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Jenifer - Dario Argento (2005)
Verfasst: Sa 28. Mai 2016, 10:00
von jogiwan
Jenifer
Originaltitel: Jenifer
Alternativititel: Masters of Horror: Jenifer
Herstellungsland: USA / 2005
Regie: Dario Argento
Darsteller: Steven Weber, Laurie Brunetti, Carrie Anne Fleming, Kevin Crofton
Story:
Detective Frank macht gerade eine Pause, als er von seinem Auto aus beobachten muss, wie ein junges Mädchen schreiend um sein Leben rennt. Als er das Mädchen aus den Fängen eines scheinbar verrückten Mannes rettet, erfährt er, dass sie niemanden hat. Aus Mitleid beschließt er das einsame Mädchen, Jenifer, zu adoptieren. Doch Frank wird schnell klar, dass mit Jenifer etwas nicht stimmt. Während er versucht, herauszufinden was es ist, hat Jenifer nur eines im Sinn: ihren blutigen Bestimmungen zu folgen! Auch Frank soll erfahren, dass er sein eigenes Todesurteil unterzeichnet hat! (quelle: Cover)
Re: Jenifer - Dario Argento (2005)
Verfasst: Sa 28. Mai 2016, 10:02
von jogiwan
Dario Argentos erster Beitrag zur „Masters of Horror“-Serie ist ein eher mäßiges Horror-Vergnügen, dass man als Fan wohl nur in einer Szene mit den Genius früheren Werken des Regisseurs in Verbindung bringen würde. Die Geschichte über einen beherzten Polizisten, dessen Leben nach der Rettung eines entstellten Mädchens durch deren animalische Triebhaftigkeit kurzerhand komplett auf den Kopf gestellt wird, krankt ja imho auch etwas an ihrer Unglaubwürdigkeit. Die Figuren wirken oberflächlich gezeichnet und der unvermeidliche, soziale Abstieg des Polizisten geht so ratzfatz, dass man glaubt, die Geschichte wird einem im Schnelldurchlauf erzählt. Ehe man sich versieht, erklärt sich am Ende dann auch die Eingangsszene, damit das Schicksal erneut seinen Lauf nehmen kann. Dabei wirkt alles inklusive dem amerikanischen Handlungsort etwas lieblos inszeniert und obwohl die eher unbekannten Darsteller ihre Sache recht gut machen und zumindest auch das Schmodderherz zufrieden gestellt wird, erwarte zumindest ich mir beim Namen Argento immer noch etwas mehr als diese leicht unterdurchschnittliche Horrorkost auf TV-Niveau ohne nennenswerte Höhepunkte.
Re: Jenifer - Dario Argento (2005)
Verfasst: Sa 28. Mai 2016, 20:19
von buxtebrawler
Ich weiß gar nicht, warum "Jenifer" allgemein so schlecht wegkommt. Ich fand' diese Serienfolge (! - wohlgemerkt) ziemlich gut. Makaber, böse und zu Allegorien einladend - und natürlich nicht zuletzt unterhaltsam.
Re: Jenifer - Dario Argento (2005)
Verfasst: Sa 28. Mai 2016, 20:50
von Il Grande Silenzio
buxtebrawler hat geschrieben:Ich weiß gar nicht, warum "Jenifer" allgemein so schlecht wegkommt. Ich fand' diese Serienfolge (! - wohlgemerkt) ziemlich gut. Makaber, böse und zu Allegorien einladend - und natürlich nicht zuletzt unterhaltsam.
Dem schließe ich mich an. Die Idee fand ich sehr gut, die Umsetzung gelungen und spannend. Nichts Grandioses, da hat Argento aber in seinem Spätwerk deutlich Schlechteres aufzuweisen.
7/10
Re: Jenifer - Dario Argento (2005)
Verfasst: Mi 2. Aug 2017, 16:33
von Arkadin
Beruhend auf einem "Creepy"-Comic aus den frühen 70ern hat Argento diese nicht von ihm geschriebene Auftragsarbeit routinemäßig runtergefilmt. Die Geschichte um das entstellte Wesen mit dem Model-Körper und einem unerstättlichen Sex- und Fleischhunger gefiel mir soweit recht gut. Klar, kann man darüber streiten, ob so ein selten grässliches Ding (sehr ekelig die Szene, in der Jenifer die Hand der Ehefrau ableckt und auf ihrer Zunge so schleimig-weiße Bröckchen kleben ... buuhaahaa...) einen Mann sexuell abhängig machen kann - aber das wird meiner Meinung ja am Anfang mit der Wunde, die sie dem Polizisten beibringt, notdürftig, aber für mich ausreichend erklärt. Ja, das Ganze ist schon extrem vorhersehbar, aber gut. Von Argento merkt man nicht viel und ich hätte mir lieber einen mehr an Comics erinnernden Stil (wie bei Romeros "Creepshow") gewünscht, aber schlecht ist das alles nicht. Man merkt eben, dass Argento a) mit dem Herzen nicht dabei war und b) trotzdem ein guter Techniker ist. Simonettis Musik fand ich noch sehr hübsch. Und über das grausige Make-Up und die matschigen Special Effects kann man nun wirklich auch nicht meckern. Nein, für eine knapp 60-minütige TV-Folge bei der Argento lediglich als Regisseur involviert war, war das schon sehr in Ordnung.