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Das zweite Leben des Dr. X - Vincent Sherman (1939)

Verfasst: Sa 13. Feb 2021, 08:46
von sergio petroni
DAS ZWEITE LEBEN DES DR. X
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Originaltitel: The Return Of Dr. X

Alternativtitel: The Return of Doctor X / Die Rückkehr des Doktor X

Herstellungsland-/jahr: USA 1939

Regie: Vincent Sherman

Darsteller: Wayne Morris, Rosemary Lane, , Humphrey Bogart, Dennis Morgan, John Litel, Lya Lys,
Huntz Hall, Charles C. Wilson, Vera Lewis, Olin Howland, Cliff Saum, Creighton Hale, ...

Story: Der Journalist Walter Garrett (Wayne Morris) ist zu einem Interview mit der schönen Angela Merrova (Lya Lys) verabredet. Statt ein quicklebendiges Gespräch zu führen, findet er die Dame jedoch tot vor. Zu allem Überfluss ist kurz darauf plötzlich die Leiche verschwunden, so dass Garrett gegenüber der Polizei und seinem Chef wie ein Lügner, Trottel oder Hochstapler dasteht. Die Schublade, in die man ihn steckt, kann er sich fortan bestenfalls aussuchen. Als die Merrova obendrein lebendig wieder auf der Bildfläche erscheint, hat Garrett die Gunst seines Chefs komplett verspielt. Niemand außer dem windigen Journalisten fragt allerdings danach, warum die Dame nach ihrem zwischenzeitlichen Verschwinden nun blass wie eine Leiche ist. Mit dem Rücken zur Wand stehend, erbittet Garrett die Hilfe des befreundeten Arztes Michael Rhodes (Dennis Morgan). Von nun an ermitteln die beiden gemeinsam und stoßen im Umfeld des Rhodes vorgesetzten Dr. Francis Flegg (John Litel) auf den mysteriösen Marshall Quesne (Humphrey Bogart).
(quelle: dienachtderlebendentexte.wordpress.com)

Re: Das zweite Leben des Dr. X - Vincent Sherman (1939)

Verfasst: Sa 13. Feb 2021, 08:54
von sergio petroni
Bei dem Regie-Debut von Vincent Sherman handelt es sich um die günstig produzierte Fortsetzung
zu "Doktor X" von Michael Curtiz aus dem Jahre 1932. Der Nachfolger kann dem Original bei weitem
nicht das Wasser reichen. In den vorrangig verwendeten Studiokulissen kommt leider kaum Stimmung
auf, und die Story an sich zieht sich trotz kurzer Laufzeit. Lediglich zum Finale gelingen einige
stimmungsvolle Bilder. Interessant wird der Film dann aber durch die Auftritte von Humphrey Bogart,
der die Rolle des wiederweckten Doktor X vom eigentlich dafür vorgesehenen Boris Karloff übernahm.
Bogart war wohl mit seiner Rolle derart unzufrieden, daß er sich hinterher mehrmals abfällig darüber
äußerte und nie wieder in einem Horrorfilm mitspielte.
4,5/10

Re: Das zweite Leben des Dr. X - Vincent Sherman (1939)

Verfasst: Sa 13. Feb 2021, 09:27
von Maulwurf
Hui, der ist mir heute früh wohl durch die Lappen gegangen. Nun denn:

Filmisches Fastfood: Schnell gegessen, schnell verdaut, schnell vergessen. Aber während des Verzehrs ein ungeheures Vergnügen gehabt. Und Humphrey Bogart als untoter Doktor bleibt auf jeden Fall im Gedächtnis.

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Re: Das zweite Leben des Dr. X - Vincent Sherman (1939)

Verfasst: Sa 13. Feb 2021, 11:48
von sergio petroni
Maulwurf hat geschrieben: Sa 13. Feb 2021, 09:27 Hui, der ist mir heute früh wohl durch die Lappen gegangen. Nun denn:

Nene, andersrum. Dank Deines Beitrages fiel mir ein, daß ich den vor zwei Wochen gesehen habe
und habe daraufhin den Fred eingerichtet......

