits ungefähr, was man sich mit der achtteiligen und abgeschlossenen Mini-Serie „Kein Friede den Toten“ erwarten kann. Spannende Hochglanz-Thriller-Unterhaltung mit Schwerpunkt Drama, persönlicher Schicksale, jeder Menge überraschender Wendungen und einer Geschichte voller Facetten, der auch bis zum Ende nicht die Puste ausgeht. Hier ist es der Anwalt Mat, der nach einem Unfall mit Todesfolge in einen Strudel aus seltsamen Ereignissen mit Mord und Totschlag gezogen wird. Dabei wird jede Folge mit einem Monolog einer beteiligten Person eröffnet und verleiht der komplexen Geschichte mit seinen vielen Figuren stets neue Blickwinkel. Dabei wirkt die Serie auch mehr wie ein überlanger Spielfilm und hat auch keinerlei Durchhänger, sondern hält von Beginn an ein konstant hohes Niveau. Überraschend auch, dass es dabei teilweise nicht sehr zimperlich zugeht, sondern die Kamera auch unschöne Dinge einfängt. Alles spannend, packend, sehr gut gespielt und noch besser erzählt. Wenn es in diesem Jahr eine Serien-Empfehlung aus der Thriller-Ecke gibt, dann wohl diese hier. Tipp!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Hot Summer in the City

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01.jpg (51.22 KiB) 68 mal betrachtet
Die blonde Debby ist eher konservativ eingestellt, noch Jungfrau und erwischt nach einem Date mit ihrem Freund ihre Mutter mit zwei Männern im Bett. Das verstört die junge Frau so sehr, dass sie nachts orientierungslos durch die Straßen geradewegs in die Hände einer militanten Black-Power-Gruppe in die Hände läuft. Diese entführen Debbie um sie in den darauffolgenden Tagen zu Sex, Alkoholkonsum und Hausarbeit zu zwingen. Sie erfährt, dass die Gruppe für einen Geldgeber Rassenunruhen planen und als auch noch die eifersüchtige Jody auf der Bildfläche erscheint, steuert alles einem tragischen Höhepunkt entgegen…

Amerikanischer „Roughie“ aus dem Jahr 1976, der nicht nur wegen seinem durchaus kontroversen Inhalt, sondern auch durch Quentin Tarantino Bekanntheit erlangt hat, der diesen Streifen einmal als „The Greatest Porn Ever“ bezeichnet haben soll. Das kann ich jetzt ja nicht so nachvollziehen und alles in dem Streifen wirkt lieblos und rasch heruntergekurbelt und die Geschichte ist ebenfalls sehr durchschaubar. Eine blonde Jungfrau wird von einer Gruppe militanter Schwarzer entführt, einer davon geistig nicht ganz auf der Höhe um dann zur Lustsklavin degradiert zu werden. Doch Debbie findet anscheinend Gefallen an dunkler Schokolade… irgendwie und lässt alles über sich und sämtliche Körperöffnungen ergehen. Die Sache mit den Unruhen und die eifersüchtige Freundin über die auch alle drübersteigen ist ebenfalls natürlich nichts für Moralapostel und am Ende gibt es auch noch zwei Leichen. Der Sex ist unerotisch eingefangen und bereitet dem Zuschauer wohl auch kein besonderes Vergnügen und nach einer Stunde ist der ganze Spuk mit Blackploitation-Einschlag auch schon wieder vorbei. Gail Palmer soll den Streifen ja auch gar nicht gedreht haben, sondern der Produzent Harry Mohney, aber wer auch immer dahintersteckt hat sich definitiv nicht mit Ruhm bekleckert, sondern einen technisch höchst unterdurchschnittlichen Fleischfilm für Erwachsene geschaffen, der lediglich durch seine auf Krawall gebürstete Story punkten kann.


