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Originaltitel: Out of the Blue Alternativtitel: Dynamit Punk, Dynamit Trucker, Explodierende Träume, No Looking Back Herstellungsland: Kanada Erscheinungsjahr: 1980 Regie: Dennis Hopper
Darsteller: Linda Manz, Dennis Hopper, Sharon Farrell, Don Gordon, Raymond Burr, Eric Allen, Fiona Brody, David L. Crowley, Joan Hoffman, Carl Nelson, Francis Ann Pettit, Glen Pfeifer, David Ackridge, Jim Byrnes, Glen Fyfe, Louis Gentile, Murdine Hirsch
334904_f.jpg (20.63 KiB) 380 mal betrachtet
Cebe ist ein rebellisches, frühreifes, pubertäres junges Mädchen und kommt aus einem zerrütteten Elternhaus, wo sie von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde. Sie hat Schwierigkeiten, mit den Problemen ihrer Eltern klarzukommen: Ihr Vater Don Barnes war Lastwagenfahrer, bis er ins Gefängnis musste, nachdem er einen tödlichen Unfall mit einem Schulbus verursachte. Cebes drogenabhängige, nervöse Mutter Kathy hat sich in der Zwischenzeit einen Liebhaber genommen.
Cebe gibt sich betont cool und hat stets einen schlauen Spruch parat. Sie trinkt und raucht. Zugleich nuckelt sie aber auch am Daumen. Regelmäßig ist sie mit ihrer Mutter beim Psychologen, wo sie Kinderbilder zeichnet. Was sie wirklich interessiert, sind ihr Idol Elvis Presley und Punk-Musik. Sie möchte selbst Musikerin werden. Schließlich wird ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen. Wieder zu Hause, verhält er sich gewalttätig und trinkt, bis es zum Eklat kommt.
Da kopiere ich doch mal frech den Wikipedia-Text. Manche Leute sind noch viel frecher und kopieren die Wikipedia-Texte gar in ihre Booklet-Texte.
Ich würde ja gern was zum Film schreiben, aber er liegt mir nun mal nicht vor. Für die DVD werden monströse Preise genommen und da bin ich leider komplett raus.
"Out of the Blue" habe ich erst- wie einmalig ca. 1983 von VHS geschaut. Da stand "Dynamit Punk" drauf und da war nur so ein Mist drin. Alles sooo lang her, da war ich noch gar nicht bereit für solche Filme! Heute würde ich den Film, in dem definitiv ganz viel Punk steckt, mit Sicherheit über die Maßen loben und wild abfeiern. Und ich vermute, dass sich einige Delirianer den Feierlichkeiten anschließen würden.
Vielleicht spielt "Out of the Blue" gar in der selben Liga wie der grandiose "Rivers Edge"? Okay, der Tailer folgt.
Zuletzt geändert von sid.vicious am Fr 26. Mai 2023, 11:21, insgesamt 1-mal geändert.
Gab's hierzu noch keinen anderen Fred im Forum? Wundert mich!
Geiler Film, ohne wenn und aber! Linda Manz ist groß als Darstellerin! Dazu der Subkultur-Kontext, hat mich Jahre gebraucht rauszufinden, dass es sich bei der Band, die live auftritt, um "Pointed Sticks" handelt.
Die deutsche Synchro von damals ist unter aller Sau, aber eine bessere Version habe ich tatsächlich bisher nicht gesehen. Denke jedoch, dass ich tatsächlich noch eine Kopie des alten ITT-Videos besitze.
Diktatur der Toleranz
Die Zeit listete den Film in einem Jahresrückblick als einen der schlechtesten des Kinojahres 2023. Besonders bemängelt wurden dabei die Sexszenen, die von der Rezensentin als „pornografisch“ und „lächerlich“ bezeichnet wurden.
FarfallaInsanguinata hat geschrieben: ↑Fr 26. Mai 2023, 01:03
Gab's hierzu noch keinen anderen Fred im Forum? Wundert mich!
Geiler Film, ohne wenn und aber! Linda Manz ist groß als Darstellerin! Dazu der Subkultur-Kontext, hat mich Jahre gebraucht rauszufinden, dass es sich bei der Band, die live auftritt, um "Pointed Sticks" handelt.
