Io, Emmanuelle - Cesare Canevari (1969)

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jogiwan
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Io, Emmanuelle - Cesare Canevari (1969)

Beitrag von jogiwan »

Io, Emmanuelle

01.jpg
01.jpg (17.52 KiB) 60 mal betrachtet
Originaltitel: Io, Emmanuelle

Alternativtitel: A Man for Emmanuelle

Herstellungsland: Italien / 1969

Regie: Cesare Canevari

Darsteller:innen: Erika Blanc, Adolfo Celi, Paolo Ferrari, Ugo Adinolfi, Lucia Folli

Story:

Im Jahre 1969 ist der Sommer der Liebe endgültig vorbei und die Journalistin Emmanuelle vegetiert von ihrem geliebten Professor verlassen in ihrer Wohnung und ist auch von tagespolitischen Dingen und dem Patriachat zunehmend so verstört, sodass ihr Weltschmerz sich auch körperlich manifestiert. Sie lässt sich treiben und besucht scheinbar wahllos Männer und Frauen aus ihrer Vergangenheit, um mit ihnen zu schlafen. Später gerät sie an einen exaltierten Biker, der sie zu verstehen scheint. Dennoch können diese Kontakte die Leere nicht füllen, die Emmanuelle in sich spürt und ihre latente Todessehnsucht sogar noch befeuern, ehe eine weitere Nachricht ihr endgültig den Boden unter den Füßen wegzieht…
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jogiwan
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Re: Io, Emmanuelle - Cesare Canevari (1969)

Beitrag von jogiwan »

„Io, Emmanuelle“ gilt zwar als (unbekannte) erste Verfilmung des legendären Buches, hat aber im Grunde wenig damit zu tun was Mann und Frau popkulturell darunter versteht und basiert auch auf einer anderen Kurzgeschichte. Hier geht es auch weniger um sexuelle Entdeckungsreisen als viel mehr um das Portrait einer depressiven Frau, die von persönlichen Erfahrungen, gesellschaftspolitischen Ereignissen und dem Weltgeschehen mitgenommen ist und nicht mehr allein den Weg aus der Negativspirale findet. Dabei ist „Io, Emmanuelle“ auch dem Arthouse-Drama näher als dem Softsex und bietet eine wunderbar sperrige und fast schon entrückt wirkende Erika Blanc, die mit ihrem blassen, fast maskenhaften Gesicht und ihrem markanten Gesicht auch perfekt in diese schwierige Rolle passt und sich passiv durch die Handlung treiben lässt. Dennoch bleibt „Io, Emmanuelle“ sperrig und lustfeindlich, als hätte Canevari bewusst einen Gegenentwurf zu sexuellen Begehren und Lebensfreude geschaffen, dessen Tristesse sich auch rasch auf den Zuschauer übertragen. Depression als Diagnose gab es ja damals noch nicht und damals wurden Frauen ja rasch ins Psychoeck gedrängt, wenn sie sich den patriarchalen Strukturen nicht fügen wollten und das ist dann auch das eigentliche Thema des Streifens, dem man aber auch eine gewisse Langatmigkeit nicht absprechen kann. Ich wollte den Streifen immer mal sehen und hab mit daher auch die neue Box aus dem Hause Severin (nicht codefree) gegönnt, aber so richtig hat mich der italienische Ausflug in die Welt von Emmanuelle nicht packen können.

Mit Titelsong von Mina :knutsch:

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Re: Io, Emmanuelle - Cesare Canevari (1969)

Beitrag von buxtebrawler »

Klingt inhaltlich aber sehr interessant und progressiv...
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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jogiwan
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Re: Io, Emmanuelle - Cesare Canevari (1969)

Beitrag von jogiwan »

buxtebrawler hat geschrieben: Fr 16. Jan 2026, 08:49 Klingt inhaltlich aber sehr interessant und progressiv...
Ja, ist er auch - sicherlich ein spannendes Zeitdokument mit einer tollen Erika Blanc. Andererseits hätte man aus dem Thema auch viel mehr machen können, als "Io, Emmanuelle" letztendlich daraus gemacht hat. Als feministischen Beitrag würde ich den Film nur teilweise sehen, da die Figur der Emmanuelle immer völlig fremdbestimmt zu sein scheint.
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Re: Io, Emmanuelle - Cesare Canevari (1969)

Beitrag von buxtebrawler »

jogiwan hat geschrieben: Fr 16. Jan 2026, 08:54 Ja, ist er auch - sicherlich ein spannendes Zeitdokument mit einer tollen Erika Blanc. Andererseits hätte man aus dem Thema auch viel mehr machen können, als "Io, Emmanuelle" letztendlich daraus gemacht hat. Als feministischen Beitrag würde ich den Film nur teilweise sehen, da die Figur der Emmanuelle immer völlig fremdbestimmt zu sein scheint.
Verstehe - danke für die Ergänzung!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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