Originaltitel: Arrival
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2016
Regie: Denis Villeneuve
Darsteller: Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker, Michael Stuhlbarg, u. a.
Handlung:
Zwölf mysteriöse Raumschiffe landen zeitgleich in unterschiedlichen Regionen der Welt. Ihre Besatzung und deren Intension – ein Rätsel. Um globale Paranoia und einen potentiellen Krieg zu verhindern, soll ein Elite-Team um die Linguistin Louise Banks (Amy Adams) und den Mathematiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) im Auftrag des Militärs Kontakt herstellen. Doch das unermüdliche Streben nach Antworten gerät bald zum Rennen gegen die Zeit – die eigene und die der gesamten Menschheit.
Denis Villeneuve weiß mit jedem seiner Filme zu überraschen – vom intensiven Familiendrama „Die Frau, die singt“ (Oscar-Nominierung als „Bester fremdsprachiger Film“ 2011), über das packende Rache-Drama „Prisoners“ bis hin zum knallharten Drogenthriller „Sicario“.
ARRIVAL läuft ja jetzt schon eine Weile in den Lichtspielhäusern und natürlich war ich auf Denis Villeneuve (Prisoners, Enemy, Sicario) aktuellen Film schon sehr gespannt. Und ich wurde auch nicht enttäuscht, den ARRIVAL ist überraschend unaufregend im Sinne von einer entspannt Ruhigen Erzählweise ohne großes Geschrei & Feuerwerk. Dieses zurücknehmen wirkt sich wohltuend auf den ganzen Film aus. Schon alleine wegen Knautschgesicht Jeremy Renner, den ich immer wieder gerne sehe. Forest Whitaker als US Colonel Weber sowieso. ARRIVAL ist wohl die bessere (weil anspruchsvollere) Alternative zu Independence Day & Co.
Re: Arrival - Denis Villeneuve (2016)
Verfasst: Mo 2. Okt 2017, 12:06
von karlAbundzu
An 12 verschiedenen Orten der Welt erscheinen außerirdische Raumschiffe und machen nichts. Die US_Amerikaner versuchen Experten zu holen, um eine Kommunikation mit den Fremden aufzubauen. Dr. Louise Banks ist die Frau der Wahl. Schrittweise entwickelt sie eine Verständigungsebene mit für den Militär ungewöhnlichen Vorgehensweisen. Zwar gibt es auch den Austausch mit Forschern an den 11 anderen Stellen, doch, das Militär versteht mal wieder was anderes, die Zusammenarbeit wird gekappt, es droht ein Angriffskrieg.
Was ein ruhiger, spannender, schöner, nachdenkenswerter Sci Fi Film.
Es geht um Sprache, Kommunikation und deren Grenzen, Zeit, Ängste und neben bei gibt es noch Sozialkritik. Ich hatte lange keinen Film mehr, bei dem nach dem Film die Ideen durchgedacht, weitergesponnen und diskutiert wurde. Herrlich. Un d das alles wunderbar gespielt von Amy Adams, die hat eigentlich eine Solo-Show, Jeremy Renner und Forest Whitaker sind eigentlich nur Stichwortgeber.
Und Villeneuve führt uns auch mal in die Irre. Z. B. gibt es am Anfang im Schnelldurchlauf das Leben ihrer Tochter, dann sieht man sie alleine am Fenster stehen, und ich dachte so: Na, das ist ja mal eine billige Motivation für eine Frau, die sich dann so in die Arbeit stürzt, die ihr aber auch nicht so recht wichtig ist. Tja, voll geirrt.
Also Amy Adams sehr gut.
Insgesamt ein langsamer, sphärischer Film, immer wieder unterbrochen vom Tempo, auf den das Militär drückt, an den schnell abgespulten Rückblicken.
Und: es gibt die Außerirdischen zu sehen, eine zeitlang war ich da unsicher, ob die noch kommen. Und die sind gut animiert und phantasievoll ausgestaltet.
Die Musik ist sehr passend, sphärisch mit merkwürdigen Geräuschen. Der Komponist hat ja schon häufiger mit Villeneuve gearbeitet und jetzt auch Mother! von Aronofsky vertont.
Unbedingte Empfehlung.