Die deutsche Synchro von damals ist unter aller Sau, aber eine bessere Version habe ich tatsächlich bisher nicht gesehen. Denke jedoch, dass ich tatsächlich noch eine Kopie des alten ITT-Videos besitze.
Ich war ebenfalls überrascht, dass es kein Thema zum Film gab.
Die Band, "Pointed Sticks", hätte ich niemals erraten.
@sid
Von zwei verschiedenen Synchros wusste ich nichts.
Ich erinnere mich an eine Rezension in der deutschen "Sounds" zum Kinostart, da wurde die Bearbeitung der Tonspur bereits bemängelt. Das alte Verleihvideo wird die miesen Dialoge mit Sicherheit übernommen haben; ich fands jedenfalls kacke.
Die ZDF-Bearbeitung und -Ausstrahlung sind mir offensichtlich entgangen, wahrscheinlich, da ich dachte 'kenn ich schon'.
@ bux
Welchen deutschen Ton hat die DVD, falls du das weißt?
Diktatur der Toleranz
Die Zeit listete den Film in einem Jahresrückblick als einen der schlechtesten des Kinojahres 2023. Besonders bemängelt wurden dabei die Sexszenen, die von der Rezensentin als „pornografisch“ und „lächerlich“ bezeichnet wurden.
FarfallaInsanguinata hat geschrieben: ↑Sa 3. Jun 2023, 17:23
@ bux
Welchen deutschen Ton hat die DVD, falls du das weißt?
Von der zweiten Synchro wusste ich auch nichts, gehe aber davon aus, dass die DVD die klassische Kinosynchro aufweist. 'ne schnelle Recherche hat leider keine näheren Angaben dazu hervorgebracht.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
buxtebrawler hat geschrieben: ↑Mo 5. Jun 2023, 10:03
FarfallaInsanguinata hat geschrieben: ↑Sa 3. Jun 2023, 17:23
@ bux
Welchen deutschen Ton hat die DVD, falls du das weißt?
Von der zweiten Synchro wusste ich auch nichts, gehe aber davon aus, dass die DVD die klassische Kinosynchro aufweist. 'ne schnelle Recherche hat leider keine näheren Angaben dazu hervorgebracht.
Das kannst Du ganz simpel checken, denn in der Zeitsynchro wird Dennis Hopper von Christian Brückner gesprochen.
In der Kinosynchro wird Hopper von Joachim Kerzel (die Stimme von Christopher Connelly in AMULETT DES BÖSEN als auch von Hopper in TCM 2) gesprochen.
Der US-Amerikaner Dennis Hopper („Easy Rider“), vornehmlich Schauspieler, hatte nach „The Last Movie“ fast zehn Jahre lang nicht mehr selbst Regie geführt. Doch mit dem im Jahre 1980 veröffentlichten „Out Of The Blue“ kam er zurück – mit einem kanadisch produzierten Sozialdrama. Mit einem Punkfilm.
