SONNO PROFONDO - Luciano Onetti
Moderator: jogiwan
SONNO PROFONDO - Luciano Onetti
SONNO PROFONDO (Deep Sleep)
Directed by: Luciano Onetti
Produced by: Nicolás Onetti
Written by: Luciano Onetti
Music by: Luciano Onetti
Runtime: 67 Minutes
"After murdering a woman, a killer that is traumatized from his childhood memories, gets a mysterious envelope slipped under his door. The hunter becomes the prey when he finds out that the envelope contains photos that show him killing the young woman."
Quelle: IMDb
Directed by: Luciano Onetti
Produced by: Nicolás Onetti
Written by: Luciano Onetti
Music by: Luciano Onetti
Runtime: 67 Minutes
"After murdering a woman, a killer that is traumatized from his childhood memories, gets a mysterious envelope slipped under his door. The hunter becomes the prey when he finds out that the envelope contains photos that show him killing the young woman."
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http://www.reinifilm.blogspot.com / https://bfilmbasterds.de/
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Re: SONNO PROFONDO - Luciano Onetti
"Deeeep Sleeeeeejip" 
Sieht doch ganz nett aus Die Spielzeit ist natürlich etwas kurz geraten, aber mal schauen, ob das Teil auch den Weg nach Schland findet.
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Sieht doch ganz nett aus Die Spielzeit ist natürlich etwas kurz geraten, aber mal schauen, ob das Teil auch den Weg nach Schland findet.
Sonno Profondo - Luciano Onetti (2013)
Sonno Profondo
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Originaltitel: Sonno Profondo
Alternativtitel: Deep Sleep
Herstellungsland: Argentinien / 2013
Regie: Luciano Onetti
Darsteller: Luciano Onetti, Daiana Garciá, Silvia Duhalde
Story:
Nachdem ein von schrecklichen Kindheitserinnerungen traumatisierter Mann eine junge Prostituierte ermordet hat, erhält dieser in seine Wohnung zurückgekehrt einen mysteriösen Umschlag, der unter seiner Tür durchgeschoben wird. Dieser beinhaltet neben einer Telefonnummer auch noch einen Schlüssel zu einem Schließfach und Fotos, die ihn bei der Ausübung seiner grausamen Tat zeigen. Auf der Suche nach dem Schließfach wird der Killer auch angegriffen und es scheint, dass der mysteriöse Verfolger aus dem Umfeld des Mörders stammt und auch über seine düstere Vergangenheit genau Bescheid weiß…
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Originaltitel: Sonno Profondo
Alternativtitel: Deep Sleep
Herstellungsland: Argentinien / 2013
Regie: Luciano Onetti
Darsteller: Luciano Onetti, Daiana Garciá, Silvia Duhalde
Story:
Nachdem ein von schrecklichen Kindheitserinnerungen traumatisierter Mann eine junge Prostituierte ermordet hat, erhält dieser in seine Wohnung zurückgekehrt einen mysteriösen Umschlag, der unter seiner Tür durchgeschoben wird. Dieser beinhaltet neben einer Telefonnummer auch noch einen Schlüssel zu einem Schließfach und Fotos, die ihn bei der Ausübung seiner grausamen Tat zeigen. Auf der Suche nach dem Schließfach wird der Killer auch angegriffen und es scheint, dass der mysteriöse Verfolger aus dem Umfeld des Mörders stammt und auch über seine düstere Vergangenheit genau Bescheid weiß…
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Re: Sonno Profondo - Luciano Onetti (2013)
Argentinischer Neo-Giallo in Form eines etwas bemühten Experimentalfilms, dass wie der unsägliche „Symphony in Blood Red“ aus der POV-Perspektive eines Mörders gedreht wurde und dem Zuschauer ebenfalls als große Rettung des Genres verkauft werden soll. Zum Glück ist „Sonno Profondo“ aber besser als Patoris Gore-Rohrkrepierer in Amateur-Optik, auch wenn Luciano Onetti mit seinem 4.000 Dollar-Werk ebenfalls nicht der große Wurf gelungen ist. Die Optik des in Italienisch gedrehten, nahezu Dialog-freien und auf Retro getrimmten Streifens ist zwar inklusive J&B an die Vorbilder aus den Siebzigern angelehnt, aber inhaltlich hat „Sonno Profondo“ außer einem Mörder mit Rasiermesser herzlich wenig mit dem zu tun, was hier mit dem Begriff „Giallo“ generell in Verbindung gebracht wird. Der sperrigen Geschichte über seltsame Bewusstseinszustände und die mysteriöse Jagd auf einen Mörder gänzlich (!) aus der Sicht derselben ist ja nicht einfach zu folgen und soll den Zuschauer auch absichtlich verwirren, ehe am Ende dann die ohnehin schon wenig gehaltvolle Story ohnehin in ein neues Licht gerückt wird. Außerdem wirkt Luciano Onetti im mitgelieferten Interview für mein Empfinden auch etwas zu selbstverliebt und verweigert natürlich jegliche Interpretation seiner nicht sonderlich originellen Geschichte und so liegt es wohl auch an der Aufgeschlossenheit des Zuschauers, ob man dem knapp 65minütigen Debüt-Werk des argentinischen Regisseurs, der von Drehbuch über Regie bis hin zur Musik auch alles selbst fabriziert hat, wohlwollend oder eher ablehnend gegenüber steht oder überhaupt einen Neo-Giallo darin zu erkennen glaubt.
