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Tusk - Kevin Smith (2014)

Verfasst: Di 21. Apr 2020, 06:39
von jogiwan
Tusk

Bild

Originaltitel: Tusk

Herstellungsland: USA / 2014

Regie: Kevin Smith

Darsteller: Justin Long, Michael Parks, Genesis Rodriguez, Haley Joel Osment

Story:

Wallace und Teddy haben gemeinsam einen Podcast im Internet, der sich mit skurrilen und interessanten Figuren beschäftigt, die von den beiden halblustigen Moderatoren teils auch vorgeführt werden. Als Wallace eines Tages nach Kanada fliegt und eine Internet-Berühmtheit zu interviewen, landet er durch eine Verkettung von eher unglücklichen Umständen im Haus von Howard Howe, der sich wenig später als psychopathischer Serienkiller entpuppt. Betäubt und unter Drogen gesetzt, ist der abgebrühte Wallace dann auch auf einmal selbst der Mittelpunkt einer grotesken Geschichte, die selbst die wildeste und menschliche Vorstellungskraft übersteigt.

Re: Tusk - Kevin Smith (2014)

Verfasst: Di 21. Apr 2020, 06:40
von jogiwan
Kevin Smith hat in den Neunzigern ja eine Handvoll Filme gedreht und Figuren kreiert, die es mit Slacker-Atmosphäre und Kiffer-Humor popkulturelle Spuren hinterlassen haben. Mittlerweisel macht er ja eher mit Gewichtsverlust, Werbung für Cannabis und anderen Dingen von sich reden und auch „Tusk“ entpuppt sich leider als überlanger Kiffer-Witz, der seine Pointe arg überstrapaziert und den man wohl auch nur im THC-Rauch so wirklich lustig finden wird. Im Grunde ist „Tusk“ eine Verarsche des Genre-Publikums und bedient sich an Werken wie „The Human Centipede“ oder auch „Die Haut in der ich wohne“ und überzeichnet den Body-Horror-Anteil auf groteske Weise. Soweit so gut, bietet „Tusk“ aber auch noch Momente in denen die Handlung bewusst sabotiert wird und statt Spannung gibt es auf einmal Laberlaber oder improvisierte Szenen mit einem bekannten Schauspielstar, der hier genau das bietet, was man von ihm gar nicht mehr sehen möchte und den Film und seine Story so gar nicht weiterbringen. Herausgekommen ist ein Film, der weder Fisch noch Fleisch ist und stets etwas zu bemüht auf skurril macht um auf einer Genre-Ebene krachend zu scheitern. Wer von uns hat nicht schon einmal im benebelten oder berauschten Zustand eine scheinbar grandiose Idee gehabt, die sich im nüchternen Zustand dann als völlig praxisuntauglich herausgestellt hat – „Tusk“ ist jedenfalls der Film dazu.

Re: Tusk - Kevin Smith (2014)

Verfasst: Di 21. Apr 2020, 08:26
von purgatorio
:shock:
Zufall? Ich habe gerade im "zuletzt gesehen"-Faden meine Verwunderung über diesen Film getippelt. Sah ihn vor drei Tagen. Jogi, mein Bruder im Geiste! :prost:

Re: Tusk - Kevin Smith (2014)

Verfasst: Di 21. Apr 2020, 08:27
von purgatorio
aus dem besagten Faden besagt Notiz:
purgatorio hat geschrieben:ich sah mir vor einigen Tagen den Kevin-Smith-Film TUSK an. Ich wusste nur noch aus dunkler Erinnerung, ich las es einst irgendwo, dass hier wohl ein Typ zum Walroß wird. Mehr nicht. Also schaute ich mir den Irrsinn an. Was soll ich sagen, das Ding ist echt schräg... und eklig. Ich wusste nicht ganz, was ich erwarten soll, aber dass es sich letztlich um ein irres Experiment von einem irren Wissenschaftler handelt, der mal Seemann war und nach Schiffbruch einige Zeit mit einem Walroß verbringen musste und nun gern seinen personifizierten Kumpel zurück hätte, hab ich so nicht erwartet... eklig, albern, schrill, wiederlich, komisch. Sehr eigenartiger Film.
...verrate ich zuviel? Dann baue ich eine Spoilerwarnung ein.

