Die Sadisten des Satans - Al Adamson

Moderator: jogiwan

untot
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Die Sadisten des Satans - Al Adamson

Beitrag von untot »

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Originaltitel: Satan's Sadists

Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 1969

Regie: Al Adamson

Darsteller: Russ Tamblyn, Scott Brady, John 'Bud' Cardos, Robert Dix, Gary Kent, Greydon Clark,
Kent Taylor, Regina Carrol, Jackie Taylor, William Bonner, Bobby Clark, Evelyn Frank...

Inhalt:
Die Rockergang "Satans" schlägt sich mordend und vergewaltigend durch die kalifornische Wüste.
Ihr Gesetz ist die Gewalt, Gnade ein Fremdwort.
Bei einem kleinen Zwischenstop in einer Raststätte eskaliert die Situation.
Bandenboss "Anchor" erledigt alle Anwesenden auf seine Art und Weise, lediglich dem Ex-Soldaten Johnny und der Bedienung Tracy gelingt es ihren Bewachern zu entkommen.
Da die Rocker keinen Bedarf an Zeugen ihrer Taten haben, beginnt eine schonungslose Jagd.
Johnny und Tracy fliehen in felsiges Gelände um eine Chance zu haben....

Fazit:
Eigentlich mag ich solche alten "Bikerfilme" ganz gern, also hab ich mir den hier zugelegt, weil er unter anderem damit beworben wurde, der "Citizen Kane" unter den Biker-Movies zu sein.
Ich kann nur sagen, nö, DAS ist der ganz bestimmt NICHT!!
Diese "Biker" hier sind ein vertrottelter Haufen von geistigen Tieffliegern, nur Einer davon hat was hirnähnlichens im Kopf, vom Rest fragt man sich wirklich, wie die nen Kickstarter bedienen und ein Motorrad fahren können, na gut, das hat man einigen Bären im Zirkus ja auch beigebracht, daran hatte ich nicht gedacht. :?
Egal, noch dümmer als die Herren der Schöpfung sind aber die Weiber, sowas sieht man selten, so etwa auf die Art, oh, Du willst mich vergewaltigen, ich zieh mich schon mal aus... :palm:
Einziger Lichtblick Johnny und Tracy, das scheinen normale Menschen zu sein.
Trotzdem hat der Film auch ne Message, ja, richtig gehört, so ne Art Gesellschaftskritik am Spießertum!
Ein paar gute Szenen gibts aber dann doch zu bewundern und das Ende fand ich auch gut, nachdem der Anfang etwas zähflüssig ist.
Mehr als Mittelmaß kann ich mir hier nicht abringen.

5/10

Die Eyecatcher DVD ist im 4:3 Format, Bild geht so, aber der Ton ist ziemlich mau.
Zuletzt geändert von untot am Sa 26. Mär 2011, 01:53, insgesamt 2-mal geändert.
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Blap
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Re: Die Sadisten des Satans - Al Adamson

Beitrag von Blap »

Tjo, der Oberknüller ist der Flick sicher nicht. Ich mag diesen Unfug aber gern, obwohl es weitaus bessere "Bikerfilme" gibt. Bei mir steht ebenfalls das Eyecatcher-Gestiefel im Regal, inzwischen gibt es den Film auch als Bestandteil der "Rocker & Biker Box Vol. 7" von MIG. Verdammt, ich habe bisher nur die Boxen 1,2 und 5 aus dieser Reihe, der Rest muss noch her.

Ein älterer Kurzkommentar:


Die Sadisten des Satans

Eine fiese Bande aggressiver Biker macht das weite Hinterland der Vereinigten Staaten unsicher. Allen voran der Obermotz Anchor (Russ Tamblyn), ein waschechter Psychopath wie aus dem Lehrbuch. Als die Burschen in einem Diner für Krawall sorgen, kommt es zu einer grausigen Eskalation. Anchor erschiesst den Besitzer und ein älteres Ehepaar. Das ältere Paar hatte einen Typen namens Johnny (Gary Kent) mitgenommen, der als Anhalter unterwegs ist. Gerade aus dem Militärdienst entlassen, befindet sich der holde Johnny in guter körperlicher Verfassung. Er überwältigt zwei Mitglieder der Gang, macht sich mit der Bedienung Tracy im Schlepptau aus dem Staub. Bald gibt das Fluchtfahrzeug den Geist auf, die mörderischen Biker sind den beiden Flüchtigen auf den Fersen. Nach dem mehrfachen Mord kann man keine Zeugen gebrauchen. Die beiden Überlebenden flüchten zu Fuß in eine öde, staubige Wüste aus Sand und Gestein (Nachtrag: Ach, wie öde Wüsten so sind, du Hornochse). Dort hofft Johnny die Häscher abschütteln zu können, denn ein grosser Teil des Geländes ist nicht mit Zweirädern befahrbar. Jedoch gibt der irre Anchor nicht so leicht auf. So werden im Verlauf der Jagd noch weitere, bisher unbeteiligte Personen zu Opfern...

