Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Stay Tuned

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01.jpg (57.36 KiB) 145 mal betrachtet
Roy ist ein erfolgloser Vertreter für Armaturen und hängt in seiner Freizeit nur vor der Glotze herum, wo er sich durch das Programm zappt. Als ihn seine Frau Helen deswegen verlassen möchte und im Streit den Fernseher zerstört, steht auf einmal der mysteriöse Spike vor der Türe, der Roy ein scheinbar tolles Angebot macht. Ein riesiger Fernseher mit Satellitenanschluss, 666 Kanälen und einem schier unbegrenzten TV-Angebot. Roy willigt ein, ohne zu wissen, dass er damit auch seine Seele an den Leibhaftigen verkauft hat. Ehe er sich versieht, wird er und seine Frau vom Fernseher eingesogen und er findet sich als Teil eines interaktiven Programms wieder, dass nicht ganz seinen Vorstellungen entspricht. Von einem anderen Teilnehmer erfährt das Paar, dass es 24 Stunden überleben muss um wieder freizukommen, anderenfalls wandern ihre Seelen geradewegs in die Hölle. Inmitten von höchst zweifelhaften Formaten muss daher das Paar nicht nur wieder zueinanderfinden, sondern auch noch um das blanke Überleben kämpfen…

Überspitzt-unterhaltsame Mischung aus Mediensatire und Fantasy, dass amerikanische TV-Formate auf die Schippe nimmt und seine Protagonisten und Zuschauer durch eine wilde Reise durch unterschiedliche Genres schickt. Zwar hat man den Eindruck, dass die Realität die gezeigten Fantasie-Programme längst hinter sich gelassen hat, aber „Stay Tuned“ ist auch eine spaßige Zeitreise zurück in die Neunzigerjahre und Zeiten, in denen das Fernsehprogramm noch abwechslungsreich, Comedy noch lustig und Musiksender auch noch tatsächlich Musik gespielt haben. „Stay Tuned“ entpuppt sich nach einem eher verhalten erscheinenden Auftakt tatsächlich als sehr wilder Ritt durchs Fernsehprogramm und keine Ahnung wie es der Film geschafft hat, sich so lange meiner Aufmerksamkeit zu entziehen. Ich hatte jedenfalls großen Spaß an der ganzen Sache und zu viel will man ja auch gar nicht vom Inhalt verraten, außer der Tatsache, dass Peter „Timecop“ Hyams hier ein ordentliches Programm abfeiert und der Zuschauer aus dem Stauen nicht herauskommt. Der Streifen ist aber zum Glück auch keine Abrechnung mit dem TV-Programm, sondern eher eine humorvolle und augenzwinkernde Persiflage auf Programme und Sehgewohnheiten, die auch nie zynisch, destruktiv oder bitterböse daherkommt. Mir hat der charmante „Stay Tuned“ jedenfalls gut gefallen und der Streifen wird wohl in Bälde auch noch mit dem Originalton gesichtet, von dem ich mir sogar noch etwas mehr erwarte. Ein toller Film aus der Neunziger-Kiste, den ich all den Leutchen hier durchaus ans Herz legen möchte. Wer „U.H.F- Sender mit beschränkter Hoffnung“ mochte, sollte unbedingt auch diesen hier probieren. Tipp!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Das Phantom der Oper

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01.jpg (47.83 KiB) 135 mal betrachtet
jogiwan hat geschrieben: Sa 5. Jan 2013, 18:40 DVD-Regel Nr. 1: Schenk deinem Schatz nie einen Film, den du nicht selber gucken möchtest. Naja, so schlimm wie erwartet war es dann ja eh nicht. Andrew Loyd Webber ist ja nicht meine Baustelle, aber Joel Schumacher bastelt um die bekannten Songs einen recht schönen und oppulenten Kostümfilm, der gar nicht mal so Song-lastig ausgefallen ist. Die Austattung ist sehr gelungen, die Darstellerin der Christine Daae bezaubernd und dank Minnie Driver als überkanditelte Primadonna gibts auch ein paar humorvoll-groteske Momente. Gerard Butler würde mir als Idealbesetzung für das Phantom wohl auch nicht in den Sinn kommen und hat zu allem Überfluss auch noch selbst gesungen. Trotz 130 Minuten Laufzeit ist das Werk überraschend kurzweilig ausgefallen und die leuchtenden Augen nebenan auf der Couch entschädigen auch ohne Weiteres für den Rest.
Gestern wieder geguckt und auch wenn mir alle anderen Verfilmungen zum Thema wohl näher sind, ist die Musical-Verfilmung ja nicht schlecht gemacht. Ein oppulenter Kostümfilm mit viel Tralala und schöner Ausstattung, der Fans des Musicals mühelos zufrieden stellen sollte. Patrick Wilson mit langen Haaren als Raoul und Gerard Butler als Phantom, die selber singer sind aber trotzdem irgendwie schräg.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Hotel "Zum Verunglückten Alpinisten"

