Motorpsycho
Die hübsche Gattin des Tierarztes Cory wird eines Tages von zwei Halbstarken und einem Ex-Vietnam-Veteranen auf ihren Mopeds belästigt und als ihr Mann beherzt das Treiben beendet, heften sich die drei Männer auf die Fersen des Paares. Wenig später wird die Frau im gemeinsamen Haus überfallen, vergewaltigt und schwer verletzt zurückgelassen und Cory schwört bittere Rache an den Tätern. Als er daraufhin mit seinem Pickup den drei Rockern in die Wüste verfolgt trifft er auf die leicht verletzte Ruby, deren Ehemann ebenfalls von dem Anführer Brahmin getötet wurde. Als sich diese Cory anschließt, führt der Weg immer weiter in die abgelegene Wüste, wo Veteren Brahmin mittlerweile endgültig dem Wahn und einem Blutrausch verfallen ist, der sich seinen Verfolgern wie auch den aufkeimenden Spannungen innerhalb der Gruppe mit Waffengewalt entgegenstellt.
So wie „Lorna“ und „Mudhoney“ im Grunde die gleichen Themen behandeln stehen auch „Motorpsycho“ und „Faster Pussycat… Kill! Kill!“ in einem ähnlichen Verhältnis zueinander. Beide Filme handeln von drei gewaltbereiten Menschen und Eskalation, auch wenn es hier PS-technisch ein paar Nummern kleiner geht. Statt Varla und ihre Go-Go-Tänzerinnen mit röhrenden Sportwagen, verbreiten hier Jungs auf dem Moped (!) Angst und Schrecken, fahren mordend und vergewaltigend durch die Gegend und treffen dann auf den beherzten Tierarzt, der sich dem sinnlosen Treiben in den Weg stellt. Dabei wirkt „Motorpsycho“ wie eine frühe Mischung auch „Clockwork Orange“ und „Ein Mann sieht rot“, auch wenn Russ Meyer seinen Streifen natürlich rasch und kostengünstig realisiert hat und ein Großteil des Streifens ohne sonstige Kulissen in der Wüste realisiert wurde. Inhaltlich lässt der werte Russ aber wenig aus und der Freund ruppiger Werke bekommt hier ja auch einen interessanten Vertreter des frühen Exploitation-Films präsentiert, der überraschend wild zur Sache geht. Zum packenden Herzschlag-Finale gibt es ja auch noch Alex Rocco in seiner ersten Rolle, Haji (Gesundheit!) als toughe Begleiterin und einen schmissigen Soundtrack, der sich perfekt zur wüsten Story gesellt. Wer „Pussycat“ mag, kommt an „Motorpsycho“ eigentlich auch nicht vorbei und irgendwie ist es für mich fast verwunderlich, dass der Streifen nicht öfters auftaucht, wenn es um ungewöhnliche Genre-Filme geht.