Das ausgekochte Schlitzohr ist wieder auf Achse - Hal Needham (1980)

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Das ausgekochte Schlitzohr ist wieder auf Achse - Hal Needham (1980)

Beitrag von buxtebrawler »

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Originaltitel: Smokey and the Bandit II

Herstellungsland: USA / 1980

Regie: Hal Needham

Darsteller(innen): Burt Reynolds, Jackie Gleason, Jerry Reed, Dom DeLuise, Sally Field, Paul Williams, Pat McCormick, David Huddleston, Mike Henry, John Anderson, Brenda Lee, Phil Balsley u. A.
Einige Jahre nach der aufregenden Jagd quer durch die Staaten: Die beiden Brüder Big und Little Enos besuchen Schneemann und schlagen ihm wieder ein Geschäft vor: er soll für sie innerhalb von 24 Stunden einen ausgewachsenen Elefanten abholen. Schneemann willigt ein und muss als erstes Bandit, der inzwischen total abgehalftert und versoffen ist, wieder auf die Beine bringen. Bandit hängt immer noch an Carrie, die ihn verlassen hat. Als Schneemann und Bandit endlich wieder auf Tour sind, treffen sie Carrie wieder. Und auch Sheriff Buford T. Justice lässt nicht lange auf sich warten und die Jagd quer durch die Staaten kann beginnen.
Quelle: www.ofdb.de

Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
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Re: Das ausgekochte Schlitzohr ist wieder auf Achse - H. Needham

Beitrag von buxtebrawler »

„Böse Zungen behaupten, dass Bandit neuerdings Fehler macht…“ – „Ja, und dass er langsam verkalkt und ihm die Hände zittern sollen. Stimmt das etwa?“

Nachdem „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ von US-Stuntman Hal Needham ein solch durchschlagender Erfolg war und das Genre der Kfz-Actionkomödie mitbegründete, folgte 1980, also drei Jahre später, die logische Fortsetzung: Für „Das ausgekochte Schlitzohr ist wieder auf Achse“ konnte sich Needham ganz auf die Regie konzentrieren, denn am Drehbuch war er nicht mehr beteiligt. Das Autorenteam wurde komplett ausgetauscht, wobei insbesondere die Beteiligung Brock Yates‘ erwähnenswert ist, dem Autor des ein Jahr später erschienenen „Auf dem Highway ist die Hölle los“.

„Ich finde, mehr als vier Stunden sollte der Mensch im Jahr nicht arbeiten!“

Nach den Ereignissen vor drei Jahren hat Bandit (Burt Reynolds, „Beim Sterben ist jeder der Erste“) endgültig Legendenstatus erlangt. Die Realität jedoch sieht weniger rosig aus: Nachdem sich die Tänzerin Carrie (Sally Field, „Helden von heute“) von ihm getrennt hat, ist er dem Alkohol verfallen und droht, in Selbstmitleid zu ertrinken. Im Zuge eines erbitterten Kampfs um Gouverneursposten planen Little Enos (Paul Williams, „Phantom im Paradies“) und Big Enos (Pat McCormick, „Buffalo Bill und die Indianer“) jedoch erneut, Bandit in eine spektakuläre Wette zu verwickeln: Um den Enos‘ politische Vorteile zu verschaffen, soll Bandit mithilfe seines Kumpels Cledus „Snowman“ Snow (Jerry Reed, „Heiße Ware“) einen lebenden Elefanten von Miami nach Texas transportieren. Snowman gelingt es, Bandit zu überreden, der aus dieser Aufgabe neuen Lebensmut schöpft. Und siehe da: Wieder einmal hat Carrie kalte Füße bekommen und ist von ihrer einmal mehr anberaumten Hochzeit mit Sheriff Buford T. Justice‘ (Jackie Gleason, „Mister Billion“) weltfremdem Sohn geflohen. Nun findet sie sich wieder an Bandits Seite ein, was erneut dazu führt, dass Justice die Jagd auf das Trio eröffnet…

