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Darsteller: Christopher Piggins, Brea Asher, Ivaylo Founev, Eric Pettigrew, Martine Viale
Story:
Ein tiefer Blick in die Abgründe menschlichen Empfindens und Handelns, bildgewaltige Eindrücke voller Obsessionen, Grausamkeit und Sexualität. Das experimentelle Kino von Karim Hussain und Mitch Davis überschreitet Grenzen, scheint keine Tabus zu kennen. Düstere Bilder werden mit ausgefeiltem Tondesign zu schockierenden Visionen des menschlichen Unterbewusstseins geformt.. (quelle: sazuma)
Den im Anfangsbeitrag zitierten Text finde ich schon etwas dick aufgetragen (bildgewaltige, schockierende Visionen ...). Interessanter Independent-Horror mit einer in der Tat experimentellen Ausrichtung und künstlerischen Ambitionen, den ich aber auch nicht als wirklich weltbewegend empfunden habe. Wie der Text schon andeutet, gibt es keine durchgängige Handlung, in mehreren Episoden wird je ein alptraumhaftes Szenario gezeigt. So habe ich den Film jedenfalls in Erinnerung, ist schon etwas länger her. Wenn man drankommt, einen Blick wert.
Fragmentarische Einblicke in die Abgründe menschlicher Seelenwelten und unterbewußte Ängste: eine nackte Frau wird mit Dingen konfrontiert, die sie mit sich herumträgt. Ein junger und gedemütigter Mann plant in einem heruntergekommenen Haus grausame Dinge mit seiner hochschwangeren Schwester um dem Schöpfungsprozess in Frage zu stellen. Mutter Natur wird bildhaft von ihren Nachkommen vergewaltigt und bei einem weiteren Mann manifestieren sich die Dämonen einer übersexualisierten Welt und fallen wie Furien über ihn und einen weiteren Mann her, der an den bekanntesten Märtyrer des christlichen Glaubens erinnert.
„Subconscious Cruelty“ eilt ja auch der Ruf eines sehr kontroversen Kunstfilms voraus und Regisseur Karim Hussain hat in jungen Jahren und mehrjähriger Arbeit einen sehr herben und wütenden Underground-Streifen geschaffen, der sich Collagen-artig mit Themen wie Leben, Tod, menschliche Grausamkeit und Religion beschäftigt. Dabei verbindet der interessante Streifen diese Themen nicht linear in einer Handlung, sondern lässt dem Zuschauer viel Spielraum für etwaige Interpretationen, wie metaphorischen Momentaufnahmen voller, teils sexualisierter Gewalt zu deuten sind. „Subconscious Cruelty“ erinnert mit seiner Darreichungsform der cineastischen Grenzüberschreitung auch mehr an politische Kunstfilme der Siebziger und Achtziger und wirkt dabei weder bemüht, noch so, als wäre die Provokation und der Tabubruch wie so oft bewusst als Mittel zum Zweck eines Skandals und der damit verbundenen Aufmerksamkeit gewählt worden. Zwar ist der Streifen schon sehr herb ausgefallen und für den Mainstream-Zuschauer ist das natürlich alles nichts, aber ich als mündiger Zuschauer habe schon den Eindruck, dass es Herrn Hussain stets mehr um ein Statement, als um Aufmerksamkeit geht. Entgegen meiner eigentlichen Erwartung empfand ich die Sichtung auch nicht anstrengend wie andere Werke aus der Kiste, sondern als gelungenes, polarisierendes und sehr kompromisslos gemachtes Underground-Ereignis der herben Art und für Zuschauer, die sich zum Themenkreis bereits so ihre eigenen Gedanken gemacht haben und als zusätzliches und filmisches Input auch etwas aushalten können.
Hört sich interessant an.
Auch interessant ist, wie ich finde, daß es die dänische Fassung in Brexitland für um die 20 € gibt,
bei uns in Deutsch-Amazonien ca. das zehnfache dafür aufgerufen wird.
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
Arkadin hat geschrieben:Hmmm.. den hatte ich immer unter hirnloses Amateur-Gematsche abgespeichert. Aber hört sich ja doch ganz interessant an.
Nope... ganz und gar kein hirnloses Amateur-Gematsche - grenzüberschreitender Kunstkino-Alptraum eines jungen, wilden und zornigen Mannes trifft es besser!