Ash vs. Evil Dead - Staffel 3

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001.png (102.17 KiB) 68 mal betrachtet
Die erste Staffel fand ich eher mau, die Zweite etwas besser mit der Dritten geht die ganze Sache aber endgütlich den Bach runter. Die dritte Staffel ist nervig, langweilig und bietet ein turbulentes Szenario, dass ständig versucht alles Vorangegangene in Punkto schräger Einfälle zu toppen und dabei kläglich scheitert. Die Figur des Ash ist mittlerweile völlig zur Lachnummer verkommen, die neuen Figuren eher nervig und statt so etwas wie einem Spannungsbogen gibt es lediglich Geisterbahn am laufenden Band. Die dritte Staffel ist weder originell, noch witzig, noch sonst irgendwie relevant, sondern eine Ansammlung von Splatter und entbehrlichen „One-Linern“, die mit einer losen Rahmenhandlung über das durch das Necronomicon bevorstehende Ende der Menschheit zusammengehalten wird. Sich durch die zehn Folgen der dritten Staffel zu quälen kann nicht schlimmer sein als eine Höllenfahrt und ich bin froh, dass ich den Mist nun endlich abschließen kann. Weitere Versuche die Figur des Ash Williams noch weiter zu demontieren und der Lächerlichkeit preiszugeben, sowie seinen mäßigen Darsteller Bruce Campbell zum popkulturellen Helden aus der Horror-Ecke zu stilisieren mögen ab nun an aber bitte unterlassen werden.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Love and Monsters

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001.png (227.48 KiB) 61 mal betrachtet
Sieben Jahre nach einem Asteroiden-Absturz, der Reptilien zu immenser Größe mutieren ließ, ist die Erde ein unbewohnbarer Platz geworden und die wenigen Überlebenden vegetieren in unterirdischen Bunkern. Dort lebt auch der junge Joel in einer Zweckgemeinschaft mit anderen Leuten und fühlt, dass irgendein Teil in seinem Leben fehlt. Obwohl er keinerlei Ahnung im Kampf gegen die mutierten Wesen hat, beschließt er jedoch in seiner Naivität sich auf der Suche nach seiner Freundin zu machen, die nur 140 km entfernt in einer anderen Kolonie lebt. An der Oberfläche ist es jedoch gefährlich und dennoch ist Joel das Glück holt und er trifft nicht nur auf einen treuen Hund, sondern bald schon auf andere Menschen, die sich ebenfalls mit der Gefahr arrangiert haben um zu erfahren, dass die Welt trotz Gefahren immer noch ein wunderschöner Platz zum Leben ist.

Sympathische Mischung aus Survival-Thriller, Monsterfilm und Komödie mit einem sympathischen Hauptdarsteller in einer gefährlichen Welt, der positiv an andere Filme aus der Ecke erinnert. Das Rad wird hier ja nicht neu erfunden und dennoch ist „Love and Monsters“ ein netter Film über Familie, Freundschaft und Liebe, in dem auch Riesenkrappen, mutierte Schnecken und sonstige Monster vorkommen. Zwar bleibt hier alles eher harmlos, aber das hat mich in dem Streifen auch gar nicht weiter gestört. Hier geht es auch nicht um Zerstörung und Schmodder, sondern eher um die Art und Weise, wie man sich in der Apokalypse mit den Dingen so arrangieren kann und man mit unverbesserlichem Optimismus im Leben einfach weiterkommt. Die Monster-Angriffe sind zwar aus dem Rechner, aber sind auch recht gut getrickst und gut über die Laufzeit verteilt. Mit dem Hund als Side-Kick hat man auch alles richtig gemacht und auch wenn „Love and Monsters“ Ecken und Kanten fehlen und manchmal emotional etwas dick aufgetragen wird, hat mir das gestern alles gut gepasst. Ein kurzweiliger, unterhaltsamer Streifen mit dem Herz am richtigen Fleck und sympathischer Botschaft, der sich trotz bekannter Elemente auch sehr gut gucken lässt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Poltergay

