Das Halloween Monster / Pumpkinhead - Stan Winston (1988)

Moderator: jogiwan

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buxtebrawler
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Das Halloween Monster / Pumpkinhead - Stan Winston (1988)

Beitrag von buxtebrawler »

Das Halloween Monster

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Originaltitel: Pumpkinhead

Herstellungsland: USA / 1988

Regie: Stan Winston

Darsteller: Lance Henriksen, Jeff East, John D'Aquino, Kimberly Ross, Joel Hoffman, Cynthia Bain, Kerry Remsen, Florence Schauffler, Brian Bremer, George 'Buck' Flower, Matthew Hurley, Peggy Walton-Walker u. A.
Ed Harley lebt nach dem Tod seiner Frau mit seinem Sohn allein. Sie führen ein einfaches, aber zufriedenes Leben. Bis zu dem Tag, als eine Gruppe Jugendlicher in das ländliche Gebiet kommen, um dort Motocross zu fahren. Als Ed gerade nicht da ist, wird sein Sohn von einem der Jugendlichen angefahren und stirbt an den Verletzungen. In seiner Trauer ersucht Ed eine alte Hexe um Hilfe, doch diese kann seinem Sohn nicht mehr helfen. Jedoch bietet sie ihm die Dienste eines uralten Rachedämonen an, der in seinem Grab ruht. Blind vor Wut willigt Ed ein und die Hexe erweckt den "Pumpkinhead" zu neuem Leben. Der Dämon erwacht und macht sich sofort auf die Jagt nach den Sterblichen, für die er gerufen wurde. Einer nach dem Anderen stirbt nun einen fürchterlichen Tod. Der Dämon genießt es, seine Opfer langsam sterben zu lassen. Doch die Sache hat auch seinen Preis. Als Ed seine Tat bewusst wird, kann auch er den Pumpkinhead nicht mehr aufhalten...
Quelle: www.ofdb.de
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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Blap
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Re: Das Halloween Monster / Pumpkinhead - Stan Winston (1988)

Beitrag von Blap »

Älterer Ultrakurzkommentar:



Pumpkinhead

Ed Harley (Lance Henriksen) lebt als alleinerziehender Vater mit seinem Sohn Billy auf dem Land. Er führt dort einen kleinen Laden, versteht sich prima mit seinem Sprößling. Als eine Gruppe junger Leute auftaucht passiert ein schrecklicher Unfall. Billy wird von einem Motorrad erfasst, erliegt kurze Zeit später seinen Verletzungen. Ed ist ausser sich, von Schmerz und Rachegelüsten geleitet sucht er eine alte Frau mit magischen Kräften auf. Die Alte hat die Macht ein Monster zu erwecken, ein Monster das an den Halbstarken grausige Rache nehmen soll. Schon bald macht sich das Ungeheuer auf den Weg, doch nicht nur die Teenies müssen einen hohen Preis zahlen...

Pumpkinhead (1988) ist eine der wenigen Regiearbeiten von Stan Winston, der sonst eher als Makeup Artist und Schöpfer von Spezial Effekten seine Brötchen verdiente. Mit dem Kürbismonster ist ihm kleiner und unterhaltsamer Horrorfilm gelungen. Der unverwüstliche Lance Henriksen ist in der tragischen Hauptrolle zu sehen, wie immer verrichtet der Mann seinen Job solide. Übrigen Figuren fallen weder positiv noch negativ auf, sie spielen recht ordentlich, bleiben dabei aber beliebig austauschbar. Das Monster sieht fast wie eine Kreuzung aus Alien und Iron Maiden Maskottchen Eddie aus, gut gelungen und ordentlich animiert, jedoch hätte ich es gern etwas häufiger gesehen. Die Alterfreigabe ab 18 erscheint mir unmäßig, hier hätte die FSK IMHO im höchsten Fall die 16 ziehen müssen.

Klassiker des Genres ist der Kürbisschädel sicher nicht. Lockere Unterhaltung ohne wüste Auswüchse ist angesagt, quasi ein Häppchen für den kleinen Hunger. Die DVD gehört in technischer Hinsicht nicht zu den Highlights im Programm von e-m-s, bietet aber ein sehr faires Preis-/Leistungsverhältnis. Für die gepflegte Horror-Sammlung keine Pflicht, jedoch eine nette Ergänzung für die zweite Reihe.

