Seite 1 von 1

Snake eyes - Cecil Howard (1985)

Verfasst: Di 2. Mär 2021, 06:23
von Maulwurf
Snake eyes
Snake eyes
USA 1985
Regie: Cecil Howard
Laurie Smith, Jerry Butler, Rikki Harte, Joanna Storm, Brooke Fields, Cassandra Leigh, Sharon Mitchell, Paul Thomas, Nicole Bernard, George Payne, Christopher Rage, Pop Rammo, George Mintos, Cecil Howard


Snake eyes.jpg
Snake eyes.jpg (88.33 KiB) 281 mal betrachtet
IMDB

Die ganz private Hölle einer Ehe. Tom ist in zweiter Ehe mit Gloria verheiratet, und Tom hat alle diejenigen Gedanken die ein Mann so hat: Liebt Gloria mich? Vögelt Gloria mit anderen Männern? Oder Frauen? Was ist mit ihrem Ex Lesley? Will die hübsche Dunkelhaarige auf der Straße wirklich Sex mit mir? Warum ist mein bester Freund Jason so ein Schwein und bumst meine Ex Lovis? Wann zieht sich die attraktive Illustratorin im Büro endlich für mich aus? Ob Kate was von dem Abenteuer erzählen wird? Warum ist Gloria nur immer so schrecklich eifersüchtig?
Gloria macht sich auch so ihre Gedanken: Ob Tom mich überhaupt noch liebt? Ob Toms Ex Lovis meine Möse genauso lieben wird wie ihre eigene? Ob Lesley sich wohl mal melden wird? War Lovis so gut wie ich?

Bild Bild

Bild Bild

Die ganz private Hölle einer Ehe, festgehalten in mehreren ineinandergreifenden Handlungen, und mit extrem stylischen 80er-Jahre-Bildern. Dazu ein Soundtrack direkt aus der Schattenwelt: Wenig richtige Musik, und fast gar kein 08/15-Synthie-Geklimper, stattdessen Geräusche, von Instrumenten erzeugte Dissonanzen, Klopfen, Kreischen … Und dazu immer wieder die Bilder von Tom, der sich in einem Käfig gefangen fühlt, während Gloria ihn, nackt tanzend, verhöhnt, und Lesley mit einem Löwenschrei den Advocatus Diabolicus macht. Leider verlässt Cecil Howard dieses finster-eindrückliche Terrain etwa nach der Hälfte der Laufzeit und wird biederer. Macht aber nichts – Durch die Vielzahl der Handlungsebenen und die wahnsinnig süßen Mädels vergeht die Zeit wie nichts. Sexszenen hat es sehr viele, wenn auch bis auf zwei Ausnahmen immer Hetero One on One, und diese Szenen sind schwül-derb, mit schnellen Schnitten und viel Schweiß ausgesprochen antörnend inszeniert. Die eine Ausnahme allerdings hat es in sich: Gloria möchte eine Party veranstalten, und Tom sieht daraufhin vor seinem inneren Auge die üblichen öden Bilder einer öden Party vorbeiziehen. Dumme Gäste mit dummem Geschwätz. Aufreizend angezogene Frauen flanieren vorbei, und auf der nächsten Ebene, also auf der Illusion der Party aufgesetzt, wird die verfremdete Phantasie einer Gruppensex-Orgie hineingeschnitten, und überlagert die Bilder der öden Party. Stark auch die Szene, wenn Gloria im Schneidersitz ein Videospiel spielt, zwischen den Schenkeln die Konsole liegend. In Gedanken macht sie es sich dabei selbst, und innerhalb der Gedanken wiederum stellt sie sich Sex mit dem Ex vor. Drei Ebenen die sich überlagern und ineinander übergehen. Die Auflösung von Raum und Zeit, und es spielt auch nicht immer alles an einem physikalisch festgelegten Ort. Was da Realität ist und was Phantasie, das verwischt sich zunehmend. Videoclip-Optik für Erwachsene. Gigantisch, und sehr anregend gemacht! Kein Wunder, dass SNAKE EYES 1986 bei der Adult Film Association of America zwei Preise abgeräumt hat, und ebenfalls 1986 bei den Adult Video News Awards auch zwei Preise bekam, unter anderem für die beste Regie.

Bild Bild

Bild Bild

Aber ein starker Hang zu 80er-Jahre-Frisuren und Klamotten sollte unbedingt vorhanden sein …!

7/10