Über den Punkt hatte ich mit dem werten Purgschi ja in Bremen auch ein interessantes Gespräch auf dem Weg ins Hotel, das mich irgendwie die letzten Tage nicht losgelassen hat. Ich hab das ja seinerzeit gar nicht so beachtet, aber bei näherer Betrachtung macht das imho irgendwie doch Sinn. Einerseits scheint Jennifer zu diesem Zeitpunkt ihre körperlichen Reize als Waffe einzusetzen und andererseits legt das Verhalten der Männer den Verdacht nahe, dass sich diese aus einer zutiefst männlichen Macho-Denkweise heraus der Tragweite ihrer Taten gar nicht bewusst sind. So nach dem Motto "es hat ihr doch auch irgendwie gefallen", sonst wär sie nicht zurückgekommen. Interessant wäre zu diesem Punkt aber sicherlich eine weibliche Meinung.purgatorio hat geschrieben: Eher fragwürdig finde ich, dass die gute Jennifer zu zweien ihrer vier Peiniger ein weiteres Mal freiwillig (!) sexuellen Kontakt aufnahm, wodurch sie wie von selbst die stereotype Vermutung bestätigte, die zu ihrer Vergewaltigung führte. Sie sei eine Großstadthure, leicht zu haben und unersättlich. Ein recht kritischer Punkt, möchte ich meinen.
Ich spuck auf dein Grab - Meir Zarchi (1978)
Moderator: jogiwan
Re: Ich spuck auf dein Grab - Meir Zarchi (1978)
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Re: Ich spuck auf dein Grab - Meir Zarchi (1978)
Genau das macht den Film doch erst nachhaltig interessant und verleiht den Charakteren eine zusätzliche Ebene, lässt unterschiedliche Interpretationen des Stoffs zu.
Von lüsternen Blicken der Kamera kann -aus meiner Sicht- nicht die Rede sein. Das Opfer wird durch die vollständige Nacktheit noch hilfloser (aber keinesfalls erotisch) dargestellt, während die Täter sich nicht diese -im wahrsten Sinne des Wortes- Blöße geben. Schnell wird der Lümmel reingeschoben, die anderen sollen den kleinen Mann schliesslich nicht sehen, Hauptsache man(n) handelt nach den Gesetzen des Rudels.
Nimmt Jennifer später tatsächlich "freiwillig" erneut sexuelle Kontakte zu ihren Vergewaltigern auf? Ich denke nicht, wir sehen eine psychisch und physisch grausam erniedrigte Frau, die durch ihre schwere Psychose zur Rache getrieben wird, deren vorheriges Leben durch den Überfall zerstört wurde.
Das Werk von Meir Zarchi hat nichts von seiner Kraft verloren, die darstellerische Leistung seiner späteren Ehefrau Camille "Solange" Keaton bleibt beeindruckend, großartig und -in jeder Hinsicht- schmerzhaft.
Von lüsternen Blicken der Kamera kann -aus meiner Sicht- nicht die Rede sein. Das Opfer wird durch die vollständige Nacktheit noch hilfloser (aber keinesfalls erotisch) dargestellt, während die Täter sich nicht diese -im wahrsten Sinne des Wortes- Blöße geben. Schnell wird der Lümmel reingeschoben, die anderen sollen den kleinen Mann schliesslich nicht sehen, Hauptsache man(n) handelt nach den Gesetzen des Rudels.
Nimmt Jennifer später tatsächlich "freiwillig" erneut sexuelle Kontakte zu ihren Vergewaltigern auf? Ich denke nicht, wir sehen eine psychisch und physisch grausam erniedrigte Frau, die durch ihre schwere Psychose zur Rache getrieben wird, deren vorheriges Leben durch den Überfall zerstört wurde.
Das Werk von Meir Zarchi hat nichts von seiner Kraft verloren, die darstellerische Leistung seiner späteren Ehefrau Camille "Solange" Keaton bleibt beeindruckend, großartig und -in jeder Hinsicht- schmerzhaft.
