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USA 1945
OT: Detour
D: Tom Neal, Ann Savage, Claudia Drake
Al Roberts (Tom Neal), ein Barpianist aus New York, macht sich auf nach Los Angeles, wo seine Verlobte Sue (Claudia Drake) auf die große Karriere hofft. Da er weder ein Auto, noch Geld für den Zug hat, reist er per Anhalter quer durch Amerika. Dabei trifft er auf den reichen Charles Haskell (Edmund MacDonald), der ihm anbietet, ihn bis nach Los Angeles mitzunehmen. Während der Fahrt berichtet Haskell von einer Anhalterin, mit der er sich einen kurzen Kampf geliefert hat. Nach einiger Zeit übernimmt Roberts das Steuer und Haskell schläft ein. Als Roberts Haskell wecken will, muss er zu seinem Entsetzen feststellen, dass Haskell tot ist. Aus Angst, die Polizei könnte ihm nicht glauben, lässt er die Leiche verschwinden und übernimmt Haskells Identität. An der nächsten Tankstelle nimmt Roberts die Anhalterin Vera (Ann Savage) mit. Ein schlimmer Fehler, wie sich bald herausstellt… (Filmforum Bremen)
Tja, wenn es einen Film gibt, der die Gefahren des Trampens aufzeigt, dann ist es dieser. Denn mit dem Tod von Charles Haskell und insbesondere, nachdem er Vera an der Tankstelle mitnimmt, fangen für den guten Al die Probleme überhaupt erst richtig an. Und dass Vera selbst auch bereits von Haskell mitgenommen wurde, somit weiß, dass Al nicht Haskell sein kann, und für ihr Schweigen Geld fordert, ist wahrlich nur ein kleines Übel...
Dabei ist Vera nun gerade nicht die klassische Femme Fatale des noir, die Frau, die verführerisch zum eigenen Vorteil einen Mann um den Finger wickelt, mit ihm spielt und ihn dann in den Abgrund stößt. Vera ist nicht verführerisch.
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(Ich hoffe, Arkadin ist mir nicht böse wegen dieses Bilderklaus)
Vera ist der Abgrund. Vera ist wie die dumme, ungehobelte Schnepfe aus der Nachbarschaft, die niemand mag, und mit der man sich aufgrund ihrer dummdreisten Art nie anlegen möchte. Die jetzt die Witterung des Geldes aufgenommen hat, und dafür auch den letzten Rest von Menschlichkeit in den Mülleimer werfen würde. Und während Al gar nicht recht erfasst, was da nun passiert, zieht sich für ihn die Schlinge immer mehr zu. Na ja, eigentlich zieht sie sich für beide zu...
Gerade mal 65 Minuten lang und für verdammt wenig Geld entstanden, verzichtet der Film auf unnötigen Ballast. Es geht immer weiter voran Richtung Abgrund, und am Ende ist alles schwarz. Noir reduced to the max.
Das dürfte den einen oder anderen stören (mich auch), aber vermutlich gibt es zu dieser Billigproduktion kein besseres Material mehr. Umso verdienstvoller ist die VÖ von Koch.Arkadin hat geschrieben:Das Bild der Koch Media DVD ist leider nicht ideal. Immer wieder kommt es zu Laufstreifen und zeitweise „wellt“ sich das Bild, wie bei alten VHS, die nicht ganz sachgemäß gelagert wurde.