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01.jpg (21.19 KiB) 52 mal betrachtet
Nachdem mir letztens der Trailer untergekommen ist und ich nahezu keine Erinnerungen mehr an den Streifen hatte, habe ich die DVD aus dem hintersten Regal wieder hervorgekramt. Leider ist „Poltergay“ eine ziemlich lahme und völlig klischeelastige Angelegenheit, die aus der lustigen Ausgangsidee nur einen völlig unlustigen und unnötigen Streifen zaubert. Die Hauptfigur ist mehr als unsympathisch und die Schwuppen sind natürlich wieder Männer, die sich höchst feminin geben und einem Weltbild zu Zeiten von „Ein Käfig voller Narren“ aus den Siebzigern entsprechen. Aus schwuler Sicht sind die oberflächlichen Figuren eine völlige Katstrophe und die erste Halbzeit lebt nur von der lahmen Idee, dass die Hauptfigur als „gestandenes Mannsbild“ von seinem Umfeld auf einmal für schwul gehalten wird. Die zweite Hälfte ist dann etwas besser, aber von herzlich und vielschichtig ist „Poltergay“ immer noch meilenweit entfernt. Ein Film von Heteros für Heteros, der auch kein Interesse hegt, Vorurteile abzubauen, sondern diese zusätzlich noch stupide befeuert und das ist selbst für einen reinen Unterhaltungsfilm entbehrlich.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Christine

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01.jpg (44.99 KiB) 41 mal betrachtet
Das Buch von King habe ich vor Jahrzehnten gelesen und habe das noch immer als sehr mäßig abgespeichert und auch den Carpenter habe ich all die Jahre nie gesehen. Nachdem ist selbst seit Jahren kein Auto mehr habe, ist auch das Thema nicht unbedingt meins und dass Männer alles ihrer Karre unterordnen ist ja auch bis auf die jüngere Generation mit Migrationshintergrund auch eher ein mittlerweile schlecht gealterter Lebensentwurf. In „Christine“ geht es aber bei dem Protagonisten uns seinem besten Freund nicht nur um falsche Wertigkeiten, sondern auch ums Erwachsenwerden und seinen Weg im Leben finden. Dennoch ist „Christine“ einfach auch etwas fad und kommt im Gegensatz zur Karre auch eher schlecht in die Gänge. Vom unterdrückten Nerd zum coolen Draufgänger sind es hier nur ein paar Wochen und auch das Eigenleben des Oldtimers ist mir persönlich etwas zu weit hergeholt und hat mich samt der oberflächlichen Figurenzeichnung nicht wirklich überzeugt. So ist es halt, wenn man mit Autos nix anfangen kann. Technisch ist der Streifen gut gemacht, aber auch zu lange und irgendwie taugt die Geschichte einfach nix.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Morte sospetta di una minorenne

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01.jpg (61.88 KiB) 31 mal betrachtet
Schon ein etwas seltsamer und sicherlich auch ungewöhnlicher Genre-Mix, den uns Sergio Martino hier mit seiner Mischung aus Poliziesco, Drama und Komödie kredenzt. Schon die Auswahl der (Neben-)Darsteller macht klar, dass hier nicht die Eleganz und Schönheit seiner Giallo verfolgt wird, sondern die Richtung in die Untiefen des italienischen Proletariats geht, dass von den Eskapaden der Superreichen hier verschlungen wird. Dazwischen ein Ermittler mit unorthodoxen Methoden, der einer großen Sache auf der Spur ist und dabei ebenfalls sehr seltsame Befindlichkeiten an den Tag legt. Ganz so überzeugt hat mich der Streifen jetzt aber nicht, weil die teils Slapstick-artigen Momente doch irgendwie nicht so recht zur eher düsteren Kriminalgeschichte passen wollen und am Ende dann auch die eingangs präsentierte Leichtigkeit völlig aus den Augen verloren wird. Zwar ist ein schlechterer Martino aus der Schaffensphase immer noch ein guter Film, aber seine zuvor entstandenen Giallo sind mir dann einfach näher, als dieser funktionale, aber meines Erachtens auch nicht übermäßig überzeugende Versuch Komödie und Polizeithriller zusammenzubringen.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Pyewacket - Tödlicher Fluch

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02.jpg (68.33 KiB) 16 mal betrachtet
Seit dem frühen Tod ihres Vaters läuft es im Leben der junge Leah nicht mehr so richtig rund. Mit der Mutter streitet sie ständig und mit ihren Freunden in der Schule interessiert sie sich für okkulte Dinge, als für den üblichen Lernstoff. Als die Mutter eigenmächtig entscheidet das jetzige Haus zu verkaufen um in eine weit entfernte Hütte im Wald zu ziehen, bedeutet dass auch, dass Leah die Schule wechseln muss und ihr Freunde nicht mehr so oft sehen kann. In ihrer jugendlichen Impulsivität vollzieht sie ein Ritual, dass ihrer Mutter den Tod wünscht und sie kurze Zeit später bereits wieder bereut, als der erste Zorn verflogen ist. Doch da ist es bereits zu spät und eine dunkle Macht beginnt sich in Leahs Leben zu mischen, die sich auch nicht mehr aufhalten lässt.

