Die gemütliche DELIRIA-LITERATUR-LOUNGE

Alles, was nichts oder nur am Rande mit Film zu tun hat

Moderator: jogiwan

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sergio petroni
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Re: Die gemütliche DELIRIA-LITERATUR-LOUNGE

Beitrag von sergio petroni »

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Ist mir bislang ja völlig durchgerutscht. Jetzt liegt es mir aber vor (Ehrensache!).
Und ich gelobe, mich nun auch etwas mehr mit Borowczyk zu beschäftigen....
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“

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sid.vicious
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Re: Die gemütliche DELIRIA-LITERATUR-LOUNGE

Beitrag von sid.vicious »

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Kurz und knapp bis hin zu THE WALL. Es gibt ein paar Infos zur Zusammenarbeit mit Barbet Schroeder und Antonioni sowie zu den Anfagnstagen mit Syd Barrett. Das Buch lässt sich schnell auslesen,denn es ist in keiner Phase langatmig.
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FarfallaInsanguinata
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Re: Die gemütliche DELIRIA-LITERATUR-LOUNGE

Beitrag von FarfallaInsanguinata »

Wobei leider ganz klar festzustellen ist, dass die "Heyne Discothek"-Reihe aus heutiger Sicht reichlich suboptimal ausfiel. Den Band über Pink Floyd kenne ich nicht, aber ich hatte damals mit 15 die Bücher zu David Bowie und "Deutsch Rock" gekauft, was mir natürlich ein wenig weiterhalf, wenn jemand völlig planlos war wie ich. Damit war das Soll für derartige Kandidaten erfüllt. Wer sich eingehender mit den Themen der jeweiligen Ausgaben beschäftigen wollte, merkte bald, dass die Heyne-Bücher ziemlicher Bullshit waren, die bestenfalls an der Oberfläche kratzten.
Nicht umsonst finden sich beide nicht mehr in meinen Besitz, was für mich als ausgesprochener Bowie Fan schon was aussagt.
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"Was soll schon Gutes von mir kommen?" ('Schloss Einstein'-Charakter Cäcilia)
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buxtebrawler
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Re: Die gemütliche DELIRIA-LITERATUR-LOUNGE

Beitrag von buxtebrawler »

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Mad-Taschenbuch Nr. 35: Ivica Astalos – Das Mad-Buch der Märchen wie sie keiner kennt

Der deutsche Cartoonist Ivica Astalos – der einzige Mad-Zeichner nicht-amerikanischer Herkunft, von dem Taschenbücher innerhalb der Mad-Reihe erschienen – veröffentlichte im Jahre 1982 seinen zweiten Band, der weit mehr ist als eine Verballhornung bekannter Märchen. Auf ein gewohnt humoristisches Vorwort des Herausgebers Herbert Feuerstein folgen auf rund 160 unkolorierte Seiten verteilte acht Kapitel.

„Wie alte Märchen heute enden würden“ passt den Ausgang fünf verschiedener Märchen je drei bis vier Seiten lang in satirischer Comicform an die Tücken der Moderne an, „Dinge, die es leider nur im Märchen gibt“ stellt auf jeweils zwei Seiten mittels großen Bildern in Astalos karikierendem Stil Märchenmythen der Realität gegenüber und flicht dabei einige Kritik am sozialen Miteinander ein („Das gibt es leider nur IM MÄRCHEN, daß sich ein wohlerzogenes Enkelkind rührend um seine Großmutter kümmert! IN WIRKLICHKEIT hingegen weißt du weder die Zahl deiner Enkelkinder noch, wie sie überhaupt aussehen!“) und „Märchen aus dem Alltag“ illustriert auf jeweils einer Seite in einpaneligen Comics unhaltbare Aussagen aus dem Alltag, um diese – meist ebenfalls inklusive beißender Kritik – sarkastisch zu kommentieren („ES WAR EINMAL ein Spieß, der sagte: ,Das ist nötig, damit ihr im Ernstfall am Leben bleibt!‘ …und wenn kein Atomkrieg dazwischenkam, dann klopft er solche Sprüche heute noch!“). „Wenn die alten Märchen in unserer heutigen Zeit spielten…“ knüpft thematisch ans erste Kapitel an, stellt jedoch jeweils eine Zeichnung einer anderen gegenüber. So machen sich z.B. im Märchen die Normalos über den Struwwelpeter lustig, während „heute“ langhaarige Hippies mit dem Finger auf einen normalfrisierten Jungen zeigen. Und der Kaiser mit seinen „neuen Kleidern“ erregt am FKK-Strand kein öffentliches Aufsehen mehr…

