Benedikt Eppenberger / Daniel Stapfer - Mädchen, Machos und Moneten
Moderator: jogiwan
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Re: Mädchen, Machos und Moneten
Wahrscheinlich ist dieses Kundtun vor meiner Anmeldung hier geschehen; ich war jedenfalls äußerst angenehm überrascht ...
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Re: Mädchen, Machos und Moneten
gerade aus dem Briefkasten geangelt. Die Größe von dem Buch ist ja beachtlich. Ich hatte eher so ein kleines, heftchengroßes Büchlein erwartet
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Re: Mädchen, Machos und Moneten
Das wäre der Größe des Schweizer Exploitation-Papstes wohl nicht angemessen gewesen.purgatorio hat geschrieben:gerade aus dem Briefkasten geangelt. Die Größe von dem Buch ist ja beachtlich. Ich hatte eher so ein kleines, heftchengroßes Büchlein erwartet
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Re: Mädchen, Machos und Moneten
in der Tatugo-piazza hat geschrieben:Das wäre der Größe des Schweizer Exploitation-Papstes wohl nicht angemessen gewesen.purgatorio hat geschrieben:gerade aus dem Briefkasten geangelt. Die Größe von dem Buch ist ja beachtlich. Ich hatte eher so ein kleines, heftchengroßes Büchlein erwartet
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Re: Mädchen, Machos und Moneten
Jau, meins kam auch gestern. Tatsächlich ein wundervolles Werk. Komplett farbig, riesige Bebilderung in toller Qualität und massig Text. Klasse!
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Re: Mädchen, Machos und Moneten
Nachdem ich auf der letzten Filmbörse interessiert darin herumgeblättert hatte, habe ich mir dieses Buch nun auch gegönnt und freue mich auf die Lektüre.
Ist im hier im Thema verlinkten Shop aktuell für 16,- EUR + Porto zu haben.
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Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Diese Filme sind züchisch krank!
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Re: Benedikt Eppenberger / Daniel Stapfer - Mädchen, Machos und Moneten
Benedikt Eppenberger / Daniel Stapfer – Mädchen, Machos und Moneten. Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounternehmers Erwin C. Dietrich
Wer sich fürs europäische Genre-Kino interessiert und/oder auf Exploitation-Filme steht, dürfte vermutlich früher oder später auf den Namen Erwin C. Dietrich stoßen. Alle anderen hingegen eher nicht, und das ist schade, denn Dietrichs sich auf über 100 Filmproduktionen erstreckendes Schaffen dürfte eigentlich für jeden aufschlussreich sein, der sich für Kinohistorie interessiert. Abhilfe schafft da dieses edel aufgemachte, großformatige, gebundene, vollfarbige und mit Schutzumschlag versehene Buch aus dem Verlag Scharfe Stiefel, das dort im Jahre 2006 erschien und sich auf rund 200 Seiten aus hochwertigem Glanzpapier reichbebildert Dietrichs Lebenswerk als Filmemacher (Urania-Film, Elite/Ascot), Filmverleiher (Avis, Ascot-Elite) sowie Erotikfilm- und Multiplex-Pionier widmet. Laut den Autoren basiert es auf ausführlichen Interviews mit Dietrich persönlich, was die unheimliche Detailfülle erklärt.
Auf ein Vorwort Jess Francos, jenem Spanier und besessenen Vielfilmer, mit dem Dietrich einige erfolgreiche Erotik- und Sexfilme realisierte, folgt chronologisch aufgearbeitet Dietrichs berufliche Vita. Es ist die eines Mannes, der sich auf Grundlage seines eigenen Arbeitsethos von bescheidenen Anfängen Stück um Stück organisch hochgearbeitet hat und nicht immer, aber oft den richtigen Riecher für Film- und Publikumstrends hatte – und gut mit Geld umzugehen verstand. Natürlich sind seinerzeit viele auf der Erotik- und Sexfilmwelle als Folge der sexuellen Revolution mitgesurft, doch Dietrich war früher als viele andere am Start und häufig einfach besser. Seine Filme sind alles andere als perfekt, verfügen aber oftmals über wesentlich mehr Charme, Verve und/oder Inspiration als beispielsweise die direkte bundesdeutsche Konkurrenz mit ihren peinlichen Machwerken, was besonders retrospektiv auffällt. Pornos hingegen hat Dietrich stets abgelehnt (aber dennoch einen in der Filmographie).
Eppenbergers und Stapfers wohlsortiert in Kapitel unterteilte Buch liest sich fesselnd und spannend, nicht zuletzt, da auch Dietrichs Fehlentscheidungen und Krisen nicht ausgespart werden, und weil sie die popkulturelle Gesamtsituation der jeweiligen Zeitabschnitte einbeziehen und einschätzen – sodass sich Dietrichs Beiträge zu ihr besser einordnen lassen. Partner und Weggefährten Dietrichs wie George Morf, Peter und Walter Baumgartner, Werner Zeindler, Euan Lloyd, Paul Grau, Wilhelm Sigg u. a. werden mit ausführlichen Lebensläufen vorgestellt; es geht also nicht nur um Dietrich, sondern um Dietrich und sein ganzes Konglomerat. Dem umstrittenen Women-in-prison-Sujet wird ebenso ein Exkurs zuteil wie dem Jugendfilm-Verleih (S. 129, sehr lesenswert…), die „Mad Foxes“-Story hingegen hätte deutlich detaillierter ausfallen müssen – immerhin einer der unglaublichsten Filme der Welt! Schade auch, dass auf die Hintergründe der den Film höchst amüsant torpedierenden „Django Nudo“-Synchronisation gar nicht eingegangen wird.
Sexfilme oder meinetwegen auch einen Porno hin oder her, der eigentliche Sündenfall Dietrichs war die Zusammenarbeit mit dem faschistoiden Briten Lloyd für einen Propagandafilm (ausgeführt auf S. 128). Mit Lloyd zusammen hatte Dietrich auch den Söldnerfilm „Die Wildgänse kommen“ umgesetzt, der einen Kinotrend auslöste, der im Buch sehr anschaulich beschrieben wird. Am Schluss darf man sich noch an einem Exkurs in die Schweizer Lichtspielhausgeschichte erfreuen, denn auch dieser liest sich interessanter, als man vielleicht vermuten würde, und stimmt auch einen Bundesdeutschen ein bisschen nostalgisch. Natürlich hat das Buch noch weit mehr zu bieten; schließlich offenbart es ein bedeutendes Stück Trivialfilmgeschichte, das unbedingt einmal erzählt werden musste. Zur Anwendung kommt dafür ein der schweizerischen Rechtschreibung gehorchendes, gutes Deutsch, das qualitativ über so manche Filmbuchveröffentlichung aus bspw. dem MPW-Verlag herausragt und nur wenige, erstauflagentypische Fehler aufweist.
Ein Schmöker, der einlädt, Dietrichs Œuvre selbst einmal im Heimkino aufzuarbeiten – zumindest ausgewählte Stücke daraus…
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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