"Satan's Sadists" (1969) ist einer dieser typischen Bikerfilme, die in stattlicher Anzahl die (Auto)Kinos der späten sechziger und frühen siebziger Jahre heimsuchten. Trash-Spezialist Al Adamson führte Regie, Russ Tamblyn kommt als durchgeknaller "Killer-Biker" wunderbar rüber. Die Rollen der übrigen Motorrad-Terroristen fallen herrlich klischeehaft aus, es ist eine wahre Freude.

Wer Filme dieser Richtung gern sieht, sollte die Sadisten durchaus auf seine Einkaufsliste setzen. Der Streifen kommt angenehm billig und sleazy daher, so wie es sich für einen echten Bikerflick aus dieser Zeit gehört. Allerdings dient die "Biker-Thematik" (Nachtrag: Was auch immer das sein soll) hier mehr als Aufhänger für diverse Gewalt- und Sexszenen, weniger wird versucht das damalige Lebensgefühl der Biker und/oder Rocker auf Zelluloid zu bannen. Beiträge wie "Das Todesrennen der wilden Engel" aka "Die wilden Schläger von Rockers Town" (Hell's Belles, 1970) oder "Rocker kennen kein Erbarmen" (The Cycle Savages, 1969), gefallen mir insgesamt besser, bieten einen noch höheren Unterhaltungswert (Ein weiterer Nachtrag ist fällig: "Rocker kennen kein Erbarmen" hat noch weniger mit dem "Lebensgefühl" von Bikern zu tun *sülz*, im Grunde fast gar nichts mit "Rockern & Bikern". Macht aber nichts, denn der Film gefällt).

Die DVD zu "Die Sadisten des Satans" stammt aus dem Hause Eyecatcher. Wie gewohnt kommt die DVD in einer Hartbox daher, man hat die Wahl zwischen zwei kleinen Hartboxen oder einer grossen, limitierten Hartbox. Qualitativ präsentiert sich das Bild mittelprächtig, die deutsche Tonspur ist deutlich ramponierter als der englische Originalton.

Für Liebhaber des Genres Pflicht. Gut, aber nicht zur Spitze "solcher Filme" zählend (Nachtrag: Was für eine bekackte Wortwahl).

7/10
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Onkel Joe
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Re: Die Sadisten des Satans - Al Adamson

Beitrag von Onkel Joe »

Dem Film gebe ich mal 6/10 der DVD dazu auch aber am besten sind die Storys um Al Adamson :) .
Er war der meinung das ein Film max. 50.000 Dollar kosten darf, mehr würde es einfach net brauchen.In der Branche war er als Fuchs bekannt der es manchmal mit dem Teilen des Geldes net wirklich ernst genommen haben soll.Ab und an soll er auch mit bösen Buben geschäfte gemacht haben was Ihm dann auch wohl irgendwie (ob das zu 100% stimmt weiß keiner genau) ins Grab gebracht hat.Anfangs hieß es man hätte Ihn leblos auf dem Wasser treibend in seinem Pool gefunden aber in US Tageszeitungen hieß es damals das man Ihn nach klassischer art Betonfüße angehängt hatte und ihn in seinem Pool versenkt hätte.Ja die Mafia vergißt irgendwie NICHTS, ein Story wie im Film :prost: .
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Arkadin
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Re: Die Sadisten des Satans - Al Adamson

Beitrag von Arkadin »

untot hat geschrieben: Trotzdem hat der Film auch ne Massage,
Supi! Dann ist das ja genau der richtige Film für meinen verspannten Rücken! :kicher:

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Re: Die Sadisten des Satans - Al Adamson

Beitrag von dr. freudstein »

:lol:
Wollt ihr grad ne Korrekturmeldung schicken, aber sie bekam keine Chance :palm:
Ja, der Film bietet mehr als nur Unterhaltung, so scheint es.

Über dem Film hinaus eine Massage und sogar ne klassische Mafia-Story, ergo: Die von Blap (Blapschi) angesprochenen Boxen wären wohl die günstigste Lösung und Fasten soll ja gesund sein.
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Re: Die Sadisten des Satans - Al Adamson

Beitrag von buxtebrawler »

Blap hat geschrieben:(...) inzwischen gibt es den Film auch als Bestandteil der "Rocker & Biker Box Vol. 7" von MIG. Verdammt, ich habe bisher nur die Boxen 1,2 und 5 aus dieser Reihe, der Rest muss noch her.
Es gibt mind. SIEBEN BOXEN mit Rocker- und Bikerfilmen?! :shock:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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Re: Die Sadisten des Satans - Al Adamson

