Drive In - Peter Locke (1975)
Verfasst: Mo 14. Feb 2022, 22:13
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USA 1975
OT: Kitty can't help it
R: Peter Locke
Schnitt: Wes Craven (!)
D: Fay DeWitt, Lisa Farringer, Kitty Carl, Pamela Des Barres
In dem Drive-in, in dem die hübsche Kitty bedient, ist sie zweifellos das beste Angebot. Doch das unschuldige Mädchen steht erstens nicht auf der Karte und lässt sich zweitens nicht so ohne weiteres vernaschen. Eine harte Nuss zweifellos auch für die lockeren Freunde ihrer Kollegin Vicki, die der ebenso ahnungslosen wie atemberaubenden Kitty in Sachen Sex mal auf die Sprünge helfen möchte. Nur Pat hat anfangs mit Kitty nichts anderes im Sinn als ein nettes Gespräch. Dass der agile Mann auch noch andere Qualitäten hat, bekommt die kleine "Drive-in-Maus" erst später zu spüren ...(Backcover)
Mal abgesehen von der, hüstel, Bezeichnung als "Drive-In-Maus" erweist sich das Cover als völliger Etikettenschwindel. Aus dem Job in jenem Lokal wird Kitty gleich zu Beginn noch am ersten Arbeitstag entlassen. Dabei stand doch für Kitty der Auszug aus dem Elternhaus in die erste eigene Wohnung an. Kein Job ist freilich kein Grund, den Umzug nicht dennoch durchzuziehen, Mami ist schließlich wohlhabend, allerdings auch hochgradig neurotisch. Also packt Kitty einen (!) Karton in ihr Mercedes-SL-Pagoden-Cabrio (ein Geschenk von Mutti!), um sich trotz Muttis Warnungen in neuer Nachbarschaft niederzulassen.
Weil Kitty noch Jungfrau ist, ist ihr das Mitleid ihrer neuen Nachbarinnen gewiss. Und da wir das Jahr 1975 schreiben, hat auch keine von ihnen etwas einzuwenden, wenn der Partner sich bei Kitty etwas einführt. Die Cindy nimmt eh Geld von den Männern, da kann ihr Tom nicht ständig bei ihr rumlungern. Und Albert läuft neuerdings als Transvestit rum.
Kitty ist unterdessen in ihren vorherigen Job zurückgekehrt. Keine Ahnung, was sie da macht, aber ihr Boss hat das Problem, dass sein wichtigster Kunde droht, zur Konkurrenz zu gehen. Könnte Kitty nicht mal mit ihm ausgehen? Leider hat besagter Kunde aber gerade den weltweit ersten Harvey-Weinstein-Fanclub gegründet, und wird entschieden zu aufdringlich. Ein Nachbar eilt zu Hilfe, doch der verhinderte Vergewaltiger wird später nochmal auftauchen und offenbaren, wie gestört er ist.
Nein, lassen wir das jetzt. Man kann mit guten Augen vielleicht einen roten Faden in diesem Werk erkennen, doch niemals einen Sinn. Es ist nicht unterhaltsam, es ist nicht witzig, es ist eigentlich überhaupt nichts. Mit Abstand das Beste am Film ist der Abspann, und das nicht nur, weil er dem Zuschauer signalisiert, dass er es überstanden hat. Nein, er enthält tatsächlich noch ein paar nette Schoten, die wirklich lustiger sind, als der gesamte Rest. Der Screen Actors Guild wird noch "gedankt", dass sie es unabhängigen Filmemachern so schwer mache. Sorry, aber für den Klopapierfetzen, der das Drehbuch ersetzen sollte, ist die SAG nun wirklich nicht verantwortlich...
So wurden unschuldige Filmrollen und Videokassetten sinnlos geschändet, die jetzt nur noch der Sondermüllsammlung übergeben werden dürfen.
Peter Locke wechselte danach auf den Produzentensessel ("The hills have eyes"!). Und uns als Pamela Miller wirkt hier die Groupielegende Pamela Des Barres mit, die nie verwand, dass Ingrid Steeger die Hauptrolle in "Ich - ein Groupie" bekam...