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Die Freunde von Eddie Coyle - Peter Yates (1973)

Verfasst: Sa 19. Mai 2018, 14:50
von sergio petroni
DIE FREUNDE VON EDDIE COYLE

Bild

Originaltitel: The Friends of Eddie Coyle

Alternativtitel: Der V-Mann

Herstellungsland-/jahr: USA 1973

Regie: Peter Yates

Darsteller: Robert Mitchum, Peter Boyle, Richard Jordan, Steven Keats, Alex Rocco,
Joe Santos, Mitchell Ryan, Peter MacLean, Kevin O'Morrison, Marvin Lichterman,
Carolyn Pickman, James Tolkan, ...

Story: Eine Episode aus dem Schatten der Gesellschaft, einer einsamen, illoyalen, solidaritätsfernen Welt, dem Arbeitsfeld des kleinen Gangsters Eddie Coyle (Robert Mitchum in typischer Mitchum-Kluft mit ebenso typischer Mitchum-Miene). Coyle sieht wegen eines aufgeflogenen Delikts einer weiteren Haftstrafe entgegen, aber dem fünfzigjährigen Familienvater laufen nun bald auch die besten Jahre davon und deshalb versucht er, für ihn bedeutungslose Gauner gegen einen juristischen Vorteil an das FBI zu verraten. Die titelgebenden „Freunde“ des Eddie Coyle sind gewissenlos und egoistisch. Das Klima des Films ist trübe und diesig, ein pessimistischer Blick in die Zwischenwelt von Waffendealern, Bankräubern und Auftragskillern.
(quelle: filmkuratorium.de)

Re: Die Freunde von Eddie Coyle - Peter Yates (1973)

Verfasst: Do 31. Mai 2018, 16:51
von sergio petroni
Eddie Coyle hat keine Freunde. Der in der Branche als "Fingers" bekannte und von Robert Mitchum dargestellte
Kleinkriminelle steckt in der Klemme. Bei einem Transport von gestohlener Ware aufgeflogen, versucht
Coyle um jeden Preis eine Gefängnisstrafe zu verhindern. Mit Anfang 50 will er sich weiter um seine Familie kümmern, die von seiner Nebentätigkeit nichts weiß. Um vor dem Richter gut dazustehen, gibt er dem
Undercover-Agenten Foley (Richard Jordan) einen Tipp und läßt damit einen Waffenhändler hochgehen.
Doch Foley ist damit nicht zufrieden. Er verlangt weitere Hinweise, um eine Bankräuberbande
dingfest zu machen. Coyle schwankt zwischen Loyalität und Selbsterhaltungstrieb. Er zögert
zu lange, da er nicht weiß, daß Foley auch noch andere Informanten hat. Die Folgen sind fatal.

Peter Yates nihilistischer Gangsterthriller aus dem Jahre 1973 spielt in Boston und hat mit Robert
Mitchum einen genialen Hauptdarsteller. Sein Charakter Fingers verkörpert Verlebtheit, Hoffnung,
den Drang nach Aufrichtigkeit, das den Umständen Ausgesetztsein. Weitere wichtige und intensiv
dargestellte Charaktere verkörpern Richard Jordan als eiskalter Bulle und Steven Keats als
kleiner Waffendealer. Die beiden letztgenannten und immer wieder gerne gesehenen
Darsteller verstarben leider viel zu früh.
Peter Boyle als undurchsichtiger Kneipier und Alex Rocco als gut organisierter Bankräuber
sowie Mitchell Ryan als Ermittler ergänzen die hochkarätige Darstellertruppe.
"Die Freunde von Eddie Coyle" beginnt zwar wie ein Heist-Movie, ist aber keines.
Die wenigen Actionszenen werden ruhig und routiniert abgehandelt.
Die handelnden Figuren sind gefangen in Ihrer Welt und alles, was passiert, ist irgendwie
zwangsläufig.
Von Eureka restauriert in der "Masters of Cinema"-Reihe erschienen haben wir es hier
mit einem unbekannten kleinen Meisterwerk zu tun!
8,5/10