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Naja… vielleicht war die Erwartungshaltung zu groß, vielleicht die Ähnlichkeiten mit „The Hereditary“ einfach zu augenscheinlich und die Ereignisse immer etwas zu konstruiert – so richtig wollte mich „The Lodge“ ja leider nicht packen. Nach einem starken Auftakt geht die ganze Sause trotz stimmiger Winterbilder und dezenten Schocks immer mehr in Richtung verfahren wirkendes Psychodrama, dass dem Zuschauer dann doch etwas zu viel an unglaubwürdigen Momenten und schuldbeladenen Charakteren zumutet. Welcher Vater würde schon seine zwei Kinder, die vor kurzen ihre Mutter verloren haben, mit der verhassten und psychisch labilen neuen Freundin mit dem präsentierten Background in einem abgelegenen und eingeschneiten Haus für ein paar Tage allein lassen, in denen dann natürlich ganz seltsame Dinge passieren. Zuerst verschwinden Dinge, dann gibt es Blackouts und wenig später scheint die Vergangenheit auch wieder ihre Fühler auszustrecken. Vielleicht mag sich das als Aufhänger für ein gruseliges Psychodrama mit Paranoia- und Geister-Einschlag anbieten, aber in der Realität sollte sich so etwas wohl eher nicht abspielen. Auch die Auflösung, von denen sich aufgrund der Ereignisse ja ohnehin nicht allzu viele anbieten, fand ich eher mau, ziemlich spannungsfrei. und wenn die Geschichte nicht funzt, hilft es auch nicht, dass der Rest gut aussieht. Schade.
Ich habe gar nicht mitbekommen, dass der schon zu bekommen ist. Der ist ja regelrecht untergegangen, was mich nach dem (berechtigten) Trubel um "Ich seh, ich seh" schon sehr gewundert hat. Die Veröffentlichung sieht ja auch eher billig und lieblos aus. Hat vielleicht seinen Grund. Sehen möchte ich den aber trotzdem gerne.
Früher war mehr Lametta
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Der Film ist zweifelsfrei gut gemacht, gespielt und hat einen schönen Look, aber er wirkt inhaltlich seltsam unstimmig und auch von der Figurenkonstellation so, als hätte man unbedingt einen zweiten "The Hereditary" realisieren wollen. Mit zunehmender Laufzeit wird das Ganze auch noch langweilig und nach "Ich seh, ich seh" ist das alles eigentlich schon enttäuschend.
Richard verliert seine Frau durch einen Schicksalsschlag. Einige Zeit später verliebt er sich in Grace.
Seine Kinder Aidan und Mia lehnen Grace als Mutterersatz jedoch ab. Ein gemeinsames Wochenende
auf der Berghütte Richards soll die neue Familie einander näher bringen. Was Richard nicht weiß:
Auch Grace hat eine tragische Vergangenheit, unter der sie nach wie vor leidet. Als Richard
aus beruflichen Gründen die drei auf der eingeschneiten Hütte alleine lassen muß,
treiben unerklärliche Vorkommnisse die Zurückgebliebenen an den Rand des Wahnsinns.
Die Situation wird langsam lebensbedrohlich. Kann Richard rechtzeitig zurückkehren?
Das Regieduo Fiala/Franz liefert nach dem sehr gelungenen "Ich seh, ich seh" mit "The Lodge"
seinen zweiten Genrefilm ab; diesmal in amerikanischer Produktion. Wieder ist es eine Geschichte
mit wenig handelnden Personen. Wieder ist lange Zeit unklar, wieviel des Geschehens real ist,
wieviel Traum oder Wahn. Dank des sehr gelungenen klaustrophobischen winterlichen Settings und
einer passenden atonalen Musikuntermalung, gelingen bisweilen kreuzunheimliche Szenen.
Insgesamt ist der Streifen mit etwa 110 Minuten etwas zu lange geraten.
Auch die Schlußviertelstunde, die dann doch wieder fast zu konventionell daherkommt
und deshalb leichtes Ärgernispotential hat, kostet "The Lodge" eine bessere Bewertung.
Davor wird jedoch so gut wie alles richtig gemacht.
6,5/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
Sergios Ausführungen kann ich mich zum größten Teil anschließen. Ich fand den sehr spannend und auch recht unangenehm. Gerade in seiner sehr stillen Art, die einen aber ständig wissen lässt, dass hier etwas nicht stimmt. Ich fand den auch gar nicht zu lang und das Finale hat mich tatsächlich recht mitgenommen. Und der Film hat es geschafft, mich zunächst auf die falsche Fährte zu führen, was auch nicht jedem gelingt. Von daher alles richtig gemacht.
Vielleicht war ich auch gerade sehr empfänglich für diese Art von Geschichte und den von jogi angeführten "The Hereditary“" kenne ich bisher nur vom Hören und Sagen.
Früher war mehr Lametta
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