Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Moderator: jogiwan
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Summer Horror Day
Während der urlaubs-bedingten Abwesenheit seiner Eltern findet ein junger und angehender Filmemacher ein Heft mit satanistischen Darstellungen im Keller des Hauses und im jugendlichen Überschwang werden gemeinsam mit einem Freund und Darsteller zwei Sprüche ausgesprochen, in denen dummerweise der Teufel beschworen wird. Als am nächsten Tag die Dreharbeiten beginnen sollen, steigt ein Dämon aus seinem Grab und verwandelt Darsteller und zufällig vorbeikommende Anwohner in blutgierige Zombies, die sich darauf hinter dem Filmemacher hermachen. Doch wer seine Seele dem Teufel versprochen hat, sollte nicht auf irdische Hilfe vertrauen und schon bald bricht das Grauen über den kleinen Ort mitsamt seinem Filmemacher herein.
Britischer DIY-Horror aus den Zeiten der Video-Nasty-Ära für Fans von „Ogroff“ und der „Violent Shit“-Filme. Damit ist eigentlich alles gesagt und „Summer Horror Day“ hat außer Splatter und einem enervierenden Fieps-Soundtrack eigentlich auch nicht viel zu bieten. Die Darsteller sind bemüht, eine Story nicht vorhanden, Blut spritzt alle paar Minuten und zwischendurch sind die leicht zu durschauenden Effekte sogar etwas eklig. Wer dieser Art von Film aufgeschlossen ist, wird hier auch 55 Minuten lang bedient, der Rest wird sich wie üblich mit Grausen davon abwenden. Ich schwanke ja immer ein bissl zwischen Respekt bzw. Sympathie für so ein Treiben, während der objektive Filmfan in mir das Ganze wesentlich kritischer sieht. „Summer Horror Day“ ist weit davon entfernt ein guter oder funktionierender Streifen zu sein und sieht auch nach einem Fun-Projekt jugendlicher Film-Nerds aus, aber andererseits weiß man ja bereits, wenn man die Blu-Ray namens „Backyard Bloodbaths“ von Bleeding Skull in den Player schiebt, dass hier keine große oder unterschätzte Kinokunst zu erwarten ist. Der Vergleich mit „Ogroff“ kommt nicht von ungefähr und Beides braucht auch etwas Sitzfleisch und sehr viel Wohlwollen um den erlösenden Abspann zu erreichen.
Während der urlaubs-bedingten Abwesenheit seiner Eltern findet ein junger und angehender Filmemacher ein Heft mit satanistischen Darstellungen im Keller des Hauses und im jugendlichen Überschwang werden gemeinsam mit einem Freund und Darsteller zwei Sprüche ausgesprochen, in denen dummerweise der Teufel beschworen wird. Als am nächsten Tag die Dreharbeiten beginnen sollen, steigt ein Dämon aus seinem Grab und verwandelt Darsteller und zufällig vorbeikommende Anwohner in blutgierige Zombies, die sich darauf hinter dem Filmemacher hermachen. Doch wer seine Seele dem Teufel versprochen hat, sollte nicht auf irdische Hilfe vertrauen und schon bald bricht das Grauen über den kleinen Ort mitsamt seinem Filmemacher herein.
Britischer DIY-Horror aus den Zeiten der Video-Nasty-Ära für Fans von „Ogroff“ und der „Violent Shit“-Filme. Damit ist eigentlich alles gesagt und „Summer Horror Day“ hat außer Splatter und einem enervierenden Fieps-Soundtrack eigentlich auch nicht viel zu bieten. Die Darsteller sind bemüht, eine Story nicht vorhanden, Blut spritzt alle paar Minuten und zwischendurch sind die leicht zu durschauenden Effekte sogar etwas eklig. Wer dieser Art von Film aufgeschlossen ist, wird hier auch 55 Minuten lang bedient, der Rest wird sich wie üblich mit Grausen davon abwenden. Ich schwanke ja immer ein bissl zwischen Respekt bzw. Sympathie für so ein Treiben, während der objektive Filmfan in mir das Ganze wesentlich kritischer sieht. „Summer Horror Day“ ist weit davon entfernt ein guter oder funktionierender Streifen zu sein und sieht auch nach einem Fun-Projekt jugendlicher Film-Nerds aus, aber andererseits weiß man ja bereits, wenn man die Blu-Ray namens „Backyard Bloodbaths“ von Bleeding Skull in den Player schiebt, dass hier keine große oder unterschätzte Kinokunst zu erwarten ist. Der Vergleich mit „Ogroff“ kommt nicht von ungefähr und Beides braucht auch etwas Sitzfleisch und sehr viel Wohlwollen um den erlösenden Abspann zu erreichen.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Paradies der Junggesellen
Turbulente, deutsche Komödie über einen zweifach geschiedenen Standesbeamten, der gemeinsam mit zwei Marine-Jugendfreunden eine Junggesellen-WG gründet, in der Frauen nicht erlaubt sind. Da gibt es einerseits das Problem der Haushaltsführung und natürlich auch der ständigen Verlockungen. Dazu muss man als Mann ohne weibliche Kontrolle auch ständig Biere und Schnäpse auf Ex kippen und andere Dinge tun, die der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich sind. Mit der Idee, eine Zweckgemeinschaft aufgrund Wohnungsnot zu Gründen war man wohl seiner Zeit voraus, mit dem herrlich gediegenen Menschenbild hingegen ist man sehr in seiner Entstehungszeit verhaftet. Man(n) kleidet sich adrett, spricht gewählt und am Ende kommt die Erkenntnis, dass es ohne Frauen nun einmal auf Dauer doch nicht geht. Das Tempo ist sehr hoch, die drei unterschiedlichen Männer mit ihren Macken allesamt sympathisch gezeichnet und ist man erst einmal in der neuen Wohnung bleibt auch kein Auge und kein Hals trocken. Die Dialoge sind witzig, die Ereignisse spaßig und das „Paradies der Junggesellen“ eine naiv-unbeschwertes Zwischenkriegs-Komödie, bei der ungesunder Lebensstil förmlich zelebriert wird und bei der auch eindeutig geklärt wird, dass einen Seemann nichts erschüttern kann. Danke an den werten Maulwurf für diesen Promille-trächtigen Tipp, den ich ansonsten wohl nicht vor die Linse bekommen hätte.
