Tatsächlich würden die Szenen, wie dieses Werk zu Jogi gefunden hat - dieses Zaudern auf der Stiege, soll ich's nehmen oder nicht?, diese misstrauischen Blicke zur Seite, die sich bückende Hand, das Knarzen der Dielen und des DVD-Players -, einen wesentlich unterhaltsameren Film abgeben als es das Endprodukt der Bemühungen Steve Sessions' ist, unter dessen Buckel voller Fragezeichen zumindest ich weder eine gehalt- noch sinnvolle Handlung, irgendein interessantes Bild oder irgendeinen eindrucksvollen Moment freischaufen kann, so sehr ich mich auch bemühe. Wem es nicht schon genügend Kopfzerbrechen bereitet, dass die Hand eines ermordeten Okkultisten, ohne dass das Drehbuch dafür einen Grund liefern würde, nach dessen Ableben ein Eigenleben entwickelt, und Frauen beim Baden bespitzelt (und es dabei dann auch bewenden lässt; selbst ORLACS HÄNDE waren da furchteinflößender), oder dass der Streifen künstlich auf Spielfilmlänge gestreckt wird, indem man mehrere Szenen (wie die gesamte Exposition) gleich zweimal abspult, unseren "Helden" Lane immer mal wieder genussvoll beim Autofahren oder Spazierengehen begleitet, und ein für den Plot vollkommen irrelevantes Pärchen beim Soft-BDSM-Sex zeigt, für den hat CADAVER BAY die wohl tranigsten, sediertesten beiden Hauptdarsteller der mir bekannten Filmgeschichte im Gepäck - ohne Spaß, dagegen wirken die Figuren in einem beliebigen Robert-Bresson-Film, als seien sie von Andrzej Zulawski erfunden worden. An der deutschen Porno-Synchro liegt deren lobotomisiertes Lallen übrigens nicht: Bereits im englischen Original - (dessen Tonspur wiederum nur mit äußerst spitzen Ohren zu vernehmen ist) - leiern unsere beiden Turteltäuchen ihre Dialoge herunter, als hätten sie ihre Körper für diesen Film nur hergegeben, weil sie dem Regisseur einen Gefallen schuldig sind. Falls mir irgendwann einmal sehr langweilig ist, werde ich vielleicht einmal mein ausführliches Sichtungsprotokoll in lesbare Form bringen - bis dahin gilt: Das ist nun wirklich ein Film für Leute, die keine Filme mögen, und ihre Aversion vollumfänglich begründet bekommen wollen.