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Die tolle Geschichte der C. - Michael Pataki (1977)

Verfasst: Fr 18. Jan 2019, 16:15
von buxtebrawler
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Originaltitel: Cinderella

Herstellungsland: USA / 1977

Regie: Michael Pataki

Darsteller: Cheryl Smith, Yana Nirvana, Marilyn Corwin, Jennifer Doyle, Sy Richardson, Brett Smiley, Kirk Scott, Boris Moris, Pamela Stonebrook, Jean-Claude Smith, Brenda Fogarty, Elizabeth Halsey u. A.

Die hübsche junge Cinderella (Cheryl Smith) leidet unter ihren garstigen Stiefschwestern (Yana Nirvana und Marilyn Corwin) und der bösen Stiefmutter (Jennifer Stace), für die sie die Drecksarbeit erledigen muss und kaum am schönen Leben teilhaben darf. Als das Königspaar (Boris Moris und Pamela Stonebrook) für seinen mit Potenzproblemen hadernden Prinzen (Brett Smiley) einen großangelegten Ball zwecks Brautschau respektive Orgie für den Filius plant und einen Boten entsendet, der alle paarungswilligen jungen Dinger zusammentrommeln soll, stößt dieser auch auf Cinderella. Natürlich bereitet die Stiefverwandtschaft wieder Probleme, dennoch gelingt es ihr mit Hilfe einer tuntigen schwarzen „Fee“ (Sy Richardson), an den Prinzen zu geraten...

Re: Die tolle Geschichte der C. - Michael Pataki (1977)

Verfasst: Fr 18. Jan 2019, 16:17
von buxtebrawler
„Und jetzt… machst du die Beinchen breit!“

Offenbar unter dem Eindruck der ein Jahr zuvor erschienenen pornographischen „Alice in Wonderland“-Musical-Adaption stehend, drehte US-Regisseur Michael Pataki nach seinem Horrorflick „Das Haus mit dem Folterkeller“ 1977 seinen zweiten und zugleich letzten Spielfilm, die Softsex-Musical-Variante des Grimm‘schen Märchens „Aschenputtel“. Ursprünglich wurde sie hierzulande als „Die tolle Geschichte der C.“ ausgewertet, die DVD-Fassung trägt hingegen den Titel „Cinderellas unmoralische Abenteuer“.

Die hübsche junge Cinderella (Cheryl Smith, „The Incredible Melting Man“) leidet unter ihren garstigen Stiefschwestern (Yana Nirvana, „Stunt Rock“ und Marilyn Corwin, „Heißhunger“) und der bösen Stiefmutter (Jennifer Stace), für die sie die Drecksarbeit erledigen muss und kaum am schönen Leben teilhaben darf. Als das Königspaar (Boris Moris und Pamela Stonebrook, „Samstag, der 14. schlägt zurück“) für seinen mit Potenzproblemen hadernden Prinzen (Brett Smiley) einen großangelegten Ball zwecks Brautschau respektive Orgie für den Filius plant und einen Boten entsendet, der alle paarungswilligen jungen Dinger zusammentrommeln soll, stößt dieser auch auf Cinderella. Natürlich bereitet die Stiefverwandtschaft wieder Probleme, dennoch gelingt es ihr mit Hilfe einer tuntigen schwarzen „Fee“ (Sy Richardson, „Sid & Nancy“), an den Prinzen zu geraten…

Gesangseinlagen in Filmen nerven meist, Ausnahmen sind herausragende Auftritte oder ironisierende Beiträge. Die discopoppigen Songs in dieser Softsex-Schwarte sind wie der ganze Film in erster Linie albern und wurden zudem für die deutsche Fassung weder übersetzt noch untertitelt, sodass evtl. vorhandener inhaltlicher Witz auf der Strecke bleibt. Wegen dieser Stücke wird sich den Film jedoch ohnehin niemand ansehen, weshalb sie wie so vieles in dieser Farce zum Füllwerk verkommen. Für Ausstattung und Kostüme wurden offenbar ein Karnevalsladen und ein Sex-Shop geplündert, für die Handlung pubertäre Fantasien zusammengemischt. So nimmt der Prinz eine Dame nach der anderen durch, um die richtige zu finden, die ihm sexuelle Befriedigung bereitet. Bei dieser handelt es sich dann natürlich um Cinderella, deren Vagina sich seit ihrer Begegnung mit der „Fee“ als „Schnapper“ herausstellt, deren Muskeln beim Geschlechtsakt also so sehr verkrampfen, dass sie eine zusätzliche stimulierende Wirkung auf den Penis ausüben.

