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Dear Zachary: A Letter to a Son... - Kurt Kuenne (2008)

Verfasst: Di 21. Aug 2018, 07:41
von jogiwan
Dear Zachary: A Letter to a Son About His Father

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Originaltitel: Dear Zachary: A Letter to a Son About His Father

Herstellungsland: USA / 2008

Regie: Kurt Kuenne

Darsteller: David Bagby, Kathleen Bagby, Heather Arnold, John Aktinson

Story:

Im November 2001 wird der allseits beliebte Mediziner Andrew und Sohn von David und Kathleen Bagby mit fünf Kugeln in einem Park erschossen. Alle Indizien weisen auf Shirley Turner als Mörderin hin, mit der Andrew kurz davor eine Beziehung beendet hat und die sich nach etlichen Widersprüchen in ihrer ersten Aussage wieder in ihren Heimatort in Neufundland abgesetzt hat. Diese wird auch kurzfristig festgenommen und wenig später wieder auf Kaution freigelassen, als diese in der Verhandlung eröffnet, dass sie von Andrew schwanger ist und das Kindswohl schwerer wiegt, als das abscheuliche Verbrechen. Wenig später kommt auch Zachary zur Welt, der von den Großeltern aber nicht einer Mörderin überlassen werden möchte. So bleibt den beiden nichts anderes übrig, als nach Kanada zu ziehen und sich aufgrund der Gesetze mit der Mörderin ihres Sohnes zu arrangieren um den Enkel zu sehen. Doch es kommt noch schlimmer…

Re: Dear Zachary: A Letter to a Son... - Kurt Kuenne (2008)

Verfasst: Di 21. Aug 2018, 07:43
von jogiwan
„Dear Zachary“ ist eine True-Crime-Doku als emotionale Achterbahnfahrt, die größtenteils subjektiv aus der Sicht der Opfer erzählt wird und dem Zuschauer zu Beginn förmlich mit einer Vielzahl von Informationen erschlägt. Diese handeln von positiven Erinnerungen zu einem allseits beliebten, All-American-Guy namens Andrew, der von allen geschätzt wird und über den alle voll des Lobes sind. Doch dann kippt die Stimmung zum ersten Mal und der Zuschauer erfährt, dass Andrew von seiner Ex-Freundin ermordet wurde, die noch dazu von dem Ermordeten schwanger war, der Monate später auf die Welt kommt und Zachary getauft wird. Der Jugendfreund und Filmemacher Kurt Kuenne begibt sich auf die Reise um Verwandte und Freunde von Zachary zu finden um mit positiven Statements dem verstorbenen Andrew ein Denkmal zu setzten. Doch wenig später erfährt der Film neuerlich eine Wendung und was als privates Projekt zu ehren eines Freundes beginnt, wird nach Jahren der Produktion zu einer packenden Dokumentation über eine Beziehungstat, darauffolgendes Behördenversagen, lasche Gesetzgebung und Täter- statt Opferschutz, dem hier mit den Figuren ein Gesicht gegeben wird. Am Ende der stetig düsterer werdenden Doku ist der Zuschauer dann auch ziemlich geplättet und blickt hinter die Schlagzeilen und sieht auch die Auswirkungen der Tat auf die Hinterbliebenen. Dabei ist „Dear Zachary“ vielleicht nicht immer objektiv, im Ton, Tempo und der Machart etwas gewöhnungsbedürftig, aber auf der anderen Seite auch ein sehr lebendig wirkendes und berührendes Denkmal über einen jungen Mann, der viel zu früh sein Leben lassen musste und die viel zu tragischen Ereignisse, die da noch folgen sollten.