Turbulente, deutsche Komödie über einen zweifach geschiedenen Standesbeamten, der gemeinsam mit zwei Marine-Jugendfreunden eine Junggesellen-WG gründet, in der Frauen nicht erlaubt sind. Da gibt es einerseits das Problem der Haushaltsführung und natürlich auch der ständigen Verlockungen. Dazu muss man als Mann ohne weibliche Kontrolle auch ständig Biere und Schnäpse auf Ex kippen und andere Dinge tun, die der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich sind. Mit der Idee, eine Zweckgemeinschaft aufgrund Wohnungsnot zu Gründen war man wohl seiner Zeit voraus, mit dem herrlich gediegenen Menschenbild hingegen ist man sehr in seiner Entstehungszeit verhaftet. Man(n) kleidet sich adrett, spricht gewählt und am Ende kommt die Erkenntnis, dass es ohne Frauen nun einmal auf Dauer doch nicht geht. Das Tempo ist sehr hoch, die drei unterschiedlichen Männer mit ihren Macken allesamt sympathisch gezeichnet und ist man erst einmal in der neuen Wohnung bleibt auch kein Auge und kein Hals trocken. Die Dialoge sind witzig, die Ereignisse spaßig und das „Paradies der Junggesellen“ eine naiv-unbeschwertes Zwischenkriegs-Komödie, bei der ungesunder Lebensstil förmlich zelebriert wird und bei der auch eindeutig geklärt wird, dass einen Seemann nichts erschüttern kann. Danke an den werten Maulwurf für diesen Promille-trächtigen Tipp, den ich ansonsten wohl nicht vor die Linse bekommen hätte.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Dead End - Mörderisches Blei
Todd Russel hat einst den Dienst bei der Polizei quittiert, da er den Fall des Evergreen-Serienmörders nicht lösen könnte und am Tiefpunkt seines Lebens auch von seiner Frau verlassen wurde. Zehn Jahre später ist er aber nun ein erfolgreicher Krimi-Autor, mit der hübschen Lori zusammen und schreibt gerade an seinem neuesten Roman, als ihn gleich eine Reihe an schlechten Nachrichten erreichen. Ein Nachahmungstäter beginnt in Melboure Leute nach alten Mustern zu ermorden. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sind und er erhält auch noch familiär eine Hiobsbotschaft. Wenig später verdichten sich die Hinweise, dass Todd mehr über den Fall wissen könnte und auch er beginnt selbst an seiner Wahrnehmung zu zweifeln.
Giallo-esker und verschachtelt-erzählter Neo-Noir-Thriller aus Australien, der im Grunde alles richtig macht und blutig, sexy und haarsträubend daherkommt. Die Geschichte ist ein Sammelsurium aus Einfällen, die hier aber überraschend ernsthaft erzählt werden und der Schriftsteller Todd sieht sich gleich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Der Mörder agiert durchaus brutal, die Verdächtigen wechseln ständig und zwischendurch ist auch immer noch Zeit für etwas nackte Haut. „Dead End“ ist trotz blöden Zusatztitels „Mörderisches Blei“ eine überraschend kurzweilige Sache, die mich inhaltlich nicht nur wegen des Killers mit den schwarzen Lederhandschuhen stark an italienische Genre-Werke vergangener Jahrzehnte erinnert hat und mir trotz teils etwas trashigen Anflügen auch sehr gut gemundet hat. Jedenfalls sollte man sich weder vom lieblosen Cover noch vom deutschen Titel irritieren lassen und man bekommt einen wendungsreichen, spannenden Thriller serviert, der italophilen Menschen sehr gut munden müsste. Alles sehr schön in Szene gesetzt und lediglich die banale Schlusssequenz hätte man sich bei aller Liebe schenken können. Ich fand diesen australischen Genre-Happen bzw. diese Überraschung aus dem Nichts jedenfalls richtig klasse.
