Hopper Hopper Reiter - wenn er fällt, dann schreit er
Als Road Movie ist "Easy Rider" wirklich toll, aber wenn es dort heisst, Amerika hätte seine Freiheit verloren, dann frage ich mich ja doch, welche Freiheit gemeint sein soll. Ist das nicht eh immer nur ein Mythos gewesen? 1969 war es erst wenige Jahre her, dass die Rassentrennung in den Südstaaten aufgehoben wurde, und aktuelle Wahlergebnisse zeigen ja, dass dies in den Köpfen vieler bis heute nicht angekommen ist. Wenn tumbe Rednecks für sich als Freiheitsrecht reklamieren, mit Knarren in der Öffentlichkeit herumzulatschen, kann man daraus leider nicht ableiten, dass deren Freiheitsliebe auch beinhalten würde, andere Meinungen/Lebensstile/whatever zu tolerieren, wie ja das Ende auch zeigt.
Und sind Wyatt und Billy freie Menschen? Ist das nicht auch wiederum nur Selbstbetrug? Vieles von den Veränderungen der 60er war richtig und wichtig, die Drogenverklärung hingegen werde ich wohl nie verstehen. Der Road-Trip der beiden wurde finanziell ermöglicht durch einen Drogendeal, der LSD-Trip wirkt nicht so wie erhofft. Die beiden taugen nur deshalb als Sympathieträger des Films, weil die Anderen noch sehr viel größere Arschlöcher sind. Wyatt erkennt ja letztlich auch, dass sie eigentlich nicht wissen, was sie wirklich suchen.
Und seien wir mal ehrlich: Wer möchte denn wirklich in so einer Kommune auf dem Land leben?
Ich mag den Film durchaus, aber vermutlich nicht so wie die Leute, die ihm zu einem Kultcharakter verholfen haben.