Re: Arrival - Denis Villeneuve (2016)
Verfasst: Di 8. Jan 2019, 11:50
von Arkadin
Holla, der hat mich aber genau an meiner ganz empfindlichen Stelle erwischt. So emotional aufgewühlt nach einem Film war ich lange nicht mehr. Da saß ich dann nach dem Abspann erst einmal lange vor dem Fernseher und musste tief durchatmen. Das wird wahrscheinlich nicht jedem so gehen und was es genau war, was mich so aus der Kurve getragen hat, will ich jetzt auch nicht spoilern, da dies zu den vielen Wendungen des Filmes gehört. Ja, eigentlich die zentrale Wendung abseits der ganzen Alien-Geschichte ist. Ja, am Ende die Aliens nur Vorwand sind, um eine tiefergehende Frage zu erörtern (wie damals bei "Signs", den ich auch sehr mochte). Nimmt man diesen Aspekt mal raus, bleibt aber auch eine Menge sehenswertes. Da ist einmal die Frage, was Sprache ist und was sie mit uns macht. Wie man versucht Kontakt mit etwas völlig fremden aufzunehmen (diesmal sehr viel wissenschaftlicher als in "Unheimliche Begegnung der 3. Art"), aber auch, was es auslösen würde, wenn wir plötzlich Besuch aus dem Weltall bekommen. Das ist auch sehr gut gemacht, denn wir sind die ganze Zeit nah an den Protagonisten, die von der Öffentlichkeit ganz abgeschlossen sind und das Chaos nur am Rande in TV-Sendungen mitbekommen. auch wie Leute das für ihre Zwecke nutzen und andere bereitwillig drauf reinfallen wird angedeutet. Auch hier toll, wie eine spektakuläre Action-Szene nur als Hintergrundgeräusch verendet wird. das ist alles auch toll gespielt - vorneweg eine wirklich fantastische, starke Amy Adams - und in wunderbare Bilder gegossen. Der Soundtrack von Johann Johannson trägt sehr viel zur dichten, drückenden Atmosphäre bei. Und die ebenfalls genutzte Max Richter Musik schnürt einem mal wieder die Kehle zu. Everything is sadder with Max Richter. Toller, eigentlich ausgesprochen positiver und optimistischer Film, der mich trotzdem ziemlich mitgenommen hat. siehe oben.
Re: Arrival - Denis Villeneuve (2016)
Verfasst: Mi 27. Mär 2019, 09:03
von Blap
• Arrival(2016) - Eine Alien Invasion der etwas anderen Art. In erster Line durch die großartige Amy Adams getragen, gelingt Villeneuve ein Werk abseits von Krawall, dafür mit umso mehr Atmosphäre und melancholischen Momenten. Sehenswert.
Re: Arrival - Denis Villeneuve (2016)
Verfasst: Mi 27. Mär 2019, 09:16
von Blap
Arkadin hat geschrieben:Und die ebenfalls genutzte Max Richter Musik schnürt einem mal wieder die Kehle zu. Everything is sadder with Max Richter.
Die Musik hat mich gestern auch sofort gepackt. Lausche gerade per DuRöhre den Klängen des Herrn Richter. Herrlich!
Re: Arrival - Denis Villeneuve (2016)
Verfasst: Sa 14. Dez 2019, 08:12
von jogiwan
Wunderbar unaufgeregter Sci-Fi-Streifen über zwei universelle Themen wie Sprache als Schlüssel zum gegenseitigen Verstehen und der Tatsache, dass sowohl positive als auch negative Erlebnisse den Charakter formen und unvermeidbar zum Leben gehören. Denis Villeneuve präsentiert diese Themen in Form einer Alien-Invasion der etwas anderen Art die die Menschheit, insbesondere eine Sprachwissenschaftlerin vor besondere Herausforderungen stellen. „Arrival“ vermeidet laute Töne und konzentriert sich auf die Frage, wie man einer Spezies näherkommen kann, deren Sprache man nicht versteht und offenbart dabei auch noch eine persönliche Tragödie. Alles in wunderbaren Bildern mit dem düster-melancholischen Soundtrack des verstorbenen Isländers Jóhann Jóhannsson erzählt ist „Arrival“ dann auch zugleich ein optimistisches und zeitgleich auch sehr trauriges Werk, dass in Zeiten hysterischer Diskussion und Online-Empörungsmafia erfrischend wohltuend und auch etwas ganz Besonderes ist: ein Ausnahmefilm!