Cover der britischen BD-/DVD-Combo
Ninja Assassin (Deutschland, USA 2009, Originaltitel: Ninja Assassin)
Ninjageschnetzeltes
Mika Coretti (Naomie Harris) verdient ihre Brötchen als kleines Rädchen im Europolgetriebe. Ihre Recherchen weisen auf uralte Clans hin, die entführte Kinder zu Ninja ausbilden, welche später als perfekte Tötungsmaschinen gnadenlose Auftragsmorde erledigen. Ihr Vorgesetzter Ryan Maslow (Ben Miles) ist zunächst wenig angetan, doch er muss nach und nach erkennen, dass Mika offenbar keinen wirren Verschwörungstheorien nachhängt. Die Ermittlungen bleiben nicht verborgen, bald hat Mika eine ganze Horde Ninja an den Hacken kleben. Wie aus dem Nichts taucht Raizo (Rain) auf, der die Agentin vor den Killern beschützt. Raizo wurde unter der harten Knute von Ozunu (Shô Kosugi) ausgebildet, doch er scheint nun andere Absichten zu verfolgen. Kann Mika dem Fremden trauen? Gibt es eine Chance den tödlichen Häschern zu entgehen...???
Bisher konnte mich Regisseur James McTeigue nicht wirklich überzeugen. "V wie Vendetta" wird IMHO maßlos überbewertet, seine "Ergänzungarbeiten" am flauen Hirschbiegel-Flick "Invasion" sind auch nicht der Rede wert. Mit "Ninja Assassin" ist ihm immerhin ein unterhaltsamer Actionreisser gelungen, der durchaus eine Sichtung wert ist.
McTeigue gelingt es allerdings noch immer nicht, sich vollständig aus dem Sumpf der Mittelmäßigkeit zu befreien. Ich will gar nicht den dünnen Plot des vorliegenden Streifens bemängeln, auch die oberflächliche Zeichnung der Charaktere, geht für einen rasanten Actionfilm völlig in Ordnung. Was "Ninja Assassin" fehlt sind markante Gesichter, echte Typen. Naomie Harris bleibt stets austauschbar, jede "Fernsehserien-Ermittlerin" hat mehr Profil, einen grösseren Wiedererkennungswert. Auch ihr Filmboss Ben Miles bleibt beliebig, hinterlässt keinen nachhaltigen Eindruck. Der Bursche namens Rain ist zwar sympathisch, wirkt auf mich aber leider fast ebenso blass. Gleiches gilt für die übrige Besetzung, abgesehen von zwei sehr löblichen Ausnahmen. Das Wiedersehen mit Shô Kosugi ist sehr erfreulich, er kommt als knallharter Clanboss gut rüber. Den zweiten Glanzpunkt kann Eleonore Weisgerber setzen, die in ihrer kleinen Nebenrolle ganz locker mehr Charakter versprüht, als z.B. die schlaffe Naomie Harris im gesamten Film.
Die Actionsequenzen sind blutig und schnell, ab und an wird das wüste Treiben ein wenig unübersichtlich. Pixelblut spritzt in zahllosen Gigabyte durchs Bild, Körperteile werden abgetrennt, der Body Count erreicht erstaunliche Ausmaße. "Computerblut" wirkt oft sehr "bescheiden", doch "Ninja Assassin" leistet sich bei diesen Effekten nur kleinere Schnitzer. Was freilich nichts daran ändert, dass mir traditionelles Gepansche weitaus lieber ist. Zugegeben, die "CGI-Fontänen" passen zum Look des Films. Recht gut gelungen sind die Rückblenden, in denen der Zuschauer mehr über den Werdegang von Raizo erfährt. Ansonsten habe ich nicht mehr viel über den Film zu berichten. Achja, wer Berlin mag, wird sich vielleicht über ein paar nette Einstellungen freuen.
"Ninja Assassin" ist ein rasanter Actionfilm, der leider mit wenig erbaulichen Hauptdarstellern auskommen muss. Letztlich kurzweilig, aber kein Film der mich wirklich packen und begeistern kann. Die britische BD-/DVD-Combo gibt es zum kleinen Preis, Englischmuffel werden sich über den deutschen Ton freuen.
Obere Mittelklasse = 6/10 (von "Wohlfühlpunkten" und
"Knuffigkeit" keine Spur, in dieser Disziplin nahezu eine Nullnummer)
Das Lieblingszitat entfällt, es blieb leider nichts hängen.