Todd Russel hat einst den Dienst bei der Polizei quittiert, da er den Fall des Evergreen-Serienmörders nicht lösen könnte und am Tiefpunkt seines Lebens auch von seiner Frau verlassen wurde. Zehn Jahre später ist er aber nun ein erfolgreicher Krimi-Autor, mit der hübschen Lori zusammen und schreibt gerade an seinem neuesten Roman, als ihn gleich eine Reihe an schlechten Nachrichten erreichen. Ein Nachahmungstäter beginnt in Melboure Leute nach alten Mustern zu ermorden. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sind und er erhält auch noch familiär eine Hiobsbotschaft. Wenig später verdichten sich die Hinweise, dass Todd mehr über den Fall wissen könnte und auch er beginnt selbst an seiner Wahrnehmung zu zweifeln.
Giallo-esker und verschachtelt-erzählter Neo-Noir-Thriller aus Australien, der im Grunde alles richtig macht und blutig, sexy und haarsträubend daherkommt. Die Geschichte ist ein Sammelsurium aus Einfällen, die hier aber überraschend ernsthaft erzählt werden und der Schriftsteller Todd sieht sich gleich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Der Mörder agiert durchaus brutal, die Verdächtigen wechseln ständig und zwischendurch ist auch immer noch Zeit für etwas nackte Haut. „Dead End“ ist trotz blöden Zusatztitels „Mörderisches Blei“ eine überraschend kurzweilige Sache, die mich inhaltlich nicht nur wegen des Killers mit den schwarzen Lederhandschuhen stark an italienische Genre-Werke vergangener Jahrzehnte erinnert hat und mir trotz teils etwas trashigen Anflügen auch sehr gut gemundet hat. Jedenfalls sollte man sich weder vom lieblosen Cover noch vom deutschen Titel irritieren lassen und man bekommt einen wendungsreichen, spannenden Thriller serviert, der italophilen Menschen sehr gut munden müsste. Alles sehr schön in Szene gesetzt und lediglich die banale Schlusssequenz hätte man sich bei aller Liebe schenken können. Ich fand diesen australischen Genre-Happen bzw. diese Überraschung aus dem Nichts jedenfalls richtig klasse.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Go!
Die Supermarkt-Angestellte Ronna steht kurz vor der Delogierung und will sich mit einem kleinen Drogendeal bei einem großen Rave ihre Kasse aufbessern. Doch der Plan läuft nicht wie gedacht und als sie ihren Dealer Todd gezwungenermaßen übers Ohr hauen muss, läuft alles aus dem Ruder. Am selben Tag fährt ihr Arbeitskollege Simon mit ein paar Freunden nach Las Vegas, was nach einem Nachtclub-Besuch ebenfalls in einem Fiasko endet. Zeitgleich sollen die beiden Schauspieler Zack und Adam mit einem Polizisten den Dealer Todd überführen und es entsteht ebenfalls eine ungeplante Dynamik, an dessen Ende die Entsorgung einer vermeintlichen Leiche steht.
Episodenfilme waren in den Neunzigern sehr populär, meistens eher dramatisch gehalten und am Ende mit einem Zeichen höherer Gewalt gesegnet oder der Erkenntnis, wie unberechenbar und dennoch zusammenhängend unser aller Leben doch so ist. Auch „Go!“ schlägt im Grunde in dieselbe Kerbe und präsentiert drei Episoden aus dem Leben mehrerer Personen, die sich innerhalb eines Tages und im Umfeld eines Supermarktes zueinanderfinden. Dabei wirkt der Streifen von Doug Liman sehr flott, sehr zeitgeistig, präsentiert viel Musik aus den Neunzigern, aufstrebende Stars und augenzwinkernde, wie ebenfalls dramatische Entwicklungen. Hier kommt jedenfalls alles recht gut zusammen und „Go!“ ist dabei immer temporeich, dank Drogenthematik immer etwas neben der Spur und dennoch bis zum Ende voller Überraschungen und schwer unterhaltsam. Auch schön zu sehen, wie viele bekannte Gesichter es in den Film geschafft haben, die später noch groß rauskommen sollten. Wer die Neunziger so wie ich voll mitbekommen hat, wird hier außerdem noch mit dem damaligen unbeschwerten Lebensgefühl und einem guten Soundtrack belohnt. Go! und besorgt euch diesen geilen Film!
Die Supermarkt-Angestellte Ronna steht kurz vor der Delogierung und will sich mit einem kleinen Drogendeal bei einem großen Rave ihre Kasse aufbessern. Doch der Plan läuft nicht wie gedacht und als sie ihren Dealer Todd gezwungenermaßen übers Ohr hauen muss, läuft alles aus dem Ruder. Am selben Tag fährt ihr Arbeitskollege Simon mit ein paar Freunden nach Las Vegas, was nach einem Nachtclub-Besuch ebenfalls in einem Fiasko endet. Zeitgleich sollen die beiden Schauspieler Zack und Adam mit einem Polizisten den Dealer Todd überführen und es entsteht ebenfalls eine ungeplante Dynamik, an dessen Ende die Entsorgung einer vermeintlichen Leiche steht.
