The Seven Minutes - Russ Meyer (1971)

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jogiwan
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The Seven Minutes - Russ Meyer (1971)

Beitrag von jogiwan »

The Seven Minutes

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Originaltitel: The Seven Minutes

Herstellungsland: USA / 1971

Regie: Russ Meyer

Darsteller: Wayne Mauder, Marianne McAndrew, Philip Carey, Edy Williams, Jay C. Flippen

Story:

Der junge Anwalt Mike aus Kalifornien wird eines Tages von einem New Yorker Verlagshaus engagiert um einen Buchverkäufer zu verteidigen, der mit dem Verkauf des Buches „The Seven Minutes“ gegen ein Gesetz gegen Verbreitung von Pornografie verstoßen hat. In der Verhandlung soll nicht nur der Verkäufer wieder als freier Mann das Haus verlassen, sondern auch der Ruf des Verlagshauses und das konfiszierte Werk wieder rehabilitiert werden. Als „The Seven Minutes“ jedoch auch bei einem jungen Mann gefunden wird, dem eine Vergewaltigung zur Last gelegt wird, wittern der Staatsanwaltschaft und konservative Mächte im Hintergrund politisches Kleingeld und schieben die Schuld des eigentlich unschuldigen Mannes auf den vermeintlichen Schundroman um so in einen aufsehenerregenden Prozess Schund, Schmutz und Pornografie endgültig aus dem Staate Kalifornien zu verbannen und die nächste Senatorenwahl zu gewinnen.
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jogiwan
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Re: The Seven Minutes - Russ Meyer (1971)

Beitrag von jogiwan »

Eigentlich ein hochinteressantes Zeitdokument, was Regisseur Russ Meyer im Jahre 1971 mit der Verfilmung des Bestsellers „The Seven Minutes“ abgeliefert hat. In Zeiten, in denen die Verbreitung von erotischen Werken noch unter Strafe stand, liefert das Buch die Vorlage um konservative Kräfte zu entzaubern und auch in gleichnamigen Film geht es bald gar nicht mehr um das Verbrechen selbst, sondern um den Kampf gegen Bevormundung und Zensur unter dem Deckmantel des Jugendschutzes, dass ja auch heutzutage noch immer aktuell ist. In dem starbesetzten Streifen mit einem jungen Tom Selleck werden die üblichen Meyer-Themen wie Sex und Gewalt daher eher im Gerichtssaal abgehandelt und das knapp zweistündige Werk entpuppt sich dabei als durchaus spannende Angelegenheit mit einer hübschen Überraschung am Ende, das jedoch weitestgehend ohne viel nackte Haut auskommen muss. Natürlich gibt es ab und an einen nackten Rücken, aber größtenteils wird die Geschichte dazu genutzt um die konservative Scheinheiligkeit anzuprangern und wie diese versuchen auf manipulative Weise ihre durchschaubaren Interessen durchzusetzen. Dabei ist „The Seven Minutes“ zur Hälfte anwaltliche Schnitzeljagd und Gerichtssaaldrama gleichermaßen und ein Streifen, den zumindest ich mir in der Form nicht von Russ Meyer erwartet habe. „The Seven Minutes“ nimmt dann als einer seiner beiden großen Studiofilme in seinem Schaffen auch eine Ausnahmestellung ein und herausgekommen ist ein Streifen, der mir ausnehmend gut gefallen hat und auch die Arthouse-Filmfans ansprechen sollte, die ansonsten mit dem ebenfalls nur vermeintlichen Russ Meyer Schmuddel wenig anzufangen wissen.
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