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The Green Knight - David Lowery (2021)
Verfasst: Sa 25. Dez 2021, 12:04
von fritzcarraldo
The Green Knight
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Handlung:
"Der junge Sir Gawain, Neffe von König Artus, pflegt einen ausgelassenen Lebensstil. Seine Abende verbringt er am liebsten trinkend in Bordellen. Um seine Tapferkeit auf die Probe zu stellen, beschwört seine Mutter, die Hexe Morgan Le Fay, gemeinsam mit ihren Dienerinnern eine Prüfung für ihren lasterhaften Sohn herauf.
Am Weihnachtsabend macht sich Gawain auf den Weg nach Schloss Camelot, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Plötzlich reitet eine bedrohliche Gestalt hoch zu Ross in den Thronsaal. Ein gigantischer Grüner Ritter, halb Mensch, halb Baum und in einer Rüstung steckend, erweist dem König zunächst höflich die Ehre, macht dann jedoch einen provokanten Vorschlag. Wer von seinen Rittern den Mut aufbringe, der dürfe an Ort und Stelle einen Schlag gegen ihn führen. Die einzige Bedingung: Sollte er diesen überleben, müsse sich der tapfere Mann genau ein Jahr später in der Grünen Kapelle einfinden, wo er seinerseits den Schlag erwidern dürfe. Nur Gawain packt die Gelegenheit beim Schopf und nimmt die Herausforderung an, um seinen Mut zu beweisen.
Ein Jahr später macht sich Gawain auf den Weg zur Grünen Kapelle." (Wikipedia)
Re: The Green Knight - David Lowery (2021)
Verfasst: Sa 25. Dez 2021, 12:05
von fritzcarraldo
The Green Knight
(Prime Video)
Sir Gawain, Neffe von König Artus, lebt an dessen Hof in Camelot und verbringt sein Leben eher feiernd und frönt dem ausgelassenen Lebensstil. Als an Heilig Abend zu Weihnachten der mysteriöse grüne Ritter auftaucht, eine bedrohliche Groot-Version, und einen ungewöhnlichen Zweikampf anbietet, der beinhaltet, dass sein Gegenüber ihn heute hier und jetzt egal wo mit dem Schwert oder der Axt schlagen kann und wenn er es überlebt, der grüne Ritter genau diesen Schlag in einem Jahr an seinem Kontrahenten ausüben darf, ist Gawain der einzige der einwilligt. Er schlägt dem grünen Ritter den Kopf ab, dieser überlebt mysteröserweise und Gawain hat nun ein Jahr Zeit, sich auf den Gegenschlag in der grünen Kapelle seines Widersachers vorzubereiten. Er begibt sich auf eine lange Reise dorthin.
Regisseur David Lowery hatte mich mir seinem genialen A GHOST STORY schon beeindruckt. Ein meditativer Film über die Liebe und was von ihr und uns übrig bleibt, wenn wir sterben. Ein Film, der es schafft, Zeit und Raum auszuhebeln. The Green Knight hat nun ähnliche Ansätze. Es ist immer noch ein Ritterfilm mit Magie, Hexen und Burgen. Aber wie schon bei Parsifal in Boormans EXCALIBUR geht es hier auch um die Suche nach sich selbst und nichts geringerem als dem Sinn des Lebens. Wie schon in A GHOST STORY bietet uns Lowery keine einfachen Antworten an. Immer wieder wird vieles hinterfragt. Es werden Antworten gefunden, die dann aber später keinen Bestand mehr haben. Dies ist alles schwer zu beschreiben, aber wenn man sich auf dies alles einlässt (einlassen kann), erhält man einen wirklich schönen Film. Und ein Film, in dem die unglaubliche Alicia Vikander eine Doppelrolle einnimmt, kann nur gut sein. Und ja @Arkadin. Im Kino wäre das alles auf jeden Fall noch beeindruckender gewesen.
Re: The Green Knight - David Lowery (2021)
Verfasst: Di 26. Apr 2022, 11:24
von karlAbundzu
Eine eher selten gesehene Geschichte aus dem Tafelrunden - Umfeld. Ein grüner Ritter, irgendwie ein kleiner Ent, kommt zu Weihnachten zu Artus, und gibt ein Angebot ab. Garwain ist als einziger mutig genug, drauf einzugehen. Genau ein Jahr später muss er zum Gegenbesuch.
Wie immer in diesem Mythenbereich befinden wir uns hier zwischen Mittelalter - und Fantasy -Welt. Wobei hier deutlich das märchenhafte in den Vordergrund gestellt wird. Die Klamotten, die Bauten, die Farben, da geht es nicht um historische Genauigkeit, sondern um schaffen einer Atmosphäre und Charakterisierung.
Und auch die Fabel ist dann nur Aufhänger für die Reise Garwains. Kapitelweise kommt er dem Ziel des grünen Ritters näher. Wird vom hedonistischen Jungspund zu einem reflektierten Ritter.
Die Reise beginnt eigentlich recht gewöhnlich, wenn auch alles sehr ruhig, doch spätestens seit seinem Treff mit Winifred wird es weirder. Dann gibt es auch Visionen, alternative Verläufe der Geschichte, und allerhand Merkwürdigkeiten. Aber auch wieder nicht so psychedelisch wie blueberry.
Die Darsteller sind toll, Dev Patel in der Hauptrolle mir bisher unbekannt. Alicia Vikander in einer Doppelrolle. Barry Keoghan wieder mal gut.
Insgesamt eine Arthouse Version einer Tafelrunden -Ballade.
Gefällt mir.
Re: The Green Knight - David Lowery (2021)
Verfasst: Di 26. Apr 2022, 12:35
von Salvatore Baccaro
Der reizt mich ja wirklich, - danke für die Vorstellung(en), - obwohl ich ja glaube, dass für mich der einzig wahre Tafelrunden-Film auf ewig Bressons LANCELOT DU LAC bleiben wird...
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Re: The Green Knight - David Lowery (2021)
Verfasst: Di 26. Apr 2022, 13:52
von Arkadin
THE GREEN KNIGHT - War mit meiner lieben Frau und ihrem Patenkind (Mitte 20) drin. 4 Leute sind während der Vorstellung raus, meine Frau wollte da mit. Ihr Patenkind hat sich nicht geäußert, ich glaube aber das, was die beiden Frauen nach dem Film auf polnisch geredet haben, waren keine Begeisterungsstürme. Unnötig zu erwähnen, dass ich The Green Knight ganz großartig fand. Habe den schon nach 5 Minuten geliebt. Gebe aber zu diese Mischung aus David Lynch, Valhalla Rising (minus die Gewalt), Exalibur (Stimmung, manchmal Bilder minus Pathos), Antichrist und irgendwie auch Ritter der Kokosnuss (minus Humor) ist nicht jedermanns Sache. Immerhin wurden ihm von meiner kritischeren Hälfte "schöne Bilder" bestätigt.
Re: The Green Knight - David Lowery (2021)
Verfasst: Di 26. Apr 2022, 17:18
von karlAbundzu
Salvatore Baccaro hat geschrieben: ↑Di 26. Apr 2022, 12:35
Der reizt mich ja wirklich, - danke für die Vorstellung(en), - obwohl ich ja glaube, dass für mich der einzig wahre Tafelrunden-Film auf ewig Bressons LANCELOT DU LAC bleiben wird...
Den Bresson habe ich zwar nur noch schemenhaft in Erinnerung, ist halt ewig her, aber tatsächlich musste ich hier und da dran denken, ob es nicht Parallelen gibt.