„Disco stinkt!“
Die 15-jährige Cindy (Linda Manz, „The Wanderers“), die sich selbst nur „Cebe“ nennt, hat es alles andere als leicht: Ihr Vater Don (Dennis Hopper) ist ein Alkoholiker, der im Knast sitzt, weil er betrunken seinen Truck in einen Schulbus lenkte – mit verheerenden Folgen. Ihre Mutter (Sharon Farrell, „Die Wiege des Bösen“) ist heroinabhängig, vertreibt sich mit wechselnden Liebhabern die Zeit und erfüllt ihre Vorbildfunktion für das pubertierende Mädchen nur unzureichend. Ihre Verletztheit und Verletzlichkeit verbirgt sie nach außen hin, indem sie sich abgeklärt und unnahbar gibt. Dazu passt die Punkszene, die sich für sich entdeckt, aus der sie Kraft schöpft und die sich mit ihrer Rebellion bestens vereinbaren lässt. Als ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen wird, versucht man sich noch einmal an einem mehr oder weniger normalen Familienleben, doch die Zeichen stehen schlecht…
„Elvis war einer der ersten Punks!“
Hopper eröffnet seinen Film mit dem furchtbaren Verkehrsunfall, ohne ihn im Detail zu zeigen. Neil Youngs „Hey Hey, My My (Into the Black)“ fungiert als Titelstück, dem auch der Name des Films entlehnt wurde. Punkerin und Elvis-Fan Cebe hadert mit dem Abtreten von Punkgrößen sowie mit Elvis Presleys Tod und fährt per Anhalter ihren Vater im Knast besuchen – erstmals nach fünf Jahren. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt ist man von Cebe aufgrund ihrer sich über einen längeren Zeitpunkt erstreckenden Charakterisierung und der schauspielerischen Leistung fasziniert und folgt ihr gern, wenn sie in die Stadt fährt und sich alles anschaut, ein Punk-Konzert besucht, die Band kennenlernt (es handelt sich um die damals reale Band „Pointed Sticks“) und mitten während der Zugabe ans Schlagzeug darf. Dass die sich selbstbewusst gegen sexuelle Avancen wehrende Cebe bei Weitem nicht so cool ist, wie sie sich gibt, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass sie noch am Daumen lutscht.
„Es ist mein Leben und damit kann ich machen, was ich will!“
Erst nach 36 Minuten wird plötzlich und unvermittelt der Verkehrsunfall detailliert als Flashback gezeigt. Als ihr Vater aus dem Knast kommt, wird zu Hause gefeiert; und als seine Vergangenheit ihn in Person des Vaters eines beim Unfall getöteten Kinds heimsucht, wird dieser kurzerhand vertrieben. Er nimmt einen Job auf der Müllkippe an und will seinen Truck wieder klarmachen, um zusammen mit Cebe eine Tour zu fahren. Doch auch, wenn er seine Strafe abgesessen hat, ist er noch lange nicht rehabilitiert, denn seinen Job verliert er wegen des Unfalls rasch wieder – macht mit dem Bagger aber noch die Holzhütte des Chefs platt. Der aus dem Versagen des Vaters resultierende Unfall ist ein Familientrauma, das sich über alle legt und den Vater wieder in den Alkoholismus treibt. Dies zumindest scheint Hopper zum Ausdruck bringen zu wollen, was ihm eindringlich gelingt, wenngleich ihm auch keine Lösungsmöglichkeiten einfallen. Die Drogenabhängigkeit der Mutter wird eine ganze Weile nicht mehr aufgegriffen und scheint das sekundäre Problem darzustellen. Immer mal wieder eingestreute kurze Rückblenden zeigen Cebe, wie sie nach Umfall im Fahrerhaus des demolierten Trucks saß und Elvis hörte.
Obwohl „Out Of The Blue” zeigt, wie Cebe durch Punk ein Ventil findet und ihr Selbstbewusstsein stärkt, handelt es sich um keinen klassischen Coming-of-Age-Film. Das Wrack, in dem Cebe Zuflucht fand und einen Ort für sich hatte, steht sinnbildlich für den Zustand ihrer Seele. Das Verhältnis zu ihren Eltern hat tiefe Risse erlitten, die Gefühle, die sie für sie empfindet, sind widersprüchlich – was zusätzlich an ihr nagt und Kraft kostet. Die Handlung entscheidet sich irgendwann für eine konsequente Negativspirale, wird noch richtig eklig und endet mit einer fatalistischen Eskalation als letzte Instanz der Verzweiflung und Rache zugleich. Doch statt melodramatisch auf die Tränendrüse zu drücken, bleibt Hopper seinem authentischen, ruppigen Stil treu, verarbeitet mit dem Film vermutlich auch seine eigenen Probleme und Erfahrungen.
Und so bekommt man denn auch statt schwerer Streicher oder Elektroklänge einen coolen Rock’n’Roll-Soundtrack plus zweier Neil-Young-Folkstücke auf die Ohren und lernt eine wunderbar rebellische Göre, die sich nichts gefallen lässt, kennen – der man jedoch von Herzen einen anderen Ausgang gewünscht hätte. Starker, schmerzhafter Film!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)