6,5/10
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buxtebrawler
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Re: Das Halloween Monster / Pumpkinhead - Stan Winston (1988)

Beitrag von buxtebrawler »

„Sie werden versagen, Ed Harley! Sie werden versagen und auch sterben!“ – „Dann sterb ich eben!“

Der erste von nur zwei Filmen in Spielfilmlänge, bei denen US-Spezialeffekt-Experte Stan Winston (verantwortlich für die Kreaturen aus den „Terminator“-, „Predator“- und „Jurassic Park“-Filmen) Regie führte, ist der Horrorfilm „Pumpkinhead“, der auch auf den verhunzten und unsinnigen deutschen Titel „Das Halloween Monster“ hört, aus dem Jahre 1988. Ed Harley führt ein Leben des bescheidenen Glücks allein mit seinem kleinen Sohn auf dem Lande. Bei einem Unfall mit jugendlichen Motocross-Fahrern wird sein Filius jedoch schwer verletzt und stirbt. Daraufhin sucht er eine alte Hexe auf, die für ihn den Rächedämon „Pumpkinhead“ herbeiruft, der fortan erbarmungslose Jagd auf die Jugendlichen macht – bis auch Ed die Angelegenheit nicht mehr ganz geheuer ist…

„Pumpkinhead“ beginnt im Jahre 1957 mit einigen unheimlichen Szenen, in denen ein Monster nur schemenhaft zu erkennen ist und der sich nach sieben Minuten als rückblendender Prolog (und spätestens am Ende des Films als verzichtbar) entpuppt, denn von nun an beginnt er seine eigentliche, in der damaligen Gegenwart spielende Geschichte zu erzählen. Man findet sich in einer ländlichen Idylle wieder – harte Arbeit, ehrliche Menschen, einer von ihnen Ed Harley (nein, nicht der Stricker überteuerter T-Shirts), der vor einiger Zeit seine Frau verloren hat und nun mit seinem Sohn allein lebt. Doch die Idylle wird jäh gestört von halbstarken Motocross-Fahrern mit Stirnbändern, die direkt aus Wes Cravens „Im Todestal der Wölfe“ entsprungen scheinen. Es kommt zum folgenschweren Unfall und erstmals versucht uns der Film die Jugendlichen als unterschiedliche Charaktere näherzubringen. Einer von ihnen entpuppt sich als Arschloch, da er am liebsten schnell das Weite suchen würde. Andere wiederum sorgen sich aufrichtig um den Sohnemann und überlegen, wie sie sich jetzt am besten verhalten sollten. Streng genommen war es das aber auch schon mit der Charakterisierung, von nun an verbleiben sie in ihren ihnen zugewiesenen Rollen und sind für keine Überraschungen oder etwas mehr Tiefgang mehr gut. Überraschender ist da schon das Verhalten Harleys, der sich plötzlich in einer Art Neuverfilmung von „Friedhof der Kuscheltiere“ wiederzufinden scheint, als er nach dem Tod seines Sohns gegen den ausdrücklichen Rat seines Nachbarn in seiner Trauer und in seinem Zorn die alte Hexe aufsucht.

