Im Jahre 1835 reist der englische Adelige Charles Walker unter falschen Namen auf eine karibische Insel, wo er seinen verschwundenen Bruder Jonathan vermutet. Dort angekommen findet Charles jedoch nicht seinen Bruder, sondern lediglich dessen Gattin Lady Susan, die mit Lederpeitsche, ihrer Privatarmee und jeder Menge Sadismus auf der Insel ein Schreckensregiment aufgezogen hat. So lässt sie unterdrückte Sklaven auf ihrer Zuckerrohrplantage schuften und hat Spaß dabei, wenn sie diese für kleinere und größere Verfehlungen bestrafen kann. Doch unter den Sklaven regt sich Widerstand und vor allem Joshua, der Sohn eines schwarzen Predigers ist nicht mehr gewillt, ein Leben in Gefangenschaft zu führen. Als sein Mordanschlag auf Lady Susan jedoch fehlschlägt und sich diese eine besonders drastische Bestrafung einfallen lässt, ist auch dessen Vater zum Aufstand bereit und in einer Welle der Gewalt werden die bisherigen Machtverhältnisse blutig auf den Kopf gestellt.
Nach „Vixen“ widmet sich Russ Meyer mit dem Sklaven-Drama „Black Snake“ abermals dem Thema Rassismus, auch wenn die beiden Streifen kaum miteinander zu vergleichen sind. Im Gegensatz zu dem kostengünstig heruntergekurbelten Werk einer mannstollen Rassistin im neuzeitlichen Kanada, handelt es sich bei „Black Snake“ um ein Exploitation-Drama mit historischem Bezug über einen Sklavenaufstand auf einer britischen Kolonialinsel im neunzehnten Jahrhundert. Dabei überrascht nicht nur die grimmige und düstere Geschichte, sondern auch die Tatsache, dass es hier überraschend wenig nackte Haut und Humor – wenn - nur von der (haha) schwarzen Sorte gibt. Die unterhaltsame und frivole Leichtigkeit sucht man hier eher vergeblich und als Delirianer ist man durch die Mitwirkung von David Warbeck, dem erhöhten Gewaltpegel, bizarren Einfällen und exotischen Schauplatz irgendwie ohnehin geneigt, den sehr plakativ ausgefallenen „Black Snake“ in die italienische Genre-Ecke zu stellen. Große Brüste und Herrenwitze gibt es ja nicht zu bestaunen, dafür ein eher heftiges Finales, bei dem man sich dann auch nicht mehr wundert, warum in der deutschen Fassung gleich ein paar Minuten fehlen. „Black Snake“ ist dann auch nicht der übliche Meyer-Film mit Herrenwitz und Brüsten, sondern ein überraschend ernster, düsterer und geradliniger Blaxploitation-Reißer, der im Schaffen von Meyer auch aufgrund der Produktionsbedingungen eine Ausnahmestellung einnimmt.