Re: Tusk - Kevin Smith (2014)

Verfasst: Di 21. Apr 2020, 08:41
von jogiwan
purgatorio hat geschrieben: :shock:
Zufall? Ich habe gerade im "zuletzt gesehen"-Faden meine Verwunderung über diesen Film getippelt. Sah ihn vor drei Tagen. Jogi, mein Bruder im Geiste! :prost:
Leider spricht das ja nicht für unseren guten Geschmack, Bruder! ;) :kicher: :mrgreen:

PS: wie fandest du die Rolle von J.D.? Ich hab während der Sichtung noch zur schlechteren Hälfte gemeint, dass mich der Schauspieler so an ihn erinnert und ich den furchtbar finde. Dass er es ist, hab ich ja erst nachher erfahren - das macht es aber auch nicht besser... ;)

Re: Tusk - Kevin Smith (2014)

Verfasst: Di 21. Apr 2020, 08:59
von purgatorio
jogiwan hat geschrieben: PS: wie fandest du die Rolle von J.D.? Ich hab während der Sichtung noch zur schlechteren Hälfte gemeint, dass mich der Schauspieler so an ihn erinnert und ich den furchtbar finde. Dass er es ist, hab ich ja erst nachher erfahren - das macht es aber auch nicht besser... ;)
Ich habe das erst auch nicht mitgeschnitten. Klar, im Nachhinein: Eindeutig. Aber während der Sichtung hab ich das nicht gemerkt. Der dauerbetrunkene französisch-parodierte Kommissar war schon sehr eigenartig. Aber irgendwie passte das auch zu dem ganzen Irrsinn. Dieser Streifen will wohl keinen Sinn ergeben und zeigt diverse Antifilm-Tendenzen auf, die auch bei RED STATE zu finden waren. Das könnte Kevin Smiths "neues Ding" sein. Allerdings erscheint mir das noch nicht sehr ausgefeilt und zu aufgesetzt.

Re: Tusk - Kevin Smith (2014)

Verfasst: Di 21. Apr 2020, 09:37
von Arkadin
purgatorio hat geschrieben:Dieser Streifen will wohl keinen Sinn ergeben und zeigt diverse Antifilm-Tendenzen auf, die auch bei RED STATE zu finden waren. Das könnte Kevin Smiths "neues Ding" sein. Allerdings erscheint mir das noch nicht sehr ausgefeilt und zu aufgesetzt.
"Tusk" habe ich noch nicht gesehen, aber "Red State" finde ich richtig gut. Wenn Du da Paralellen ziehst, werde ich mir auch "Tusk" gerne mal angucken. Neugierig bin ich trotz Verriss eh.

Re: Tusk - Kevin Smith (2014)

Verfasst: Di 21. Apr 2020, 10:16
von purgatorio
Arkadin hat geschrieben:
purgatorio hat geschrieben:Dieser Streifen will wohl keinen Sinn ergeben und zeigt diverse Antifilm-Tendenzen auf, die auch bei RED STATE zu finden waren. Das könnte Kevin Smiths "neues Ding" sein. Allerdings erscheint mir das noch nicht sehr ausgefeilt und zu aufgesetzt.
"Tusk" habe ich noch nicht gesehen, aber "Red State" finde ich richtig gut. Wenn Du da Paralellen ziehst, werde ich mir auch "Tusk" gerne mal angucken. Neugierig bin ich trotz Verriss eh.
Parallelen ja, aber nicht inhaltlich! Ich finde RED STATE auch super. Und der wirkte ja erst richtig, als zum Ende hin alles ins Absurde kippte und das Film sein negierte, die Narration, den Erzählfluss und die innere Logik boykottierte (zumindest habe ich das so in Erinnerung, ich sollte den mal wieder gucken :mrgreen: ). TUSK bürstet ähnlich, aber weniger filigran und clever vorbereitet, gegen den Strich. Hier sind entweder ein paar Schippen zu viel Irrsinn drin, oder das Projekt Antifilm mit Humor (also nicht so, wie es Fulci mit seinen Zombies machte) ist bei Smith noch nicht richtig ausgereift. Ist seine TRUE NORTH-Saga eigentlich schon durcherzählt? Ich muss mich echt mal wieder mit Smith befassen - im Grunde mag ich den Kerl ja gern. Aber TUSK gibt mir zu denken. So richtig weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll :|

Re: Tusk - Kevin Smith (2014)

Verfasst: Di 21. Apr 2020, 10:17
von jogiwan
Ooooh.... :knutsch:


Re: Tusk - Kevin Smith (2014)

Verfasst: Di 21. Apr 2020, 13:27
von buxtebrawler
jogiwan hat geschrieben:(...) improvisierte Szenen mit einem bekannten Schauspielstar, der hier genau das bietet, was man von ihm gar nicht mehr sehen möchte und den Film und seine Story so gar nicht weiterbringen.
Wer ist das?