Batman hält die Welt in Atem
(Batman)
mit
Adam West, Burt Ward, Lee Meriwether, Cesar Romero, Burgess Meredith, Frank Gorshan, Alan Napier, Neil Hamilton, Stafford Repp, Madge Blake, Reginald Denny, Milton Frome, Gil Perkins
Regie:
Leslie H. Martinson
Drehbuch:
Lorenzo Semple Jr. / Bob Kane
Kamera:
Howard Schwartz
Musik:
Nelson Riddle
FSK 6
USA / 1966
Die "Vereinigte Umwelt" will die Weltherrschaft übernehmen. Zu diesem Zweck stehlen Joker, Pinguin, Riddler und Catwoman eine Erfindung mit deren Hilfe sie die gesamte Menschheit pulverisieren könnten. Nur zwei sind in der Lage diesen düsteren Plan zu stoppen: Batman und Robin! Doch auch die Gegner wissen was es heißt, wenn das Rächer-Duo ins Spiel kommt und so locken sie die beiden heimtückisch in eine Falle... Wird es den beiden Fledermaus-Helden gelingen das skrupellose Verbrechersyndikat rechtzeitig auszutricksen, um so die Welt vor der drohenden Katastrophe zu retten?
Im gleichen Jahr wie die TV-Serie um den berühmten Comic-Helden erschien auch dieser eigenständige Spielfilm, der seit jeher die Meinungen der Fans in verschiedene Lager verschlägt. Für die einen unerträglicher Schund, stellt diese Verfilmung für viele andere ein extrem kultiges Werk dar, das bis in die heutige Zeit mit einer Art Kultstatus versehen wurde, der sich nicht jedem offenbart. Ehrlich gesagt konnte auch ich dieser filmischen Variante nicht sonderlich viel abgewinnen, denn als ehemaliger Fan der herrlich düsteren Comic-Reihe war ich immer der Meinung, das vorliegender Film diesen Aspekt zu keiner Zeit auch nur ansatzweise zum Ausdruck bringt. Zu dieser Einschätzung stehe ich auch immer noch, doch nach neuerlicher Sichtung und meiner mittlerweile vorhandenen Leidenschaft für gute Trash-Filme muss ich zumindest eine differenziertere Wertung vornehmen. An Stelle der düsteren Abenteuer der menschlichen Fledermaus bekommt der Zuschauer hier nämlich eine herrlich überzogene Variante geboten, in der kräftige Farben und eine vollkommen hanebüchene Geschichte ganz eindeutig im Vordergrund stehen. Das gesamte Geschehen ist so grell-und knallbunt dargestellt und vollgestopft mit skurrilen Szenen, das jedem Trash-Fan das Herz vor Freude höher schlägt.
Adam West und Burt Ward in den Rollen von Batman und Robin bilden dabei ein nahezu perfektes Team und sorgen beim Betrachter durch ihre zumeist vollkommen sinnbefreiten Dialoge für einen Lacher nach dem anderen. Da werden Schlussfolgerungen getroffen, das einem die Haare zu Berge stehen und auch ansonsten strotzt der gesamte Film nur so vor verbalem Nonsens, das es schon fast auf keine Kuhhaut mehr geht. Denn auch die versammelten Superschurken stehen den beiden Helden in nichts nach wenn es darum geht, die Lachmuskeln zu strapazieren. Und in diesem Fall müssen sich Batman und Robin nicht nur mit einem Verbrecher auseinander setzen, denn gleich 4 ihrer Erzfeinde haben sich versammelt, um einen teuflischen Plan auszuführen. Das alles geschieht mit äußerst viel Humor und man sollte dieses Werk ganz generell nicht ernst nehmen, vielmehr steht hier der pure Klamauk und eine Ansammlung von nahezu absurden Ereignissen im zentralen Mittelpunkt der Geschichte. Wer die ernste und dunkle Seite des Comic-Helden sehen möchte, muss schon auf die Werke von Christopher Nolan zurückgreifen, in denen meiner persönlichen Meinung nach mit Christian Bale der beste Batman aller Zeiten zu sehen ist.
"Batman hält die Welt in Atem" ist vielmehr ein wahres Sammelsurium von grotesken Bildern, die jedoch auf jeden Fall eine ganze Menge Charme beinhalten, was man allerdings auf das gesamte Szenario ummünzen kann. Von der Ausstattung her hat man hier nämlich wirklich liebevolle Arbeit geleistet, so sind beispielsweise die bunten Kostüme vortrefflich gelungen. Allerdings erscheinen die beiden Helden in der optischen Darstellung viel weniger als ernstzunehmende Verbrecher-Jäger, sondern erwecken größtenteils den Anschein von Helden in Strumpfhosen, was man insbesondere immer wieder in Großeinstellungen eindrucksvoll vor Augen gehalten bekommt. Sicherlich trifft das bei weitem nicht jeden Geschmack, doch kann man dem Film von Leslie H. Martinson keinesfalls seinen ganz eigenen Charme absprechen, der auch nach nunmehr fast 50 Jahren immer noch etliche Fans in Verzückung geraten lässt. Man erfreut sich ganz einfach an den farbenprächtigen Bildern und verspürt auch bei den sinnlosen Dialogen eine Menge Freude, so das man dieses Werk auf jeden Fall als extrem unterhaltsam einstufen muss. das dafür eigentlich überhaupt keine Spannung vorhanden ist, sieht man dabei gar nicht einmal als negativen Kritikpunkt an, denn dafür ist die vorliegende Geschichte auch überhaupt nicht ausgelegt.
Ganz egal in welches Lager der Fans man sich auch schlagen mag, "Batman hält die Welt in Atem" ist ein äußerst unterhaltsames Spektakel, das man mit den Augen eines Trash-Liebhabers schon als Klassiker des Sub-Genres ansehen kann. Ernsthafte Erwartungen sollte man jedoch keinesfalls in das bunte Treiben setzen, denn dafür gibt es schließlich die Filme von C. Nolan. Dennoch macht es einen Heiden-Spaß, Adam West und Burt Ward bei ihrem skurrilen Treiben zu beobachten und die vorhandenen Dialoge des Ganzen stellen schon eine Klasse für sich dar. Wer seine Freude an sinnlosem Klamauk und jeder Menge Humbug hat, darf diesen Film auf keinen Fall verpassen, denn kurzweilige Unterhaltung bekommt man auf jeden fall geboten.
Fazit:
Das eigene Hirn möglichst leerlaufen zu lassen, ist vor Sichtung des Filmes auf jeden Fall zu empfehlen, denn nur dann kann man sich entspannt zurücklehnen und diese hanebüchene Geschichte über sich ergehen lassen. Dafür wird man mit gut 100 Minuten Trash vom feinsten belohnt und dürfte auch nach Beendigung der Story immer noch ein Dauer-Grinsen auf den Lippen haben.
8/ 10 Trash-Bomben