Megan is Missing - Michael Goi (2009)

Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Megan is Missing - Michael Goi (2009)

Beitrag von jogiwan »

Megan is Missing

Bild

Originaltitel: Megan is Missing

Herstellungsland: USA / 2009

Regie: Michael Goi

Darsteller: Amber Perkins, Rachel Quinn, Dean Waite, Jael Elizabeth Steinmeyer, Kara Wang

Story:

Die 14jährige Megan ist hübsch, beliebt und lebensfroh und chattet gerne im Internet mit ihrer besten Freundin Amber, der sie selbst intimste Erlebnisse erzählt. Durch den Tip einer Freundin lernt sie eines Tages im Internet einen coolen Jungen namens "Skaterdude" kennen, der sympathisch erscheint und mit dem sie ein Treffen vereinbart, zu dem er aber nicht erscheint. Wenig später ist sie Megan spurlos verschwunden und alle Versuche das Mädchen zu finden schlagen fehl. Auch ein Aufruf über Medien bleibt ohne Erfolg und kurze Zeit später ist auch ihre Freundin Amber wie vom Erdboden verschluckt...
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jogiwan
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Re: Megan is Missing - Michael Goi (2009)

Beitrag von jogiwan »

Zwiespältiger, plakativer, aber definitiv sehr herber Found-Footage-Streifen über zwei Mädchen, die im Internet an einen Psychopathen geraten. Der ambitionierte Streifen möchte dabei wohl über die Gefahren des Internets informieren und ist anfänglich mit seinem Teenie-Talk eher befremdlich und schießt dann irgendwann völlig übers Ziel hinaus. Als 40jährige sollte man wohl auch nicht über die Naivität von 13 - 14jährigen Mädchen urteilen, aber sich mit einer fremden Person zu treffen, von der man nicht einmal weiß wie sie aussieht, ist natürlich keine gute Idee und so kommt es auch wie es kommen muss. Dabei geht es in dem 2009 aus Videochats, Fernsehmaterial und Videotagebuch zusammengestellten und authentisch wirkenden Streifen anfänglich um Megan, deren lebensfrohe Fassade in Videochats zerbröselt wird, ehe der Streifen nach ihrem Verschwinden auf ihre jungfräuliche Freundin Amber switcht, für die sich das Schicksal auch die Höchststrafe ausgedacht hat. Die letzten 22 Minuten sind dann auch ohne Gorekeule ein völliger Downer, ehe der Zuschauer in der Finalsequenz nochmals von den Träumen der jungen Mädchen erfahren darf, die Minuten davor aufs brutalste zerplatzt sind.
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Salvatore Baccaro
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Re: Megan is Missing - Michael Goi (2009)

Beitrag von Salvatore Baccaro »

Einmal abgesehen davon, dass Michael Goi mit dem Found-Footage-Genre durchaus virtuos umspringt, sprich, all die (vermeintlichen) TV-Berichte, Video-Tagebücher, Webcam-Aufzeichnungen in einer durchdachten runden Dramaturgie aneinandermontiert, und dass die Darstellerinnen für meine Begriffe absolut authentisch agieren und es schaffen, ihren Figuren durch feine Nuancen wahre Tiefe zu verleihen, haben mich die letzten zwanzig Minuten dieses Films so sehr ver- und zerstört wie schon lange nichts mehr. Das ist dann wohl der furchtbarste Blick in eine blaue Regentonne der Filmgeschichte! :shock:

An einem Werk wie MEGAN IS MISSING kann man dann auch relativ gut sehen, wo die Defizite von stumpfen Faux-Snuff-Orgien wie AUGUST UNDERGROUND oder NIKU DARUMA liegen: Während letztere uns einfach nur monoton vorführen, wie Personen, die uns herzlich egal sein können, auf primitive Weise gefoltert und ermordet werden, nutzt MEGAN IS MISSING den Großteil seiner Laufzeit, um uns mit seinen Charakteren vertraut zu machen, ihre Schwächen und Stärken kennenzulernen, sie ins Herz zu schließen, - um uns genau dieses Herz durch den garstigen finalen Akt dann zu brechen - und das, wohlgemerkt!, ohne einen einzigen Splatter- oder Gore-Effekt. Goi scheint tatsächlich einige Kurse in der Haneke-Schule des größtmöglichen Terrors durch minimalistische Mittel gegangen sein: Im Prinzip sehen wir die letzten Minuten lediglich die Aufnahme einer handelsüblichen blauen Regentonne - und trotzdem musste ich nach Sichtung des Streifens erst einmal einen langen Waldspaziergang unternehmen, um mich zu diesem herzzerreißenden Höllentrip auf Distanz zu bringen...

Ach ja, und MEGAN IS MISSING dürfte ebenfalls Joshua Oppenheimers THE ACT OF KILLING Gesellschaft leisten, was die schlimmste Teddybär-Szene der Filmgeschichte angeht... :(
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Arkadin
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Re: Megan is Missing - Michael Goi (2009)

Beitrag von Arkadin »

Salvatore Baccaro hat geschrieben: Sa 3. Okt 2020, 10:56 Ach ja, und MEGAN IS MISSING dürfte ebenfalls Joshua Oppenheimers THE ACT OF KILLING Gesellschaft leisten, was die schlimmste Teddybär-Szene der Filmgeschichte angeht... :(
Oh mein Gott! Also, ich sag mal völlig ironiefrei "Danke für die Warnung". Denn ich weiß, dass mich dieser Film sicherlich mitten durch brechen würde. Das ist für mich tatsächlich völlig realer Horror. Das ertrage ich nicht bzw. möchte mich damit gar nicht erst konfrontieren.
Früher war mehr Lametta
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