Diese wirkt mehr tot als lebendig und lebt in einer nach allen Regeln der Bühnenbildnerkunst wenig einladend ausstaffierten Hütte. Sie muss dem armen Ed eröffnen, leider auch nichts mehr für Harley junior tun zu können. Sie behauptet dafür frei von der Leber weg, dass er gewiss Rache wolle und ungewöhnlich schnell hat sich Ed mit dem Ableben seines Stammhalters abgefunden. Er lässt zu, dass die alte Dame (*hüstel*) den Rachedämon beschwört und tut in einer – natürlich – unfassbar heftig wütenden Gewitternacht alles Notwendige dafür: Er gräbt den alten Schrumpelkopf (den Dämon, nicht die Hexe) im Embryonalzustand auf einem alten Friedhof aus und bringt ihn der Hexe. Spätestens nun weiß Ed, dass die Legende, die man sich im Ort seit Generationen erzählt, tatsächlich wahr ist und spätestens jetzt bekommt der halbwegs aufmerksame Zuschauer erste Stirnrunzler – zu holperig fiel Eds Entwicklung vom eben noch um sein Kind Trauernden zum sofort Vergeltung Fordernden und dafür größte Anstrengungen auf sich Nehmenden aus, zu wenig – trotz der Extremsituation, in der er sich befindet – nachvollziehbar das, was da gerade passierte. Hier hätten die Drehbuchautoren gut daran getan, Ed und/oder den anderen Charakteren für ihre Entwicklung etwas mehr Platz einzuräumen, vielleicht noch irgendetwas in die Waagschale zu werfen, anderes dafür zu straffen. Derartige Schwächen ziehen sich dramaturgisch (mehr) und inhaltlich (weniger) durch den eigentlich fast zu geradlinigen und vorhersehbaren Film, der entweder auf dem Schnittbrett deftig zusammengestaucht oder mit fehlendem emotionalen Gespür geschrieben bzw. inszeniert wurde.

Doch was soll’s, immerhin befinden wir uns ja in einem Stan-Winston-Film, also her mit Monster! Das erscheint nach langer Exposition auch endlich in voller Pracht auf der Bildfläche und sieht wirklich respekteinflößend und hübsch eklig aus. Es schnappt sich (bis aufs „Final Girl“ selbstredend) einen Rabauken nach dem anderen und bringt ihn um die Ecke. Dabei erinnert es in manch Einstellung an den Alien aus, nun ja, der „Alien“-Reihe eben; aber das ist in Ordnung, denn da gibt es weitaus schlechtere Referenzen. Nach einiger Zeit jedoch muss man zur Kenntnis nehmen, dass die Sause wenig explizit und kaum blutig vonstattengeht, was prinzipiell natürlich nicht unbedingt schlimm ist – da jedoch auch das Monstrum keine wirklichen Überraschungen zu bieten hat, ja, sich verglichen mit anderen Kreaturenarbeiten Winstons relativ schnell „abnutzt“, macht sich zumindest bei denjenigen, die an einen Stan-Winston-Film eine in dieser Hinsicht hochgesteckte Erwartung hatten, ein wenig Ernüchterung breit. Der Film gewinnt dafür in anderer Hinsicht: Mit unheimlichen Soundeffekten und Klangkulissen versetzt er sein Publikum in die entsprechend angepeilte Stimmung, genreästhetische, in Blautönen ausgeleuchtete Nachtbilder bilden einen wirkungsvollen Kontrast zu den sonnendurchfluteten Bildern vom Tage, Wald- und Sumpfgebiete stehen stellvertretend für dunkle Geheimnisse und werden ansprechend-ungemütlich in Szene gesetzt. Die Kamera bietet einige gelungene Perspektiven und Fahrten und hilft dabei, „Pumpkinhead“ zumindest optisch zu einem wohltuenden End-’80er-Genuss zu machen.

Thematisch setzt sich „Pumpkinhead“ mit den Themen Schuld, Vergeltung und Vergebung auseinander und läutet auf dieser Grundlage ein dann doch recht originelles Finale ein. Der Rachedämon entpuppt sich als Teil Eds Selbst, als die physikalische Manifestation seiner negativen Energie. Letztlich wird Eds Rachsucht ihm selbst zum Verhängnis, wenn er feststellen muss, eine Spirale in Gang gesetzt zu haben, über die er keine Kontrolle mehr hat, dass er alles nur noch schlimmer gemacht hat und die erhoffte Genugtuung nicht eintritt, im Gegenteil: er selbst größte Schuld auf sich geladen hat – bis ihn seine Rache selbst zugrunde richtet, denn (Achtung, Spoiler!) körperliche Verletzungen die ihm widerfahren, wirken sich auch schwächend auf den Dämon aus bzw. sind die einzige Möglichkeit, diesen aufzuhalten. Damit bewegt sich der Film im moritatisch-moralischen Fahrwasser vieler comichafter Genrekollegen, wobei ihm aber jegliche Ironie und makabrer Zynismus abgehen, er mit seinem betonten Ernst seinen Stiefel durchzieht, dabei nie unfreiweillig komisch, aber bisweilen etwas zäh und langatmig wirkt. Hier hätte ein wenig Auflockerung tatsächlich gutgetan.

