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Darling - Mickey Keating (2015)

Verfasst: Mo 6. Nov 2017, 08:40
von jogiwan
Darling

Bild

Originaltitel: Darling

Herstellungsland: USA / 2015

Regie: Mickey Keating

Darsteller: Lauren Ashley Carter, Sean Young, Larry Fessenden, Brian Morvant

Story:

Während der Abwesenheit der eigentlichen Hausbesitzerin soll eine junge Frau namens Darling auf ein altes Stadthaus in New York aufpassen. Nach ihrem Einzug entpuppt sich das stattliche Gebäude mit seinen Stiegen und Korridoren jedoch rasch als etwas unheimlicher Ort, der die junge Frau mit einhergehenden Schauergeschichten über Teufelsrituale und Selbstmorden immer mehr in ihren Bann ziehen. Auch eine weitere, scheinbar nicht ganz zufällig Begegnung mit einem Mann auf der Straße wird zu einer Obsession im Leben der psychisch etwas labilen und geheimnisvollen jungen Frau, die ebenfalls ein düsteres Geheimnis mit sich herumzutragen scheint.

Re: Darling - Mickey Keating (2015)

Verfasst: Mo 6. Nov 2017, 08:41
von jogiwan
Mit „Darling“ und „The Eyes of my Mother” gab es gestern zwei Filme in einem Double mit auffallend vielen Parallelen: zweimal amerikanischer Indie-Horror von jungen Regisseuren und ähnlichen Produktionsjahr in kunstvollem Schwarz-Weiß, etwas aus der Zeit gefallen und mit weiblicher Titelfigur, psychischen Ausnahmesituationen und doch auch sehr unterschiedlichen Endergebnis. In „Darling“ versucht sich Regisseur Mickey Keating am europäischen Psycho-Horror der Sechziger und Siebziger in denen ja reihenweise weibliche Titelfiguren ihren Verstand verloren und Richtung Wahnsinn abdrifteten. Dabei ist „Darling“ optisch ein wahrer Genuss und Hauptdarstellerin Lauren Ashley Carter eine Entdeckung – der Rest hingegen leider nicht ganz so prickelnd und langweilt etwas durch seinen nicht ausformulierten Handlungsverlauf. Keating begeht ja den Fehler, dass er das zeigt, was er der Fantasie des Zuschauers überlassen sollte, während er das, was für den Zuschauer interessant sein könnte, nicht präsentiert oder offen lässt. Klingt jetzt erst einmal komisch, aber wer den Streifen sieht, wird das verstehen und statt einer ausgeklügelten Geschichte über beginnenden Wahnsinn bietet der Streifen auch eher schöne Bilder mit fast schon hypnotischer Qualität, die dann von einem grellen Soundeffekt, einem schnellen Schnitt oder von Beiden gemeinsam jäh unterbrochen werden um den Zuschauer zu erschrecken. Diese ständigen Jump-Scares empfand ich aber eher kontraproduktiv und das Psychodrama leidet meines Erachtens auch unter den ständig platzierden Schreckmomenten. Unterm Strich ist „Darling“ dann auch eher hübsch anzuschauen, als eine Inhaltliche Überraschung – ein Blick lohnt sich meines Erachtens aufgrund der Hauptdarstellerin aber dennoch und „Darling“ ist ja auch für kleines Geld zu haben.