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01.jpg (29.5 KiB) 127 mal betrachtet
Nach einer langen Fahrt durch die winterliche Gegend landet Inspektor Peter Glebski im Hotel „Zum Verunglückten Alpinisten“ wohin er aufgrund eines Anrufs beordert wurde. Der vermeintliche Kriminalfall stellt sich bei der Ankunft jedoch als falscher Alarm heraus und der Inspektor beschließt die Nacht in der Abgeschiedenheit der Berge und in Gesellschaft der durchaus exzentrischen Hotelgäste zu verbringen. Zuerst finden noch anregende Gespräche in gelöster Gesellschaft statt, wenig später gibt es in der Nacht jedoch einen Stromausfall, einen Lawinenabgang und eine Leiche zu beklagen. Glebski beginnt zu ermitteln und als vor dem Hotel ein weiterer Mann halb erfroren aufgefunden und die restlichen Gäste von sehr seltsamen Beobachtungen erzählen, überschlagen sich jedoch rasch die Ereignisse und auch in dem Inspektor keimt der Verdacht, dass an dem von der Außenwelt abgeschnittenen Ort nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

Einen hübschen und ungewöhnlichen Sci-Fi-Streifen, den die Leutchen von Camera Obscura da ausgegraben haben. Der Streifen besticht ja nicht nur mit einer winterlich-exotischen Location in den Bergen, sondern auch noch mit wunderbar stylischen Settings und exzentrischen Figuren, die sich in einem abgelegenen Hotel versammelt haben. Am späteren Abend gibt es jedoch neben einem Lawinenabgang auch einen Toten und der vermeintliche Kriminalfall mit wenigen Leuten in einer von der Außenwelt abgeschnittenen Location entpuppt sich als durchaus mysteriös. Mehr wird an dieser Stelle ja nicht verraten, außer dass es sich bei der Vorlage um eine Geschichte der Strugatsky-Brüder handelt, die auch die Vorlage zu „Stalker“ geschrieben haben. Die existenziellen Qualitäten des Tarkovsky-Streifens werden hier zwar nicht erreicht, aber „Hotel zum Verunglückten Alpinisten“ ist schon ein sehr schön anzuschauender und ansprechend erzählten Streifen, der sein Augenmerk auch zuerst auf eine Kriminalhandlung legt, ehe der Streifen dann eine andere Richtung einschlägt. Bei einer Laufzeit von knapp 83 Minuten gibt es auch keinerlei Durchhänger und mir hat die estnisch-litauisch-russische Produktion aus der damaligen Sowjetunion jedenfalls auch sehr gut gemundet. Das im Studio nachgebaute Hotel und die Einrichtung inkl. deutschsprachigen Plakat dazu sind ein feuchter Traum für jeden Vintage-Design-Fan. Eine schöne Entdeckung in einer Zeit, in der aus dem Osten leider ansonsten keine optimistischen Nachrichten kommen.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

jogiwan hat geschrieben: Do 28. Dez 2017, 07:19 Love Never Dies

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Andrew Loyd Webbers etwas unbekanntere Fortsetzung zu seinem „Phantom der Oper“-Musical als abgefilmte Theateraufführung aus Melbourne. Das Phantom lebt mittlerweile in einem Zirkus auf Coney Island und lockt Christine und ihre Familie mit einem Trick in die Staaten, wo diese nochmals einen großen Song für ihn singen soll. Ich bin ja nicht so der große Musical-Fan, aber das Teil hier ist wirklich sehr schmissig inszeniert, dynamisch gefilmt und die Songs stehen imho denen des Vorgängers auch nicht viel nach. Das Bühnenbild ist opulent, der Grusel-Zirkus in Coney Island erinnert sogar etwas an Tod Brownings Freaks und auch der Twist in der Story ist recht gelungen, auch wenn die Figuren aus dem ersten Teil hier eine charakterliche Wandlung durchmachen, die wohl nicht jeder so positiv wie ich goutiert. Die zwei Stunden vergehen jedenfalls wie im Flug und mit dem Weihnachtsgeschenk und vorverlegten Musikfilm-Donnerstag habe ich jemandem wohl auch eine große Freude bereitet und das ist das Wichtigste!
Sodale, das jährliche Triple (Musical, Verfilmung, Musical Teil 2) auch wieder hinter mich gebracht... :prost:
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Other Side of the Mirror

