Slasher 3 - Solstice
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Der bisexuelle und äußert umtriebige Kit wird eines Nachts nach einer Sonnwend-Party von einem Unbekannten vor einem Mehrparteienhaus und den Augen der übrigen Mieter attackiert und ermordet. Doch anstatt einzuschreiten, hält sich jeder der Augenzeugen zurück, da der umtriebige Mann sich mit seinem freizügigen Lebensstil in dem Haus zuletzt viele Feinde gemacht hat. Ein Jahr später scheint der nie gefasste Mörder aber mit den Bewohnern des Hauses noch eine weitere Rechnung offen zu haben und das Morden beginnt erneut…
Die dritte Staffel der „Slasher“-Serie ist ja insofern anders, als dass man es dieses Mal nicht mit den üblichen US-Teenies, sondern mit einem völlig diversen Figurenkabinett zu tun hat. Von der Hijab-tragenden Muslima, Schwule, Lesben, Bobos, Blogger bis hin zum alternden Rassisten gibt es Figuren am Puls der Zeit und neben der Krimihandlung für den Zuschauer auch noch eine gesellschaftliche Botschaft. Diese wirkt in dem Slasher-Kontext auf den ersten Blick wirklich etwas seltsam und dürfte auch nicht jeden ansprechen, doch abgesehen davon gehen die acht Folgen, die sich in einem Zeitraum von 24 Stunden inklusive unzähliger Rückblenden abspielen doch ziemlich Gas. Der Härtegrad ist sehr hoch und teils spielen sich die Ereignisse auch auf „Saw“-Niveau ab und die Morde sind auch auf die jeweilige Persönlichkeit des Opfers zugeschnitten. Ich mochte ja auch die beiden Vorgänger-Staffeln, die allesamt ihre Fehler hatten, aber der dritte Aufguss ist überraschend kurzweilig, hat einen hübschen Look und auch die unterschiedlichen Figuren fand ich durchaus spannend, auch wenn dem Zuschauer in diesem Punkt vielleicht doch etwas zu viel zugemutet wird. Ob das vorwiegend männliche Slasher-Publikum auf eine Hijab-tragende Muslima als Hauptfigur vorbereitet ist, wage ich ja zu bezweifeln und dennoch ist diese Staffel mit all den anderen gesellschaftlichen Themen doch auch ein gutes Zeichen in einer Zeit, in der die zwischenmenschlichen Gräben immer tiefer werden. Ich fands gut!