Die dummen Fragen und klugen Antworten Al Jaffees adaptiert Astalos im Märchensujet originalgetreu mit Mehrfachauswahl und Platz für jeweils eine eigene Antwort, „Märchen, die uns die Werbung erzählt“ stellt wieder jeweils einpanelige Karikaturen auf zwei Seiten gegenüber und persiflieren Zigaretten-, Parfum-, Auto-Werbung usw. sowie das CMA-Gütesiegel. Einer der Höhepunkt dieses Mad-Taschenbuchs sind die „Berühmte[n] Worte, die sich hinterher als Märchen entpuppten“, die in ihren einpaneligen Comics historische Momente aufgreifen, deren Doppelzüngigkeit bloßstellen, indem sie u.a. Kolonialismus und Rassismus kritisieren und dabei ohne jede weitere Erklärung auskommen – eigentlich hätte es nicht einmal der Zeichnungen bedurft, die jeweiligen Aussagen sprechen für sich. Getoppt wird das sogar noch vom letzten Kapitel „Märchen, die gar keine sein dürften“, in dem auf jeweils einer Seite Märchen wie „vom einsichtigen Hausbesitzer“, „vom guten Fabrikanten“ oder auch das „von der ehrlichen Presse“ mit einer Karikatur und einem Textanriss dargestellt werden. Hier bekommt mancher sein Fett weg, der es mehr als verdient hat – bis zur Systemkritik ist’s hier nicht mehr weit.

Der durch sieben sich über nur wenige Seiten erstreckende und ohne Text auskommende, klassische Märchen alternativ erzählende „Mad-Minimärchen“ zusätzlich aufgelockerte Band ist nah am perfekten Mad-Taschenbuch: Witzig und kurzweilig, abwechslungsreich, bissig und satirisch, dennoch mit Freude an der Albernheit – und intelligent genug, mit der Doppeldeutigkeit des Märchenbegriffs gut durchdacht zu arbeiten.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
Diese Filme sind züchisch krank!
Suche (dt. Sync): Dr. Jekyll und Mr. Hyde ('31) / The Last Song (Permanent Record)

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sid.vicious
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Re: Die gemütliche DELIRIA-LITERATUR-LOUNGE

Beitrag von sid.vicious »

FarfallaInsanguinata hat geschrieben:
Mi 15. Sep 2021, 04:38
Wobei leider ganz klar festzustellen ist, dass die "Heyne Discothek"-Reihe aus heutiger Sicht reichlich suboptimal ausfiel. Den Band über Pink Floyd kenne ich nicht, aber ich hatte damals mit 15 die Bücher zu David Bowie und "Deutsch Rock" gekauft, was mir natürlich ein wenig weiterhalf, wenn jemand völlig planlos war wie ich. Damit war das Soll für derartige Kandidaten erfüllt. Wer sich eingehender mit den Themen der jeweiligen Ausgaben beschäftigen wollte, merkte bald, dass die Heyne-Bücher ziemlicher Bullshit waren, die bestenfalls an der Oberfläche kratzten.
Nicht umsonst finden sich beide nicht mehr in meinen Besitz, was für mich als ausgesprochener Bowie Fan schon was aussagt.

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Ich erwarte auch nicht allzu viel von den HEYNE-Büchern. Für einen schnellen (das Buch lässt sich in ein paar Stunden auslesen) PINK FLOYD-Einstieg hat es gereicht.

Mit Bowie habe ich kürzlich angefangen, da ich seine Musik bis zu SCARY MONSTERS sehr mag und mich die Berlin-Ära auch sehr interessiert.
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FarfallaInsanguinata
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Re: Die gemütliche DELIRIA-LITERATUR-LOUNGE

Beitrag von FarfallaInsanguinata »

sid.vicious hat geschrieben:
So 19. Sep 2021, 23:58

Mit Bowie habe ich kürzlich angefangen, da ich seine Musik bis zu SCARY MONSTERS sehr mag und mich die Berlin-Ära auch sehr interessiert.

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Da sind wir voll auf einer Linie! :prost:
Neben Punk war Bowie mein wichtigster Einfluss überhaupt, allerdings auch nur bis "Scary Monsters". "Let's Dance" und was er sonst so in den 80ern anstellte, halte ich heute noch für unerträglichen Mist. "Tin Machine" fand ich dann zumindest wieder interessanter, aber nicht auf früherem Niveau. Und nachdem mein letzter Versuch in den 90ern mit "Black Tie, White Noise" ebenfalls scheiterte, gab ich es bis zu "The Next Day" auf. Das hat mich nochmal infiziert, auch wenn es etwas zu retro ist. Mit "Blackstar" schließlich wurde ich auch nicht wirklich warm.
Trotz allen Höhen und Tiefen, rein nach meinen persönlichen Geschmack, bewundere ich David Bowie für seine Wandlungsfähigkeit und das Talent, sich unzählige Male komplett neu zu erfinden. Und natürlich für die vielen Lieblingsplatten, die er mir beschert hat. :D
Das Buch kenne ich nicht, sieht aber interessant aus. Viel Vergnügen beim Lesen.

P.S. Er ist mal beim "Hurricane" Festival aufgetreten, genaues Jahr weiß ich nicht mehr, muss in den Nullern gewesen sein. Das Ding findet ca. zehn Kilometer entfernt von meinem Wohnort statt, da wäre ich fast schwach geworden. Schade, so habe ich in nie live gesehen, in den 70ern war ich zu jung und bei der Tour 1983, von der es ja umpfzig Bootlegs gibt, zu sehr auf Punk/HC gepolt.
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