Hier noch rasch ein paar Screenies:
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- Il Grande Racket
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Re: Sonno Profondo - Luciano Onetti (2013)
Ich hab SONNO PROFONDO vor einiger Zeit auf DVD erstehen können und mir nun letzte Woche auch zu Gemüte geführt. Ich kann mich da eigentlich nur meinem Vorredner in nahezu allen Punkten anschließen: der Film ist weder besonders originell, noch in irgendeiner Weise raffiniert. Und leider ist er auch nicht sehr unterhaltsam. Allerdings offenbaren die Onettis schon hier eine Liebe zum Genre, und es nötigt einem dann doch schon ein wenig Respekt ab, was sie hier mit minimalen Mitteln versucht und teils auch geschaffen haben, nämlich eine nette, kleine Giallo-Hommage, die ihr Potenzial ein wenig, aber bei 65 Minuten nicht zu sehr überstrapaziert. Auch finde ich SONNO PROFONDO genauso gelungener als Pastores schnarchig-ärgerlichen SYMPHONY IN BLOOD RED. Ich erhoffe mir jetzt auch, vielleicht FRANCESCA etwas besser zu verstehen. Im Endeffekt ist der Film aber auch nur für Giallo-Enthusiasten interessant. 4,5/10
Lustiges Detail am Rande: Die Jungs von Brink Vision haben für die Inhaltsangabe auf dem Backcover der DVD dem Film mehr Handlung zugedichtet, als tatsächlich in ihm steckt.
Lustiges Detail am Rande: Die Jungs von Brink Vision haben für die Inhaltsangabe auf dem Backcover der DVD dem Film mehr Handlung zugedichtet, als tatsächlich in ihm steckt.
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- Salvatore Baccaro
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Re: Sonno Profondo - Luciano Onetti (2013)
Dass ich einmal lobende Worte zu einem Film aus der Schmiede der argentinischen Onetti-Brüder finden würde, die immerhin mit ihrem letzten Streich, dem 2018er ABRAKADABRA, einen der mit Abstand schäbigsten Neo-Gialli vorgelegt haben, die ich jemals sehen musste, und sich, meinem Befinden nach, weder mit ihrem Endzeit-Gekröse LOS OLVIDADOS noch mit ihrem bekanntesten Werk FRANCESCA sonderlich mit Ruhm bekleckerten, überrascht mich wahrscheinlich selbst am meisten…
Auch SONNO PROFONDO, das Debüt von Nicolás und Luciano aus dem Jahre 2011, ist freilich eine schamlose Retro-Kiste, die frenetisch das Goldene Zeitalter des italienischen Kriminalfilms abfeiert, und ausschaut, sich anhört, sich anfühlt wie ein vergessener 70er Giallo: Jede einzelne Bildkomposition wird mit Liebe zum Detail auf Vintage getrimmt; vom Soundtrack über die Garderobe bis hin zu den fahrbaren Utensilien haben die Onettis alles in eine Zeitmaschine gepackt und dreißig bis vierzig Jahre in die Vergangenheit katapultiert; in wahrhaft obsessivem Manierismus überfrachten sie ihren Film regelrecht mit freudianischen Symbolen, vertrauten Motiven, Genre-Topoi, als wollten sie eine Art Giallo-Best-Of schaffen, das ein Highlight an das nächste heftet, ohne sich großartig um den Kitt zwischen den frappierenden Momenten zu scheren.
Gerade in dieser Verweigerungshaltung den Ansätzen einer kohärenten Narration gegenüber liegt, meiner Meinung nach, allerdings die Stärke von SONNO PROFONDO. Im Gegensatz zu FRANCESCA oder ABRAKADABRA bemühen sich die Onettis erst gar nicht darum, uns eine konfuse Story aufzutischen, sondern montieren ihren etwa siebzigminütigen Film nahezu ausnahmslos aus Großaufnahmen von Körperpartien oder Objekten sowie POV-Shots aus Perspektive eines schwarzbehandschuhten Killers, sodass man als Zuschauer dazu gezwungen ist, um diese relativ isoliert wirkenden Einzeleinstellungen herum sich seinen eigenen Plot zusammenzureimen. Mit Sicherheit haben Nicolàs und Luciano den zwei Jahre zuvor erschienen AMER gesehen und sich an dessen ästhetischen Genre-Dekonstruktionen orientiert – wenn sie auch in SONNO PROFONDO allein den klassischen Giallo sezieren, und sich nicht, wie es Cattet und Forzani getan haben, auch noch an anderen Genre-Versatzstücken abarbeiten –, und gewiss kann man SONNO PROFONDO den Vorwurf machen, in zügelloser Weise den Stil über die Substanz zu stellen, und eine im Grunde eher einfallslose Mordgeschichte durch eine sinnlich aufreizende Verpackung über Wert zu verkaufen.