Da man auf das komplette Schauspielensemble des ersten Teils zurückgreifen konnte, waren die Voraussetzungen für diese Fortsetzung eigentlich optimal. Man beging jedoch den Fehler, auf Nummer sicher gehen und die Handlung des ersten Teils erneut erzählen zu wollen, bei gleichzeitigen Versuchen, ihre Teilaspekte zu potenzieren. So mutet die Wette noch absurder an und reicht es nicht mehr, lediglich Sheriff Justice ins Lächerliche zu ziehen – Gleason muss diesmal in gleich drei albern karikierende Rollen schlüpfen, nämlich neben dem reaktionären, tumben Bullen auch in die seiner Brüder Gaylord, einen tuntigen Homosexuellen-Verschnitt, und Reginald, einen Mountie. Zu mehr als reichlich stumpfsinnigem Humor reichte es leider dennoch nicht. Ähnlich verhält es sich dann auch mit Dr. Frederico „Doc“ Carlucci (Dom DeLuise, „Muppet Movie“), einem italienischen Möchtegernarzt, der ebenfalls als neue Figur eingeführt wird und Bandit & Co. mehr Last als Hilfe ist.

Dabei ist der Auftakt durchaus vielversprechend: Snowman gewinnt ein Truckrennen inkl. spektakulärem Unfall, während Bandit versoffen zwischen Bierdosen vor sich hinvegetiert und sich mittlerweile für einen Volkshelden hält, der insgeheim mit seiner sinkenden Popularität hadert. Seinen TransAm hat er versoffen, erst Carrie versorgt ihn mit einem neuen fahrbaren Untersatz. Auch dass diesmal Snowman Bandit zum Mitmachen überreden muss statt wie im Vorgänger umgekehrt, ist ein gelungener Kniff. Gute, nachdenkliche Szenen stehen purem Trash gegenüber, der seinen fragwürdigen Höhepunkt in Form der Dreifachrolle Gleasons erreicht. Der gesteigerte Klamaukgehalt tut diesem Schlitzohr-Film alles andere als gut, wozu ich auch Bandits mittels eines leicht durchschaubaren Spezialeffekts gelösten Rückwärtssalto auf den Elefanten, der sich übrigens als Kuh namens Charlotte entpuppt, zähle.

Das Tier wurde offenbar perfekt dressiert, was einerseits beeindruckend ist, man andererseits aber nur hoffen kann, dass es im Zuge dessen nicht allzu sehr gequält wurde. Tatsächlich entsteht aus Tierschutzgründen auch ein Konflikt zwischen Bandit und Snowman die Weiterfahrt betreffend, denn Charlotte ist trächtig. Letztlich fasst sich Bandit als Sympathieträger natürlich ein Herz. Wer das Geschehen allen kaum lustigen Albernheiten zum Trotz tapfer durchhält, wird dafür mit einem großangelegten Spektakel belohnt, wenn im Finale etliche Trucks in wahnsinnigen Stunts einen Polizeiwagen nach dem anderen zerlegen – die reinste Materialschlacht. „Das ausgekochte Schlitzohr ist wieder auf Achse“ und punktet mit seinen ruhigeren Momenten und seinen Stunts, versagt jedoch, vom einen oder anderen Sprachwitz abgesehen, in humoristischer Hinsicht und ist somit leider nicht viel mehr als ein wenig origineller Aufguss des Erstlings, der die Chance verpasst, seinen politik- und autoritätskritischen Ansätzen Substanz zu verleihen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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Re: Das ausgekochte Schlitzohr ist wieder auf Achse - H. Needham

Beitrag von buxtebrawler »

Hier gibt's einen Vergleich der verschiedenen deutschen Synchronfassungen:

Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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Re: Das ausgekochte Schlitzohr ist wieder auf Achse - H. Needham

Beitrag von buxtebrawler »

Die Trilogie erscheint voraussichtlich am 10.12.2020 bei Universal Pictures noch einmal auf Blu-ray:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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