Der Weg dahin ist lang und enervierend, weil gespickt mit unmotivierten Softsex-Szenen, auf ein paar wenige erotische Einstellungen kommen dutzende flache Gags, chargierende Knallchargen, geträllerte Liedchen und sonstige Zeitschindereien, die jeglichen Erzählfluss vernichten. In einem visualisierten Traum Cinderellas poppt Popcorn auf ihrem Intimbereich auf… Natürlich sieht Cheryl Smith recht schnuckelig aus und bringt eine gewisse naive Unschuld mit, etwaig darüber hinausgehend vorhandene Ausstrahlung geht jedoch im Schmierentheater unter. Allem Exhibitionismus und Gerödel zum Trotz gibt’s lediglich (buschige) Vulven zu sehen, das männliche Pendant auch mal mit der Kamera einzufangen sahen Regisseur und Kamera offenbar keinen Anlass. Oftmals hat man zudem den Eindruck, nicht dem Blick professioneller Voyeure zu folgen, sondern dem präpubertärer Dreikäsehochs, die erstmals die Unterschiede zwischen den Geschlechtern entdecken. Dies trägt zum Gesamteindruck bei, es hier mit einer eigentlich verdammt verklemmten Geschichte zu tun zu haben, die sich auf dem Niveau über jegliche sexuelle Konnotation kichernder Fünftklässler bewegt – was beschämenderweise ja so oft der Fall war, als seinerzeit Filmemacher westlicher Staaten den Erotikbereich für sich und fürs Portemonnaie entdeckten. „Cinderellas unmoralische Abenteuer“ will witzig sein, ist aber nur unfreiwillig komisch und lächerlich.

Re: Die tolle Geschichte der C. - Michael Pataki (1977)

Verfasst: Fr 18. Jan 2019, 17:34
von FarfallaInsanguinata
Oh je, das klingt aber gar nicht gut. Den habe ich bisher leider nicht gesehen, dabei steht er wegen der tollen Rainbeaux Smith schon ewig auf meiner ToDo-Liste. Vielleicht lasse ich das dann lieber ... :angst:

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Re: Die tolle Geschichte der C. - Michael Pataki (1977)

Verfasst: Mo 21. Jan 2019, 16:04
von buxtebrawler
FarfallaInsanguinata hat geschrieben:Oh je, das klingt aber gar nicht gut. Den habe ich bisher leider nicht gesehen, dabei steht er wegen der tollen Rainbeaux Smith schon ewig auf meiner ToDo-Liste. Vielleicht lasse ich das dann lieber ... :angst:
Ich kann solchen bemüht witzigen Schmonz einfach überhaupt nicht ab und Musicals schon gar nicht. Den Bewertungen nach zu urteilen sehen das andere aber ganz anders und vielleicht ist der ja auch trotzdem was für dich - deine Meinung würde mich jedenfalls schon interessieren ;)

Re: Die tolle Geschichte der C. - Michael Pataki (1977)

Verfasst: Do 25. Jun 2020, 00:22
von CamperVan.Helsing
Im dritten Anlauf habe ich es doch geschafft, den Film zu Ende zu schauen. Offenbar war es keine gute Idee, gleich zweimal damit nachts anzufangen...

Dabei würde ich den Film wirklich gerne mögen, die Idee, aus TCinderella ein Erotical zu machen, gefällt mir. Die Songs dabei teilweise discomäßig zu performen, macht auch Laune, zumal sich der Film ja schon ganz am Anfang den Spaß erlaubt, die Außenansicht eines modernen Hauses Mitte der 1970er zu präsentieren. Und des Königs Bote Lord Chamberlain, der sich in optischer Verwirrung angesichts weiblicher Schönheit schon mal versehentlich den eigenen Finger absäbelt, hätte wahrhaftig den goldenen John-Cleese-Gedächtnisaward am Band verdient. Und wo steckt die gute Fee schon mal im Körper eines schwarzen Mannes? (Ja, black lives matter here)

Leider sind es dann aber auch die grotesken Überzeichnungen, die das Vergnügen trüben. Das Make-up der bösen Stiefschwestern ist schlichtweg absurd, die Stiefmutter spricht derartig kreischend wie die Mutti in "Life of Brian" und wenn der Tänzer die Teilnehmerinnen für das "Buttgammon"-Spiel aussucht, keimt beim Zuschauer Hoffnung auf - weil das Ende nicht mehr fern sein kann.

Selten habe ich erlebt, dass ein Film dermaßen sowohl ins positive als auch ins negative ausschlägt. Letztlich ist das aber nicht genug, um sich einen dauerhaften Regalplatz sichern zu können.


Wobei ich mir vollkommen sicher bin, dass der Bux gnädiger geurteilt hätte, wäre der Film in den 80ern entstanden. Selbst dann, wenn Dieter Bohlen die Songs geschrieben hätte... :P

Re: Die tolle Geschichte der C. - Michael Pataki (1977)

Verfasst: Do 25. Jun 2020, 08:22
von buxtebrawler
ugo-piazza hat geschrieben:Wobei ich mir vollkommen sicher bin, dass der Bux gnädiger geurteilt hätte, wäre der Film in den 80ern entstanden.
Gut möglich :nick:
ugo-piazza hat geschrieben:Selbst dann, wenn Dieter Bohlen die Songs geschrieben hätte... :P
Halt, Moment - nein, nein! :nixda: :angst: