Camp Blood 2: The Revenge – Brad Sykes (2000)
Verfasst: Do 16. Jun 2011, 23:51
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Originaltitel: Camp Blood 2
Land: USA
Jahr: 2000
Buch und Regie: Brad Sykes
Darsteller: Jennifer Ritchkoff, Garrett Clancy, Ken X (ja, der Name steht so im Vorspann),…
Inhalt: Trisha, welche die Ereignisse des ersten Teils lebend überstanden hat, wird von einem Regisseur augagiert, der Verfilmung der tragischen Geschehnisse beizuwohnen. Doch bevor die erste Szene im Kasten ist beginnt ein Killer mit Clownsmaske schon ein Crewmitglied nach dem anderen zu meucheln.
Kritik: Der Film beginnt mit einem Pärchen im Wald, welches von dem Killer umgebracht wird. Wir realisieren, dass wir versehentlich den ersten Teil eingelegt haben, wechseln die DVD und können nun endlich „Camp Blood 2“ ansehen, der mit einem Pärchen im Wald beginnt, welches von dem Killer umgebracht wird.
Diese Anfangssequenz lässt schon befürchten, dass Brad Sykes für seine Fortsetzung einfach aus den Klischees die er schon im ersten Teil ausgeschlachtet hat, noch den letzten Saft rauspressen will. Weit gefehlt, „Camp Blood 2“ ist in gewisser Weise das genaue Gegenteil des Vorgängers.
Durch die Handlung um den Filmdreh bietet sich Sykes die Möglichkeit mit sehr viel Selbstironie ans Werk zu gehen. Szenen wie die, in welcher ein Schauspieler den Regisseur überredet den Killer ohne Machete angreifen zu lassen, weil ihm das zu gefährlich sei, liefern mir zumindest einige Erklärungen für Ungereimtheiten im ersten Teil.
Nett ist auch die Stelle an welcher der Regisseur einer Darstellerin erklärt, dass sie eine Nacktszene hinlegen muss, weil zumindest eine Nacktszene für einen erfolgreichen Film notwendig ist und wir als Zuseher gleich in der nächsten Einstellung eine Nacktszene zu sehen bekommen.
Natürlich ließ sich Sykes diesmal wieder nicht lumpen eine Horrorreferenz nach der anderen (nicht nur auf „Blood Camp 1“) einzufügen. So trägt der geplante Film des Regisseurs den Titel „Within the Woods“ (na, na,…) und wir bekommen erklärt, dass der Killerclown das Potential hätte der neue Freddy Krueger zu werden (ja klar, der Killer aus „Prom Night“ hatte mehr Potential als dieser hier).
Sonst haben Regie und Drehbuch ein wenig nachgelassen. Die unheimliche Atmosphäre musste plumpen Jumpscares weichen. Es wird zwar versucht mit bunter Beleuchtung hier und da ein wenig Stimmung reinzubringen (offenbar hat Sykes mittlerweile ein paar Mario Bava Filme ansehen können) die will nur diesmal nicht so richtig kommen.
Was für mich diesmal die größte Schwäche war, ist dass die gesamte erste Hälfte praktisch nur aus Filler besteht. Uns werden lange Dialogpassagen geboten, die ins Nirgendwo führen und wir bekommen geschätzte zwanzig Mal die Ereignisse des ersten Teiles Revue passiert, meistens mit visueller Unterstützung.
Wenigstens ist die zweite Hälfte dann unterhaltsamer, denn wir haben mehr Leute zum Killen und weniger Zeit dafür, denn dieser Film ist (Gott sei Dank) wieder nach guten 70 Minuten beim Abspann angelangt.
An dieser Stelle müssen wir dann mit einigen Löchern in der Geschichte fertig werden, die nicht wirklich gefüllt werden. Warum ist der Psychiater plötzlich für das Filmprojekt? Wer hat die beiden am Anfang getötet???
Kleiner Trost: Darsteller und Rollen sind diesmal besser! Jennifer Ritchkoff hat in dem Jahr, das seit dem ersten Teil vergangen ist, viel dazugelernt und bietet uns eine überzeugende psychisch Labile. Der "Regisseur" spielt zwar gnadenlos übertrieben, da seine Rolle aber mehr einer Karikatur gleicht als einer seriösen Gestalt ist das durchaus gutzuheißen. Die „Schauspieler“ im Film spielen die Personen aus dem ersten Teil. Das Schöne dabei ist, dass die Charaktere der Akteure überhaupt nicht mit den Charakteren dieser Rollen überein stimmen. Sie sind immer noch flach, aber all die Stereotypen sind wenigstens ein bisschen anders verteilt (die Schlampe vom Dienst ist diesmal brünett und nicht blond!), was sie interessanter macht.
Bevor ich’s vergesse: Die Mordszenen sind hier wieder erste Sahne und können sich inzwischen schon mit einem professionellen Horrorfilm (zumindest einem aus den frühen 80ern) messen.
Fazit: Mit mehr Ironie gedrehte Fortsetzung, welche zwar origineller daherkommt, aber einiges an Atmosphäre eingebüßt hat und ihre 70 Minuten nur durch gewagten Einsatz von Filler hinbekommt.
Filmtechnisch: 3/10
Trash: 5/10