Zum Film:
Ich besitze seit Ewigkeiten die Anchor Bay-Scheibe aus den US von A und habe den Streifen seitdem natürlich mehrfach gesehen. Den Vorgänger (DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN) liebe ich, aber dieser letzte Dracula-Beitrag ist in meinen Augen leider nur semi-gelungen. Er hat nette Momente und gelungene Szenen (z. B. die Messe zu Beginn, die mit der Flucht und Befragung des Spitzels kombiniert wird; der Vorspann; der Besuch van Helsings in der Firmenzentrale; die letzte Messe, als den Herren plötzlich dämmert, was sie da anrichten wollen), aber leider auch vieles, was nicht direkt in einen Dracula-Film der Hammerstudios passt. Die Rocker sind ganz klar dem Zeitgeist geschuldet, die mit Nachziehern belegten Zeitlupen ebenso.
Schwerer wiegt da wohl eher, dass Dracula sehr lange der Handlung fernbleibt und dann überaus peinlich verscheidet. Nein, das Finale ist sicherlich der größte Schwachpunkt des Films. Ansonsten wirkt der Plot phasenweise eher wie eine AVENGERS-Episode (bzw. NEW AVENGERS, was nicht nur an Joanna Lumley liegt - obwohl's die Serie zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab

Die Kameraarbeit ist solide, weniger experimentell bzw. "zeitgeistiger" als noch beim Vorgänger. Die Musik ist leider bis auf das sehr gute Titelthema weniger gut als die des Vorgängers. Und Joanna Lumley ist weniger schnuckelig als Stephanie Beacham - dafür gibt's immerhin die großbrüstige Sekretärin, die später im Keller gepiekst werden darf.
Als Dracula-Film in meinen Augen der schwächste Vertreter der Hammer-Studios (gefolgt von DRACULAS RÜCKKEHR), als Seventies-Crime-Flick mit einem höheren Unterhaltungswert, aber immer noch einem total versemmelten Finale. Kann man sich ganz gut angucken, sollte aber keine Wunderdinge (oder einen campy Unterhaltungswert wie beim Vorgänger - tatsächlich geht diesem Beitrag hier der Humor total ab) erwarten.