Ein satter Glücks- bzw. gut gewählter Griff war die Wahl des Hauptdarstellers, denn der erfahrene Lance Henriksen, der mit Winston bereits für die „Alien“-Fortsetzung „Aliens“ zusammenarbeitete, verleiht mit seinem emotionalen Mienenspiel seinem recht oberflächlich konzipierten Charakter Ausdruck und eine gewisse, im Rahmen des Drehbuchs mögliche Authentizität, die sich sehr positiv auf das Gesamtergebnis auswirkt und aus dem ansonsten ziemlich austauschbaren Darsteller-Ensemble heraussticht. Letztlich ist „Pumpkinhead“ eine Gratwanderung zwischen an Härte und Schauwerten interessiertem Kreaturenspektakel und Kritik an niederen menschlichen Instinkten mit einem gewissen Anspruch, allerdings beides nie so ganz und oftmals eher halbherzig. Wer ein blutiges und/oder innovatives Winston-Spezialeffektfeuerwerk erwartet, dürfte ebenso enttäuscht werden wie derjenige, der eine dramaturgisch ausgefeilte, spannend konzipierte und mit einigen Wendungen gespickte Geschichte erzählt bekommen möchte. Macht man sich von derartigen Erwartungshaltungen frei und geht an „Pumpkinhead“ unbedarft wie an viele andere '80er-US-Horror-Produktionen heran, kann man aber durchaus unterhaltsame und kurzweilige rund 80 Minuten verleben, die mehr richtig als falsch machen und aufgrund des Kürbiskopfes in jede Sammlung von Fans handgemachter, bösartiger Kreaturen gehören.
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Adalmar
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Re: Das Halloween Monster / Pumpkinhead - Stan Winston (1988)

Beitrag von Adalmar »

buxtebrawler hat geschrieben:Wer ein blutiges und/oder innovatives Winston-Spezialeffektfeuerwerk erwartet, dürfte ebenso enttäuscht werden wie derjenige, der eine dramaturgisch ausgefeilte, spannend konzipierte und mit einigen Wendungen gespickte Geschichte erzählt bekommen möchte.
Sehe ich auch so. Letztlich bleibt da nicht viel übrig. Finde den Streifen ziemlich mittelmäßig.
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jogiwan
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Re: Das Halloween Monster / Pumpkinhead - Stan Winston (1988)

Beitrag von jogiwan »

Eigentlich könnte „Pumpkinhead“ ja ein netter Genre-Snack im Stile eines Stephen King-Streifens sein und der Roman „Friedhof der Kuscheltiere“ stand hier wohl übergroß Pate - jedoch entpuppt sich der Streifen von Stan Winston trotz seines schönen Looks und dem eindrucksvollen Monster, als eine Art Luftnummer, die nie richtig in die Gänge kommt. Die Geschichte über den Motorrad-Unfall, der ja immerhin der Aufhänger der weiteren Verläufe sind, wird völlig uninspiriert dargeboten und auch die Trauer des Vaters und das Verhalten der Jugendlichen stehen immer an der Kippe zum Trash. Daher funzt auch der Rest dann nur noch bedingt und selbst dann verzettelt sich die Story noch in Nebensächlichkeiten, anstatt sein eindrucksvolles Monster zur Höchstform auflaufen zu lassen. Das Drehbuch mit durchaus guten Ideen und dem schönen Finale hätte man wirklich noch einmal gründlich überarbeiten und ausmisten sollen. So wirkt das alles schaumgebremst und wie ein Zugeständnis an ein breites Publikum, dass man offensichtlich nicht mit unschönen Dingen verschrecken wollte. Wie auch die anderen sehen ich den Streifen daher als durch und durch mittelprächtiges wie -mäßiges Vergnügen. Ein Film der verschenkten Möglichkeiten.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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