Wir sind deine Community rund ums Thema Film mit Schwerpunkt auf italienischem bzw. europäischem Genre-Kino. Vom Giallo über den Poliziesco/die Poliziotteschi, den Italo-Western, den Horror und der Science-Fiction bis hin zum Eurospy, zur Commedia sexy all'italiana, zu Barbaren und Endzeit, Sex- und Nunploitation, Sleaze und Trash – tausch dich bei uns gratis mit Gleichgesinnten aus, werbefrei und unkommerziell.
Hot Tub - Der Whirlpool... ist 'ne verdammte Zeitmaschine!
Originaltitel: Hot Tub Time Machine
Herstellungsland: USA / Kanada (2010)
Regie: Steve Pink
Darsteller(innen): John Cusack, Clark Duke, Craig Robinson, Rob Corddry, Sebastian Stan, Lyndsy Fonseca, Crispin Glover, Chevy Chase, Charlie McDermott, Lizzy Caplan, Collette Wolfe, Aliu Oyofo u. A.
Adam (John Cusack) wurde von seiner Freundin verlassen, die ihm zudem fast das komplette Haus leergeräumt hat. Sein 20-jähriger Neffe Jacob (Clark Duke) ist süchtig nach dem Computerspiel „Second Life“ und kommt nur selten aus seinem Keller heraus. Nick (Craig Robinson) hat seine Musikleidenschaft für seine kontrollsüchtige Frau aufgeben und der geschiedene, verschuldete Lou (Rob Corddry) sogar einen Selbstmordversuch unternommen. Als ihn Adam und Nick im Krankenhaus besuchen, stellt man fest, dass früher alles besser war und bucht einen gemeinsamen Wochenendausflug ins das Ski-Resort ihrer Jugend, das „Kodiak Valley“, das seine besten Tage auch schon hinter sich hat. Die rauschende Party endet im Hotel-Whirlpool, der sich in eine Zeitmaschine verwandelt, als man versehentlich einen illegalen russischen Energy-Drink über die Technik kippt. Als man am nächsten Morgen verkatert erwacht, befindet man sich im Jahre 1986…
[BBvideo][/BBvideo]
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
„Welche Hautfarbe hat Michael Jackson?!“ – „Schwarz!“
Noch bevor die cinematische 80er-Retro-Welle so richtig losrollte, schickte US-Regisseur Steve Pink („S.H.I.T. – Die Highschool GmbH“) im Jahre 2010 die Protagonisten seiner US-amerikanisch/kanadisch koproduzierten Komödie mit dem bemerkenswert beknackten deutschen Titel „Hot Tub - Der Whirlpool... ist 'ne verdammte Zeitmaschine!“ auf Zeitreise ins Jahr 1986 – bzw. was er dafür hielt.
„Großer weißer Büffel!“
Adam (John Cusack, „Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“) wurde von seiner Freundin verlassen, die ihm zudem fast das komplette Haus leergeräumt hat. Sein 20-jähriger Neffe Jacob (Clark Duke, „Kick-Ass“) ist süchtig nach dem Computerspiel „Second Life“ und kommt nur selten aus seinem Keller heraus. Nick (Craig Robinson, „Popcorn Porn: The Making of Zack and Miri“) hat seine Musikleidenschaft für seine kontrollsüchtige Frau aufgeben und der geschiedene, verschuldete Lou (Rob Corddry, „W. - Ein missverstandenes Leben“) sogar einen Selbstmordversuch unternommen. Als ihn Adam und Nick im Krankenhaus besuchen, stellt man fest, dass früher alles besser war und bucht einen gemeinsamen Wochenendausflug ins das Ski-Resort ihrer Jugend, das „Kodiak Valley“, das seine besten Tage auch schon hinter sich hat. Die rauschende Party endet im Hotel-Whirlpool, der sich in eine Zeitmaschine verwandelt, als man versehentlich einen illegalen russischen Energy-Drink über die Technik kippt. Als man am nächsten Morgen verkatert erwacht, befindet man sich im Jahre 1986…
Steve Pink vermischt die Themen Männer in der Midlife Crisis und Zeitreise mit ‘80er-Kult, Fäkalhumor und ein paar Ski- und Snowboard-Stunts. Das Zeitreise-Regelwerk legt man dahingehend aus, dass die drei Freunde, die damals schon gelebt haben, für alle anderen aussehen wie damals, also nicht ihren jüngeren Ichs begegnen. Damit sich die Zukunft nicht verändert, müssen sie alles genauso machen wie damals. Da die Gegenwart des Jahres 2010 nicht sonderlich rosig war und es sich zudem um einen schicksalhaften, schmerzhaften Abend des Jahres 1986 im Ski-Resort handelte, stellt sich ihnen bald die Frage, ob sie das überhaupt wollen – wodurch der Film indirekt seinem Publikum die Frage stellt, was man anders machen würde, könnte man noch einmal jung sein, aber über das Wissen von heute verfügen.
Natürlich versucht man noch einmal eine gute Zeit zu haben, hat Sex (entblößte weibliche Oberweiten sorgen für einen Tick Erotik) und muss sich mit dem Arschloch Blaine (Sebastian Stan, „Red Doors“) herumschlagen, der ihnen damals schon übel mitspielte. Dieser hält die Freunde zudem für russische Spione und schwört auf den antikommunistischen US-Propagandaheuler „Die rote Flut“, womit „Hot Tub“ US-Patridioten kräftig durch den Kakao zieht. Dank zahlreicher popkultureller Zitate und Anspielungen in jeder Form, derbem Humor und einiger unerwartet ironischer Dialoge macht es Spaß, dem absurden Treiben beizuwohnen. In Nebenrollen gegen sich Chevy Chase („Schöne Bescherung“) als Zeitmaschinenmechatroniker und Crispin Glover („Zurück in die Zukunft“) als erst zwei-, später einarmiger Page ein Stelldichein.
Auch der Soundtrack mit seinen zahlreichen ‘80er-Klassikern geht bestens in Ohr, Wenngleich irgendjemand offenbar eine ausgeprägte Schwäche für furchtbaren Poser-Hardrock hatte: Poison stehen plötzlich live auf der Bühne Mötley Crüe werden gefeiert. Fakt ist: Sind und bleiben Kackbands. Weitere vermittelte Fragwürdigkeiten sind Ideenklau, um reich zu werden, und ein Frauenbild, nach dem die Damen ständig Sex wollten und ansonsten ein bisschen tumb seien. Robinson und Corddry sehen auch ein wenig zu jung dafür aus, 1986 bereits so alt wie dargestellt gewesen sein zu sollen. Handfeste Anachronismen haben sich zudem in Form einiger Zitate eingeschlichen: 1986 gab es weder „21 Jump Street“ noch „Rambo III“, auch hatte John Elways „The Drive“ noch nicht stattgefunden und waren weder „Smooth Up in Ya“ der BulletBoys noch „Kickstart My Heart“ der Mötley Crüe bereits veröffentlicht.
All dies trübt den ansonsten überraschend guten Gesamteindruck des kurzweiligen, im positiven Sinne ordinären und geschmacklosen, versauten, ekligen und chaotischen Films, der sich gut unter „Männerhumor“ zusammenfassen lässt, nicht zuletzt aber eine schöne Ode an die Freundschaft ist.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)