Maulwurfs Hör-Bar

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Maulwurf
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Re: Maulwurfs Hör-Bar

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Diva Destruction
Passion's price

CD - 2001

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DIVA DESTRUCTION war eine dieser Künstlerinnen, die Anfang der 00er-Jahre als Zukunft der schwarzen Musik abgefeiert wurde. Der kleine Maulwurf fiel auf die Werbung natürlich voll rein, und kaufte sich die CD. Los geht das Album fulminant, die Single-Auskopplung The broken ones haut auch heute noch gewaltig rein und juckt das Tanzbein. Aber genauso wie damals stellt man auch heute noch schnell fest, dass das Songmaterial auf Dauer einfach langweilig ist. Debra, die Künstlerin hinter DIVA DESTRUCTION, gibt sich viel Mühe, die Texte sind bestimmt ganz toll, und man spürt eine Zeitlang das Herzblut in diesem Projekt. Aber musikalisch passiert da einfach nüscht. Der Schlagzeugcomputer dröppelt vor sich hin, der Gesang ist oft ein Teil der Melodie, also im Hintergrund, und vorne geben sich die Musiker Mühe, eine überzeugende Düster-Rock-Stimmung zu verbreiten. Aber das siebente Stück klingt wie das erste, das achte klingt wie das zweite, und so weiter. Und irgendwann wünscht man sich, dass diese CD einfach nur noch vorbei ist, weil eben gar nichts mehr passiert. Selbst die Harmonien nutzen sich beim xten hören ab. Was in Summe dreizehnmal die gleichen drei Stücke ergibt.

Bis auf die Singles also sehr mauer Stoff, der die kommenden 25 Jahre da bleiben wird, wo er die letzten 25 Jahre auch schon war. Unter ferner liefen ...


Diva Destruction - Cruelty games
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Re: Maulwurfs Hör-Bar

Beitrag von Maulwurf »

Django
Luis Bacalov

CD - 1992

Django O.S.T.jpg
Django O.S.T.jpg (76.92 KiB) 111 mal betrachtet

Filmisch ist DJANGO eine tiefe Verbeugung vor dem Gott des schlammigen Gemetzels, und der Soundtrack steht dem in Nichts nach. Die zwei wesentlichen Komponenten des Films werden umfassend dargestellt: Da sind einmal der Matsch, die Verzweiflung, die Düsternis und die Gewalt, die die kleine Stadt und den Film so beherrschen. Und parallel dazu die Mexikaner, die mit ihrer Musik immer wieder Partystimmung verbreiten. Was halt Mexikaner in solchen Filmen unter Party verstehen: In eine Stadt reiten und auf alles schießen was sich bewegt. Und dazwischen, wie ein scharfes Schwert, der Titeltrack, der schon mit den ersten Gitarrentönen die Bilder des Films vor das geistige Auge treibt. Ein erstklassiger Soundtrack, der die Stimmung des Films einfängt und schwerstens Lust macht, den mal wieder zu sehen.


Luis Bacalov - La corsa


Luis Bacalov - Vamonos Muchachos! (2nd Version)
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Re: Maulwurfs Hör-Bar

Beitrag von Maulwurf »

Django's Rückkehr
Gianfranco Plenizio

LP - 1987

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Hat jemand hier diesen Film direkt vor Augen? Oder ist die letzte Sichtung eher Jahrzehnte her? Bei mir dürfte es in den 90ern gewesen sein - DJANGO'S RÜCKKEHR steht als VHS hier, und bettelt definitiv nicht darum, geupgradet zu werden. Ich befürchte aber, dass eine zeitnahe Sichtung auch den Soundtrack ein wenig besser machen würde. Schlecht ist er nicht, beileibe nicht, aber er sanftet mal mehr und mal weniger mystisch vor sich hin, ohne wirkliche Highlights zu bringen. Die Titelmusik und noch ein Stück sind mexikanisch angehaucht, ein Stück ist dabei, das auf einem Casio einen Dudelsack imitiert, und der Rest ist ruhig, düster, und an einem Abend nach einem langen Arbeitstag eigentlich ziemlich gute Hintergrundmusik. Ob das nun ein Kompliment für den Komponisten ist, möchte ich dabei nicht kommentieren ...