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01.png (115.02 KiB) 106 mal betrachtet
Nach dem Tod der Mutter lebt Ana mit ihrem etwas eigenwilligen Vater in einem geräumigen Haus auf Madeira, in dem sie von den schädlichen Einflüssen von außen geschützt wird. Als Ana einen jungen Mann heiraten möchte, willigt der Vater zwar ein, erhängt sich aber im Salon, als ihm Ana stolz ihr Hochzeitskleid präsentieren möchte. Das traumatisiert die junge Frau so sehr, dass sie die Hochzeit absagt, ihre Zelte auf Madeira abbricht und als Nachtclubsängerin ein neues Leben beginnt. Die Ereignisse der Vergangenheit lassen Ana jedoch keine Ruhe und als sie neue Männer kennenlernt, kehrt in ihren Tagträumen auch der Geist des Vaters scheinbar zurück und die Sängerin hat schreckliche Visionen, wie sie ihre Liebhaber ermordet. Als die Männer wenig später tatsächlich ermordet aufgefunden werden, trifft Ana eine folgenschwere Entscheidung, die weitere Konsequenzen nach sich zieht.

Nach den eher desaströsen Filmen aus den Achtzigern, sind Jess Francos Filme aus den Siebzigern ja wenigstens etwas besser, auch wenn diese schon die Merkmale erkennen lassen, die seine Filme für mich so unerträglich machen. Auch „Al otro lado del espejo“ wirkt lieblos heruntergekurbelt und genauso lieblos erzählt. Die Ereignisse im Leben der jungen Frau wirken bisweilen sehr sprunghaft und es tauchen ständig irgendwelche Leute auf, bei denen man gar nicht genau weiß, welche Funktion sie im Leben der hübschen Nachtclubsängerin erfüllen. Eine Figurenzeichnung findet quasi gar nicht statt und stattdessen gibt es eine ausufernde Musikdarbietung nach der anderen, die die eher spärliche Handlung dann auf 100 langatmige Minuten strecken. Gesehen habe ich übrigens die Originalfassung auf der Mondo-Macabro-Blu-Ray, die im Gegensatz zur Erotik-Fassung weniger Haut und keinen Hardcore präsentiert. Am Ende spitzen sich die Ereignisse auf erwartbare Weise zu und irgendwann ist der Film zu Ende. Emma Cohen ist schon eine Hübsche und kann auch schauspielern, aber ihre Rolle ist eher undankbar und auch der Rest hat mich nicht wirklich begeistert. Zwar ist „The Other Side of the Mirror“ kein völliger Reinfall, aber auch kein sonderlich stimmiger oder gar spannender Streifen, sondern eher ein überlanger Musikfilm der die Ferieninsel Madeira bewerben soll und dabei eher scheinbar zufällig übernatürlichen Psychohorror streift und damit nicht wirklich etwas anzufangen weiß.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Hilfe Hilfe die Globolinks!

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01.jpg (58.64 KiB) 88 mal betrachtet
Als „Eine Oper für Kinder und alle die Kinder lieben“ wird „Hilfe, Hilfe, die Globolinks“ angekündigt, bevor der Zuschauer erst einmal minutenlang mit schrägen Bildern und Experimental-Elektronik in die völlige Ratlosigkeit katapultiert wird. Eine Alien-Invasion hat stattgefunden und da herkömmliche Waffen wirkungslos sind, bleibt nur noch die Musik um sich den feindlichen Invasoren entgegenzustellen. Eine Gruppe von Schülern einer Schule bleibt mit dem Wagen liegen und die Lehrer der Schule machen sich pflichtbewusst auf die Suche. Nur wer die Musik liebt und schätzt, ein Instrument spielt hat eine Chance, während der Rest der unmusikalischen Menschheit ohnehin schon verloren ist. Die Geschichte ist ja völlig gaga und auch noch mit moralischem Zeigefinger und es ist wohl keine Wunder, das diese Kinderoper mittlerweile nur Leutchen des Filmkuriositätenkabinett bekannt ist. Es ist schon große Kunst eine Oper zu schaffen, die keinen einzigen eingängigen Song bietet, sondern so wirkt, als hätte man lediglich Dialoge auf kreischende Weise vertont. Kein großes Drama, keine Höhepunkte, sondern seltsame Momente wie aus einem B-Movie aus den Fünfzigern, seltsamer Humor und hysterische Figuren, die auf Kinder wohl eher abschreckend wirken. Zugegen, es ist auch alles sehr schräg und die Ausstattung und futuristische Gefiepe in Kombination mit den Alien-Bildern im Grunde großartig, aber der Rest wirkt völlig altbacken und die Musik hat so gar nicht meinen persönlichen Geschmack getroffen. Kurios auf jeden Fall, aber sonst doch eher arg gewöhnungsbedürftig. Wir unmusikalischen Menschen sind wohl wirklich verloren... :kicher:
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Monster im Nachtexpress