Episodenfilme waren in den Neunzigern sehr populär, meistens eher dramatisch gehalten und am Ende mit einem Zeichen höherer Gewalt gesegnet oder der Erkenntnis, wie unberechenbar und dennoch zusammenhängend unser aller Leben doch so ist. Auch „Go!“ schlägt im Grunde in dieselbe Kerbe und präsentiert drei Episoden aus dem Leben mehrerer Personen, die sich innerhalb eines Tages und im Umfeld eines Supermarktes zueinanderfinden. Dabei wirkt der Streifen von Doug Liman sehr flott, sehr zeitgeistig, präsentiert viel Musik aus den Neunzigern, aufstrebende Stars und augenzwinkernde, wie ebenfalls dramatische Entwicklungen. Hier kommt jedenfalls alles recht gut zusammen und „Go!“ ist dabei immer temporeich, dank Drogenthematik immer etwas neben der Spur und dennoch bis zum Ende voller Überraschungen und schwer unterhaltsam. Auch schön zu sehen, wie viele bekannte Gesichter es in den Film geschafft haben, die später noch groß rauskommen sollten. Wer die Neunziger so wie ich voll mitbekommen hat, wird hier außerdem noch mit dem damaligen unbeschwerten Lebensgefühl und einem guten Soundtrack belohnt. Go! und besorgt euch diesen geilen Film!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Jenseits der Unschuld
Die aufstrebende Staranwältin Jennifer ist es gewohnt mit flammenden Pladoyers die Geschworenen in ihren Prozessen um den Finger zu wickeln und mit juristischen Tricks ihre Mandanten auch in schwierigen Situationen freizubekommen. Eines Tages bemerkt sie den attraktiven David im Gerichtssaal, der verdächtigt wird, seine schwerreiche Frau ermordet zu haben. Dieser bittet Jennifer ihn zu vertreten, die zuerst eher widerwillig seine Verteidigung übernimmt. Wenig später zeigt dieser auch einen sehr manipulativen Charakter und macht auch keinen Hehl aus seiner schrecklichen Tat. Als Jennifer den Fall abgeben möchte, ist es jedoch bereits zu spät und David beginnt sich auch immer mehr in das Leben von Jennifer und ihrem Umfeld zu mischen und macht sie so auch unfreiwillig zu seiner Komplizin. Obwohl Jennifer weiß, dass er schuldig ist, muss sie jedoch vor Gericht auf seine Unschuld plädieren und für seinen Freispruch ist David auch zu jeder Skrupellosigkeit bereit…
Sehr spannend und vor allem auch sehr interessant gemachter Gerichtssaal-Thriller von Sidney Lumet, der hier unter einem eher schwülstigen Titel zwei sehr zielstrebige und sture Charaktere aufeinandertreffen lässt. Jennifer ist die erfolgsverwöhnte Anwältin und David der skrupellose Frauenheld und beide sind gewohnt, ihre in den Kopf gesetzten Ziele auch zu erreichen. Doch David und Jennifer sind ebenbürtige Gegner und die Spannung setzt sich vor allem aus der Reibung beider Charaktere zusammen, die im Verlauf immer ärger wird, wenn Jennifer bemerken muss, dass David mit seiner gewinnenden Art ebenfalls allesamt auf seine Seite ziehen kann, während Jennifer hilflos mitansehen muss, wie sie immer mehr die Zügel ihres Lebens aus der Hand geben muss. Das Drehbuch von Larry Cohen bleibt dabei bis zum Ende völlig unberechenbar und als Zuschauer weiß man auch nicht, wie weit beide zu gehen bereit sind. Rebecca de Morney mag ich ja sowieso und auch Don Johnson spielt den Kotzbrocken von Gigolo eigentlich unglaublich gut, sodass der Film auch sehr gut funktioniert und irgendwie habe ich mir angesichts des Titels auch etwas anderes erwartet als diesen sauspannenden Thriller mit Neunziger-Hochglanz-Optik und ziemlich überraschenden Schocker-Finale. Tipp!
