Heile Welt - Jakob M. Erwa (2007)

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jogiwan
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Heile Welt - Jakob M. Erwa (2007)

Beitrag von jogiwan »

Heile Welt

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Originaltitel: Heile Welt

Herstellungsland: Österreich / 2007

Regie: Jakob M. Erwa

Darsteller: Michael Sauseng, Simon Möst, Angelika Schneider, Birgit Doll, Tatjana Koschutnig

Story:

Klaus und Jolly sind beste Freunde und vertreiben sich die Zeit im Grazer Stadtpark mit kleineren kriminellen Handlungen und komasaufen. Während Klaus aus einem reichen Elternhaus kommt, in denen Lieblosigkeit und Handgreiflichkeiten an der Tagesordnung stehen, wurde Jolly von seiner überforderten Mutter ins Internat gesteckt. Als die Beiden gemeinsam mit ihrer Freundin mitten in der Nacht von der Polizei aufgegriffen werden, kommt es zum Eklat und die Jugendlichen flüchten mit einem gestohlenen Auto in eine vermeintlich bessere Zukunft. Doch das Schicksal meint es weniger gut den Heranwachsenden und wenig später wartet bereits ein weiterer Schicksalsschlag auf die die Beiden.
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jogiwan
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Re: Heile Welt - Jakob M. Erwa (2007)

Beitrag von jogiwan »

Jakob M. Erwa hat mit „Heile Welt“ einen Film über kleinkriminelle Jugendliche im beschaulichen Graz geschaffen, der auf den ersten Blick doch etwas plump und plakativ daherkommt. Doch nach dem eher seltsam anmutenden Auftakt mit seinen eher unsympathisch erscheinenden Jugendlichen wirft „Heile Welt“ in seinem weiteren Verlauf einen vielschichtigen Blick auf zwischenmenschliche Tragödien und beleuchtet die familiären Hintergründe der Heranwachsenden. In nüchternen und eher farbarmen Bildern erzählt er eine Geschichte von Menschen, die in einem lieblosen Umfeld existieren und ihre Empfindungen an die nächste Generation weitergeben. Dabei wirkt der weitere Handlungsstrang um eine osteuropäische Prostituierte aber zugegeben wie ein Fremdkörper und passt auch nicht wo wirklich zum Rest, wobei man das noch durchaus verzeihen kann. Für ein Low-Budget-Debüt eines jungen Regisseurs ist „Heile Welt“ mit seiner verschachtelten Erzählstruktur ja durchaus interessant, überraschend freizügig und spannend ausgefallen, wobei man als Grazer Zuschauer natürlich etwas befangen ist, wenn man die Schauplätze kennt. Doch Erwa macht vieles richtig und nur wenig falsch, wobei man auch berücksichtigen muss, dass hier vermutlich mit viel, viel mehr Ambitionen als verfügbaren Geld zu Werke gegangen ist. Interessantes Debüt mit kleineren Schwächen, aber meines Erachtens durchaus gelungen und auf jeden Fall wesentlich besser als die völlig plakativen Werke eines Larry Clark.
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