Die weißen Tauben sind Möwen
Im Körper des Feindes
- Face Off mit J&B
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KoKi Hannover. OmU.
Heijeijei. John Woos 90er Actioner haut einem immer noch eine Schneise in die Hecke. Und dies auf allen Ebenen. Brilliant, den Logiklöchern trotzend und in den emotionalen Szenen am Peinlichkeitsrand kaum auszuhalten. Über allem stehen Cage / Travolta mit ihrem ausufernden Schauspiel. Das ist schon kein Wettbewerb mehr in der extrovertierten Darstellungskunst. Das schwirrt schon irgendwo in verschieden Metaebenen herum.
Im Grimassen schneiden liegt Cage zwar vorne, aber eigentlich hätten beide zusammen einen Oscar für diese mit nichts zu vergleichende Performance verdient.
Die Action ist komplett drüber und präsentiert Shootouts und Explosionen en Masse inkl. gut zu erkennenden Stuntleuten mit ganz anderen Frisuren, die sich bei dem ganzen Rumgehopse und -geballer ja auch nicht immer halten können.
Aber so werden diese brillanten Fall Guys auch mal gewürdigt.
Face/Off ist auch wieder so ein 90er Film, der nur in den 90ern gedreht werden konnte. Wer hätte denn heute noch den Mut, so etwas als Big Budget Projekt in die Lichtspielhäuser zu bringen? Genau. Geht gar nicht mehr.
Am Schluss ist man selbst komplett dem Wahnsinn verfallen und weiß nicht mehr wer man ist.
Und als dann noch der "neue" Sohn am Schluss den "alten" ersetzt, habe ich dieses Mal gedacht, sie sollten lieber alle eine Therapie machen. Ich schlage hiermit mal ein Face/Off Screening mit anschließender Diskussion über Psychologie im Film vor. Bis dahin singe ich Halleluja und erinnere mich an Cages Auftritt am Strand, als eben nicht die üblichen Woo-Tauben auftauchen, sondern Möwen. Die Tauben kommen dann aber noch. Aber wer hat eigentlich die ganze Vogelkacke wegmachen müssen?
Egal.