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Re: Ich spuck auf dein Grab - Meir Zarchi (1978)
Das liegt natürlich im Auge des Betrachters, inwieweit man hier eine Freiwilligkeit sieht und auch, ab welchen Zeitpunkt man hier einen sexuellen Akt deuten möchte. Für meine Begriffe war es allerdings mehr als eindeutig, dass zu zwei Peinigern erneut sexueller Kontakt gesucht wurde - unabhängig vom hohen Maß an Ekel, dass es hierfür zu überwinden gilt, muss auch das schauspielerische Talent enorm sein, um diese Abscheu während des Aktes zu verbergen, schließlich soll dem Peiniger hier ja eine Falle gestellt werden, die dessen Tod zur Folge hat. Mir war das darum in zweierlei Hinsicht zu viel: zum einen eben, weil ich einer derart gepeinigten Frau dieses Maß an berechnender Contenance in einer solchen Situation nicht zutrauen würde/möchte (ein Ausbruch heftigster Aggression mit stumpfer Gewalt und blutrünstiger Rache erscheint mir hier logischer), und zum anderen weil es mir als recht ungeschickt erschien (nicht auf inhaltlicher Ebene, sondern auf der filmischen, speziell im Hinblick auf die zwingend notwendige Moral), Jennifer hier die Bestätigung der ursprünglich stereotypen Verklärung ihrer Person durchführen zu lassen.Blap hat geschrieben:Nimmt Jennifer später tatsächlich "freiwillig" erneut sexuelle Kontakte zu ihren Vergewaltigern auf? Ich denke nicht, wir sehen eine psychisch und physisch grausam erniedrigte Frau, die durch ihre schwere Psychose zur Rache getrieben wird, deren vorheriges Leben durch den Überfall zerstört wurde.
Ich schließe mich hier aber dem Jogi an und fordere eine Dame zur Stellungnahme auf
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Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
- nicht nach Mitternacht füttern
- kein Wasser
- kein Sonnenlicht
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- kein Wasser
- kein Sonnenlicht
Re: Ich spuck auf dein Grab - Meir Zarchi (1978)
Mir kommt diese Sichtweise zu oberflächlich vor. Interessant wäre in diesem Zusammenhang eine Befragung des Regisseurs.
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Re: Ich spuck auf dein Grab - Meir Zarchi (1978)
Herber Exploitation-Streifen mit der von mir sehr geschätzten Camille Keaton, die hier Unerträgliches über sich ergehen lassen muss. Über die Figurenzeichnung und Aussage könnte man natürlich tagelang diskutieren und dennoch muss man dem Zarchis Streifen neidlos zugestehen, dass er auch heutzutage noch genug schockt um seine Remake und unzähligen Nachahmer locker in die Tasche zu stecken.
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- FarfallaInsanguinata
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- Registriert: Mi 20. Nov 2013, 22:57
Re: Ich spuck auf dein Grab - Meir Zarchi (1978)
ich empfinde den auch immer noch als relativ schwer erträglich, aber durch seinen ultra-derben realismus, der verzicht auf jedweden soundtrack unterstützt das ja ziemlich eindrucksvoll, hat er für mich durchaus seine berechtigung.
ist für mich aus der weiblichen sicht genauso relevant und wichtig wie "MS45". nur irgendwie auffällig, dass die krassesten revenge-filme ausgerechnet von männern fabriziert wurden.
8/10
ist für mich aus der weiblichen sicht genauso relevant und wichtig wie "MS45". nur irgendwie auffällig, dass die krassesten revenge-filme ausgerechnet von männern fabriziert wurden.
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8/10
Diktatur der Toleranz
Die Zeit listete den Film in einem Jahresrückblick als einen der schlechtesten des Kinojahres 2023. Besonders bemängelt wurden dabei die Sexszenen, die von der Rezensentin als „pornografisch“ und „lächerlich“ bezeichnet wurden.
Die Zeit listete den Film in einem Jahresrückblick als einen der schlechtesten des Kinojahres 2023. Besonders bemängelt wurden dabei die Sexszenen, die von der Rezensentin als „pornografisch“ und „lächerlich“ bezeichnet wurden.
- horror1966
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- Registriert: Mo 7. Jun 2010, 01:46
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Re: Ich spuck auf dein Grab - Meir Zarchi (1978)
Der Film beeindruckt mich auch immer wieder aufs Neue, wobei ich das Remake als wirklich gelungen und fast gleichwertig ansehe.
Big Brother is watching you
Re: Ich spuck auf dein Grab - Meir Zarchi (1978)
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quelle: wikipediaIn her memoir "Inside Out", Demi Moore confirmed that the scantily clad woman on the film's poster, posing with her back turned, is her.
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