Die aufstrebende Staranwältin Jennifer ist es gewohnt mit flammenden Pladoyers die Geschworenen in ihren Prozessen um den Finger zu wickeln und mit juristischen Tricks ihre Mandanten auch in schwierigen Situationen freizubekommen. Eines Tages bemerkt sie den attraktiven David im Gerichtssaal, der verdächtigt wird, seine schwerreiche Frau ermordet zu haben. Dieser bittet Jennifer ihn zu vertreten, die zuerst eher widerwillig seine Verteidigung übernimmt. Wenig später zeigt dieser auch einen sehr manipulativen Charakter und macht auch keinen Hehl aus seiner schrecklichen Tat. Als Jennifer den Fall abgeben möchte, ist es jedoch bereits zu spät und David beginnt sich auch immer mehr in das Leben von Jennifer und ihrem Umfeld zu mischen und macht sie so auch unfreiwillig zu seiner Komplizin. Obwohl Jennifer weiß, dass er schuldig ist, muss sie jedoch vor Gericht auf seine Unschuld plädieren und für seinen Freispruch ist David auch zu jeder Skrupellosigkeit bereit…
Sehr spannend und vor allem auch sehr interessant gemachter Gerichtssaal-Thriller von Sidney Lumet, der hier unter einem eher schwülstigen Titel zwei sehr zielstrebige und sture Charaktere aufeinandertreffen lässt. Jennifer ist die erfolgsverwöhnte Anwältin und David der skrupellose Frauenheld und beide sind gewohnt, ihre in den Kopf gesetzten Ziele auch zu erreichen. Doch David und Jennifer sind ebenbürtige Gegner und die Spannung setzt sich vor allem aus der Reibung beider Charaktere zusammen, die im Verlauf immer ärger wird, wenn Jennifer bemerken muss, dass David mit seiner gewinnenden Art ebenfalls allesamt auf seine Seite ziehen kann, während Jennifer hilflos mitansehen muss, wie sie immer mehr die Zügel ihres Lebens aus der Hand geben muss. Das Drehbuch von Larry Cohen bleibt dabei bis zum Ende völlig unberechenbar und als Zuschauer weiß man auch nicht, wie weit beide zu gehen bereit sind. Rebecca de Morney mag ich ja sowieso und auch Don Johnson spielt den Kotzbrocken von Gigolo eigentlich unglaublich gut, sodass der Film auch sehr gut funktioniert und irgendwie habe ich mir angesichts des Titels auch etwas anderes erwartet als diesen sauspannenden Thriller mit Neunziger-Hochglanz-Optik und ziemlich überraschenden Schocker-Finale. Tipp!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Mr. Destiny
Larry hat eine liebe Ehefrau, einen Hund, ein halbfertiges Haus und einen guten Job und dennoch ständig das Gefühl, dass sein Leben hätte besser laufen können, wenn er in jungen Jahren in einem wichtigen Spiel einen Homerun geschafft hätte. An seinem 35. Geburtstag fühlt er sich wieder einmal unglücklich und bekommt nach einer Panne durch eine magische Fügung die Möglichkeit zu erfahren, wie sein Leben verlaufen wäre, wenn er in diesen einem Moment erfolgreicher gewesen wäre. Doch jede Änderung des Schicksals ist auch mit Konsequenzen verbunden und sein auf den ersten Blick erfolgreiches Leben bekommt ebenfalls Risse, als er hinter die Fassade seiner nunmehr wirtschaftlich erfolgreicheren Karriere blickt.
Sympathisch-naive Komödie mit James Belushi und Linda Hamilton über einen Mann, der an seinem 35. Geburtstag und in der Lebenskrise die unerwartete Möglichkeit bekommt, sein Leben an einem bestimmten Punkt zu ändern und in weiterer Folge erkennen muss, dass sein Leben auch nicht besser verlaufen wäre. In einer Mischung aus „Ist das Leben nicht schön“ und „Eine Weihnachtsgeschichte“ gibt es eine andere Lebensperspektive und die Erkenntnis, dass eigentlich jeder auf sein individuelles Leben stolz sein kann und es anders vermutlich auch nicht besser laufen würde, weil man ohnehin bewusst oder unbewusst immer wieder die gleichen Fehler begehen würde. Der Film bleibt aber eher oberflächlich und James Belushi ist natürlich auch hier der „all american good guy“ mit dem Herz am rechten Fleck, der sich zwar manchmal mehr wünscht, aber im Herzen bescheiden, ehrlich und bodenständig bleibt. Unterhaltsam ist das allemal, wenn auch nicht sonderlich witzig und ein paar Ecken und Kanten mehr hätten sicher nicht geschadet, auch wenn es am Ende etwas turbulenter wird. Ein voll und ganz auf seinen Hauptdarsteller zugeschnittenes Filmchen und charmantes Wiedersehen mit bekannten Gesichtern, dass für mein Erachten aber doch weit hinter den eigentlichen Möglichkeiten zurückbleibt.
Larry hat eine liebe Ehefrau, einen Hund, ein halbfertiges Haus und einen guten Job und dennoch ständig das Gefühl, dass sein Leben hätte besser laufen können, wenn er in jungen Jahren in einem wichtigen Spiel einen Homerun geschafft hätte. An seinem 35. Geburtstag fühlt er sich wieder einmal unglücklich und bekommt nach einer Panne durch eine magische Fügung die Möglichkeit zu erfahren, wie sein Leben verlaufen wäre, wenn er in diesen einem Moment erfolgreicher gewesen wäre. Doch jede Änderung des Schicksals ist auch mit Konsequenzen verbunden und sein auf den ersten Blick erfolgreiches Leben bekommt ebenfalls Risse, als er hinter die Fassade seiner nunmehr wirtschaftlich erfolgreicheren Karriere blickt.
