Hellbound - Das Buch der Toten - Steve Sessions (2003)

Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Hellbound - Das Buch der Toten - Steve Sessions (2003)

Beitrag von jogiwan »

Hellbound - Das Buch der Toten

Bild

Originaltitel: Cadaver Bay

Herstellungsland: USA / 2003

Regie: Steve Sessions

Darsteller: Dawn DuVurger, Ian McRae, Jeff Dylan Graham, Elizabeth North, Sequoia Rose Fuller

Story:

Die Beziehung von Lane und Diane liegt im Argen, seit Diane den Tod ihres Vaters und Schwester miterleben musste und sich von diesem Schicksalsschlag und der Trauer nie mehr richtig erholt hat. Den ganzen Tag verbringt sie lethargisch und mit Migräne in der Wohnung, während sich Lane Sorgen macht und versucht die Beziehung zu retten. Zum Glück war Dianes Vater zu Lebzeiten jedoch mit dunklen Mächten verbündet und so beschließt Diane ihren Vater mit übernatürlichen Mächten wieder zurück ins Leben zu holen. Der dafür geholte Hexenmeister wird jedoch im Affekt erschossen und während Lane damit beschäftigt ist, dessen Leiche zu zerstückeln, scheint die Böse Reanimations-Magie tatsächlich zu funktionieren, wenn auch nicht auf die beabsichtige Art und Weise…
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jogiwan
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Re: Hellbound - Das Buch der Toten - Steve Sessions (2003)

Beitrag von jogiwan »

In unserem Haus wohnen ja nette Menschen, die immer wieder ungebrauchte Dinge im Stiegenhaus für die Allgemeinheit deponieren. Gestern lag die DVD dieses Low-Budget-Streifens aus, für die sich jedoch stundenlang niemand erbarmte und die ich dann am späten Abend dummerweise in einem Anflug aus Mitleid und Neugier doch noch eingesackt habe. Was am Cover blumig ja als Mischung aus „Tanz der Teufel“ und „Dawn of the Dead“ angekündigt wird, ist in Wirklichkeit aber ein Low-Budget-Desaster, das mit Laiendarstellern einen Fremdschäm-Moment an den nächsten reiht und dabei auch noch auf größtmögliche Weise unorginell erscheint. Sicherlich darf man sich bei vielen Low-Budget-Streifen keinen großen Wurf erwarten, aber „Hellbound“ ist sogar für diese Verhältnisse noch hoffnungslos uninspiriert und selbst der Schmodder am Ende kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die 70 Minuten davor an Genre-Peinlichkeit und Füllmaterial aus der Urlaubsvideokamera kaum zu überbieten sind. Dieser Film ist dann auch tatsächlich so schlecht, dass selbst das deutsche Synchro-Team wohl keine Lust hatte, alle Dialoge zu übersetzten was zur Folge hat, dass die Darsteller im Film miteinander sprechen, während die deutsche Tonspur jedoch stumm bleibt. Alles in allem eine völlige Katastrophe und das Unterhaltsamste an dem Werk ist da noch die Kritik eines enttäuschten Filmfreunds auf der OFDB, der meint, dass man die Macher dieses cineastischen „Menschenrechtsverstoßes“ in „ein tiefes Erdloch stecken sollte“. Da mochte den Film wohl jemand offensichtlich noch weniger...
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sergio petroni
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Re: Hellbound - Das Buch der Toten - Steve Sessions (2003)

Beitrag von sergio petroni »

Wer auch immer das Teil da hingelegt hat, wußte, daß Du Dich dieses Sondermülls annehmen
wirst! :P
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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jogiwan
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Re: Hellbound - Das Buch der Toten - Steve Sessions (2003)

Beitrag von jogiwan »

sergio petroni hat geschrieben:Wer auch immer das Teil da hingelegt hat, wußte, daß Du Dich dieses Sondermülls annehmen
wirst! :P
Nachbarschaftsmobbing unter dem Deckmantel der Nächstenliebe - wie perfide! :o
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sergio petroni
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Re: Hellbound - Das Buch der Toten - Steve Sessions (2003)

Beitrag von sergio petroni »

jogiwan hat geschrieben:
sergio petroni hat geschrieben:Wer auch immer das Teil da hingelegt hat, wußte, daß Du Dich dieses Sondermülls annehmen
wirst! :P
Nachbarschaftsmobbing unter dem Deckmantel der Nächstenliebe - wie perfide! :o
Ja. Aber andererseits hätten wir sonst hier einen Thread weniger..... ;)
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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Salvatore Baccaro
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Re: Hellbound - Das Buch der Toten - Steve Sessions (2003)

