Tempo - Stefan Ruzowitzky (1996)

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jogiwan
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Tempo - Stefan Ruzowitzky (1996)

Beitrag von jogiwan »

Tempo

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Originaltitel: Tempo

Herstellungsland: Österreich / 1996

Regie: Stefan Ruzowitzky

Darsteller:innen: Xaver Hutter, Nicolette Krebitz, Dani Levy, Simon Schwarz, Doris Schretzmayer

Story:

Jojo ist 17, noch Jungfrau, gerade nach Wien gekommen und verdient sich sein Geld als Fahrradbote mit seinem Kumpel Bastian und taucht nachts in der pulsierenden Techno-Szene der Stadt unter. Tagsüber vertreibt er sich die Zeit mit illustren Tagträumereien um seiner eher eintönigen Arbeit einen besonderen Kick zu verleihen. Als er eines Tages für den smarten und erfolgreichen Bernd einen Brief an Clarissa zustellen soll, verliebt er sich Hals über Kopf in die junge Frau und freundet sich auch mit Bernd an, der sich rasch als draufgängerischer Lebemann mit einem durchaus ungesunden Lebensstil entpuppt. Mit seiner naiven Unbekümmertheit und voller Elan wirft sich das ehemalige Landei Jojo mitten ins Leben und findet sich wenig später tatsächlich in einem richtigen Abenteuer wieder.
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jogiwan
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Re: Tempo - Stefan Ruzowitzky (1996)

Beitrag von jogiwan »

„Tempo“ - das Regie-Debüt des späteren Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky ist ja eigentlich weniger Spielfilm mit durchgehender Handlung als viel mehr eine episodenhafte Collage von jugendlichen Emotionen und Eindrücken, die auf das Landei Jojo im Wien der neunziger Jahre hereinprassen. Dabei zeigt der Film meines Erachtens auch das unbeschwerte Lebensgefühl der Neunziger sehr gut, dass ich ebenfalls damals so mitbekommen habe. Wien war Fixpunkt auf der Techno-Landkarte der Welt und Acts wie Patrick Pulsinger, Erdem Tunakan, Christopher Just und Gerhard Votava schickten sich an die Welt zu erobern, während man die Probleme der Welt mit Party bis zum nächsten Morgen und länger ganz einfach ausgeblendet hat. Ganz überzeugt „Tempo“ mit seiner Mischung aus realen Ereignissen, Tagträumen und vielen Nebenhandlungssträngen, die oftmals sehr rasch abgehandelt werden aber heutzutage dann irgendwie auch nicht mehr. Mit einer jugendlichen Unbekümmertheit und einer dementsprechenden Aufmerksamkeitsspanne kommen hier humorvolle, banale, aufregende und auch traurige Dinge zusammen und ergeben eine bunte Genre-Mischung und man merkt die Lust der Macher einfach mal vieles auszuprobieren und weniger das Bestreben, auch alles harmonisch erscheinen zu lassen. Irgendwie ist man ja auch froh, dass man das alles bereits hinter sich gelassen hat. Trotzdem macht der Film auch wieder irgendwie Laune und ist ein hübsches Zeitdokument. Wenn aus der Ferne „Trainspotting“ winkt und der eher aggressive Sound der Mitneunziger-Technobewegung im Stroboskop- und Trockeneisnebel ertönt ist dann auch wieder alles gut.
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