Re: Das zweite Leben des Dr. X - Vincent Sherman (1939)

Verfasst: Sa 13. Feb 2021, 13:20
von Maulwurf
Du verwirrst mich alten Mann ... :opa:
Aber das find ich gut, die Langbeschreibung wird folgen ... :D

Re: Das zweite Leben des Dr. X - Vincent Sherman (1939)

Verfasst: Sa 13. Feb 2021, 21:21
von sergio petroni
Maulwurf hat geschrieben: Sa 13. Feb 2021, 13:20 Du verwirrst mich alten Mann ... :opa:
Na da sind wir ja schon zwei alte Säcke....🥳

Re: Das zweite Leben des Dr. X - Vincent Sherman (1939)

Verfasst: Do 24. Feb 2022, 05:48
von Maulwurf
Das zweite Leben des Dr. X
The return of Dr. X
USA 1939
Regie: Vincent Sherman
Wayne Morris, Rosemary Lane, Humphrey Bogart, Dennis Morgan, John Litel, Lya Lys, Huntz Hall, Charles C. Wilson, Vera Lewis, Olin Howland, Cliff Saum, Creighton Hale


The return of Dr. X.jpg
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OFDB

Der rasende Reporter Garrett verabredet sich mit dem früheren Filmstar Angela Merrova zum Interview, doch als er dort ankommt ist die Merrova tot. Ermordet, mit einem sauberen Stich unterhalb des Herzens. Er informiert seine Zeitung, dann die Polizei, und als er zurückkommt ins Hotelzimmer – Ist die Leiche fort. Als nächstes ruft ihn sein Herausgeber ins Büro, weil die Merrova eine Entschuldigung von ihm erwartet wegen der Meldung ihrer Ermordung! Garrett spricht mit seinem Freund Michael, einem Arzt, ob es möglich sei, solch eine Verletzung zu überleben. Als die Polizei Michael eine Blutprobe eines anderen Ermordeten zur Überprüfung zukommen lässt stellt dieser fest, dass das Blut nicht menschlich ist. Aber auch nicht tierisch. Gemüse und Mineralien wären noch übrig, wie Garrett süffisant bemerkt … Gemeinsam wendet man sich an die Koryphäe des menschlichen Blutes, Dr. Flegg, und wird zuerst einmal mit dessen Assistenten konfrontiert, Dr. Quesne, der seltsam tot ausschaut. Und der eine verblüffende Ähnlichkeit hat mit Dr. Xavier, der vor ein paar Jahren hingerichtet wurde …

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Ja, es passiert viel in diesen 62 Minuten Film, nicht alles ist immer zusammenhängend, und die Handlung und die Atemlosigkeit stoppen auch nicht ein einziges Mal. Pausenlos wird geredet, untersucht, werden wortreiche Duelle ausgefochten, und die Handlung hält und hält nicht an. Das ist auch gut so, denn sonst würde man schnell merken, was für ein ausgemachter Unfug dieser Film ist. So aber zieht RETURN OF DR. X an einem vorbei wie ein Karnevalszug im Zeitraffer, und macht auch genauso viel Vergnügen. Auch wenn der rasende Reporter eher ein Comic Relief auf sich selbst ist, mit seiner jovialen Art heutzutage eher unsympathisch rüberkommt (und sich auch mit zunehmender Laufzeit die Leinwandpräsenz mit dem blassen Dennis Morgan als Michael teilen muss), und wenn man es sich recht überlegt eigentlich nur ein Schauspieler wirklich in Erinnerung bleibt, so bleibt eben keine Zeit seine Zu- oder Abneigungen während der Sichtung zufriedenstellend zu verteilen. Nur diese eine Schauspieler, nämlich Humphrey Bogart als Dr. Quesne, der wirkt, und der bleibt auch im Gedächtnis haften. Seine Schminke, seine Frisur, aber vor allem seine Ausstrahlung zeigen deutlich, dass hier ein kommender Hauptdarsteller zu sehen ist, auch wenn Bogart selber das anders sah und die Rolle, die normalerweise Boris Karloff oder Bela Lugosi hätten bekommen sollen, als einen seiner absoluten Tiefpunkte bezeichnete. Zwei Jahre wird er sich noch in Nebenrollen durchbeißen müssen, bis in DIE SPUR DES FALKEN endlich seine Stunde kommt, und er anschließend in vielen großartigen Filmen die 40er-Jahre dominieren wird.

Aber im Jahr 1939 ist THE RETURN OF DR. X nichts anderes als ein Programmfüller, ein Schnellschuss im schnelllebigen Filmgeschäft, und unter dieser Fastfood-Prämisse funktioniert der Film auch heute noch gut. Anschauen, Spaß haben, weitersehen …

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7/10