Beitrag von Salvatore Baccaro »

Tatsächlich würden die Szenen, wie dieses Werk zu Jogi gefunden hat - dieses Zaudern auf der Stiege, soll ich's nehmen oder nicht?, diese misstrauischen Blicke zur Seite, die sich bückende Hand, das Knarzen der Dielen und des DVD-Players -, einen wesentlich unterhaltsameren Film abgeben als es das Endprodukt der Bemühungen Steve Sessions' ist, unter dessen Buckel voller Fragezeichen zumindest ich weder eine gehalt- noch sinnvolle Handlung, irgendein interessantes Bild oder irgendeinen eindrucksvollen Moment freischaufen kann, so sehr ich mich auch bemühe. Wem es nicht schon genügend Kopfzerbrechen bereitet, dass die Hand eines ermordeten Okkultisten, ohne dass das Drehbuch dafür einen Grund liefern würde, nach dessen Ableben ein Eigenleben entwickelt, und Frauen beim Baden bespitzelt (und es dabei dann auch bewenden lässt; selbst ORLACS HÄNDE waren da furchteinflößender), oder dass der Streifen künstlich auf Spielfilmlänge gestreckt wird, indem man mehrere Szenen (wie die gesamte Exposition) gleich zweimal abspult, unseren "Helden" Lane immer mal wieder genussvoll beim Autofahren oder Spazierengehen begleitet, und ein für den Plot vollkommen irrelevantes Pärchen beim Soft-BDSM-Sex zeigt, für den hat CADAVER BAY die wohl tranigsten, sediertesten beiden Hauptdarsteller der mir bekannten Filmgeschichte im Gepäck - ohne Spaß, dagegen wirken die Figuren in einem beliebigen Robert-Bresson-Film, als seien sie von Andrzej Zulawski erfunden worden. An der deutschen Porno-Synchro liegt deren lobotomisiertes Lallen übrigens nicht: Bereits im englischen Original - (dessen Tonspur wiederum nur mit äußerst spitzen Ohren zu vernehmen ist) - leiern unsere beiden Turteltäuchen ihre Dialoge herunter, als hätten sie ihre Körper für diesen Film nur hergegeben, weil sie dem Regisseur einen Gefallen schuldig sind. Falls mir irgendwann einmal sehr langweilig ist, werde ich vielleicht einmal mein ausführliches Sichtungsprotokoll in lesbare Form bringen - bis dahin gilt: Das ist nun wirklich ein Film für Leute, die keine Filme mögen, und ihre Aversion vollumfänglich begründet bekommen wollen.
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jogiwan
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Re: Hellbound - Das Buch der Toten - Steve Sessions (2003)

Beitrag von jogiwan »

Salvatore Baccaro hat geschrieben:Das ist nun wirklich ein Film für Leute, die keine Filme mögen, und ihre Aversion vollumfänglich begründet bekommen wollen.[/align]
Schöner kann man es eigentlich gar nicht ausdrücken. Bewundernswert, dass du den trotzdem geschaut hast! :prost:
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Salvatore Baccaro
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Re: Hellbound - Das Buch der Toten - Steve Sessions (2003)

Beitrag von Salvatore Baccaro »

Eigentlich breche ich ja nie Filme vorzeitig ab - [nur einmal, erinnere mich, ging es einfach nicht weiter: GRAF PORNO BLÄST ZUM ZAPFENSTREICH habe ich tatsächlich damals nicht zum Ende ertragen) -, in der Hoffnung, sie füttern mich mit wenigstens einem einzigen Moment, für den sich die Sichtung gelohnt hat - und oft wird diese Hoffnung ja auch bestätigt. Im Falle CADAVER BAY's: Dieser Okkultist ist zu Besuch bei Lane und Diane und wedelt mit seiner ach so geheimen und nur Initiierten zugänglichen Teufelsbibel umher - nur damit Diane nach seinem Tod offenbar exakt dasselbe Buch wie selbstverständlich aus der Privatbibliothek ihres seligen Papas zieht...! Na gut, und die Synchro hat zumindest die ersten fünf Minuten wirklich auf eine perverse Art "Spaß" gemacht.
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