Sympathisch-naive Komödie mit James Belushi und Linda Hamilton über einen Mann, der an seinem 35. Geburtstag und in der Lebenskrise die unerwartete Möglichkeit bekommt, sein Leben an einem bestimmten Punkt zu ändern und in weiterer Folge erkennen muss, dass sein Leben auch nicht besser verlaufen wäre. In einer Mischung aus „Ist das Leben nicht schön“ und „Eine Weihnachtsgeschichte“ gibt es eine andere Lebensperspektive und die Erkenntnis, dass eigentlich jeder auf sein individuelles Leben stolz sein kann und es anders vermutlich auch nicht besser laufen würde, weil man ohnehin bewusst oder unbewusst immer wieder die gleichen Fehler begehen würde. Der Film bleibt aber eher oberflächlich und James Belushi ist natürlich auch hier der „all american good guy“ mit dem Herz am rechten Fleck, der sich zwar manchmal mehr wünscht, aber im Herzen bescheiden, ehrlich und bodenständig bleibt. Unterhaltsam ist das allemal, wenn auch nicht sonderlich witzig und ein paar Ecken und Kanten mehr hätten sicher nicht geschadet, auch wenn es am Ende etwas turbulenter wird. Ein voll und ganz auf seinen Hauptdarsteller zugeschnittenes Filmchen und charmantes Wiedersehen mit bekannten Gesichtern, dass für mein Erachten aber doch weit hinter den eigentlichen Möglichkeiten zurückbleibt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Together - Unzertrennlich
Interessant und vielschichtig gemachter Beitrag zum Body-Horror-Genre, dass sich für mein Erachten irgendwo zwischen Cronenberg, Lynch und Carpenter einordnet und wahlweise das Glück oder das Grauen partnerschaftlicher Beziehungen zeigt. Nach einer Wanderung empfinden Millie und Tim, deren Beziehung in der Sackgasse steckt auf einmal eine wundersame Anziehungskraft, die bald über ein normales Maß hinausgeht und sogar körperliche Verschmelzungssymptome zeigt. Ich hab mich ja bewusst nicht über den Inhalt des Films informiert und habe auch irgendwie etwas völlig anderes als erwartet bekommen und vor allem viel Originelleres. „Togehter“ ist wirklich sehr spannend entworfen, wirkt sehr zeitgeistig, ohne dabei aufgesetzt zu sein und zeigt auf überspitzte Form was dabei rauskommt, wenn zwei Menschen eine Beziehung eingehen und für ihr Umfeld zu einer Person mit gemeinsamen Interessen verschmelzen. Die Beziehung mit nur einer Person und einhergehende Kompromisse in einer Welt, die von Egoismus und Selbstverwirklichung geprägt sind scheint ja für viele Menschen der wahre Horror zu sein. Das Ende fand ich auch klasse. Für mich persönlich einer der spannendsten aktuellen Filme der letzten Zeit.
Interessant und vielschichtig gemachter Beitrag zum Body-Horror-Genre, dass sich für mein Erachten irgendwo zwischen Cronenberg, Lynch und Carpenter einordnet und wahlweise das Glück oder das Grauen partnerschaftlicher Beziehungen zeigt. Nach einer Wanderung empfinden Millie und Tim, deren Beziehung in der Sackgasse steckt auf einmal eine wundersame Anziehungskraft, die bald über ein normales Maß hinausgeht und sogar körperliche Verschmelzungssymptome zeigt. Ich hab mich ja bewusst nicht über den Inhalt des Films informiert und habe auch irgendwie etwas völlig anderes als erwartet bekommen und vor allem viel Originelleres. „Togehter“ ist wirklich sehr spannend entworfen, wirkt sehr zeitgeistig, ohne dabei aufgesetzt zu sein und zeigt auf überspitzte Form was dabei rauskommt, wenn zwei Menschen eine Beziehung eingehen und für ihr Umfeld zu einer Person mit gemeinsamen Interessen verschmelzen. Die Beziehung mit nur einer Person und einhergehende Kompromisse in einer Welt, die von Egoismus und Selbstverwirklichung geprägt sind scheint ja für viele Menschen der wahre Horror zu sein. Das Ende fand ich auch klasse. Für mich persönlich einer der spannendsten aktuellen Filme der letzten Zeit.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Ingagi
Sir Herbert Winestead reist mit einem Kamerateam nach Afrika, um dort ein lebendiges Bild von Land und Leuten zu zeichnen. Zwischen exotischen Tieren, wüstenartigen Landschaften und primitiven Menschen geht es aber auch um die sagenumwobene Legende der Ingaga, einem afrikanischen Stamm im Belgisch-Kongo, der seine Frauen wilden Gorillas als Sexsklaven opfern soll, damit das Dorf von Übergriffen bewahrt bleibt. Was sich zuerst noch als arg spekulative Geschichte anhört, wird später Realität, als es der Crew tatsächlich gelingt, den Stamm in der Wildnis auszumachen und ein derartiges Menschenopfer zu filmen…
„Ingaga“ ist ja nicht nur einer der ersten Beispiele für Exploitationfilme und unrühmlicher Mondo mit rassistischen Zügen und etwas Tiersnuff, sowie die geistige Vorlage zu „King Kong“, sondern auch noch ein gutes Beispiel, wie man aus Archivmaterial und einer plakativen Idee mit etwas Geschick einen veritablen Kinohit zaubert. Im Grunde ist „Ingagi“ eine langweilige Afrika-Doku im Mondo-Stil mit allerlei exotischen Schauplätzen und einem antiquierten Menschenbild. Dazu kommt aber eine Geschichte über einen Stamm, der seien Frauen Gorillas als Sexsklavinnen verscherbeln soll und am Ende „schaffen“ es die Filmemacher dank in den USA nachgedrehten Material auch eine derartige Zeremonie festzuhalten. Das ist natürlich alles Blödsinn und im Grunde heutzutage auch leicht zu durchschauen, im Jahr 1930 aber natürlich eine exotische Sensation, die man sich wie neuartige Tier-Kreationen (Stichwort: Tortadillo) als Kinogänger nicht entgehen lassen wollte. Laut Wikipedia wurde eine grandiose Marketingkampagne geführt, die von der seriösen Wissenschaft mit sehr kritischen Tönen begleitet wurde. Wissenschaftlich und dokumentarisch geht natürlich anders und heutzutage ist dieser Film auch eher ein Kuriosum, dass man auch dementsprechend begegnen muss. „Ingagi“ ist über weite Strecken langweilig, nachweislich falsch und selbst das Finale ist hier nicht sonderlich aufregend gestaltet – was der Streifen filmhistorisch ausgelöst hat, steht aber auf einem anderen Blatt.