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01.jpg (42.96 KiB) 78 mal betrachtet
Recht netter, aber auch etwas unspektakulär daherkommender Slasher nach üblicher Rezeptur mit einem missglückten Studentenstreich (wobei Streich hier wohl maßlos untertrieben erscheint) und einem mysteriösen Mordserie ein paar Jahre danach. Wo dieser aber üblicherweise auf einem Campus stattfindet, verlegt Regisseur Spottiswoode seine Ereignisse in einen fahrenden Zug und braucht dennoch verhältnismäßig – und eigentlich auch viel zu lange, bis alles in Fahrt gerät. Dann geschehen in dem vollbesetzten Zug mit feierwütigen Kids ein paar sonderbare Dinge und dem unbekannten Killer gelingt das Kunststück Leichen verschwinden zu lassen, was doch etwas seltsam anmutet. Auch sonst wirken viele Dinge in „Monster im Nachtexpress“ einfach schlecht oder halbherzig erzählt und Spannung kommt auch erst gar nicht auf. Die Auflösung kündigt sich meines Erachtens auch schon meilenweit vorher an, sodass sich auch hier die Überraschungen in Grenzen halten. Lustig aber der Auftritt von David Copperfield, der sich hier selbst spielt und ebenfalls zum Kreis der Verdächtigen zählt. Ansonsten ist das zwar gut guckbar, aber bestenfalls systemerhaltend mit sehr viel verschenktem Potential. Eigentlich schade, da hier die Voraussetzungen mit Cast, Idee und beschränkten Handlungsort durchaus sehr spannend daherkommt und das Endergebnis trotzdem arg mittelprächtig erscheint.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Birds II - Land's End

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01.png (163.28 KiB) 66 mal betrachtet
Biologielehrer Ted und seine Frau May mieten sich über den Sommer ein Haus auf Gull Island, wo die Familie mit den beiden Töchtern Jill und Joanna nicht nur den Unfalltod ihres Sohnes überwinden möchte, sondern Ted auch an einem Buch arbeiten möchte. Während die Familie rasch Kontakte aller Art knüpft, bemerkt Ted aber auf der Insel auch eine Veränderung der Vogelwelt und bekommt dieses auch von dem schrulligen Leuchtturmwärter Karl bestätigt. Als er bei Arbeiten an seinem Haus von einer Möwe angegriffen wird und den Vorfall dem Bürgermeister meldet, wird er zuerst noch belächelt, doch wenig später häufen sich die Angriffe der Vögel, die auch immer brutaler werden...

„Die Vögel II“ eilt ja kein sonderlich guter Ruf voraus und nicht nur Regisseur Rick Rosenthal versteckt sich hinter dem Pseudonym Alan Smithee, auch Nebendarstellerin Tippi Hedren hat sich – wie viele andere Menschen auch - sehr negativ über den Streifen bzw. ihr Cameo in einer anderen Rolle geäußert. So schlimm wie möglicherweise erwartet ist die TV-Produktion aber meines Erachtens bei weiten nicht, auch wenn die Qualitäten von Hitchcock natürlich nicht annähernd erreicht werden. Viel mehr ist hier abgesehen von den Vögel-Angriffen auch alles etwas banal und oberflächlich und bei den Figuren hat man sich nicht wirklich bemüht und bei den Ereignissen auch stark vom Vorgänger inspirieren lassen. Im Grunde wird die gleiche Geschichte mit anderen Figuren noch einmal erzählt und im direkten Vergleich kackt „Die Vögel II“ erwartungsgemäß ziemlich ab. Losgelöst vom Vorgänger ist der Streifen durchschnittlicher Tier-Horror mit ein paar kleineren Höhepunkten zum Schluss und die neunzig Minuten kann man schon investieren, ohne groß enttäuscht zu werden. Sofern man ihn überhaupt vor die Linse bekommt, kann man dem Streifen also durchaus eine Chance geben.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Skinned Deep

