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DVD: Code Red (USA)
Brute Corps (USA 1971, Originaltitel: Brute Corps)
Söldner des Schreckens
Terry (Jennifer Billingsley) ist per Anhalter unterwegs, trifft eines Tages auf den ebenfalls umherstreifenden Kevin (Joseph Kaufmann). In Mexiko fühlt sich Kevin sicherer, kann dem Zugriff von Uncle Sam entgehen. Auch Colonel Burkhard (Charles Macaulay) und seine wüste Söldnertruppe suchen den Nachbarstaat der USA auf, man will in einem provisorisch errichteten Lager auf den nächsten Auftrag warten. Terry und Kevin begegnen zufällig Wicks (Alex Rocco), ahnungslos folgt das Pärchchen dem psychotischen Burschen ins Lager der Kriegshunde. Spielchen münden in einen Kampf der Söldner um Terry, nur knapp kann sich Kevin dem tödlichen Zugriff der Mordbuben entziehen. Während die junge Frau erniedrigt und geschändet wird, hofft Kevin auf Hilfe aus dem nächsten Dorf. Sheriff Alvarez (Joseph Bernard) möchte jedoch keinen Ärger, Kevin begibt sich allein und unbewaffnet auf eine lebensgefährliche Rettungsmission ...
In den späten Sechzigern/frühen Siebzigern, sorgten langhaarige "Rocker" für Angst und Schrecken, brausten auf lauten Mopeds durch die Landschaft, schreckten vor keiner Schweinerei zurück. "Brute Corps" reicht den schwarzen Peter weiter, hier fungieren Söldner als Unholde, entwurzelte Killermaschinen ohne Gnade. In den ersten Minuten unterstreicht man die Gefährlichkeit der Herren, tatsächlich taucht eine kleine Gruppe Biker auf, legt sich mit den Söldnern an und endet tot im Staub. Vom Krieg in Vietnam hatte man die Nase gestrichen voll, er machte aus ehemaligen Soldaten irre Söldner, Sympathieträger Kevin verweigert den Dienst an der Waffe, offensichtlich kommt der Flick nicht ohne kritische Aussage daher. Freilich stehen Unterhaltungs- und Schauwerte im Vordergrund, es mangelt nicht an harschen Dialogen, Schlägereien und Waffengebrauch, Notzucht und sonstigen Fürchterlichkeiten. Geschickt die Wahl des Schausplatzes, eine einsame Gegend in Mexiko, aus nordamerikanischer Sicht nahezu rechtsfreier Raum.
Hier erweist sich der Blick auf Ensemble als besonders lohneswert, denn "Brute Corps" vermag mit einer stattlichen Ansammlung "echter Typen" zu wuchern. Jennifer Billingsley und Joseph Kaufmann bleiben als angehendes Liebespaar in angenehmer Erinnerung, werden aber von den Bösewichtern an die Wand gespielt. Alex Rocco dreht in der Rolle des völlig durchgeknallen Sadisten ordentlich auf, erfreut immer wieder mit neurotischen Ausbrüchen. Ruhiger Gegenpol Roy Jenson, nicht minder gefährlich, kaltblütig statt hitzköpfig. Felton Perry haut lockere Sprüche aus, mutet eine Spur weniger unmenschlich an, Charles Macaulay hat zunehmend Mühe den Sauhaufen unter Kontrolle zu halten, lässt seine räudigen Hunde vorsichtshalber von der Kette. Paul Carr spielt einen Typen namens Ross, scheint als einziges Mitglied der Söldnerbande nicht völlig verroht, rückt mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr in den Mittelpunkt. Joseph Bernard gibt den mexikanischen Sheriff, schwerfällig und ängstlich, nicht gänzlich ohne Anflüge von Schlitzohrigkeit. Damit sind die wichtigsten Beteiligten genannt, freut euch auf üble Gestalten und verzweifelt kämpfende Opfer.
Regisseur Jerry Jameson legte mit "Brute Corps" seinen ersten Kinofilm vor. Wenig später folgte mit "The Dirt Gang" (1972) ein Biker-Streifen, dort tauchen z. B. Paul Carr und Charles Macaulay erneut auf. Überwiegend arbeitete Jameson für das amerikanische Fernsehen, inszenierte diverse Episoden bekannter Serien ("Cannon", "Der sechs Milionen Dollar Mann", "Die Straßen von San Francisco"). In Deutschland wurde "Brute Corps" unter dem Titel "Des Teufels tolle Hunde" ausgewertet, bisher liegt keine DVD oder BD vor. Ergo beschaffte ich mir die Scheibe aus den USA, Code Red präsentiert den Flick in ansprechender Qualität, im Bonusbereich sind Interviews mit Felton Perry und Parker West zu finden (vor allem Felton Perry plaudert sehr unterhaltsam, unbedingt anschauen).
"Brute Corps" zündet, Krawall und Geschmuddel nach meinem Geschmack, kantige Fratzen, kernige Sprüche, meine Suhle! Dicke 7,5/10 (gut bis sehr gut)!
Lieblingszitat:
"What the hell is going on here? You are on maneuvers! This is not saturday night in the local cathouse!"