Frankenstein kehrt wieder - Erle C. Kenton (1942)
Verfasst: Fr 15. Mai 2026, 05:54
Frankenstein kehrt wieder
The ghost of Frankenstein
USA 1942
Regie: Erle C. Kenton
Cedric Hardwicke, Lon Chaney Jr., Ralph Bellamy, Lionel Atwill, Bela Lugosi, Evelyn Ankers, Janet Ann Gallow, Barton Yarborough, Doris Lloyd, Colin Clive, Leyland Hodgson, Olaf Hytten, Holmes Herbert, Richard Alexander, Lionel Belmore, Chet Brandenburg, Harry Cording
OFDB
The ghost of Frankenstein
USA 1942
Regie: Erle C. Kenton
Cedric Hardwicke, Lon Chaney Jr., Ralph Bellamy, Lionel Atwill, Bela Lugosi, Evelyn Ankers, Janet Ann Gallow, Barton Yarborough, Doris Lloyd, Colin Clive, Leyland Hodgson, Olaf Hytten, Holmes Herbert, Richard Alexander, Lionel Belmore, Chet Brandenburg, Harry Cording
OFDB
1942 war die erste Welle der großen Monsterfilme längst Geschichte. Die (filmischen) Zeiten hatten sich weitergedreht, Gangster und Mörder übernahmen im Rahmen der düsteren Großstädte das Ruder auf den Leinwänden, und die Universal tat sich mit dem Einsetzen der zweiten Horrorwelle schwer, an die alten Erfolge anzuknüpfen. Und an die alte Qualität.
FRANKENSTEIN KEHRT WIEDER setzt auf der Handlung des Vorgängers FRANKENSTEINS SOHN auf: Die Dorfbewohner haben im letzten Film Frankensteins Sohn ins Exil getrieben und das Monster in einer Schwefelgrube begraben. Jetzt wollen sie das Schloss sprengen, befreien dabei aber das Monster aus seinem Gefängnis und bringen es unabsichtlich wieder zurück ins Leben. Immer an seiner Seite der gute Freund Igor. Zusammen kommt man nach Niederkaltenkirchen, wo der Neffe des alten Frankenstein eine gutgehende Psychiatrie hat. Und einen Assistenten, Bohler, der sich praktischerweise schon länger mit der Verpflanzung von Körperteilen und Gehirnen beschäftigt.
Im Ort selber kommt natürlich sofort zusammen was zusammen gehört: Das Monster nimmt ein kleines Mädchen auf die Schulter, und sofort rotten sich die Provinzler zusammen um das Monster zu töten. Igor und Monster entkommen wohin? Richtig geraten, in die Klinik von Frankenstein. Wo Neffe Frankenstein zuerst am Rad dreht, weil er den Experimenten des Onkels gegenübersteht, und dann auch noch der Geist des Alten erscheint (Aha, daher der Originaltitel!), um dem Neffen klarzumachen wo der Hammer hängt, nämlich in der künstlichen Erschaffung neuen Lebens.
Gesagt, getan: Igor und das Monster werden versteckt, und der junge Arzt Dr. Irgendwas stirbt rein zufällig, womit auch gleich ein frisches Gehirn vorhanden wäre. Doch Dr. Bohler kann den Einflüsterungen Igors nicht widerstehen und verwendet statt dem Hirn des toten Arztes Igors Gehirn. Der zwar viel klüger ist als man denkt, dafür aber auch reichlich durchtrieben. Und die Städter rotten sich derweil zusammen, um den Frankensteins, also Monster und Arzt, den Garaus zu machen …
Was für ein Kokolores! Inhaltlich ist das soweit zwar relativ schlüssig, aber genauer hinschauen darf man deswegen noch lange nicht. Frankenstein, der von dem Monster vor Gericht richtig gehend angelächelt wird – Zumindest so lange, bis er die Kreatur des Onkels leugnet, und die monsterischen Gesichtszüge enttäuscht in sich zusammenfallen. Das kleine Mädchen das ganz begeistert ist von dem geliebten Riesen, und trotz dessen 2 Meter 80 und dem gruseligen Gesicht auch nicht die Spur von Angst hat. Igor sieht wie ein Blitz in das Monster einschlägt und kommt sofort auf die rettende Idee – Ein Blitz muss in das Wesen einschlagen, dann wird es wieder gesund! Jawohl!! Aus einem Blitz wurde es geboren, ein Blitz wird es wieder retten. Ganz herzallerliebst auch die Polizei, die in ihren schwarzen Uniformen mit den schwarzen Schirmmützen verdächtig nach SS-Männern aussehen, und mit bemerkenswerter Intuition zwar den Zugang zum Geheimverlies finden, sich dort aber natürlich ganz klar mit der Erklärung zufriedengeben, dass dies ein Aufenthaltsort für aggressive Patienten sei. Und der Patient vorhin noch da war …
Genug gelästert, der Film taugt einfach! Sicher nicht mit den Maßstäben die man an einen 240-Minuten –Special Effects-Langweiler legt. Eher die komische-Gestalten-die-über-gotische-Friedhöfe-schlurchen-Maßstäbe. Wunderschöne Kulissen alter europäischer Städtchen, düsterer Wälder, ärmlich eingerichteter Labore und herrschaftlicher Schlösser (Im Originalton lebt Frankenstein nicht in einem „Castle“, sondern in einem „Chateau“!) machen Laune und Stimmung, Bela Lugosi als Igor rettet die nicht vorhandene Logik und Lionel Atwill hat zugenommen, ist aber immer noch genauso sinister wie einst im Wachsfigurenkabinett. Nicht zu vergessen die B-Horror-Queen Evelyn Ankers, die in einer hinreißenden Szene ihr Nachthemd deutlich zu weit offen hat – Wie diese Szene an der Zensur vorbeikam ist mir zu meinem größten Vergnügen schleierhaft …
FRANKENSTEIN KEHRT WIEDER ist definitiv Kokolores. Aber Kokolores mit großem Unterhaltungswert …
7/10