Mäßig spannende Mischung aus „Coming-of-Age“ und Gruselfilm über eine junge Schülerin mit einem Interesse für Okkultes, wobei das im Falle von „Pyewacket“ eher in Richtung Schulmädchen-Gothic, als in wirklich düstere Gefilde geht. Ein bissl Teen-Angst hier, eine etwas seltsame Mutter-Tochter-Kiste und ein Beschwörungsritual, dass irgendwie verdrängte Ängste und Gewalt hervorquellen lässt. Die Geschichte ist ja eigentlich schon ziemlich mau und statt echter Spannung oder Schockmomenten gibt es lediglich ein übermächtiges Sounddesign, dass Bedrohlichkeit und Dunkelheit symbolisieren kann. Andauernd gibt es dumpfe Klänge, während sonst eigentlich nicht so wirklich viel passiert und die Interpretation der Ereignisse mehr oder minder dem Zuschauer überlassen wird. So ganz will dann natürlich auch das „schockierende Ende“ nicht funktionieren, vor allem weil auch die Figuren blass bleiben und man das Gezeigte dem Regisseur auch einfach nicht so wirklich abkaufen möchte. So etwas hat man einfach schon zu oft und auch viel besser gesehen. Gute Darsteller und ein paar Hui-Bui-Momente machen leider noch keinen guten Film und so hat „Pyewacket“ auch meine eher geringen Erwartungen nur zum Teil erfüllt.

Becky

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01.jpg (29.19 KiB) 16 mal betrachtet
Die dreizehnjährige Becky ist seit dem Krebstod ihrer Mutter wütend auf Gott, die Welt und vor allem ihren Vater, der ihr an einem Wochenende im Haus am See unvermittelt mitteilt, dass er seine neue Partnerin heiraten möchte. Mitten im emotionalen Ausnahmezustand stehen jedoch eine Horde Neonazis auf der Suche nach einem Schlüssel im Haus, den Becky zuvor im Haus gefunden hat. Als die entflohenen Häftlinge beginnen Beckys Vater zu foltern, beginnt an dem abgelegenen Ort ein erbarmungsloses Katz-und-Mausspiel, wobei der Zorn eines pubertierenden Mädchens nicht zu unterschätzen ist…

Auch wieder mal ein Film, in dem die Rollen klar verteilt sind und es ein pubertierendes Mädchen mit einer Horde krimineller Neonazis aufnehmen muss. Kevin James ist gegen den Strich besetzt und Gewalt, die von Minderjährigen ausgeht, ist ja auch immer ein Thema, dass für Kontroversen sorgt. Leider ist „Becky“ aber von Anfang an ziemlich mau und die Story um einen ominösen Schlüssel dümpelt so ziemlich unlogisch vor sich her. Wer jetzt aber glaubt, dass es sich bei Becky um eine Figur handelt, mit der man sich identifizieren könnte, liegt ebenfalls falsch und auch sonst gibt es keine Figuren, mit denen man irgendwie mitfiebern möchte. Mal hat man das Mädchen, dann wieder nicht und irgendwie verläuft die Geschichte genau so, wie man sie sich erwartet, ohne dabei sonderlich originell oder spannend zu sein. Wieder mal ein Fall, von dem sich die Grundidee zwar nicht schlecht anhört, aber dann kaum etwas aus ihr gemacht wird. Die Figuren bleiben oberflächlich, die Geschichte ist kaum der Rede wert und so bleibt auch nur der Gore, der „Becky“ etwas aus dem unteren Mittelfeld herausragen lässt. Ein Film, den man gucken kann, aber der darstellerisch und optisch in einer Liga spielt, wo er inhaltlich eigentlich so gar nichts verloren hat.
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