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01.jpg (47.89 KiB) 53 mal betrachtet
Auf dem Weg in den Urlaub landet die junge Tina mit ihren Eltern und kleinen Bruder in den Fängen einer degenerierten Familie, die ahnungslose Durchreisende nach dem Besuch ihres Diners entführen und für schreckliche Menschenversuche missbrauchen. Auf Wunsch von Brian mit seinem übergroßen Gehirn, darf dieser die junge Frau als seine Freundin „behalten“, die naturgemäß wenig davon begeistert ist. Versuche zu flüchten scheitern wie die Versuche weitere Durchreisende auf sich aufmerksam zu machen und dennoch ist Tina nicht bereit, sich ihrem Schicksal wehrlos zu ergeben…

Seltsam anmutende Mischung aus splattrigen Horror und völlig grotesken Ereignissen, denen man wieder einmal in kollektiver Hilflosigkeit zur Kategorisierung das Prädikat Komödie verpasst hat. Lustig ist „Skinned Deep“ aber leider eher weniger, sondern viel mehr auf trashige Weise sehr bemüht und mit einem zynischen Unterton, der mir so gar nicht gefallen hat. Obwohl man sich bei den Effekten viel Mühe gegeben hat, wirkt die Geschichte wie ein billiger Troma-Abklatsch von „TCM“ und „The Hills have Eyes“ wobei hier alles auf arg überzeichnete Weise daherkommt und man sich auch gar nicht die Mühe gemacht hat, eine Geschichte zu erzählen. Die von Effektkünstler Gabe Bartalos inszenierte Geschichte wirkt auch nicht sonderlich stimmig, sondern wie eine Präsentation kostengünstiger Splatter- und visuellen Effekten. Verwunderlich jedoch die Darsteller, die hier nicht wie üblich jugendliche Knallchargen, sondern sich aus Personen mit teils höchst fortgeschrittenem Alter zusammensetzen. Dass sich die Herrschaften hier aber absolut zum Affen machen, macht die Sache aber auch nicht sympathischer. Leider ist das Ergebnis nämlich alles andere als zufriedenstellend und auch die ständige Froschperspektive und das Sound-Design entpuppen sich als zunehmend nervig. Natürlich kann man das Ganze auch als schadenfreudige Indie-Splatterkomödie ohne Rücksicht auf Geschmacksgrenzen sehen, aber meinen Geschmack hat „Skinned Deep“ so überhaupt nicht getroffen.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Saint Bernard

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01.png (204.6 KiB) 44 mal betrachtet
Schon seit seiner Jugend hört Bernard den besonderen Rhythmus der Dinge und daher ist es naheliegend, dass er eines Tages Dirigent wird. Doch etwas in seinem Leben läuft grundlegend schief und Bernard verliert im Erwachsenenalter immer mehr den Bezug zur Realität und droht den Verstand zu verlieren. Am Rande des Highways findet er eines Tages den verwesenden Kopf eines Bernhardiners, den er fortan als Wegbegleiten auf seinen surrealen Reisen mitnimmt, die den Dirigenten an den Rand des Wahnsinns und auch darüber hinaus führen…

Nachdem mir „Skinned Deep“ ja nicht sonderlich zugesagt hat, habe ich von Gabriel „Gabe“ Bartalos zweiten Werk eigentlich nicht sonderlich viel erwartet. Auch hier liegt der Fokus abermals auf den Effekten und „Saint Bernard“ überrascht den Zuschauer auch mit einer schier überbordenden Kreativität bei seiner Ausstattung, die aber auch immer den Hang zum Morbiden und Hässlichen erkennen lässt. Die Geschichte über Genie und Wahnsinn hingegen ist eher zu vernachlässigen und auch der surreale Aspekt, der hier eher zugänglicher Natur erscheint, ist sicherlich nicht das Besondere an dem Streifen. Vielmehr wird der Protagonist, wie auch der Zuschauer auf einen wilden Trip geschickt, der zwar nicht immer ganz stimmig erscheint, aber zumindest sehr unterhaltsam daherkommt und einen kurzen Auftritt der Gruppe "The Damned" bietet. Auch wenn inhaltlich im Grunde nicht viel geboten wird, so ist man doch auch immer auf die nächste Überraschung gespannt, die hinter jeder Ecke lauert. „Saint Bernard“ präsentiert sich als fiebrig-bizarr-bunter Alptraum Fast so, als hätten sich David Lynch, Jim van Bebber und Shin'ya Tsukamoto zusammengetan um für Troma einen abgefuckten Low-Budget-Streifen zu drehen. Ich muss ehrlich gestehen, dass mich „Saint Bernard“ zwar nicht völlig begeistert, aber doch positiv überrascht hat.
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