Beitrag von Onkel Joe »

buxtebrawler hat geschrieben:Es gibt mind. SIEBEN BOXEN mit Rocker- und Bikerfilmen?! :shock:
JA und einige gibts es nur über Amazon, in den ersten Boxen gab es noch 2 DVD´s mit je 2 Filmen.
Mittlerweile sind nur noch 2 Filme pro Box ;) und einige sind sogar noch schlechter als dieser Film von Al :popcorn: .
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Blap
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Re: Die Sadisten des Satans - Al Adamson

Beitrag von Blap »

buxtebrawler hat geschrieben: Es gibt mind. SIEBEN BOXEN mit Rocker- und Bikerfilmen?! :shock:
Aktueller Stand: Zehn "Boxen". Wobei aber der dritten "Box" nur jeweils zwei Filme enthalten sind, siehe Posting von Onkel Joe.
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Re: Die Sadisten des Satans - Al Adamson

Beitrag von untot »

Arkadin hat geschrieben:
untot hat geschrieben: Trotzdem hat der Film auch ne Massage,
Supi! Dann ist das ja genau der richtige Film für meinen verspannten Rücken! :kicher:
:oops: :oops:
Ich :doof:
:lol: :lol:

Massagen, sind ja auch schön! :kicher:
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Re: Die Sadisten des Satans - Al Adamson

Beitrag von DrDjangoMD »

Hab mir den Film auch grade zu Gemüte geführt und obwohl ich ihn durchaus genießen konnte muss ich untot beipflichten: Ihn als Citizen Cane der Bikerfilme zu bezeichnen wäre eine Beleidigung von Orson Welles und der Bikerfilme!

Inhalt:
Anchor und seine kleine Bande böser Buben durchziehen die Lande stets auf der Suche nach potentiellen Vergewaltigungsopfern. Ein Zwischenfall bei einer Raststädte endet mit einem Massaker dem nur ein Exsoldat und eine Kellnerin entkommen können, die von nun an von den Bikern gejagt werden.

Kritik:
Über die Mittelmäßigkeit wird dieser Film wohl nicht hinausgehen, dazu hat er ein paar Längen zu viel, obwohl er durchaus ein einige Sachen beinhaltet hat, die mir recht gut gefielen.
Zu loben wäre erst mal die Kameraarbeit. In den Misshandlungsszenen nimmt sie einen fast schon einen dokumentarischen Stil an um sich daraufhin wie ein Voyeur gierig über die Opfer herzumachen.
Der Soundtrack ist für meinen Geschmack ein wenig träge ausgefallen. Er wirkt zwar gut in deprimierenden Szenen, schafft es jedoch nicht das wilde Biker-Leben melodisch stimmig zu untermahlen.
Die Figur Anchor ist ziemlich cool. Er sieht ja nicht sonderlich aus mit seinem Wuschelkopf, den runden Sonnenbrillen und dem überdimensional hohen Fischerhut, aber Russ Tamplyn spielt die Figur mit sehr viel unheimlicher Ruhe, immer andeutend, dass er jeden Moment explodieren kann.
Er ist das einzige Mitglied der Biker das den Namen Satans Sadisten gerecht wird, denn er empfindet sichtliche Freude bei seinem üblen Treiben und seine diabolische Lache ist auch nicht von schlechten Eltern :lol: :twisted: . In einem kurzen Monolog gibt er an, dass er nur so viel Hass empfindet, weil die Leute die nur Lieben vom Establishment unterdrückt werden. Diese Rede ist zwar zu wenig um daraufhin dem ganzen Film eine Botschaft nachzusagen, aber sie reicht um Anchor als tiefgründigen Charakter anzusehen.
Da seine Bikergang nicht allzu umfangreich ist konnte man Anchors Mitstreitern auch ein paar Charaktereigenschaften anhängen. Dies ist manchmal positiv, manchmal aber eindeutig übertrieben. Wie beispielsweise bei der Bikerbraut, die eine kindlich naive Liebe zu Anchor entwickelt hat, obwohl sie im tiefsten Grunde ihres Herzens ein guter Mensch ist, den das gewalttätige und drogenabhängige Leben ihrer Freunde anwidert – Du bist die Bikerbraut der „Sadisten des Satans“, zeige gefälligst Würde!!!
Das was am Film am meisten stört sind die Helden, die beiden Überlebenden des Massakers. Beides keine guten Schauspieler, er geht noch halbwegs, aber sie regt mich mit ihrem dummen Verhalten und ihrer Unfähigkeit passende Emotionen zu zeigen mehr auf als die Heldin aus „Eegah“! Dies geht so weit, dass ich beim Showdown zwischen ihnen und Anchor eindeutig zu dem sadistischen wahnsinnigen Massenmörder und nicht zu den beiden „Helden“ gehalten habe. Leider bekommt das schlecht spielende Paar im Film eine recht lange Dialogsequenz wo ich, das könnt ihr mir glauben, sehr versucht war einfach vorzuspulen.
Fazit: Mittelmäßiger Bikerfilm mit doofen Helden aber einem coolen Fiesling.
6/10
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