Zumindest in meinem Fall geht die Rechnung jedoch auf: In seiner radikalen Konsequenz ist SONNO PROFONDO mehr Experimental- als Genrefilm, und eröffnet einen faszinierenden Blick in eine Welt, in der noch jeder vaginenhafte Vorhang, jedes phallische Messer, jede augenaufreißende Kinderpuppe ein Zitat darstellt, in der es keine Originaltöne gibt, sondern nur pulsierende goblinesque Rhythmen, in der man Menschen nicht in einer Totalen oder Halbtotalen zu sehen bekommt, sondern lediglich reduziert auf schreckgeweitete Augen, blutverschmierte Lederhandschuhe, keuchende Schatten. Es ist wirklich bedauerlich, dass die Onettis nach diesem spannenden Erstling auf einmal das Bedürfnis gehabt zu haben scheinen, sich mehrere Schritte aus der Abstraktion zurückzuziehen, und per se nicht recycelbare Genre-Formeln sklavisch nachzubeten – woraus dann ein Machwerk wie ABRAKDABRA resultieren musste…
Auch SONNO PROFONDO, das Debüt von Nicolás und Luciano aus dem Jahre 2011, ist freilich eine schamlose Retro-Kiste, die frenetisch das Goldene Zeitalter des italienischen Kriminalfilms abfeiert, und ausschaut, sich anhört, sich anfühlt wie ein vergessener 70er Giallo: Jede einzelne Bildkomposition wird mit Liebe zum Detail auf Vintage getrimmt; vom Soundtrack über die Garderobe bis hin zu den fahrbaren Utensilien haben die Onettis alles in eine Zeitmaschine gepackt und dreißig bis vierzig Jahre in die Vergangenheit katapultiert; in wahrhaft obsessivem Manierismus überfrachten sie ihren Film regelrecht mit freudianischen Symbolen, vertrauten Motiven, Genre-Topoi, als wollten sie eine Art Giallo-Best-Of schaffen, das ein Highlight an das nächste heftet, ohne sich großartig um den Kitt zwischen den frappierenden Momenten zu scheren.
Gerade in dieser Verweigerungshaltung den Ansätzen einer kohärenten Narration gegenüber liegt, meiner Meinung nach, allerdings die Stärke von SONNO PROFONDO. Im Gegensatz zu FRANCESCA oder ABRAKADABRA bemühen sich die Onettis erst gar nicht darum, uns eine konfuse Story aufzutischen, sondern montieren ihren etwa siebzigminütigen Film nahezu ausnahmslos aus Großaufnahmen von Körperpartien oder Objekten sowie POV-Shots aus Perspektive eines schwarzbehandschuhten Killers, sodass man als Zuschauer dazu gezwungen ist, um diese relativ isoliert wirkenden Einzeleinstellungen herum sich seinen eigenen Plot zusammenzureimen. Mit Sicherheit haben Nicolàs und Luciano den zwei Jahre zuvor erschienen AMER gesehen und sich an dessen ästhetischen Genre-Dekonstruktionen orientiert – wenn sie auch in SONNO PROFONDO allein den klassischen Giallo sezieren, und sich nicht, wie es Cattet und Forzani getan haben, auch noch an anderen Genre-Versatzstücken abarbeiten –, und gewiss kann man SONNO PROFONDO den Vorwurf machen, in zügelloser Weise den Stil über die Substanz zu stellen, und eine im Grunde eher einfallslose Mordgeschichte durch eine sinnlich aufreizende Verpackung über Wert zu verkaufen.
Zumindest in meinem Fall geht die Rechnung jedoch auf: In seiner radikalen Konsequenz ist SONNO PROFONDO mehr Experimental- als Genrefilm, und eröffnet einen faszinierenden Blick in eine Welt, in der noch jeder vaginenhafte Vorhang, jedes phallische Messer, jede augenaufreißende Kinderpuppe ein Zitat darstellt, in der es keine Originaltöne gibt, sondern nur pulsierende goblinesque Rhythmen, in der man Menschen nicht in einer Totalen oder Halbtotalen zu sehen bekommt, sondern lediglich reduziert auf schreckgeweitete Augen, blutverschmierte Lederhandschuhe, keuchende Schatten. Es ist wirklich bedauerlich, dass die Onettis nach diesem spannenden Erstling auf einmal das Bedürfnis gehabt zu haben scheinen, sich mehrere Schritte aus der Abstraktion zurückzuziehen, und per se nicht recycelbare Genre-Formeln sklavisch nachzubeten – woraus dann ein Machwerk wie ABRAKDABRA resultieren musste…