Sir Herbert Winestead reist mit einem Kamerateam nach Afrika, um dort ein lebendiges Bild von Land und Leuten zu zeichnen. Zwischen exotischen Tieren, wüstenartigen Landschaften und primitiven Menschen geht es aber auch um die sagenumwobene Legende der Ingaga, einem afrikanischen Stamm im Belgisch-Kongo, der seine Frauen wilden Gorillas als Sexsklaven opfern soll, damit das Dorf von Übergriffen bewahrt bleibt. Was sich zuerst noch als arg spekulative Geschichte anhört, wird später Realität, als es der Crew tatsächlich gelingt, den Stamm in der Wildnis auszumachen und ein derartiges Menschenopfer zu filmen…
„Ingaga“ ist ja nicht nur einer der ersten Beispiele für Exploitationfilme und unrühmlicher Mondo mit rassistischen Zügen und etwas Tiersnuff, sowie die geistige Vorlage zu „King Kong“, sondern auch noch ein gutes Beispiel, wie man aus Archivmaterial und einer plakativen Idee mit etwas Geschick einen veritablen Kinohit zaubert. Im Grunde ist „Ingagi“ eine langweilige Afrika-Doku im Mondo-Stil mit allerlei exotischen Schauplätzen und einem antiquierten Menschenbild. Dazu kommt aber eine Geschichte über einen Stamm, der seien Frauen Gorillas als Sexsklavinnen verscherbeln soll und am Ende „schaffen“ es die Filmemacher dank in den USA nachgedrehten Material auch eine derartige Zeremonie festzuhalten. Das ist natürlich alles Blödsinn und im Grunde heutzutage auch leicht zu durchschauen, im Jahr 1930 aber natürlich eine exotische Sensation, die man sich wie neuartige Tier-Kreationen (Stichwort: Tortadillo) als Kinogänger nicht entgehen lassen wollte. Laut Wikipedia wurde eine grandiose Marketingkampagne geführt, die von der seriösen Wissenschaft mit sehr kritischen Tönen begleitet wurde. Wissenschaftlich und dokumentarisch geht natürlich anders und heutzutage ist dieser Film auch eher ein Kuriosum, dass man auch dementsprechend begegnen muss. „Ingagi“ ist über weite Strecken langweilig, nachweislich falsch und selbst das Finale ist hier nicht sonderlich aufregend gestaltet – was der Streifen filmhistorisch ausgelöst hat, steht aber auf einem anderen Blatt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Der phönizische Meisterstreich
Jetzt ist es schon wieder passiert: nach „Asteroid City“ der nächste Film von Wes Anderson, der mir leider so gar nicht zugesagt hat. Seinen bis ins kleinste Detail durchkomponierten Stil kennen wir ja mittlerweile zur Genüge und ist popkulturell bereits verewigt, aber was inhaltlich hier auf den Zuschauer losgelassen wird, lässt mich schon eher ratlos zurück. Eine Art Antihelden-Geschichte mit skurrilen Figuren, die viel Platz lässt, um sich über Wirtschaft, Kapitalismus, Politik, Religion und familiäre Dinge Gedanken zu machen und diese mit skurrilen Figuren und gestelzte Dialoge im Sekundentakt auf den Zuschauer loszulassen. „Der Phönizische Meisterstreich“ sieht gut aus, ist hochkarätig besetzt, aber eine furchtbar langweilige und vor allem arg selbstverliebte Angelegenheit, die mich bereits nach 30 Minuten das erste Mal auf die Uhr schauen ließ. Wes Anderson liebt Kunst, Musik, Schauspielerei, geometrisches Design und auch keine Gelegenheit aus, dieses dem Zuschauer vor Augen zu führen. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, aber der Rahmen, der alles zusammenhält, sollte auch dazu passen. Und hier ist es ein temporeiches Nichts aus seltsamen Figuren, übler Laune, Tabak-Konsum, seltsame Ereignisse und zwei Hauptfiguren, die als Dreh- und Angelpunkt des Filmes für mich so überhaupt nicht funktioniert haben. Das ist lediglich das erwartbare Anderson-Fan-Service, ein überstrapaziertes Beispiel für Style over Substance oder ein Satz mit X…
Jetzt ist es schon wieder passiert: nach „Asteroid City“ der nächste Film von Wes Anderson, der mir leider so gar nicht zugesagt hat. Seinen bis ins kleinste Detail durchkomponierten Stil kennen wir ja mittlerweile zur Genüge und ist popkulturell bereits verewigt, aber was inhaltlich hier auf den Zuschauer losgelassen wird, lässt mich schon eher ratlos zurück. Eine Art Antihelden-Geschichte mit skurrilen Figuren, die viel Platz lässt, um sich über Wirtschaft, Kapitalismus, Politik, Religion und familiäre Dinge Gedanken zu machen und diese mit skurrilen Figuren und gestelzte Dialoge im Sekundentakt auf den Zuschauer loszulassen. „Der Phönizische Meisterstreich“ sieht gut aus, ist hochkarätig besetzt, aber eine furchtbar langweilige und vor allem arg selbstverliebte Angelegenheit, die mich bereits nach 30 Minuten das erste Mal auf die Uhr schauen ließ. Wes Anderson liebt Kunst, Musik, Schauspielerei, geometrisches Design und auch keine Gelegenheit aus, dieses dem Zuschauer vor Augen zu führen. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, aber der Rahmen, der alles zusammenhält, sollte auch dazu passen. Und hier ist es ein temporeiches Nichts aus seltsamen Figuren, übler Laune, Tabak-Konsum, seltsame Ereignisse und zwei Hauptfiguren, die als Dreh- und Angelpunkt des Filmes für mich so überhaupt nicht funktioniert haben. Das ist lediglich das erwartbare Anderson-Fan-Service, ein überstrapaziertes Beispiel für Style over Substance oder ein Satz mit X…
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Alle Teufel sind hier
Nach einem Raubüberfall im Auftrag ihres Bosses sollen drei Gangster mit einem Buchhalter in einem Haus in Dartmoor untertauchen, bis etwas Gras über die Sache gewachsen ist. Das Haus ist jedoch in einem desolaten Zustand und auch die Charaktere der beteiligten Personen könnte unterschiedlicher nicht sein, sodass Einsamkeit und Langweile bald dazu führen, dass die Stimmung gegen Null tendiert. Als nach Tagen ohne Nachricht eine junge Frau auftaucht, die Lebensmittel und Alkohol nachliefern soll, kommt es zum Disput und die ohnehin schon misstrauische Stimmung eskaliert…
Nihilistisches Gangsterdrama mit kleinem Twist, dass über weite Strecke aber leider sehr erwartbar und dennoch ziemlich bemüht daherkommt. Die Charaktere sind unterschiedlich und vom Jungspund über den gewaltbereiten Psychopathen bis zum besonnenen Altgangster, der seine Entscheidungen im Leben bereut ist wieder einmal alles dabei. Leider passiert in „Alle Teufel sind hier“ aber generell nicht so viel und irgendwie wartet man ja ohnehin nur darauf, dass man sich ab einem gewissen Punkt dann misstraut und gegenseitig an die Gurgel geht. Das ist dann natürlich auch prompt der Fall und somit halten sich die Überraschungen auch in Grenzen. Ich fand die düsteren Landschaftsbilder von Dartmoor an dem Streifen noch am besten, während mich der Rest leider ziemlich kalt gelassen hat. Mit Eddie Marsan hab ich „Happy go Lucky“ ja auch noch eine Rechnung offen und auch das Ende zeigt eigentlich nur, dass die Neunziger nun auch schon wieder ein paar Jahrzehnte vorbei sind und man einen bekannten und dutzendfach durchgenudelten, dramaturgischen Kniff nun anscheinend wieder verbraten darf. Insgesamt schon eine ganz schwache Nummer.
Nach einem Raubüberfall im Auftrag ihres Bosses sollen drei Gangster mit einem Buchhalter in einem Haus in Dartmoor untertauchen, bis etwas Gras über die Sache gewachsen ist. Das Haus ist jedoch in einem desolaten Zustand und auch die Charaktere der beteiligten Personen könnte unterschiedlicher nicht sein, sodass Einsamkeit und Langweile bald dazu führen, dass die Stimmung gegen Null tendiert. Als nach Tagen ohne Nachricht eine junge Frau auftaucht, die Lebensmittel und Alkohol nachliefern soll, kommt es zum Disput und die ohnehin schon misstrauische Stimmung eskaliert…
Nihilistisches Gangsterdrama mit kleinem Twist, dass über weite Strecke aber leider sehr erwartbar und dennoch ziemlich bemüht daherkommt. Die Charaktere sind unterschiedlich und vom Jungspund über den gewaltbereiten Psychopathen bis zum besonnenen Altgangster, der seine Entscheidungen im Leben bereut ist wieder einmal alles dabei. Leider passiert in „Alle Teufel sind hier“ aber generell nicht so viel und irgendwie wartet man ja ohnehin nur darauf, dass man sich ab einem gewissen Punkt dann misstraut und gegenseitig an die Gurgel geht. Das ist dann natürlich auch prompt der Fall und somit halten sich die Überraschungen auch in Grenzen. Ich fand die düsteren Landschaftsbilder von Dartmoor an dem Streifen noch am besten, während mich der Rest leider ziemlich kalt gelassen hat. Mit Eddie Marsan hab ich „Happy go Lucky“ ja auch noch eine Rechnung offen und auch das Ende zeigt eigentlich nur, dass die Neunziger nun auch schon wieder ein paar Jahrzehnte vorbei sind und man einen bekannten und dutzendfach durchgenudelten, dramaturgischen Kniff nun anscheinend wieder verbraten darf. Insgesamt schon eine ganz schwache Nummer.
it´s fun to stay at the YMCA!!!
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