Discogs erzählt mir allerdings gerade, dass meine LP 13 Stücke enthält. Und die CD sage und schreibe 36(!) Stücke:
Discogs hat geschrieben:The musical score for this spaghetti sagebrush saga is by Gianfranco Plenizio, who wrote a multi themed and very colorful and eclectic score for the movie. The composer employs a strong trumpet theme for the gunfight scene that takes place at the beginning of the movie that is reminiscent of the style of composers such as Morricone, Micalizzi and Francesco De Masi. Plenzio also effectively employs a wordless female soprano voice on a number of cues again evoking the style of Morricone when he turned to Edda dell Orso on so many of his western scores. The music for DJANGO STRIKES AGAIN has a strong South American influence with pan pipes at times being introduced into the proceedings adding some ethnic authenticity plus Plenzio from time to time includes an ominous sounding tolling church bell that punctuates and augments the events.

A vinyl containing thirteen cues of the film was released back in 1997 by Colosseum. This CD features the score in its integrity and features 36 tracks for a length of 54 minutes of music.
OK, klingt auf jeden Fall interessant ...


Gianfranco Plenizio - The mercy


Gianfranco Plenizio - The ambush
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Beitrag von Maulwurf »

DNA featuring Suzanne Vega
Tom's Diner

7"-Single - 1990

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Wer in den frühen 90ern gelebt hat, kam an dem Stück glaube ich nicht vorbei. Das Airplay im Radio war gigantisch, in den Kneipen lief das Ding rauf und runter, und man konnte dem wahrscheinlich nur entkommen, wenn man zutiefst in irgendeiner Subkultur-Blase war. Die Idee war ja auch gut, und die Umsetzung noch viel mehr: Suzanne Vega schrieb Tom's Diner ursprünglich für Klavierbegleitung, da sie aber kein Klavier spielen konnte, entschied sie sich dafür, das Stück Acapella aufzunehmen. Das britische Dance-Projekt DNA unterlegte den Gesang mit dem Beat von Keep on movin' der Band SOUL II SOUL, und packte das im Original nur am Ende vorkommende „Dep De Dö Dep“ als Refrain mehrmals dazu. Dieser Remix entstand ohne Erlaubnis von Suzanne Vega. Ihre Plattenfirma A&M erfuhr von dem Remix, und entschloss sich, anstatt gerichtlich dagegen vorzugehen, das Teil selber zu veröffentlichen. Ergebnis: Platz 1 in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Platz 3 in England, Platz 5 in den USA. Und ein Lied, das mich in hohem Maße an diese Jahre erinnert ...


DNA featuring Suzanne Vega - Tom's Diner
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Beitrag von Maulwurf »

Doctor and The Medics
Happy but twisted

12"-EP - 1985

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Nach dem Punk gab es diese Zeit, da konnte und wollte jeder Musik machen. In London waren die 80er voll mit Bands, die irgendwie auf sich aufmerksam machen wollten. Aufmerksam machen mussten, um bekannt zu werden. Schrill anziehen, laut und peppig sein, anders sein um jeden Preis. DOCTOR AND THE MEDICS war eine dieser Bands, die es 1986 immerhin zum Nummer 1-Hit Spirit in the sky geschafft hat. Happy but twisted war kurz davor und eine bunte und grelle Mischung aus poppigem Garagenrock und Psychedelic, dargebracht mit der Attitüde des Fun-Punk. Ein wenig gealtert ist die Chose schon, aber lustig ist es allemal. Live dürfte das wahrscheinlich ziemlich fetzig gewesen sein, so klingt es ein wenig wie THROW THAT BEAT IN THE GARBAGECAN, was ja schließlich auch nichts Schlechtes ist.

Ich war sehr erstaunt, dass das beiliegende MEDICS-Fanzine Medication im Top-Zustand dabei ist. Inklusive eines Starschnitts des Gitarristen und einer Spieleseite. Ihr kennt diese Labyrinthe von den Rätselseiten? Hier muss man dem australischen Biertrinkchampion helfen, den Weg durch das Labyrinth zum Klo zu finden ... :mrgreen:


Doctor and The Medics - Mole catcher
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